75. Ausgabe
Tageblatt Flèche du Sud wird erstmals als 2.1-Rennen klassifiziert
Zur 75. Ausgabe erreicht die Tageblatt Flèche du Sud in diesem Jahr ein neues sportliches Niveau: Erstmals wird das traditionsreiche Etappenrennen als 2.1-Rennen klassifiziert. Was das bedeutet, erklärte Vélo-Union-Esch Präsident Ben Funck am Mittwochabend bei der Vorstellung des Rennens, das am 13. Mai startet.
Der Präsident der Vélo-Union Esch, Ben Funck (Mitte), präsentierte am Mittwochabend die Tageblatt Flèche du Sud 2026 Foto: Editpress/Alain Rischard
Ganz logisch, das erklärt Vélo-Union-Esch Präsident Ben Funck, trifft man die Entscheidung, als Etappenrennen im Niveau aufzusteigen, nicht von heute auf morgen. „Das war eine Entscheidung nach vielen Diskussionen und gründlicher Reflexion“, sagt Funck. „Wir haben auch den Endbericht der letztjährigen Flèche du Sud der UCI analysiert. Mit den Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, haben wir erkannt, dass wir das bewältigen können.“
Mit dem Aufstieg vom 2.2- zum 2.1-Rennen muss sich das gesamte Team der Vélo-Union Esch jedoch auf neue Herausforderungen einstellen. „Das betrifft logistische Themen wie die Unterbringung der Teams, den finanziellen Aspekt mit höheren Preisgeldern und vieles mehr. Dieser Aufstieg bringt uns nicht nur mehr Sichtbarkeit, sondern ist auch ein Gewinn für den luxemburgischen Radsport.“
Mit der Nationalmannschaft
Damit ist die Tageblatt Flèche du Sud nur noch eine Stufe unter der Tour de Luxembourg, die weiterhin Teil der ProSeries ist. Die DNA der Flèche du Sud, das möchte Funck jedoch betonen, bleibt erhalten. „Wir bleiben unserer DNA treu. Wir wollen weiterhin jungen Talenten ein Sprungbrett bieten. Gleichzeitig streben wir mehr Visibilität und ein noch renommierteres Peloton an – alles im Sinne des luxemburgischen Radsports.“
Im Sinne des luxemburgischen Radsports wird auch in diesem Jahr eine luxemburgische Nationalmannschaft am Start sein. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall und sorgte so auch im letzten Jahr für Diskussionen. „Es liegt nicht immer nur an uns, dass wir nicht bei der Flèche du Sud antreten können“, sagt FSCL-Präsident Camille Dahm. „Es gibt UCI-Regeln, die uns einerseits verbieten, eine gemischte Auswahl mit einer anderen Nation an den Start zu schicken. Andererseits dürfen wir keine Fahrer in die Nationalmannschaft nominieren, deren Teams hier ebenfalls starten.“
Voraussichtlich 13 einheimische Radsportler
Auch wenn die endgültige Startliste noch am Tag der ersten Etappe geändert werden kann, rechnet der Escher Radsportklub mit voraussichtlich 13 einheimischen Fahrern. Dazu zählen unter anderem sechs Athleten des Nationalteams, von denen bisher nur Mats Wenzel sicher dabei ist. „Wir stehen noch in Gesprächen mit zwei weiteren Top-Fahrern“, verrät Dahm. „Hier müssen wir jedoch die Reaktionen ihrer Teams abwarten.“ Alexandre Kess, Mil Morang und Arno Wallenborn werden voraussichtlich für das deutsche Continental-Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur starten, während Noé Ury, Pol Breser und Mats Berns für Storck-MRW Bau antreten. Loïc Bettendorff wird die österreichische Mannschaft Hrinkow Advarics vertreten.
Als einziges WorldTour-Team sind die Niederländer von Visma-Lease a Bike dabei. Welche Fahrer aus dem Starensemble um Jonas Vingegaard und Wout van Aert in Luxemburg an den Start gehen werden, hat die Mannschaft bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
Um den Nachfolger des Niederländers Martijn Rasenberg zu ermitteln, stehen erneut fünf Etappen auf dem Programm. Der Auftakt erfolgt am Mittwoch, dem 13. Mai, mit 94 Kilometern rund um Stadtbredimus. Die zweite Etappe führt über 150,6 Kilometer rund um Rümelingen, bevor am Freitag die Königsetappe über 154,6 Kilometer rund um Bourscheid ausgetragen wird. Am Wochenende folgt die vierte Etappe über 148,7 Kilometer rund um Steinfort, ehe das Finale in Esch-Belval mit 167,9 Kilometern stattfindet.
Im Überblick
Die Etappen der 75. Tageblatt Flèche du Sud 2026:
13. Mai, 1. Etappe: Stadtbredimus - Stadtbredimus (94,0 km)
14. Mai, 2. Etappe: Rümelingen - Rümelingen (150,6 km)
15. Mai, 3. Etappe: Bourscheid - Bourscheid (154,6 km)
16. Mai, 4. Etapp: Steinfort - Steinfort (148,7 km)
17. Mai, 5. Etappe: Esch-Belval - Esch-Belval (167,9 km)
Die Teams:
Atom 6 Bikes, ATT Investments, Baloise, BHS PL Beton Bornholm, Bike Aid, EF Education-Aevolo, Visma-Lease a Bike, Vorarlberg, VolkerWessels, Vendée U Primeo Energie, Storck-MRW Bau, Hrinkow Advarics, Tirol KTM, Veloce Club Rouen, Lotto Ker-Haus Outlet Montabaur, Metec-Solarwatt, Mg.K Vis Costruzioni e Ambiente, Valkenburg, Drali-Repsol, Voster, Luxemburg
Erklärung: So werden die Rennen eingestuft
Im Radsport werden die Rennen in verschiedene UCI-Kategorien unterteilt. Bei WorldTour-Rennen, also Rennen auf dem höchsten Niveau, wird zwischen Eintagesrennen (1.UWT) und Etappenrennen (2.UWT) unterschieden. Während die größten Eintagesrennen wie Paris-Roubaix oder Mailand-Sanremo beispielsweise mit „1.UWT“ gekennzeichnet wird, erhalten die größten Etappenrennen wie die Tour de France oder die Tour de Suisse die Kennzeichnung „2.UWT“. Eine Stufe unter den WorldTour-Rennen werden die Rennen in der UCI-ProSeries ausgetragen. Dazu gehört beispielsweise auch die Tour de Luxembourg, die als Etappenrennen dann mit „2.Pro“ gekennzeichnet wird. Ein Eintagesrennen erhält dementsprechend die Klassifizierung „1.Pro“. Wiederum eine Etage tiefer werden Rennen in den UCI Continental Circuit ausgetragen. Diese werden mit zwei durch einen Punkt getrennten Ziffern gekennzeichnet. Die erste Ziffer zeigt die Art des Rennens an (1=Eintagesrennen, 2=Etappenrennen). Die zweite Ziffer zeigt die Wertigkeit des Rennens in absteigender Kategorie an (1=erste Kategorie, 2=zweite Kategorie). Die Tageblatt Flèche du Sud erhält beispielsweise ab diesem Jahr die Wertigkeit 2.1 und steht damit auf der selben Stufe wie beispielsweise die Etoile de Bessèges.