Handball Esch

Tom Krier: „Es ist Zeit, dass der Knoten platzt“

Tom Krier und der HB Esch treffen am Samstag am dritten Spieltag der Titelgruppe auf die Red Boys. Es ist das Duell des ehemaligen Seriensiegers gegen den aktuellen Dominator.

Tom Krier und Esch bei einem spannenden Rennen, beide kämpfen um wichtige Big Points in der Titelgruppe

Tom Krier und Esch hoffen auf die ersten Big Points in der Titelgruppe Foto: Editpress/Fernand Konnen

Tom Krier weiß, wie es sich anfühlt, lange Siegesserien zu feiern. Seit 17 Jahren spielt er in der ersten Mannschaft des Handball Esch und prägte eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte mit. Zwischen 2017 und 2023 wurde der Klub sechsmal Meister und dominierte die heimische Liga. „Es war eine schöne Zeit“, blickt der 33-Jährige zurück – aber auch eine anstrengende. Denn die Escher waren stets die Gejagten. „Jeder wollte gegen uns gewinnen.“

Diese goldenen Jahre sind inzwischen vorbei. Vor drei Jahren leitete der HB Esch einen Umbruch ein. Die Erfolgsserie gehört mittlerweile einem anderen Klub: Seit mehr als einem Jahr und inzwischen 24 Spielen sind die Red Boys in der AXA League ungeschlagen. Am dritten Spieltag der Titelgruppe kommt es am Samstag nun zum Duell des alten Dominators gegen den neuen.

„Es wird Zeit, dass sie wieder ein Spiel verlieren“, sagt Krier mit einem Lächeln. „Wir wollen am Samstag gewinnen. Das würde die Liga auch wieder spannender machen. Aber natürlich wird es sehr schwer.“

Gemischte Bilanz

Während die Red Boys derzeit bereits mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze liegen, steht Esch auf dem vierten Platz. Mit Blick auf die bisherige Saison zieht der Rechtsaußen eine gemischte Bilanz. „Es ist eine harte Saison, wir finden nicht so richtig in unseren Rhythmus. Die Spiele, die wir gewinnen mussten, haben wir gewonnen. Aber uns fehlen ein oder zwei Siege – etwa gegen Berchem, als wir mit sieben Toren geführt und am Ende doch verloren haben. Solche Spiele muss man eigentlich gewinnen. Doch wir haben es nicht geschafft, das Spiel über 60 Minuten zu verwalten.“

Erschwert wurde die bisherige Saison durch die Personallage. Der ohnehin nicht besonders breite Kader wurde immer wieder durch Verletzungen ausgebremst. Gerade als sich das Lazarett Anfang Februar zu lichten schien, brach sich Pol Kirsch den Arm und wird lange ausfallen. Zudem sind Luca Tomassini (Schulterprobleme) und Enes Agovic (Kreuzband) derzeit nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Mit Sébastien Edgar kehrte kürzlich aber immerhin eine wichtige Rückraum-Option zurück.

Trotz der Schwierigkeiten hofft Krier auf eine ähnliche Entwicklung wie im vergangenen Jahr. „Nachdem wir uns am Anfang der Saison ebenfalls schwertaten, haben wir ein gutes Play-off gespielt und die anderen nervös gemacht“, sagt er. „Das wollen wir jetzt versuchen, zu wiederholen.“

Ein Erfolg gegen ein Spitzenteam würde der Mannschaft dabei neuen Auftrieb verleihen. „Handball können wir spielen. Aber Sport ist immer auch Kopfsache“, erklärt Krier. „Wenn man gegen eine gute Mannschaft gewinnt, nimmt man dieses Gefühl mit. Man trainiert besser, der nächste Gegner hat vielleicht ein bisschen Angst – und man selbst geht mit mehr Motivation und Optimismus ins nächste Spiel.“

Auf diesen Moment arbeiten der Routinier und seine Teamkollegen hin. „Es wird Zeit, dass der Knoten platzt. Wir müssen ein großes Spiel gewinnen, um wieder auf diese Schiene zu kommen – vor allem mit Blick auf den Pokal.“

Grundstein für den Pokal legen

Denn während die Escher in der Liga auf Rang vier liegen, mit deutlichem Abstand nach hinten und nur noch geringen Chancen nach oben, bietet sich im Pokal noch eine realistische Titelchance. „Vor zwei Jahren haben wir schon bewiesen, dass man auch mit einer kleinen Mannschaft, die in der Liga nicht oben mitspielt, trotzdem den Pokal gewinnen kann“, so Krier. „Wir müssen zwei gute Spiele machen, um einen Titel zu holen. Darauf liegt unser Fokus.“

Der Grundstein dafür muss aber zuvor in der Meisterschaft gelegt werden. „Wenn wir es schaffen, in der Liga den Knoten zu lösen, nehmen wir dieses Gefühl auch mit in den Pokal. Wenn wir in der Meisterschaft schlecht spielen, können wir nicht von heute auf morgen im Pokal den Schalter umlegen.“

Deshalb sei jedes Spiel wichtig, um wieder in den richtigen Rhythmus zu kommen. „Wir tun uns im Moment im Angriff schwer und unsere Verteidigung steht auch nicht wirklich gut. Wir haben überall ein bisschen Probleme. Aber wie gesagt, es spielt sich vieles im Kopf ab“, so Krier. „Wir werden am Samstag gegen die Red Boys versuchen, das Blatt zu wenden.“

Aus Erfahrung weiß der 33-Jährige selbst: Auch eine dominierende Mannschaft kann einmal einen schlechten Tag erwischen. „Das war bei uns damals auch so. Wir müssen hoffen, dass die Red Boys am Samstag einen schlechten Tag haben – und wir einen guten.“

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