Golf

Tiger Woods und ein gecrashtes Leben: Superstar in der Sackgasse

Tiger Woods sorgt erneut für Schlagzeilen. Nach seinem Autounfall ist der Golf-Superstar nun wieder auf freiem Fuß.

Tiger Woods zeigt entschlossenen Blick beim Comeback nach Verletzung im Golfturnier

Tiger Woods hatte gerade Hoffnungen auf sein Comeback gegeben Foto: AFP/Andy Buchanan

Der vielleicht größte Golfer der Geschichte wirkte wie ein tief gefallener Mensch: Die Augen von Tiger Woods waren blutunterlaufen, der Blick leer, das unrasierte Gesicht aufgedunsen. Das offizielle Foto des Superstars, welches das Sheriff-Büro von Martin County in Florida nach Woods’ neuerlichem Auto-Crash veröffentlichte, war ein Dokument des Kummers. Und Fans wie Wegbegleiter fragen sich: Was ist los mit dem strahlenden Helden, der seinen Sport einst dominierte wie kaum jemand zuvor? Und der nun wieder derangiert auf einem „Mugshot“ erscheint.

Die Faktenlage ist dünn, auch weil sich der 50 Jahre alte Eldrick Tont Woods, den alle Welt nur Tiger nennt, nicht selbst äußert. Klar ist jedenfalls: Woods hatte Ärger mit der Justiz. Wieder einmal. Nach einem Autounfall. Wieder einmal. Intoxikiert, womöglich. Nach acht Stunden in einem Bezirksgefängnis nördlich von Palm Beach durfte Woods zurück in die Freiheit. Zurück in ein wohl fragiles Leben.

Offiziell wegen „DUI“ (Driving under influence) war der 15-malige Majorsieger festgesetzt worden, das zugedröhnte Autofahren ist auch in den USA kein Kavaliersdelikt. Vor allem, wenn der Delinquent dabei crasht. Dies passierte Woods am Freitag kurz nach 14.00 Uhr Ortszeit an seinem Wohnort Jupiter Island. Woods, der zumindest physisch unverletzt blieb, versuchte laut Sheriff John Budensiek, auf einer zweispurigen Straße einen Reinigungs-Lkw zu überholen. Dabei habe er mit seinem Land Rover das Heck gestreift. Das Fahrzeug kippte auf die Fahrerseite, Woods konnte eigenständig herausklettern.

Schmerzmittel im Spiel

Ferner teilte die Polizei mit, dass Woods Anzeichen einer Beeinträchtigung gezeigt habe. Einen Atemalkoholtest bestand er, danach habe er sich unkooperativ gezeigt. „Als wir ihn dann zu einer Urinprobe aufforderten, verweigerte er diese“, sagte Budensiek: „Daher wurde er wegen Trunkenheit am Steuer, Sachbeschädigung und der Verweigerung eines rechtmäßigen Tests im Zusammenhang mit dem Unfall angeklagt.“

Die Experten für Drogenerkennung, die Woods am Unfallort untersuchten, empfanden den Golfer als „lethargisch“ und gingen davon aus, dass er unter dem Einfluss „irgendeiner Art von Medikamenten oder Drogen“ stand, sagte Budensiek.

Es ist nicht der erste Autounfall von Woods: 2021 hatte er in Kalifornien bei einem mehrfachen Überschlag schwere Beinverletzungen erlitten. Damals war Rasen die Ursache, Woods war mit gut 140 km/h unterwegs gewesen. In der Folge musste der 15-malige Majorsieger mehrmals operiert werden. 2017 war er von der Polizei schlafend am Steuer seines beschädigten Wagens gefunden worden. Woods bekannte sich schließlich des rücksichtslosen Fahrens schuldig und gab an, eine Mischung aus Schmerzmitteln eingenommen zu haben. Auch nun, so spekulierten US-Medien, waren wohl Schmerzmittel im Spiel. Sie benötige Woods, um seinen chronisch schmerzenden Körper ertragen zu können.

Der Golfstar, der im Privatleben einige Krisen durchlebte, hatte zuletzt im Rahmen der Indoorliga TGL sein Comeback gegeben und danach eine Teilnahme am Masters ab dem 9. April zumindest nicht ausgeschlossen. Er kämpft weiter mit den Folgen einer Bandscheiben-Operation im vergangenen Oktober. Für den einst besten Golfer der Welt war es bereits der siebte Eingriff am Rücken. Zudem war im März 2025 Woods’ Achillessehne gerissen.

Seit den British Open im Sommer 2024 bestritt er kein Turnier mehr. Eine Rückkehr zu alter Stärke, auch das war im Mugshot-Blick des einst Allergrößten zu lesen, ist derzeit weit weg.

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