Handball

Spannung pur: Berchem verliert hauchdünn beim Meister

Im Duell Meister gegen Pokalsieger setzten sich die Red Boys in einem torreichen Spitzenspiel hauchdünn gegen Berchem durch (39:38) und festigten damit Platz eins vor Beginn der Titelrunde.

Zwei Fußballmannschaften im intensiven Zweikampf während eines spannenden Spiels auf dem Spielfeld

Beide Mannschaften lieferten sich einen harten Kampf Foto: Editpress/Jean-Jacques Patricola

Beste Werfer waren am Samstag Enzo Jean Louis (Red Boys) mit elf und Raphael Guden (Berchem) mit zehn Toren. Die Hausherren traten in Bestbesetzung an, während bei den Gästen weiterhin eine Handvoll Spieler (u.a. Weyer, Hoffmann) fehlten.

Mitev eröffnete den Torreigen, glich dann zum 2:2 aus, ehe die Red Boys unter dem Impuls von Jean Louis aufdrehten. Mitev (6:5) und Vrgoc (7:6) gelang trotzdem zweimal der Anschluss. Es folgte aber eine zehnminütige Durststrecke ohne Torerfolg, während die Red Boys in der Zeitspanne konsequenter agierten und achtmal einnetzten zum 15:6-Zwischenstand. „Wir verloren defensiv unsere Linie“, stellte HCB-Trainer Marko Stupar fest. „Ihre Wurfquote war in der Phase überragend, unsere dagegen miserabel.“

Der HCB-Coach reagierte, ließ den Torwart bei Ballbesitz draußen und brachte einen siebten Feldspieler. Die Empty-Goal-Taktik stand bis zum Schluss und eröffnete den Berchemern neue Angriffsoptionen. „Wir waren präzise und es ist uns gelungen, die Konzentration so lange hoch zu halten.“ Berchem kam auf diese Weise besser ins Spiel und fand Wege, um zu klaren Abschlüssen zu kommen. Czapiewski ersetzte Meyers zwischen den Pfosten und wurde gleich zum wichtigen Faktor der Berchemer Aufholjagd, die Guden per Doppelschlag mit dem Ausgleich zum 18:18 abschloss.

Kleines Polster, mehr nicht

„Die Mannschaft hat sich mit Mega-Einsatz Stück für Stück herangearbeitet“, sagte Stupar. Tako besorgte die knappe Pausenführung für die Red Boys (19:18). Nach dem Seitenwechsel glich Vrgoc postwendend aus. Dann entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem die Red Boys den Vorsprung mehrere Male auf maximal drei Tore ausbauten. Jarrar machte seinen Platz nach einem heftigen Kopftreffer frei für Felici, der schnell ins Match fand.

Berchem gab sich aber nie auf und blieb bis in die Schlusssekunden dran. Guden schaffte mit seinen drei letzten Treffern jeweils den Anschluss. Die Differdinger blieben ruhig und brachten den Sieg nach wichtigen Toren von Ballet und Goedert über die Ziellinie. „Gegen sieben Feldspieler ist es schwer zu verteidigen. Wir konnten nicht so hoch wie gewünscht raus, um Berchem im Spielaufbau zu stören“, erklärte Marc Breser nach dem hart erkämpften Triumph. Von einer kleinen Vorentscheidung im Kampf um den Titel wollte der Differdinger Coach „definitiv“ nichts wissen. „Wir haben ein kleines Polster, mehr nicht. Jetzt gilt es, die Hinrunde im Titel-Play-off schadlos zu überstehen. Dann wären wir gut dabei.“

Statistik

Red Boys: Jarrar (1-42‘, 7 Paraden, 1 Tor), Felici (42-60‘, 6 P.), Garcia (bei 1 7m) – Tako 6/1, Ballet 2, Rac 3, Semedo 6, Ouzrour 3, Togno 1, Picco, Meyffret, Nanque 2, Leleux, Jean Louis 10, Goedert 6, Guerreiro
Berchem: K. Meyers (1-12‘, 1 P.), Czapiewski (12-60‘, 14 P., davon 1 7m) – Majerus, Guden 11/5, Ervacanin 4, Vrgoc 7, Scheid 6, C. Brittner, Mitev 3, Mousel 2, Biel 1, Ciota 1, Stein, Pereira
Schiedsrichter: Bierchen, Lentz
Zeitstrafen: Red Boys 1 - Berchem 2
Siebenmeter: Red Boys 2/3 - Berchem 5/5
Zwischenstände: 5‘ 4:3, 10‘ 10:6, 15‘ 14:6, 20‘ 16:9, 25‘ 18:15, 30‘ 19:18, 35‘ 22:20, 40‘ 24:23, 45‘ 28:25, 50‘ 33:30, 55‘ 37:35
Zuschauer: 187 zahlende

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