Kunstturnen
Solider Wettkampf: FLGym-Juniorinnen gewinnen bei der EM wichtige Erfahrung
Bei der Juniorinnen-EM in Zagreb ging Luxemburg erstmals seit 2018 wieder mit einer Mannschaft an den Start – und die vier Nachwuchsturnerinnen zeigten, dass sich hinter Céleste Mordenti langsam etwas entwickelt.
Die vier Juniorinnen, die am Freitag für die FLGym im Einsatz waren Foto: FLGym
Erstmals seit 2018 – damals waren in Glasgow Céleste Mordenti, Chiara Castellucci und Lola Schleich dabei – trat die FLGym am Freitag in Zagreb wieder mit einer Mannschaft bei einer Juniorinnen-EM an. Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des luxemburgischen Damenturnens. Denn hinter Mordenti, die in den vergangenen Jahren neue Maßstäbe setzte und sogar auf internationaler Ebene Medaillen gewann, klaffte zuletzt ein größeres Loch.
Marochi auf Rang 39
Langsam, aber sicher rückt nun die nächste Generation nach. Mit Valentina Marochi, Janice Petry, Ausra Monkunaite und Debora Tria erfüllten gleich vier Nachwuchsturnerinnen die Norm für die EM. „Erfahrung sammeln“ lautete das Motto im Vorfeld. Am Ende war es vor allem das Resultat von Marochi, das hervorstach. Mit einer Gesamtnote von 45,499 Punkten belegte die junge Turnerin, die Luxemburg bereits im vergangenen Oktober bei der WM in Jakarta vertreten hatte, den 39. Rang unter 83 Teilnehmerinnen, die für den kompletten Mehrkampf gemeldet waren.
Ein Sturz am Schwebebalken verhinderte dort ein besseres Resultat. Doch gerade solche Fehler und gelegentlich noch etwas instabile Übungen gehören im Juniorenbereich – auch bei den anderen Nationen – dazu. Insgesamt zeigte sich die FLGym mit den Leistungen der vier Nachwuchsturnerinnen sehr zufrieden. Petry belegte den 75. Platz, Monkunaite landete knapp dahinter auf Rang 76. Tria verzichtete nach einem Fingerbruch auf den Stufenbarren und bestritt daher nur drei Geräte.
„Sie haben hier viele essenzielle Lektionen gelernt, die wichtig für die nächste Etappe sind“, betont Andring, der sich beim Verband um den Elitesport kümmert, und erklärt, was er den Turnerinnen im Briefing nach dem Wettkampf mit auf den Weg gab: „Es war der erste Schritt, die Tür ist nun aufgegangen. Jetzt liegt es an ihnen, auch durchzugehen.“
Wichtiger Schritt
Andring, der im Herrenbereich auch als internationaler Kampfrichter tätig ist und sogar für die Olympischen Spiele 2024 in Paris nominiert wurde, weiß, dass der Übergang vom Junioren- in den Seniorenbereich alles andere als einfach ist. „Bei den Männern ist das schon seit längerer Zeit der Fall, doch auch im Damenbereich sind die Turnerinnen inzwischen älter und hören nicht mehr so früh auf. Wenn die Jüngeren in den Seniorenbereich wechseln, heißt es erst einmal kämpfen.“ Es könne durchaus zwei bis drei Jahre dauern, bis sie dort wirklich angekommen seien, erklärt Andring weiter.
Es war der erste Schritt, die Tür ist nun aufgegangen. Jetzt liegt es an ihnen, auch durchzugehen
Gilles Andring
FLGym
Ein Phänomen, das auch Céleste Mordenti derzeit zu spüren bekommt. „Die Karriere bei den Damen dauert inzwischen länger, es sind immer mehr erfahrene Turnerinnen dabei. Wir haben festgestellt, dass 2023 in Antalya noch 43 bis 44 Punkte reichten, um sich für eine WM zu qualifizieren. In Zagreb mussten für das letzte Ticket bereits 46,500 Punkte her. Das Niveau wird immer höher.“
Vor allem auf dem Niveau, auf dem sich Mordenti derzeit bewegt, geht es eng zu. Länder, die sonst als sichere Kandidaten für eine Qualifikation galten, schaffen es plötzlich nicht mehr, während andere Nationen dazustoßen. Für die Olympischen Spiele in Los Angeles kommen damit inzwischen sehr viele Turnerinnen in Frage.
Niveau wird höher
Andring nimmt aus Mordentis Wettkampf, die am Donnerstag im Mehrkampf den 31. Platz belegte, jedenfalls viel Positives mit. „Nach der Umstellung ihrer Programme gibt es vieles, das mir besser als zuvor gefallen hat. Nun wird es wichtig sein, auch mit den neuen Elementen Wettkampferfahrung zu sammeln.“ Das sieht Mordenti, die nach ihrer schweren Fußverletzung vor allem wieder ihre Routine in einem Mehrkampf finden wollte, genau so: „Ich bin wirklich erleichtert. Es war noch nicht alles perfekt, aber ich bin zufrieden, dass die meisten Sachen gut funktioniert haben. Insgesamt war es sehr positiv.“
Für die FLGym ist die EM damit allerdings noch längst nicht beendet. Während sich die Damen am Samstag auf den Weg zum Flughafen machten, landeten parallel dazu Quentin Brandenburger und Ronan Foley in Zagreb. Für die beiden wird es am Mittwoch ernst.
Resultate
Mehrkampf, Juniorinnen:
Valentina Marochi:
Sprung: 12,100 Punkte, Stufenbarren: 10,900, Schwebebalken: 11,166, Boden: 11,333
Gesamtwertung: 45,499 (Rang 39)
Janice Petery:
Sprung: 12,000, Stufenbarren: 9,466, Schwebebalken: 9,266, Boden: 9,966
Gesamtwertung: 40,698 (Rang 75)
Ausra Monkunaite:
Sprung: 11,533, Stufenbarren: 10,100, Schwebebalken: 9,633, Boden: 9,166
Gesamtwertung: 40,432 (Rang 76)
Debora Tria:
Sprung: 11,900, Schwebebalken: 9,800, Boden: 9,033
Teamwertung: 127,530 (Rang 22)
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