Chamber

So will das Sportministerium Spitzenathleten für das Traineramt begeistern

Es ist keine neue Erkenntnis: Sportvereine kommen bei der hohen Anfrage nicht mehr hinterher – der Trainermangel zieht sich quer durch die Disziplinen hindurch. Über einen Lösungsansatz wurde am Donnerstagmorgen in der Chamber gesprochen. In Zukunft soll es für einstige Topsportler einen schnelleren Weg zum Trainerdiplom geben.

Jempy Drucker vermittelt jungen Radfahrern technische Präzision beim COSL-Spillfest und engagiert sich im Verband

Nach seiner aktiven Karriere brachte Jempy Drucker der jungen Generation nicht nur technische Präzision beim COSL-Spillfest bei, sondern hat auch eine tragende Rolle beim Verband übernommen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Das „Institut national de l’activité physique et des sports“, kurz INAPS, hat die Fühler bereits ausgestreckt. Das ist jedenfalls die Botschaft, die Sportministerin Martine Hansen am Donnerstagmorgen in der Chamber verkündete: Die nationale Anlaufstelle für Aus- und Weiterbildungen hat bereits Kontakt zu ausländischen Kollegen aufgenommen, um zu erfahren, wie der Weg zum Trainerdiplom für Ex-Spitzensportler in den Nachbarländern aussieht.

Es war Barbara Agostino (DP), die Trainerdiplome am „Krautmaart“ in einer „Question élargie“ zum Thema machte. Sie berichtete über Mangel an Fachpersonal in den Vereinen und Verbänden: „Obschon einige Athleten möglicherweise über mehrere Jahre in einer Nationalmannschaft spielten und auf hohem Niveau unterwegs waren, muss für die offiziellen Trainerscheine eine formelle Ausbildung durchlaufen werden. Das kann, etwa aus Zeitmangel, eine Hürde sein“, sagte sie. Gleichzeitig unterstrich Agostino, dass es nicht darum gehen solle, die Ausbildung komplett abzuschaffen: Kernelemente wie Pädagogik, Deontologie, Ethik oder Technik müssen weiterhin ein fester Bestandteil des Diploms bleiben. Sie verließ das Rednerpult mit zwei Fragen an die Ministerin: „Können wir Erfahrung nicht besser anerkennen? Könnte nicht ein anderer Zugang für ehemalige Spitzensportler geschaffen werden?“

Martine Hansen hätte es bei einem „Ja“ belassen können, denn die ersten Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen. Sie holte aber viel weiter aus: „Es ist unheimlich wichtig und als Sportministerium begrüßen wir es, wenn frühere Athleten sich engagieren wollen. Ihre Vergangenheit als Vorbilder inspiriert die jüngere Generation. Auf anderen Seite muss man sich fragen: Ist ein guter Sportler automatisch guter Trainer?“

Noch kein Datum

Das INAPS gibt sich bis Sommer Zeit, um die Erfahrungswerte aus dem Ausland zu sammeln. Zwei Fragen stehen bei dieser Analyse, die im Anschluss mit den Verbänden weitergeführt werden soll, im Vordergrund: Welche Kompetenzen brauchen Trainer und wie viel zählt die persönliche Erfahrung in der formellen Ausbildung?

Ab wann frühere Topsportler in Luxemburg tatsächlich einen vereinfachten oder schnelleren Weg zum Trainerdiplom einschlagen können, steht noch nicht fest. Für Hansen haben der klare Rahmen und die Prozeduren aber Priorität. Sie sprach von einer „Anerkennung für erworbene Kompetenzen“: „Wir müssen das planen, ohne dass die Qualität darunter leidet.“ Eine Sonder-Befreiung für Sportler müsse mit den Verbänden individuell ausgearbeitet werden. „Leistungssportler verfügen über wertvolle Erfahrung, wir müssen das nutzen, aber die pädagogischen Aspekte sind ebenso wichtig. Es muss sichergestellt werden, dass der Kandidat die notwendigen Kompetenten hat.“

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