Tischtennis

Über das „Golden match“ zum fünften Titel in Folge: Hostert/Folschette wieder Meister

Nach der überraschenden 2:6-Niederlage auf dem „Holleschbierg“ stand Landesmeister Hostert/Folschette im Final-Rückspiel der Meisterschaft in der National TT League mächtig unter Druck. Im Hexenkessel von Koetschette konnte sich der Gastgeber das „Golden Match“ erkämpfen und seinen Titel zum vierten Mal in Folge verteidigen.

Tischtennis Herren Hostert/Folschette feiern fünften Meistertitel in Folge bei regionalem Turnier

Die Tischtennis-Herren von Hostert/Folschette feierten ihren fünften Titel in Folge Foto: Editpress/Fernand Konnen

Vor dem Showdown bedankte sich Hostert/Folschette bei Jan Zibrat, der nach einer Saison in Folschette in der kommenden Spielzeit wieder in Deutschland aufschlagen wird. In seinem Einzel gegen Leo Vekic, den er in der Vorwoche knapp besiegen konnte, geriet der Slowene diesmal schnell mit 0:2 ins Hintertreffen. Danach fand Zibrat zwar besser ins Spiel, mehr als ein Satzgewinn sollte ihm jedoch nicht gelingen. Zum Auftakt kam es gleich zum Topspiel zwischen Gleb Shamruk und Benjamin Rogiers. Letzterer hatte den Ranglistenersten im Hinspiel erstmals in dieser Saison bezwingen können. Vor eigenem Publikum zeigte sich Shamruk wieder von seiner besten Seite und konnte die Partie ohne Satzverlust zu seinen Gunsten entscheiden.

Im hinteren Paarkreuz mussten sich Irfan Cekic und Kevin Kubica, die auswärts leer ausgegangen waren, diesmal deutlich steigern, um die Chancen ihres Teams auf das „Golden Match“ aufrecht zu erhalten. Cekic, der fünf Jahre für den DT Howald aktiv war, konnte sich mit einem konzentrierten Auftritt (3:0) gegen den 16-jährigen Aaron Sahr für seine 2:3-Niederlage in Hesperingen revanchieren. Am Nebentisch lieferten sich Kevin Kubica und Marc Dielissen ein Duell auf Augenhöhe, das erst im fünften Satz entschieden wurde. Dort schaffte der bis unter die Haarspitzen motivierte Kubica, der jeden Punktgewinn mit seinen Anhängern abfeierte, nach 1:2-Satzrückstand das „Break“ zum 3:1-Vorsprung für den Titelverteidiger.

Vekic beweist mentale Stärke

Nach der Pause erhofften sich die mitgereisten Anhänger des Herausforderers, dem ein Unentschieden zum Titelgewinn gereicht hätte, eine Reaktion ihres Quartetts. Allerdings machte sich die nervliche Belastung, die Rogiers bereits gegen Shamruk anzumerken war, auch gegen Zibrat bemerkbar. Dieser konnte den Vorsprung von Hostert/Folschette mit seinem unangefochtenen 3:0-Sieg auf 4:1 ausbauen. Ganz anders präsentierte sich sein Teamkollege Vekic, der in den entscheidenden Spielsituationen gegen Shamruk mentale Stärke bewies, das bessere Ende mit 3:1 für sich hatte und damit den zweiten Punkt für die Gäste holte.

Diese standen jedoch weiter mächtig unter Druck. Im hinteren Paarkreuz wurde Cekic seiner Favoritenrolle diesmal mit 3:0 gegen Dielissen gerecht. Am Nebentisch stellte Sahr mit einem Vier-Satz-Sieg gegen Kubica den alten Abstand wieder her, sodass die Entscheidung beim Stand von 5:3 zugunsten des Serienmeisters im Doppel fallen musste. Den Sieg bringenden Punkt holte das Duo Cekic/Shamruk, in drei deutlichen Sätzen gegen Rogiers und Sahr.

Titel im „Golden Match“ vergeben

Nach über drei Stunden musste der Titel somit, wie vor zwei Jahren, übers „Golden Match“ vergeben werden, das im stark verkürzten Modus „Best-of-5-sets“ gespielt wird. Dort hatte Hostert/Folschette das Momentum auf seiner Seite. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt, als Zibrat den ersten Punkt mit 11:4 gegen Sahr einfuhr. Anschließend gelang Shamruk mit 11:7 die Revanche für seine vorherige Niederlage gegen Vekic. Im dritten Duell konnte Rogiers gegen Kubica auf 1:2 verkürzen. Nach einem vierstündigen Krimi war es dann Cekic vorbehalten, seine exzellente Leistung mit einem 11:6 gegen seinen langjährigen Teamkollegen Dielissen zu krönen und seinem Team damit, nach dem Pokalsieg, auch die Meisterschaft zu sichern.

Nach dem knapp verpassten Premieren-Titel war Dielissen natürlich tief enttäuscht: „Unser Gegner war sehr stark und extrem gut vorbereitet. Sie haben die Positionen im vorderen Paarkreuz getauscht, sodass es gleich zu den entscheidenden Spielen kam. Diese Rechnung ist voll aufgegangen“, erklärte der Routinier, der nach der bitteren Niederlage selbstkritisch war: „Im hinteren Paarkreuz haben wir, im Gegensatz zu den vorherigen Begegnungen, nur einen Punkt geholt, was einfach zu wenig war“, so der Ex-Nationalspieler.

Jubelnde Menschenmenge bei sonnigem Sportevent in Hostert-Folschette am Sonntag

Groß war der Jubel am Sonntag bei Hostert/Folschette Foto: Editpress/Fernand Konnen

„We are the Champions“ konnten die erfolgsverwöhnten Fans somit ein weiteres Mal mitsingen und gleichzeitig das dritte Double in Folge feiern. Einer der Erfolgsgaranten war, wie so oft, Kevin Kubica. „Wir hatten uns fest vorgenommen, nicht noch einmal ins Hintertreffen zu geraten. Das ist uns gelungen. Wir hätten sogar mit 4:0 führen können. Entscheidend waren der Sieg von Irfan (Cekic) gegen Aaron (Sahr) und mein Erfolg gegen Marc (Dielissen). Auch Gleb (Shamruk) konnte sich im Vergleich zur Vorwoche steigern“, so Kubica, der sich besonders für Cekic freute: „Er war heute einfach top. Es war sein neuntes Finale. Nach drei Niederlagen mit dem DT Ettelbrück und fünf mit dem DT Howald hat es für ihn jetzt endlich mit dem Titel geklappt“.

Im Überblick

Final-Hinspiel:
Howald – Hostert/Folschette 6:2

Final-Rückspiel:
Hostert/Folschette – Howald 6:3
Gleb Shamruk - Benjamin Rogiers 3:0
Jan Zibrat - Leo Vekic 1:3
Kevin Kubica - Marc Dielissen 3:2
Irfan Cekic - Aaron Sahr 3:0
Shamruk - Vekic 1:3
Zibrat - Rogiers 3:0
Kubica - Sahr 1:3
Cekic - Dielissen 3:0
Cekic/Shamruk - Rogiers/Sahr 3:0

„Golden Match“:
Hostert/Folschette – Howald 3:1
Zibrat - Sahr 11:4
Shamruk - Vekic 11:7
Kubica - Rogiers 5:11
Cekic - Dielissen 11:6

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