Tageblatt-WM-Ticker

Tore, Tränen, Trinkpausen: Die Erkenntnisse der Fußball-WM

Nicht nur Tore, Tabellen und Taktik: In unserem WM-Ticker sammeln wir auch die Geschichten, die abseits des Rasens passieren. Von feiernden Fans über kuriose Fundstücke bis zu Bierpreisen, die fast so viel Diskussionen auslösen wie ein Elfmeter in der Nachspielzeit.

In den bislang 102 WM-Spielen sind 296 Tore gefallen

In den bislang 102 WM-Spielen sind 296 Tore gefallen Foto: Nathan Denette/The Canadian Press/AP/dpa

Unser WM-Ticker schaut dorthin, wo der Spielbericht meistens aufhört. Hier geht es um die kleinen Geschichten am Rand des Turniers: kuriose Fan-Momente, absurde Szenen, teure Bierpreise, schräge Trends und alles, was abseits des Rasens Gesprächsstoff liefert. Kurz, unterhaltsam und mit einem Blick für das Unerwartete.

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Nicht nur Tore, Tabellen und Taktik: In unserem WM-Blog sammeln wir auch die Geschichten, die abseits des Rasens passieren. Von feiernden Fans über kuriose Fundstücke bis zu Bierpreisen, die fast so viel Diskussionen auslösen wie ein Elfmeter in der Nachspielzeit.
  • 10:43 Uhr 19.07.2026

    Medien: XXL-WM noch lukrativer als bisher angenommen

    Die Fußball-WM verlief für die FIFA offenbar noch lukrativer als bisher angenommen. Wie der Guardian berichtet, darf sich der Weltverband über Rekordeinnahmen in Höhe von etwa 15 Milliarden US-Dollar (rund 13,1 Milliarden Euro) mit der XXL-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada freuen. Ursprünglich hatte die FIFA mit Einnahmen in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar gerechnet.
    Laut Guardian informierte FIFA-Präsident Gianni Infantino die Mitgliedsverbände am Samstag (Ortszeit) über die gestiegenen Einnahmen. Demnach machten Hospitality-Angebote und Ticketverkäufe, insbesondere über den Zweitmarkt, einen erheblichen Teil des Anstiegs aus. Die FIFA behält auf ihrer Wiederverkaufsplattform sowohl vom Verkäufer, der den Preis beliebig festlegen darf, als auch vom Käufer jeweils 15 Prozent Gebühren ein. Kritiker sprechen von einem legalisierten Schwarzmarkt.
    2022 hatte die FIFA mit der Winter-WM in Katar rund 5,8 Milliarden US-Dollar eingenommen. Bei dieser Endrunde wurden erstmals 104 Partien (statt 64) mit 48 Mannschaften (statt 32) ausgetragen. Die FIFA diskutiert derzeit eine Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 64 Teams.
    Da ein Großteil der Einnahmen an die 211 Mitgliedsverbände geht, dient Infantino das Geld als Machtinstrument. Der FIFA-Chef will sich im kommenden Jahr bis 2031 im Amt bestätigen lassen. Laut Guardian sollen "mehr als 200" Verbände ein Unterstützerschreiben für die Wiederwahl des Schweizers unterzeichnet haben - ungeachtet der Kontroverse um die Aussetzung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun infolge eines Anrufs von US-Präsident Donald Trump bei Infantino.

  • 10:42 Uhr 19.07.2026

    De la Fuente auf dem Bizeps? Cucurellas Tattoo-Versprechen

    Die Haare bleiben dran, zumindest hat Marc Cucurella für den Fall des WM-Triumphs keine Rasur seiner Lockenmähne angekündigt. Sollte Spanien aber das Finale gegen Argentinien gewinnen, wartet wohl eine bleibende "Verschönerung" auf den Verteidiger. Vor dem Turnier hatte Cucurella in einem Radiointerview angekündigt, sich "das Gesicht von Luis de la Fuente klein tätowieren zu lassen".
    Auf seinem linken Oberarm prangt bereits ein stolzer Löwe, noch ein Sieg, dann könnte das Konterfei des spanischen Fußball-Nationaltrainers - Glatze, Brille, weißer Bart - den Bizeps des 27-Jährigen zieren.
  • 10:41 Uhr 19.07.2026

    Mega-Show nach Protokoll: Das ist rund das WM-Finale geplant

    Ein Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft ist immer etwas Besonderes. Das Endspiel in New Jersey am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) zwischen Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien wartet aber nicht nur in sportlicher Hinsicht mit Hinguckern auf. Das Entertainment ist für den Weltverband FIFA mindestens auf einem Level mit dem Sportlichen, wie das Ablaufprotokoll nahelegt.
    90 MINUTEN: So lange dauert(e) ein Fußballspiel - aber eben auch die Schlussfeier vor dem Finale. Die FIFA hielt sich mit Details zurück, doch bereits das Aufgebot der Stars verheißt einiges ab 13.30 Uhr Ortszeit: Die Popstars Laura Pausini, Nicole Scherzinger, Robbie Williams sind dabei, auch der Streamer IShowSpeed sowie Hollywood-Star Tom Cruise sind angekündigt. Für Patriotismus mit Stars and Stripes ist ebenfalls gesorgt: Grammy- und Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson wird die US-Hymne singen, Tenor Christopher Macchio laut FIFA "eine besondere Version von 'America the Beautiful' präsentieren". Die Stadiontore öffnen deswegen bereits um 11 Uhr Ortszeit.
    DONALD TRUMP: Eine frühzeitige Anreise ist jedem Inhaber der teils sündhaft teuren Tickets zu empfehlen, denn beim 104. und letzten Spiel der XXL-WM wird auch Donald Trump erstmals persönlich erscheinen. Wer bei vorherigen Besuchen des US-Präsidenten bei Sportveranstaltungen dabei war, weiß was das bedeutet: Alles dauert ein bisschen bis sehr viel länger, die Sicherheit (Trumps) will es so. Neben Trump, der trotz widersprüchlicher Selbstbezeugung wohl eher kein Tiefenkenner des Fußballs ist, und Fußball-Honoratioren um FIFA-Präsident Gianni Infantino nehmen auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs auf der Ehrentribüne Platz. Ihr Kommen haben u.a. Spaniens König Felipe VI. und die Regierungschefs der Co-Gastgeber Mexiko (Claudia Sheinbaum) und Kanada (Mark Carney) angekündigt. 
    HALBZEITSHOW: Nach der ersten Spielhälfte stehen wieder Musik und Entertainment im Vordergrund: Wie beim Super Bowl im American Football wird es erstmals eine Halbzeit-Show geben. Allein: Die 15 Minuten Zeitraum, die ein Fußballspiel dazu seit Anbeginn des Spiels böte, werden kaum ausreichen - denn erwartet werden die Pop-Megastars Shakira, Madonna und Justin Bieber, dazu die südkoreanische Band BTS, der nigerianische Musiker Burna Boy, der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel, die Band Coldplay und ein New Yorker Grundschulchor.
    POKALÜBERGABE UND RINGE: Ist der neue Weltmeister ermittelt, beginnt der letzte Part des weltweit übertragenen Protokolls. Trump wird im Beisein von Infantino den WM-Pokal übergeben, das ist bereits bekannt. Dazu gibt es eine weitere Neuerung, die dem US-Sport entlehnt ist: Für die Weltmeister gibt es auffällige vergoldete Ringe, sogenannte Championship Rings. Ob die FIFA durch diese die Siegermedaillen ersetzt, die traditionell jeder Spieler und jedes Staff-Mitglied erhält, ist noch offen.
  • 07:49 Uhr 17.07.2026

    Tore, Tränen, Trinkpausen: Die Erkenntnisse der Fußball-WM

    Die Fußball-WM neigt sich dem Ende entgegen. Vor dem großen Höhepunkt, dem Finale zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV), blickt der SID auf die sportlichen Erkenntnisse aus fünf Wochen Turniergeschehen.

    https://www.tageblatt.lu/Sport/Die-Erkenntnisse-der-Fussball-WM-66734.html

  • 07:38 Uhr 17.07.2026

    FIFA vergibt Ringe an Weltmeister

    Die neuen Fußball-Weltmeister erhalten neben der WM-Trophäe und den Goldmedaillen einen weiteren Preis für ihren Titelgewinn. Die FIFA vergibt erstmals Ringe an den Sieger des Finals zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag in East Rutherford (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV), wie der Weltverband mitteilte.

    Eine Seite des Rings solle die WM-Trophäe zeigen, die andere die Identität des Teams widerspiegeln, hieß es weiter. Direkt nach dem Finale sollen der Kapitän und der Trainer der Siegermannschaft eine vorläufige Version erhalten. Insgesamt gibt es 30 Ringe für das Gewinnerteam, diese werden zu einem späteren Zeitpunkt angefertigt. Dazu sollen 1.996 Ringe an Fans verkauft werden.

    Dass Meisterteams Ringe für ihren Triumph erhalten, ist vor allem im amerikanischen Sport Tradition. So werden unter anderem an die Champions in der NFL und NBA Meisterringe vergeben. Diese sind häufig mit wertvollen Edelsteinen besetzt und werden zum größten Teil von den Besitzern der Teams finanziert. (dpa)

  • 07:33 Uhr 17.07.2026

    Warnung des Tages

    Kurz vor dem WM-Finale herrscht in New York Rauch-Alarm und die Bevölkerung ist zum Tragen von Masken aufgerufen worden. Waldbrände in Kanada und Minnesota haben gewaltige Rauchwolken verursacht, die bis nach New York City ziehen. Das Endspiel findet am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) im benachbarten East Rutherford statt. Noch ist unklar, ob die aktuelle Lage Auswirkungen auf das Spiel haben wird. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Luftqualität von Samstag an bessert. Hinzu kommt eine Hitzewelle, von der New York gerade erfasst wird. Behörden haben den „Code Red“ ausgerufen, die Temperaturen könnten auf bis zu 40 Grad steigen.

  • 07:31 Uhr 17.07.2026

    Top & Flop

    Top: Prinz William hat der englischen Nationalmannschaft nach dem schmerzhaften 1:2 (0:0) im WM-Halbfinale gegen Argentinien Mut zugesprochen und den Auftritt des Teams von Thomas Tuchel gewürdigt. „Wir sind am Boden zerstört. England, ihr habt alles gegeben – und wir sind alle so stolz auf euch“, schrieb der britische Thronfolger tief bewegt auf Instagram. Zugleich dankte er allen Beteiligten „auf und neben dem Platz für ein unglaubliches Turnier“.

    Flop: Englands Mittelfeldstar Jude Bellingham hat nach dem Halbfinal-Aus bei der WM kurzzeitig die Beherrschung verloren und mit einer Unsportlichkeit für Aufsehen gesorgt. Bellingham schlug dem argentinischen Ersatzspieler Valentín Barco mit der rechten Hand leicht auf den Hinterkopf, als dieser gerade auf dem Rasen von Atlanta den Finaleinzug mit seinen Teamkollegen feierte. Barco revanchierte sich mit einem Schubser.

  • 07:31 Uhr 17.07.2026

    Falkland-Provokation: London erwartet FIFA-Untersuchung

    Die britische Regierung erwartet vom Fußball-Weltverband FIFA eine Untersuchung zu der Provokation mit einem politischen Banner nach dem Halbfinal-Aus der englischen Nationalelf gegen Argentinien.
    Die Spieler des südamerikanischen Landes hatten nach ihrem 2:1-Triumph über die „Three Lions“ in der US-Metropole Atlanta ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Falkland-Inseln sind argentinisch“) auf dem Platz gezeigt. „Wir erwarten von der FIFA, dass sie das untersuchen“, sagte der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle im BBC-Fernsehen. Politik müsse aus dem Fußball herausgehalten werden, so der Minister weiter. Der Sprecher des britischen Premiers Keir Starmer sagte zu der Provokation: „Die WM-Trophäe mag uns nicht gehören, die Falkland-Inseln aber definitiv.“

  • 13:20 Uhr 16.07.2026

    Lineker scherzt nach WM-Aus: Tuchel "deutscher Spion"?

    England diskutiert nach dem bitteren Aus im WM-Halbfinale über Fußball-Nationaltrainer Thomas Tuchel - und Gary Lineker hatte da einen Verdacht. "Ich frage mich nur, ob Thomas Tuchel so etwas wie ein deutscher Spion ist - ob wir von Deutschland unterwandert wurden. Ich denke das, weil die Deutschen im Moment selbst nicht besonders gut sind, sie kommen nicht einmal über die Gruppenphase hinaus. Also haben sie vielleicht jemanden eingeschleust", witzelte der frühere Weltklasse-Stürmer in seiner Netflix-Show "The Rest is Football".
  • 13:17 Uhr 16.07.2026

    Messi staunt: Pickfords XXL-Spickzettel enthüllt

    Lionel Messi kniff die Augen zusammen und las interessiert: Als ihm die Trinkflasche von Englands Nationaltorhüter Jordan Pickford gereicht wurde, staunte Argentiniens Superstar nicht schlecht, einige seiner Mitspieler amüsierten sich herzhaft. Pickford war mit einem XXL-Spickzettel bestens vorbereitet für ein eventuelles Elfmeterschießen ins WM-Halbfinale gegangen - auf dem Aufkleber auf seiner Plastikflasche standen säuberlich gedruckt sämtliche Schussvorlieben der 23 Feldspieler der Albiceleste.
    Bei Messi, der im Turnierverlauf zweimal verschossen hatte, lautete die Handlungsempfehlung an Pickford etwa: rechts antäuschen, nach links abtauchen. Bei Enzo Fernández sollte der Goalie des FC Everton einfach stehen bleiben, bei Thiago Almada lautete der Rat: Entscheide nach Tagesform („Feel on the Day“).
    Zum Elfmeterschießen, das Englands Fußballer und ihre Fans so fürchten, kam es freilich nicht. Nachdem Argentinien den Rückstand durch Anthony Gordon (55.) durch den Doppelschlag von Fernández (85.) und Lautaro Martínez (90+2.) noch zum 2:1-Erfolg gedreht hatte, ließ der enttäuschte Pickford seine Flasche im Tor zurück.
    Über das Fundstück freute sich ein argentinischer Betreuer, der es belustigt den Spielern des Titelverteidigers zeigte.

  • 06:50 Uhr 16.07.2026

    Schreck in der Partynacht: Versuchter Einbruch bei Yamal

    Der Einzug in das WM-Finale stand erst seit wenigen Stunden fest, Lamine Yamal und seine spanischen Teamkollegen befanden sich noch mitten im Siegesrausch, als der Dribbelkünstler der „Furia Roja“ beinahe zum Einbruchsopfer wurde. Laut übereinstimmenden Medienberichten sollen zwei vermummte Männer am Mittwoch gegen vier Uhr morgens Mitteleuropäischer Zeit versucht haben, in das Anwesen des 19-Jährigen in Esplugues de Llobregat einzudringen. Jedoch flohen beide noch, bevor die Polizei eintraf.
    Dass es nicht zu einem Diebstahl kam, war demnach vor allem dem schnellen Eingreifen von Yamals Sicherheitsteam zu verdanken. Dieses hatte auf den Überwachungskameras zwei vermummte Personen entdeckt, die über die Mauer rund um das Grundstück geklettert waren. Die mutmaßlichen Täter ergriffen daraufhin die Flucht, nach ihnen wird nun gefahndet. Die Polizei wertet hierfür die Bilder der Überwachungskamera aus.
    Zuletzt hatte es in der betreffenden Wohnanlage bereits mehrere Einbrüche gegeben. Yamals Anwesen hatte einst dem ehemaligen spanischen Fußball-Nationalspieler und Weltmeister Gerard Piqué und dessen Ex-Frau, der Pop-Sängerin Shakira, gehört.

  • 06:49 Uhr 16.07.2026

    Klopp-Deal „auf der Zielgeraden“

    Das Werben um Jürgen Klopp steht vor einem Happy End. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte ein DFB-Funktionär dem SID über die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), Klopps Noch-Arbeitgeber Red Bull und dem Wunsch-Bundestrainer. Demnach hat die Verbandsspitze beim Treffen mit RB-Vertretern den erhofften Durchbruch erzielt.
    Der DFB lehnte eine offizielle Stellungnahme zu den Entwicklungen auch am Mittwoch ab. Zumal ein Gespräch zwischen Klopp und Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff dem Vernehmen nach noch aussteht. Dies soll noch in dieser Woche in den USA stattfinden, wo Klopp als TV-Experte im Einsatz ist. Sollte es auch dort eine Übereinkunft geben, steht der Unterschrift von Klopp beim DFB bis 2030 nichts mehr im Wege.
    Klopp soll die Nachfolge von Julian Nagelsmann antreten, der nach dem abermaligen WM-Desaster zurückgetreten war. Eine Verkündung wäre Anfang der kommenden Woche denkbar. Das erste Länderspiel unter dem neuen Bundestrainer steht am 24. September in Amsterdam in der Nations League gegen die Niederlande an.

  • 06:49 Uhr 16.07.2026

    Top und Flop

    Top: Im größten Moment seiner Karriere dachte Pedro Porro sofort an seine Familie. Im Schneidersitz und mit der ausgestreckten rechten Faust feierte Spaniens Matchwinner sein entscheidendes 2:0 (58.) im WM-Halbfinale gegen Frankreich – und widmete das Tor damit seinem Sohn. „Er konnte heute nicht hier sein, weil er krank ist und Fieber hat“, sagte Porro. Die Geste hatte sein Sohn auf einem Foto gemacht, das Porro kurz vor dem Turnierstart erhalten hatte – nun schickte der Rechtsverteidiger Grüße an seine Familie ins Hotel.

    Flop: Für die französischen Fußballfans endete der Abend des WM-Halbfinals gegen Spanien mit tiefer Trauer und Enttäuschung – und für einige in Polizeigewahrsam. Wie die Pariser Polizeipräfektur in einer ersten Bilanz mitteilte, wurden in der französischen Hauptstadt sowie im Großraum von Paris insgesamt 141 Personen festgenommen, die das Aufeinandertreffen der mit 0:2 unterlegenen „Équipe Tricolore“ gegen die Spanier in Dallas am französischen Nationalfeiertag verfolgt hatten.

  • 06:48 Uhr 16.07.2026

    Argentinien steht im WM-Finale – politisches Banner könnte FIFA-Strafe nach sich ziehen

    Argentinien bejubelt den Einzug ins WM-Finale und träumt nun am Sonntag gegen Spanien vom vierten Weltmeistertitel. Gefeierter Held war wieder einmal Lionel Messi, der beim 2:1 über England mit zwei Vorlagen maßgeblich die Partie drehte. Als der Superstar nach dem erneuten Comebacksieg vor den eigenen Fans tanzte, präsentierten seine Mitspieler ein politisch brisantes Banner mit Bezug auf den Falkland-Krieg. Dies könnte Konsequenzen durch die FIFA nach sich ziehen.

    Bei Halbfinal-Verlierer England steht unterdessen Thomas Tuchel in der Kritik. Medienberichten zufolge soll er trotzdem nicht um seinen Job fürchten müssen. Das war das Wichtigste der WM-Nacht:

    Argentinien droht Strafe durch die FIFA

    Schon vor der Partie war das Halbfinal-Duell in Atlanta aufgrund der politischen Vergangenheit mächtig aufgeladen gewesen. Inmitten der Siegesfeier zeigten argentinische Spieler dann ein Plakat mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malvinas sind argentinisch“). Mit dem Spruch will Argentinien seine vermeintlichen Besitzansprüche auf die sogenannten Malvinas, wie die Falklandinseln in Argentinien heißen, erklären.

    Argentinien und Großbritannien hatten 1982 mehr als 70 Tage lang Krieg um die Inseln vor der Küste Argentiniens geführt. Dabei starben rund 1000 Soldaten. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Der Weltverband FIFA verbietet rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit eine Strafe drohen.

    Tuchel in der Kritik

    Der frühere Bundesligatrainer Tuchel soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge trotz des Scheiterns weiter das Vertrauen des englischen Verbands FA haben. Es werde erwartet, dass der deutsche Coach das Team auch zur Heim-EM 2028 führen werde, schrieb unter anderem die BBC kurz nach der Niederlage. Tuchel werde wahrscheinlich Trainer bleiben, schrieb die „Times“.

    Tuchel steht nach der Niederlage gegen Argentinien in der Kritik mehrerer Experten. Sie werfen dem früheren Bundesligatrainer vor, nach der 1:0-Führung auf eine zu defensive Taktik gesetzt zu haben. Ex-Stürmer Chris Sutton unterstellte Tuchel eine „Coaching-Katastrophe“.

    FA-Geschäftsführer Mark Bullingham äußerte sich direkt nach dem Schlusspfiff nicht konkret zur Vertragssituation Tuchels. „Die Spieler und Thomas haben heute alles gegeben und das Team, die Trainer und der Staff hätten nicht härter während des Turniers arbeiten können“, sagte der Funktionär.

    Prinz William: Enttäuscht und stolz

    Der britische Thronfolger Prinz William hat sich nach dem englischen Scheitern mit aufmunternden Sätzen an das Nationalteam gewandt. „Extrem enttäuscht. England, ihr habt alles gegeben, und wir sind alle so stolz auf euch“, schrieb der 44 Jahre alte Präsident des englischen Fußballverbands bei X. William bedankte sich bei allen Beteiligten „auf und neben dem Platz für ein unglaubliches Turnier“. „Der Kampfgeist und der Glaube, den ihr gezeigt habt, haben uns alle inspiriert“, schrieb er. (dpa)

  • 21:32 Uhr 15.07.2026

    Ausschreitungen in 183 französischen Städten nach WM-Aus

    Nach dem Ausscheiden der französischen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Spanien ist es landesweit zu zahlreichen Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in 183 Städten, insbesondere in Paris und Lyon, Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und Sicherheitskräften registriert, 342 Personen festgenommen und 250 in Polizeigewahrsam genommen. Zudem dokumentierten die Behörden 688 Angriffe mit Feuerwerkskörpern auf Einsatzkräfte und beschlagnahmten 1.128 Böller.
    20 Angehörige der inneren Sicherheitskräfte wurden verletzt, im Vergleich zu 85 im Vorjahr. Diese Zahl stelle zwar einen deutlichen Rückgang dar, "ist aber dennoch inakzeptabel. Diese festlichen Momente dürfen nicht mit einer hohen Zahl an Verletzungen unserer inneren Sicherheitskräfte enden", sagte Innenminister Laurent Nunez. Trotz der Vielzahl an Vorfällen sprach das Innenministerium jedoch nicht von schwerwiegenden Ausschreitungen.
    Allerdings kam es in Grenoble zu einem tödlichen Zwischenfall: Ein 49-jähriger Mann wurde laut Medienberichten während des Halbfinalabends verfolgt und erschossen. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit einem Bandenkonflikt.
    Besonders brisant war der Zeitpunkt des Spiels, das Frankreich mit 0:2 verlor, da es auf den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli fiel. Rund um diesen Tag kommt es traditionell häufig zu Sachbeschädigungen, Brandstiftungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Bereits in der Nacht zuvor hatten die Behörden in 141 Städten Gewaltvorfälle registriert und 188 Menschen festgenommen. Insgesamt wurden an den beiden Tagen landesweit 701 Fahrzeuge in Brand gesetzt.
  • 21:30 Uhr 15.07.2026

    Collina weist Kritik zurück: "Schiedsrichter sind weltklasse"

    Die FIFA hat die Kritik von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps an Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador zurückgewiesen. Die Antwort des Weltverbandes auf die Bemerkung des französischen Trainers, der infrage gestellt hatte, ob Barton das Niveau für ein WM-Halbfinale besitzt, sei "eindeutig: Ja, selbstverständlich. Unsere Schiedsrichter sind weltklasse", sagte Pierluigi Collina, Leiter der FIFA-Schiedsrichterkommission, auf AFP-Anfrage.
    Nach dem verlorenen Halbfinale gegen Spanien (0:2) hatte sich Deschamps am Dienstag kritisch mit Blick auf den Referee geäußert. "Hat der Schiedsrichter das Niveau, um ein Halbfinale einer WM zu leiten? (...) Darauf werde ich nicht antworten. Es gab einige Situationen, die häufig auch zu unserem Nachteil ausgelegt wurden", sagte er. Deschamps räumte zugleich ein, dass der Hauptgrund für die Niederlage in der Leistung seines eigenen Teams gelegen habe.
    Die Schiedsrichterleistungen sind seit Beginn des Turniers in Nordamerika häufig diskutiert worden. Zuletzt hatte Ägypten den Ausschluss des französischen Schiedsrichters Francois Letexier gefordert und ihm "offensichtliche Fehler" vorgeworfen, die nach Ansicht der Ägypter Argentinien im Achtelfinale (3:2) begünstigt hätten.
  • 21:30 Uhr 15.07.2026

    Nach WM: Migné verlässt Haiti und wird Nationaltrainer in Gabun

    Haiti hat sich fast drei Wochen nach dem Gruppen-Aus bei der Fußball-WM von Nationaltrainer Sébastien Migné getrennt. Wie der Verband FHF mitteilte, sei die Trennung "im gegenseitigen Einvernehmen und in aller Freundschaft" geschehen - und offenbar auch mit einem Wunsch des französischen Trainers verbunden gewesen: Denn Migné wurde wenige Stunden später zum neuen Nationaltrainer des Gabun ernannt.
    Der gabunische Verband (FGF) erklärte in seiner Mitteilung am Mittwoch, die Bekanntgabe verzögert zu haben, um die vertraglichen Klauseln zwischen Migné und seinem ehemligen Arbeitgeber zu respektieren. Haiti benannte zunächst keinen Nachfolger und steht vor einem Umbruch.
  • 07:54 Uhr 15.07.2026

    "Emotionaler Moment": Porro widmet Treffer seinem Sohn

    Im größten Moment seiner Karriere dachte Pedro Porro sofort an seine Familie. Im Schneidersitz und mit der ausgestreckten rechten Faust feierte Spaniens Matchwinner sein entscheidendes 2:0 (58.) im WM-Halbfinale gegen Frankreich - und widmete das Tor damit seinem Sohn. "Er konnte heute nicht hier sein, weil er krank ist und Fieber hat", sagte Porro. Die Geste hatte sein Sohn auf einem Foto gemacht, das Porro kurz vor dem Turnierstart erhalten hatte - nun schickte der Rechtsverteidiger Grüße an seine Familie ins Hotel.
    "Das war ein sehr emotionaler Moment, weil er nicht hier sein konnte und sein Papa genau in diesem Moment ein Tor geschossen hat", sagte Porro, der nach seiner starken Vorstellung die Auszeichnung als Player of the Match erhielt. Er hoffe, sagte der 26 Jahre alte Profi von Tottenham Hotspur, "dass es ihm morgen schon etwas besser geht".
    Das gilt jedoch auch für Porro selbst, den laut Trainer Luis de la Fuente muskuläre Probleme plagen. Porro wurde gegen Les Bleus in der 83. Minute ausgewechselt.
  • 07:52 Uhr 15.07.2026

    Ball der "Hand Gottes" kommt unter den Hammer

    Er berührte erst die "Hand Gottes" und wurde dann von Maradona gestreichelt: Der Ball aus dem wohl berühmtesten Spiel der WM-Geschichte wird erneut versteigert. Das Leder aus dem legendären Viertelfinale 1986 zwischen Argentinien und England (2:1) soll laut dem US-Auktionshaus Heritage Auctions bis zu zehn Millionen US-Dollar (ca. 8,8 Millionen Euro) bringen.
    "Dieser Ball war sowohl bei der umstrittensten Szene der Fußballgeschichte als auch bei deren genialstem Glanzmoment zugegen", schreibt Heritage Auctions.
    Diego Maradona hatte im Aztekenstadion innerhalb von vier Minuten erst mit der Hand und dann mit einem Solo für die Ewigkeit getroffen. Gebote können ab dem 31. Juli abgegeben werden - 16 Tage nach dem erneuten Aufeinandertreffen beider Teams bei einer WM, diesmal im Halbfinale in den USA.
    Der heute 82 Jahre alte Schiedsrichter Ali Bennaceur aus Tunesien, der Maradonas erstes Tor fälschlicherweise anerkannt hatte, hatte den Ball nach dem Spiel zunächst mitgenommen. Der Referee soll laut dem Aktionshaus die Echtheit bestätigt haben, in der Partie sei kein weiterer Ball zum Einsatz gekommen. Schon 2022 war der Ball für umgerechnet 2,3 Millionen Euro erstmals versteigert worden.
  • 07:51 Uhr 15.07.2026

    Macron spendet Trost

    Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron (48) war nach der Niederlage am französischen Nationalfeiertag als Tröster gefordert. Macron gratulierte zunächst Spanien, fand dann auf der Plattform X mitfühlende Worte an die Équipe Tricolore: "Danke an die Bleus, dass sie unsere Farben mit Engagement getragen haben. Die Niederlage heute Abend ist schwer zu verkraften, aber dieses Team ist jung und voller Zukunft."

  • 07:50 Uhr 15.07.2026

    Jubel beim spanischen König

    Spaniens König Felipe VI. bejubelte den Final-Einzug vor dem TV gemeinsam mit seiner Familie - und gab danach den Auftrag für das Endspiel. "Ihr habt erneut gezeigt, warum ihr eine der großen Nationalmannschaften der Welt seid. Nun, mit einem ganzen Land an eurer Seite, kommt der Moment, um den Titel zu kämpfen", hieß es auf dem offiziellen Account des Königshauses bei X. "Danke, dass Ihr uns diesen Weg habt genießen lassen. Los geht's."

    Nach der Partie verriet Nationaltrainer de la Fuente, dass Felipe zu nächtlicher Stunde in Europa noch gratuliert habe. "Es macht uns so stolz, dass unser König uns angerufen hat und wir den Leuten in den Straßen so eine Freude bereiten konnten", sagte de la Fuente im texanischen Arlington.

  • 07:12 Uhr 15.07.2026

    Top und Flop

    Top: Das letzte „Ruuh“ hatte es noch einmal in sich: Oslo hat der norwegischen Nationalmannschaft nach ihrem historischen WM-Auftritt einen begeisterten Empfang bereitet. Zehntausende Menschen feierten das Team am Montagabend auf dem Schlossplatz in der Hauptstadt. Gemeinsam mit Kronprinz Haakon und den Fans stimmten die Spieler ihren mittlerweile legendären Wikinger-Schlachtruf an. „Es ist einfach unglaublich, die ganze Unterstützung zu sehen, die wir erfahren, und wie das ganze Land hinter uns steht. So viel Freude, Lächeln und gute Laune. Es ist wirklich fantastisch“, sagte Norwegens Kapitän Martin Ödegaard. Nach Polizeiangaben strömten rund 90.000 Menschen zu den Feierlichkeiten.

    Flop: FIFA-Präsident Gianni Infantino wird bei seinen Besuchen der WM-Spiele regelmäßig von den TV-Kameras eingefangen - eine entsprechende Anordnung soll es diesmal jedoch nicht geben. In einer Stellungnahme, aus der das Portal The Athletic am Montag zitiert, wies der Fußball-Weltverband die Behauptung als „irreführend“ zurück, wonach Infantino während eines WM-Spiels mindestens einmal von den Kameras in den Fokus gerückt werden müsse. Rund um die WM 2022 in Katar hatte die Times von einer entsprechenden Vorgabe berichtet. Demnach habe es damals die Empfehlung für Regisseure gegeben, Infantino einmal pro Spiel zu zeigen.

  • 07:12 Uhr 15.07.2026

    England gegen Argentinien: Darauf kommt es an

    Von den Superstars über die Trainer bis zum Schiedsrichter: Der SID zeigt, worauf es am Mittwoch im Halbfinal-Kracher der WM zwischen England und Argentinien (21.00 Uhr MESZ) ankommt.

    SUPERSTARS: Harry Kane gegen Lionel Messi – die große Bühne gehört den beiden Anführern. Auf der einen Seite Englands Rekordtorschütze, der seit Jahren die Offensive der Three Lions prägt und auch bei dieser WM wieder vorangeht. Auf der anderen Seite der ewige Messi, der auch mit 39 Jahren Spiele mit einem Moment der Genialität entscheiden kann.

    X-FAKTOR: Alle Augen werden auf das Torjäger-Rennen zwischen Kane (6), Messi (8) und auch Jude Bellingham (6) gerichtet sein – doch womöglich entscheiden andere das Spiel. Englands Declan Rice und Argentiniens Enzo Fernández sind die heimlichen Motoren ihrer Mannschaften. Sie schließen Räume, gewinnen zweite Bälle, geben den Rhythmus vor und sorgen dafür, dass die Stars vor ihnen glänzen können.

    TRAINER: An der Seitenlinie prallen zwei unterschiedliche Fußballphilosophien aufeinander. Englands deutscher Teammanager Thomas Tuchel gilt als Detailfanatiker und Taktikexperte, der für nahezu jeden Gegner einen eigenen Matchplan entwickelt. Unter seiner Führung präsentiert sich England flexibel, strukturiert und defensiv stabil. Lionel Scaloni dagegen hat Argentinien zu einer verschworenen Einheit geformt, der Weltmeister-Coach versteht es wie kaum ein anderer, sein Team emotional aufzuladen und gleichzeitig taktisch diszipliniert auszurichten.

    ELFMETER: Sollte nach 120 Minuten noch kein Sieger feststehen, könnte aus einem Fußballspiel ein Psychoduell werden. Die Engländer haben ihr historisches Elfmeterschießen-Trauma in den vergangenen Jahren teilweise abgelegt und mit Kane den wohl sichersten Schützen der Welt in ihren Reihen - auf der anderen Seite gilt Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez als Elfmeterkiller, provoziert Gegner, spielt mit deren Nerven und wächst in den entscheidenden Momenten regelmäßig über sich hinaus.

    EMOTIONEN: Von Diego Maradonas berüchtigter „Hand Gottes“ und seinem „Jahrhunderttor“ bei der WM 1986 bis zu David Beckhams Platzverweis 1998 – kaum zwei Nationen verbindet auf der WM-Bühne eine vergleichbare Rivalität.

  • 07:11 Uhr 15.07.2026

    900 Tote

    Atlantas Polizei rüstet auf: Im Vorfeld des WM-Halbfinals zwischen den Rivalen England und Argentinien am Mittwoch verschärft die Polizei in Atlanta die Sicherheitsvorkehrungen. Bereits bei Englands Erfolg im Viertelfinale in Miami gegen Norwegen war es zu Auseinandersetzungen zwischen britischen und argentinischen Fans gekommen.
    Die große Rivalität ist in der Historie begründet. 1982 hatte die argentinische Militärjunta die Falklandinseln besetzt, die seit 1833 von den Briten verwaltet wurden. Nur 74 Tage dauerte der Krieg, dann waren die Besatzer geschlagen und über 900 Menschen tot – mehr als doppelt so viele Argentinier wie Briten.

  • 07:05 Uhr 15.07.2026

    Adieu Les Bleus: Spanier zerstören Frankreichs WM-Traum

    Mikel Oyarzabal brachte Spanien mit einem an Jungstar Lamine Yamal verursachten Foulelfmeter (22.) im ersten Abschnitt in Führung, Pedro Porro (58.) sorgte schließlich für die Entscheidung. Im Finale von New York kann sich Yamal mit dann 19 Jahren und sechs Tagen zum jüngsten Spieler krönen, der den Europa- und Weltmeistertitel vereinigt.

    Die Franzosen erlebten ausgerechnet an ihrem Nationalfeiertag eine ihrer bittersten WM-Niederlagen. Statt wie geplant zum dritten Mal nacheinander ins Endspiel einzuziehen und dort nach dem dritten Stern zu greifen, zerschellten die Hoffnungen an der spanischen Defensive.

    Deschamps übergibt an Zidane

    Wie schon im EM-Halbfinale vor zwei Jahren (damals 1:2) kam Frankreich einfach nicht durch – trotz des hoch gelobten Sturm-Trios aus Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé. Als sich in der Schlussphase dann doch mal eine Lücke in Spaniens Abwehrbeton auftat, war Keeper Unai Simon zur Stelle. Und so wird Nationaltrainer Didier Deschamps die Équipe Tricolore nach 14 Jahren ohne den erhofften Titel an seinen Nachfolger Zinédine Zidane übergeben.

    Vor der Partie hatte Deschamps, der mit seinem 26. WM-Spiel zum alleinigen Rekordtrainer aufstieg, die Favoritenrolle galant dem Gegner zugeschoben. Er wolle sein Gegenüber „nicht unter Druck setzen“, sagte er, „aber die Erwartungen an Spanien sind hoch“. Die Iberer ließen sich von den Psychospielchen allerdings keineswegs aus der Ruhe bringen. „Wenn jemand Angst haben sollte“, tönte Yamal, „dann sie“.

    Spanien sofort gefährlich

    Den forschen Tönen des Angreifers vom FC Barcelona ließen die Spanier direkt Taten folgen. Wenn es in der Anfangsphase gefährlich wurde, dann vor dem französischen Tor. Einen Freistoß von der Strafraumgrenze schoss Alex Baena noch direkt in die Mauer (11.), wenig später fuhr Lucas Digne am Strafraumrand dann Yamal in die Parade. Den fälligen Strafstoß verwandelte Oyarzabal zu seinem bereits fünften Turniertreffer sicher, Frankreich lag erstmals bei dieser WM zurück.

    Das Tor spielte Spanien vor 70.176 Zuschauern in die Karten. Die beste Defensive des Turniers, die in Nordamerika bislang nur ein Gegentor kassiert hatte, stellte die Räume nun klug zu und nervte die Franzosen mit unermüdlichem Pressing. So kam Frankreich, das alle seine sechs WM-Spiele bis dato gewonnen hatte, bis zur Pause in seinem insgesamt achten WM-Halbfinale zu keiner einzigen nennenswerten Torchance mehr. Zusätzlich bitter: Außenverteidiger William Saliba verletzte sich nach einer halben Stunde ohne Gegnereinwirkung und konnte nicht weiterspielen.

    Schlussoffensive nicht belohnt

    Spaniens Pass-Roboter kombinierten sich vor den Augen von Sprinter-Legende Usain Bolt derweil ein ums andere Mal durchs Mittelfeld und kamen zumindest noch einmal in eine aussichtsreiche Abschlussposition. Über Dani Olmos Hacke und Yamal landete der Ball in der Mitte, doch Bayern-Star Dayot Upamecano rettete in höchster Not gegen Fabian Ruiz (38.).

    Im zweiten Abschnitt das gleiche Bild: Frankreich mühte sich redlich, fand aber einfach keine Lösungen. Als Pedro Porro nach toller Vorarbeit von Dani Olmo dann auf 2:0 stellte, rannte Frankreich die Zeit davon. Die Schlussoffensive wurde nicht belohnt. (dpa/SID)

  • 06:44 Uhr 14.07.2026

    Halbfinal-Vorfreude und ein Waschbär

    Bei der Fußball-WM wächst die Anspannung vor dem ersten Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien. Trotz der Offensivmacht seines Teams schiebt Frankreichs Trainer Didier Deschamps die Favoritenrolle für das heutige Duell (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Arlington dem europäischen Rivalen zu. Die Spanier hoffen auf die erste große WM-Gala von ihrem Topstar Lamine Yamal. 

    In Norwegen ist das ausgeschiedene Team begeistert empfangen worden – Superstar Erling Haaland überraschte dabei mit einem besonderen Souvenir. Das Wichtigste der WM-Nacht im Überblick: 

    Spanien vertraut auf Yamal
    Geht es nach Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente, kommt das beste WM-Spiel von Lamine Yamal erst noch. „Ich habe ihm gesagt, er soll ruhig bleiben und es genießen. Der große Tag von Lamine Yamal kommt noch bei dieser WM. Ich hoffe, es ist morgen - oder im Finale, wenn wir uns qualifizieren“, sagte der 65-Jährige. 
    Yamal war zwar schon mehrfach zum besten Spieler einer Partie gewählt worden, steht aber nach sechs Spielen bei nur einem Treffer und keiner Vorlage bei der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Der Jungstar, der am Tag vor dem Halbfinale seinen 19. Geburtstag feierte, stört sich nicht an seiner niedrigen Torausbeute. „Ich mache mir keine Sorgen, ob ich treffe oder nicht“, betonte der Flügelspieler des FC Barcelona.

    Deschamps sieht Spanien als „Favorit“
    Frankreichs Fußball-Nationaltrainer Didier Deschamps schiebt die Favoritenrolle vor dem WM-Halbfinal-Kracher gegen Spanien munter dem Gegner zu. „Ja, das bestätige ich“, sagte er bei der Presskonferenz auf die Frage, ob er bei seiner Meinung bleibe, dass Spanien der große Titelfavorit sei.
    Deschamps hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, dass er den Europameister bei diesem Turnier am stärksten einschätze. „Spanien ist der Favorit“, sagte er vor der Partie nun erneut. „Sie haben nur ein Tor kassiert in den letzten sechs oder sieben Spielen.“ Es könne ein „spektakuläres Spiel werden mit hoher Qualität in der Offensive und Defensive“, meinte er.

    Empfang für Norwegens Team – Haaland mit Waschbär-Souvenir
    Das norwegische Team ist nach dem Viertelfinal-Aus gegen England begeistert in der Heimat empfangen worden, Stürmerstar Haaland präsentierte dabei ein Faible für ausgefallene Souvenirs. Der 25-Jährige stieg mit einem ausgestopften Waschbären in der Hand aus dem Flugzeug. „Er ist mir nach Hause gefolgt“, schrieb Haaland auf Instagram. In der Hand hält der Waschbär eine Glasflasche.
    Vom Flughafen Gardermoen ging es zum Osloer Schloss, wo die Mannschaft von König Harald, Prinz Haakon und anderen Mitgliedern der Königsfamilie empfangen wurde. „Er hat uns zu Hause willkommen geheißen und uns zu unserer Leistung gratuliert“, sagte Kapitän Martin Ödegaard über die Begegnung mit dem 89 Jahre alten König.

    Zwischen dem Palast und dem Universitätsplatz, einer Entfernung von etwa 450 Metern, hatten sich 88.000 Menschen versammelt, um die Mannschaft zu feiern. Auf dem Schlossplatz zelebrierten Team und Bevölkerung zusammen den mittlerweile weltberühmten Ruder-Jubel. Haaland war da nicht mehr dabei, weil er schon auf der Weiterreise in den Urlaub war.

  • 06:44 Uhr 14.07.2026

    Top & Flop

    Top: Ein dumpfes „Ruuuh“ ging durch die Menge, geschlossen zogen die norwegischen Fans die Riemen ihrer imaginären Boote nach hinten und ruderten so direkt in das WM-Viertelfinale: Angestochen von einem Oberhaupt namens Erling Haaland lieferten die euphorisierten „Wikinger“ eines der Bilder der WM und sorgten für mächtig gute Stimmung. Die war ohnehin ganz gut, zumindest bis zum Ausscheiden aller drei Gastgeber-Nationen im Achtelfinale des Turniers. Die Stadien blieben trotzdem voll, zuletzt gab die FIFA eine Auslastung von 99,7 Prozent an – trotz der Wucherpreise, die die Fußballwelt zuvor in Atem gehalten hatten. 

    Flop: Wo blieb er nur, der US-amerikanische Präsident? Kein Spiel des US-Teams besuchte Donald Trump im Stadion während der Gruppenphase, der 80-Jährige machte sich erstaunlich rar – aus Angst vor Buh-Rufen? Dabei war im Vorfeld im Minutentakt über das Staatsoberhaupt und seine Rolle bei dem Mega-Event diskutiert worden. Eins ist klar: Auch wenn Trump nicht aktiv in Erscheinung trat, seine Politik beeinflusste das Turnier zu jedem Zeitpunkt massiv. Trotzdem blieb es weitestgehend ruhig – bis Trump eines Tages plötzlich zum Telefonhörer griff. (SID)

  • 06:43 Uhr 14.07.2026

    7 Brüder bei der WM

    Erstmals spielten sieben Brüderpaare bei derselben Endrunde, nur drei von ihnen allerdings im selben Team. Der Niederländer Brian Brobbey und sein für Ghana spielender Halbbruder Derrick Luckassen waren die ersten Brüder, die bei einer WM für verschiedene Nationen trafen. (SID)

  • 06:42 Uhr 14.07.2026

    FIFA weist Spidercam-Gerüchtbei England-Tor erneut zurück

    Es war der Aufreger beim Sieg der Engländer gegen Norwegen. Hat der Ball das Kabel der Spidercam berührt? Der Weltverband erklärt sich nun erneut.
    Der Fußball-Weltverband hat bekräftigt, dass beim Ausgleichstor der Engländer im Viertelfinale der WM gegen Norwegen alles rechtens gewesen sein soll. Die These, dass wackelnde Kamerabilder beweisen könnten, dass der Ball vor dem Treffer das Kabel einer sogenannten Spidercam berührt habe, wies die FIFA zurück. Auf dem Bildmaterial der Spidercam sei „klar zu sehen, dass die Kamera weder wackelt noch sich bewegt“, teilte die FIFA sportschau.de mit.
    Die Debatten hatten sich an einer Szene nach einem Abschlag von Norwegens Torwart Orjan Nyland entzündet. Der Ball war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Jude Bellinghams Treffer zum 1:1 vorbereitet. Norwegens Trainer Stale Solbakken hatte gesagt: „Der Ball fiel gerade herunter direkt vor unserer Bank. Ich selbst habe es nicht gesehen, dass das Kabel berührt wurde, aber unsere Bank reagierte sofort. Es ist eigentlich eine klare Sache.“ (SID)

  • 06:42 Uhr 14.07.2026

    Medien: Nur ein Funktionär entschied im Fall Balogun

    Die umstrittene Begnadigung von US-Nationalspieler Folarin Balogun bei der Fußball-WM war offenbar die Entscheidung eines einzigen Funktionärs. Nach Informationen der Times setzte Mohammad Al-Kamali, Vorsitzender der Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA, die Sperre gegen Balogun im Alleingang zur Bewährung aus. Die 17 weiteren Mitglieder des Gremiums seien von dem Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht einbezogen worden. Die Entscheidung hatte für einen Eklat gesorgt, da Rote Karten eigentlich automatisch eine Sperre nach sich ziehen. US-Präsident Donald Trump hatte bestätigt, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen des Platzverweises angerufen und eine Überprüfung der Sperre gefordert habe. Infantino hatte anschließend betont, dass die FIFA-Disziplinarkommission „unabhängig“ sei. Eine Entscheidung durch nur ein Ausschussmitglied ist in FIFA-Disziplinarverfahren nicht unüblich. Al-Kamali jedoch habe zuletzt nie als alleiniger Entscheider fungiert, so die Times. Bei wichtigen Fällen entscheiden häufig drei Ausschussmitglieder gemeinsam.

  • 19:57 Uhr 13.07.2026

    Zwei Glatzköpfe, ein Kamm: Erzfeinde Argentinien und England

    Der Schriftsteller Jorge Luis Borges fasste die ganze Absurdität in einem von Leo Tolstoi entliehenen Satz zusammen. „Als würden sich zwei Glatzköpfe um einen Kamm streiten“, sagte der Argentinier 1982 über den Falkland-Krieg mit England. Doch ebenso gut hätte er damit auch fast jedes Fußball-Duell der beiden Nationen beschreiben können.
    Am Mittwoch (21.00 Uhr) treffen beide Teams in Atlanta erneut aufeinander. Auf dem Papier ist es ein WM-Halbfinale. In der Realität ein weiteres Kapitel der wohl politischsten Rivalität im Fußball - und das erste mit Lionel Messi.

    1966: „Tiere“

    Die gepflegte Feindschaft begann am 23. Juli 1966 am englischen Sehnsuchtsort. WM, Viertelfinale, Wembley, England gegen Argentinien. Deren hünenhafter Kapitän Antonio Rattín, der am Samstag gestorben ist, zoffte sich mit dem deutschen Schiedsrichter Rudolf Kreitlein. Weil Rattin nach zwei verbalen Verwarnungen unbeirrt weiterschimpfte, verwies ihn Kreitlein des Feldes. Rattin weigerte sich, den Platz zu verlassen. Das Spiel stand fast zehn Minuten still. Später führte die FIFA deshalb Gelbe und Rote Karten ein.
    Beim Abgang zerknüllte Rattin eine englische Fahne. England gewann 1:0 und nach dem Schlusspfiff hinderte Trainer Alf Ramsey seine Spieler daran, mit den Argentiniern die Trikots zu tauschen. Später beschimpfte er sie sogar als „Tiere“. In Argentinien wurde das als koloniale Verachtung aufgefasst, die Wunde verheilte nie ganz.

    1982: Ardiles und der Krieg

    Im April besetzte Argentiniens innenpolitisch angeschlagene Militärjunta die eigentlich unbedeutenden Falklandinseln im Südatlantik. Ein paar Tausend Schafe, ein paar Hundert Einwohner. Großbritannien schickte seine Streitmacht, man eroberte die Falklands zurück. Premierministerin Margaret Thatcher gewann an Zuspruch, in Argentinien wurde aus der

    Diktatur des Militärs 1983 eine Demokratie.

    Auch im Fußball spürte man die Auswirkungen des Krieges. Osvaldo Ardiles, ein argentinischer Weltmeister von 1978, war zu Tottenham gewechselt und aufgrund seines eleganten Passspiels zu einem der beliebtesten Spieler der First Division avanciert. Einen Tag nach der Falkland-Invasion wurde Ardiles beim Pokalspiel gegen Leicester bei jeder Ballberührung ausgebuht. Einen weiteren Tag später flog er nach Buenos Aires, ließ sich später nach Paris verleihen. Ein Cousin von Ardiles war als Luftwaffen-Pilot im Krieg im Einsatz und wurde getötet.

    1986: Die Hand, das Tor, die Rache

    In der dünnen Luft des Aztekenstadions von Mexiko-Stadt nahm Diego Maradona mit den beiden wohl berühmtesten Toren der Fußball-Geschichte Rache. 22. Juni 1986, WM, Viertelfinale. Mit der „Hand Gottes“ beförderte Maradona den Ball an Peter Shilton vorbei ins englische Tor, sein Wunder-Solo krönte die FIFA später zum Jahrhundert-Tor. Argentinien siegte 2:1, wenig später wurde man Weltmeister.
    Für Maradona war es immer mehr als ein Fußballspiel. Es sei, als hätte man ein ganzes Land besiegt, sagte er später. „Obwohl wir vor dem Spiel gesagt hatten, Fußball habe nichts mit dem Krieg zu tun, wussten wir, dass dort viele argentinische Jungs gestorben waren. Abgeschossen wie kleine Vögel. Das war Rache“, sagte Argentiniens Ikone. Shilton schlug gegenüber dem 2020 gestorbenen Maradona aufgrund des Tores erst vor rund drei Wochen erstmals versöhnliche Töne an.

    1998: Ein dummer Junge

    Es war das Spiel, an dem David Beckham fast zerbrach. 30. Juni 1998, WM, Achtelfinale. Das wohl bisher beste Spiel der beiden Nationen. Der erst 18 Jahre alte Michael Owen erzielt ein Solo-Tor von einer anderen Welt, Beckham tritt nach einem Foul von Diego Simeone nach und sieht die Rote Karte. In Unterzahl verteidigt England ein 2:2 bis zum Elfmeterschießen, verliert dort.
    Die Zeit danach war für Beckham die reine Folter, viele Jahre später sprach er von einer depressiven Periode. Vor einem Pub wurde eine Beckham-Puppe erhängt. Der „Daily Mirror“ schrieb: „Zehn heldenhafte Löwen, ein dummer Junge.“ Zwei Tage später druckte man eine ganzseitige Dartscheibe mit einem Bild von Beckham in der Mitte. Der Feind war nicht Argentinien. Der Feind war Beckham. Es war die größte Hass-Kampagne der Geschichte gegen einen englischen Nationalspieler.

    2002: Erlösung vom Punkt
    Vier Jahre später schlug Beckhams Stunde. 7. Juni 2002, WM, Gruppenphase. Bei dem Spiel im japanischen Sapporo bekommt England einen Elfmeter zugesprochen. Kapitän Beckham tritt an, hämmert den Ball mit Vollspann in die Mitte des Tores. England gewinnt 1:0 - und Argentinien fährt schon nach der Gruppenphase nach Hause.

    2012: „Agüeroooooo“

    Das Skurrile an der Rivalität zwischen England und Argentinien ist die Liebe der Fans in der Premier League für die Spieler aus dem südamerikanischen Land. Sergio Agüero, Vater von Maradonas Enkel Benjamin, schoss das wohl berühmteste Tor des Jahrhunderts in der besten Liga der Welt. 3. Mai 2012, letzter Spieltag der Premier League. Manchester City braucht einen Sieg gegen Abstiegskandidat Queens Park Rangers. Bis in die Nachspielzeit liegt man 1:2 zurück, dann glich Edin Dzeko aus.
    Nach exakt 93:20 Minuten setzt Sky-Kommentator Martin Tyler zu einem Kommentar an, der ihn unsterblich macht: „Agüeroooooo. Ich schwöre, Sie werden so etwas nie wieder sehen. Also schauen Sie hin, saugen Sie es auf.“ Agüero hatte City zum 3:2 und damit zum nicht mehr für möglich gehaltenen Titel geschossen.
    Die Ironie des Duells der beiden Nationen liegt vor allem darin, dass britische Einwanderer den Fußball einst nach Argentinien brachten. Messis Jugendverein Newell’s Old Boys ist nach dem Engländer Isaac Newell benannt. Als Vater des argentinischen Fußballs gilt der schottische Lehrer Alexander Watson Hutton. Er gründete 1893 den Verband.

  • 18:22 Uhr 13.07.2026

    Ernüchterung nach dem Hype? Das Erbe des Soccer-Sommers

    Rekord-Quoten, ein Hype um das Team und das abrupte Ende des amerikanischen Sommermärchens: Noch füllen sich von Miami bis Los Angeles die Bars trotz des frühen Ausscheidens der US-Mannschaft mit Fans, doch in einer Woche ist das WM-Spektakel bereits Geschichte. Was bleibt im Land des American Football vom Soccer-Sommer? Was ist aus heutiger Sicht das Erbe der XXL-WM mit Blick auf den Nachwuchs, die Liga und die Infrastruktur?

    Die Zukunft der MLS

    Am Donnerstag geht die Saison in der heimischen Profiliga MLS weiter, in Robert Lewandowski kommt ein weiterer Altstar hinzu. Vor der WM profitierte die Liga von der anstehenden Endrunde, die Einschaltquoten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent. Auch die US-Nationalmannschaft sorgte für Traum-Quoten, die beiden K.-o.-Spiele waren die meistgesehenen der Verbandsgeschichte.

    Blickt man auf die Zuschauerzahlen der Liga, lässt sich eine gewisse Stagnation erkennen. Bis zur Saison 2023/24 verzeichnete man mit Ausnahme der Corona-Jahre stetiges Wachstum. Doch in der vergangenen Spielzeit fiel der Zuschauerschnitt und auch in der ersten Hälfte der aktuellen Saison ist man noch nicht wieder auf dem Niveau von vor zwei Jahren.

    Die Liga hat die WM immer als Beschleuniger für das eigene Wachstum verkauft. Das enttäuschende WM-Aus trifft deshalb auch die MLS. Das Portal „Sportico“ sprach von einem „Alptraum für die MLS“ und befand, dass eine kurzfristige Zunahme des Interesses an der Liga nur schwer vorstellbar sei.

    Das Problem im Nachwuchs

    Fußball in den USA ist nur etwas für Kinder wohlhabender Eltern – und damit entgeht ihm eine Vielzahl an Talenten: Diese These stellte der frühere Bundesliga-Profi Landon Donovan auf.

    Der Club-Beitrag im Jugendfußball kann in den USA bei bis zu 20.000 Dollar pro Jahr liegen. In einem Land, wo das große Geld in Sportarten wie Football, Basketball und Baseball verdient wird, hat der Fußball somit ein Problem.

    Der Weg der Nationalmannschaft

    Grundsätzlich möchte der US-Verband mit Trainer Mauricio Pochettino verlängern – direkt bis zur nächsten WM 2030. „Wir waren übereingekommen, diese Gespräche nach einer Phase der Erholung und Reflexion nach der Weltmeisterschaft fortzusetzen“, teilte der Verband mit. Seitdem herrscht Funkstille. Der Argentinier bügelte nach dem 1:4 im Achtelfinale gegen Belgien alle Fragen zur Zukunft ab. Es sei nicht der Moment, darüber zu sprechen.

    Medien und Sponsoren versprachen sich einiges von dieser WM und dem US-Team. Praktisch direkt nach dem Aus glitt der Fokus wieder rüber zu den erfolgreicheren Frauen und die Frage kam auf, warum die Männer nicht liefern. Ein Problem ist auch die fehlende Identifikation. Während die Frauen in den USA in Clubs spielen und sehr präsent sind, verdienen die Führungsspieler von Pochettino ihr Geld in Europa statt in der MLS.

    Die Zukunft der Stadien

    Das Erlebnis in den Arenen der WM war teilweise spektakulär. Gewaltige Anzeigetafeln von der Größe mehrerer Tennisplätze, klimatisierte Innenräume, Live-Musik und ein Promi-Faktor, den es noch bei keiner WM gab. Doch die Realität ist: In der MLS wird man kaum eines dieser Stadien wiedersehen.

    Lediglich die Stadien in Atlanta, Foxborough und Seattle werden von US-Teams der nationalen Liga genutzt. Die weiteren Teams haben eigene, deutlich kleinere Arenen oder sind Mieter in einem Baseball-Stadion.

    Das ist nicht unbedingt schlecht, vor allem wenn man die Zuschauerentwicklung der MLS in Betracht zieht. Die WM-Stadien wären dafür überdimensioniert und würden zu einer Kostenfalle werden. Außerdem wurden alle WM-Stadien in den USA ursprünglich für Football konzipiert, was allein schon aufgrund des größeren Fußball-Spielfeldes zu großen Herausforderungen führte.

    Kleinere, moderne, speziell auf Fußball ausgerichtete Stadien sind deshalb ein positiver Faktor für die weitere Entwicklung. Sie lassen sich nicht nur wirtschaftlicher betreiben, sondern verleihen dem Sport eine eigene Identität.

  • 09:11 Uhr 13.07.2026

    "Von unerträglichem Rassismus": Spaniens Ex-Premier in Kritik

    Der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat mit einer rassistischen Äußerung vor dem WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich für Empörung gesorgt. Der frühere Politiker der konservativen Volkspartei schrieb in einem Beitrag für El Debate, dass Frankreich über einen Kader auf höchstem Niveau verfüge. Allerdings stünden keine Franzosen in dem Fußball-Team.
    Rajoys Beitrag stieß sowohl in Frankreich als auch in Spanien vor der Partie am Dienstag (21.00 Uhr) in Dallas auf scharfe Ablehnung. "Mariano Rajoys Äußerungen über die französische Nationalmannschaft zeugen von unerträglichem Rassismus", schrieb Frankreichs Fußballverbandspräsident Philippe Diallo bei X. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete die Aussage als "absolut inakzeptabel". 
    Der aktuelle spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez betonte, dass die bessere Mannschaft gewinnen und der Rassismus verlieren möge.

  • 09:08 Uhr 13.07.2026

    Nach WM-Aus: Hass-Kommentare gegen Norweger Sörloth

    Alexander Sörloth lässt bei Norwegens Niederlage gegen England eine gute Gelegenheit aus - und wird im Internet dafür mit Hass überschüttet. Seine Partnerin macht darauf aufmerksam.
    Stürmer Alexander Sörloth ist nach Norwegens Aus bei der Fußball-WM in den sozialen Medien massiv beleidigt worden. Seine Partnerin Lena Selnes veröffentlichte diverse Kommentare, die sie über Instagram erreicht haben. "Bitte begehe Selbstmord, du Idiot", hieß es dort unter anderem. "Sag deinem Mann, dass er Norwegen verlassen und von einer Klippe springen soll" und "Ich werde ihn töten" waren weitere Kommentare.
  • 09:06 Uhr 13.07.2026

    FIFA weist Spidercam-Gerücht bei England-Tor erneut zurück

    Es war der Aufreger beim Sieg der Engländer gegen Norwegen. Hat der Ball das Kabel der Spidercam berührt? Der Weltverband erklärt sich nun erneut.
    Der Fußball-Weltverband hat bekräftigt, dass beim Ausgleichstor der Engländer im Viertelfinale der WM gegen Norwegen alles rechtens gewesen sein soll. Die These, dass wackelnde Kamerabilder beweisen könnten, dass der Ball vor dem Treffer das Kabel einer sogenannten Spidercam berührt habe, wies die FIFA zurück. Auf dem Bildmaterial der Spidercam sei "klar zu sehen, dass die Kamera weder wackelt noch sich bewegt", teilte die FIFA sportschau.de mit.
    Die Debatten hatten sich an einer Szene nach einem Abschlag von Norwegens Torwart Orjan Nyland entzündet. Der Ball war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Jude Bellinghams Treffer zum 1:1 vorbereitet. Norwegens Trainer Stale Solbakken hatte gesagt: "Der Ball fiel gerade herunter direkt vor unserer Bank. Ich selbst habe es nicht gesehen, dass das Kabel berührt wurde, aber unsere Bank reagierte sofort. Es ist eigentlich eine klare Sache." 
  • 13:14 Uhr 12.07.2026

    Die News vom WM-Wochenende

    Deutschland: Jürgen Klopp versuchte es gar nicht mehr mit Geheimniskrämerei. Schon vor dem vermeintlich super-konspirativen Gipfel am New Yorker Flughafen lachte der "Traummann" des DFB für ein Mitarbeiter-Selfie im The Paris Café - und nach dem Durchbruch in vierstündigen Verhandlungen übte er bei ein paar Autogrammen schwungvoll seine baldige Vertragsunterschrift.

    Norwegen - England (1:2 n.V.):  Als auch das letzte berühmte "Ruuh" im Hard Rock Stadium von Miami verklungen war, hatte Erling Haaland die große WM-Bühne schon mit Tränen verlassen. Das unglückliche 1:2 n.V. gegen England setzte dem Superstar der Norweger sichtlich zu, doch letztendlich überwog bei Haaland nach dem bitteren Aus im Viertelfinale der Stolz. "Wie wir Norwegen auf die Landkarte gebracht haben, ist vielleicht das, was mich am meisten berührt. Ich bin unglaublich stolz", sagte Toptorjäger Haaland voller Emotionen. Seine Generation sei "fantastisch. Und all das zeigt jungen Menschen in Norwegen, dass es möglich ist, auf der großen Bühne der Welt mit einem norwegischen Trikot zu spielen." Er glaube sogar, fügte der 25-Jährige pathetisch an, dass diese WM "Norwegen verändert hat - und auch mich".

    Blaues Auge: Lionel Messi hüpfte, seine "Erlöser" hüpften, die euphorischen Anhänger hüpften. Und weil es so schon Tradition hat, sangen sie alle gemeinsam aus vollem Hals: "Wer nicht hüpft, ist Engländer." Im brodelnden Arrowhead-Stadium von Kansas City dürften wenig Engländer gewesen sein, wenn überhaupt, am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ) aber, da treffen die singenden Argentinier und ihr leidenschaftlich verhasster Rivale nun direkt aufeinander: Halbfinale der WM in Atlanta, der Weltmeister gegen die Three Lions - mehr Emotionen gehen historisch bedingt kaum.
    Zunächst aber müssen Messi und seine Argentinier sich erst mal sammeln - und sich ein paar Gedanken machen. Zum dritten Mal in Serie kamen sie in der K.o.-Runde beim 3:1 (1:1) nach Verlängerung gegen die wackere Schweiz nur mit einem blauen Auge davon: 3:2 gegen den Außenseiter Kap Verde, Sieg in der Extraschicht durch ein Eigentor (111.). 3:2 gegen Ägypten nach wilder Aufholjagd, Siegtreffer in der Nachspielzeit (90.+2).

    Spanien - Belgien (2:1): Spanien erreicht das "Finale vor dem Finale" gegen Frankreich. Ein Fehler seines Ersatztorwarts kostet Belgien eine Sensation gegen Spanien. 

  • 13:07 Uhr 12.07.2026

    Senegal entlässt Nationaltrainer Thiaw

    Nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden stellt sich der Senegals Fußball-Nationalmannschaft neu auf. Nach dem Rücktritt von Sadio Mané verlässt auch Trainer Pape Thiaw das Team - allerdings nicht freiwillig. Der senegalesische Fußballverband (FSF) teilte mit, "das Verfahren zur Beendigung der Tätigkeit des Nationaltrainers Pape Thiaw sowie seines gesamten Trainerstabs einzuleiten". Dies sei im "übergeordneten Interesse des senegalesischen Fußballs notwendig".
  • 13:55 Uhr 10.07.2026

    Mané macht Schluss in Senegals Nationalmannschaft

    Das Spiel im Sechszehntelfinale bei der Fußball-WM war für Sadio Mané das 130. und letzte Länderspiel für Senegals Nationalteam. Unter anderem zitierte die senegalesische Zeitung „Le Quotidien“ aus einem Abschiedsbrief des ehemaligen Profis vom FC Bayern München. 
    „Ihr sollt wissen, dass ich für diese Flagge alles geopfert habe. Ich habe mein Bestes gegeben und stets mit aller Kraft für unser Vaterland gekämpft“, schrieb der 34-Jährige und bedankte sich bei allen, die ihm in seiner Karriere beigestanden haben. „Eure beständige Unterstützung war der Motor meines Erfolgs.“
    Er kündigte an, weiter für Senegals Fußball zu arbeiten. „Ich werde meine Erfahrung gerne in den Dienst der Nation stellen, sei es im Trainerstab, auf der Trainerbank oder in den Führungsgremien“, meinte er. Aktuell steht Mané noch bei Al-Nassr FC in Saudi-Arabien unter Vertrag. 
  • 10:36 Uhr 10.07.2026

    Yamal: De la Fuente erwartet Leistungssteigerung

    Der spanische Nationaltrainer Luis de la Fuente erwartet von Jungstar Lamine Yamal im Viertelfinale der WM gegen Belgien eine Leistungssteigerung. "Er hat unglaubliches Potenzial, aber wir haben den besten Lamine noch nicht gesehen", sagte er vor dem Spiel am Freitag in Los Angeles. Der 19-Jährige kam bei fünf Einsätzen erst auf einen Treffer, beim 4:0 gegen Saudi-Arabien.
    Mit der Einstellung Yamals hätten die bislang eher unauffälligen Auftritte aber nichts zu tun, versicherte de la Fuente. "Seine Motivation ist hoch, man muss ihn sogar zurückhalten", sagte er. Klar sei: Dass Yamal sein Können zeige, "das muss noch kommen". Aber, ergänzte Spaniens Trainer, er gehe davon aus, dass dies nur eine Frage der Zeit sei: "Er wird performen."
  • 10:35 Uhr 10.07.2026

    Mbappé "geht es gut"

    Den Elfmeter verschossen, den Sieg vergoldet und den Knöchel verletzt? Nach dem Einzug ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft kann die französische Nationalmannschaft weiter mit ihrem Starstürmer Kylian Mbappé planen. Der 27-Jährige wurde beim 2:0 (0:0) gegen Marokko mit Schmerzen ausgewechselt. Nach dem Schlusspfiff hüpfte er allerdings jubelnd über den Platz - und gab Entwarnung.
    "Mir geht es gut. Ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht mir gut", sagte Mbappé im Anschluss. Er hatte sich in der 76. Minute mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Rasen gesetzt, kurz darauf wurde er ausgewechselt. Auf der Bank hatte er einen dicken Eisbeutel am rechten Knöchel. Doch auch Frankreichs Trainer Didier Deschamps versicherte: "Da ist nichts Ernstes."
  • 06:41 Uhr 10.07.2026

    Mbappé und Frankreich im Halbfinale

    Angeführt von Stürmerstar Kylian Mbappé hat Frankreich zum dritten Mal nacheinander das Halbfinale einer Fußball-WM erreicht. Der große Titelfavorit setzte sich im Viertelfinale hochverdient mit 2:0 (0:0) gegen Marokko durch und trifft nun auf den Sieger des Duells zwischen Spanien und Belgien, das heute (21.00 Uhr MESZ/Magenta TV und ZDF) in Inglewood bei Los Angeles steigt.

    Mbappé scheiterte zunächst mit einem Elfmeter an Marokkos überragendem Keeper Bono, traf in der 60. Minute dann aber per Traumtor zur Führung. Der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (66.) legte nach. Für Frankreich war es der sechste Sieg im sechsten Spiel bei diesem Turnier. Mbappé hat nun insgesamt 20 WM-Tore, nur eines weniger als Rekordhalter Lionel Messi aus Argentinien.

    https://www.tageblatt.lu/Sport/Frankreich-zieht-mit-Mbappe-ins-Halbfinale-ein-66457.html

  • 13:18 Uhr 09.07.2026

    Zuschauerschnitt der Fußball-WM unter dem von 1994 in USA

    Bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko kommen im Schnitt weniger Zuschauer in die Stadien als bei der letzten Ausgabe in Nordamerika 1994. Vor den Viertelfinals, die heute mit dem Duell Frankreich gegen Marokko (22.00 Uhr MESZ) beginnen, liegt die durchschnittliche Zuschauerzahl nach Angaben der FIFA bei 65.204 je Partie. 1994 lag der Durchschnitt nach dem Finalsieg von Brasilien gegen Italien bei 68.991 Zuschauern. Diesen Wert kann das Turnier in diesem Jahr auch dann nicht mehr erreichen, sollten alle weiteren Partien bis auf den letzten Platz voll besetzt sein.

    Wegen der deutlich höheren Anzahl an Spielen und 48 teilnehmenden Mannschaften sprengt die WM den Zuschauerrekord aber deutlich. Schon vor den abschließenden acht Begegnungen haben nach Angaben der FIFA 6.259.584 Menschen die bislang 96 Partien besucht. 
    Die meisten davon kamen ins legendäre Aztekenstadion in Mexiko-Stadt, das 404.120 Fans besucht haben. Die alte Bestmarke stammte vom Turnier in den USA 1994, als etwas mehr als 3,5 Millionen Zuschauer dabei waren - allerdings auch nur 24 Mannschaften teilnehmen durften. 
    Trotz zahlreicher leerer Sitzplätze bei vielen Partien vor allem in der Gruppenphase vermeldete die FIFA, das 99,7 Prozent aller verfügbaren Plätze bei der Weltmeisterschaft belegt waren.

  • 07:57 Uhr 09.07.2026

    Viertelfinale: Wem man warum die Daumen drücken sollte

    Nach einem Ruhetag geht die wilde WM-Fahrt am Donnerstag mit dem Viertelfinale weiter. Wem man jetzt und warum die Daumen drücken könnte:

    Frankreich

    Das Team der Emotionen! Die Mama des Trainers stirbt, Gegner Paraguay versucht es im Achtelfinale sogar mit Faustschlägen, Superstar Kylian Mbappé wird aufs Übelste rassistisch beleidigt - und dennoch spielen sie den bisher besten Fußball dieser WM. Mon dieu! Wird Frankreich Weltmeister, werden wohl selbst bei General Deschamps Tränen fließen. Es wird sein letztes Spiel als Nationaltrainer.

    Marokko

    Waka Waka, this time for Africa! Was Shakira vor 16 Jahren schon leidenschaftlich aus Stimmbändern und Hüften schüttelte, soll endlich Wirklichkeit werden. Der erste Weltmeister aus Afrika! Unmöglich? In Marokko glauben sie fest an den Titel, schließlich war man vor vier Jahren als Halbfinalist nicht weit weg. Und wenn Sie ebenfalls ein Freund von (Fußball)-Wundern sind, sind die Nordafrikaner Ihre Mannschaft.

    Spanien

    Ein Glas L’Ermita aus dem Jahr 2011, ein wenig Queso Manchego und dazu der Fußball von Luis de la Fuente. Die Spanier, ja, das ist was für Feinschmecker. Unbezwungen in der mühelos agierenden Abwehr, elegant und passscharf im Mittelfeld, aufregend wie das ganz, ganz sicher auf jeden Fall im November erscheinende GTA VI im Angriff. Spanien ist nicht mehr La furia roja, die rote Furie. Spanien ist El placer rojo, der rote Genuss.

    Belgien

    Für alle, die sich gern über „die da oben“ aufregen, ist Belgien genau die richtige Mannschaft. Schließlich haben sie für Gerechtigkeit gesorgt! Als es recht zeitnah, aber natürlich völlig zusammenhangslos nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino keine Rot-Sperre für US-Stürmer Balogun gab, ballerte Belgien die Amis mit 4:1 aus dem Turnier und sorgte für Ruhe.

    Norwegen

    Erling Haaland und Co. haben nicht nur die schönsten Trikots. Nein, auch der Ruder-Jubel ist eine virale Sensation. Da macht sogar der Kronprinz mit. Haakon saß inmitten von Tausenden Landsleuten, die in der Karl Johans Gate praktisch vor seiner Haustür Platz nahmen und ru-ru-ruderten. Für den nächsten Teil der Kahnfahrt reist Haakon sogar höchstselbst über den großen Teich. Vermutlich per Flugzeug.

    England

    Ihre erste Platte war „Definitely Maybe“? Dann ist England Ihr Team. Wer bei der Wonderwall-Show zwischen den englischen Fans und ihrer Mannschaft nach den Spielen keine Gänsehaut bekommt, hat den Fußball ohnehin nie geliebt – oder wurde in diesem Jahrtausend geboren. Egal, denn it’s coming home.

    Argentinien

    Der Titelverteidiger ist die Mannschaft für alle Hobby-Kicker. Denn Lionel Messi schafft es tatsächlich, mit seiner Laufleistung eine Art Kreisliga-Niveau in diese WM zu bringen. Wenn auf dem Sportplatz anerkennend „der hat mal höher gespielt“ getuschelt wird und der Altmeister trotz arg begrenztem Bewegungsradius mal wieder drei Buden macht – dann kommt das Messi-Feeling auf. Vamos!

    Schweiz

    DIE logische Alternative für alle enttäuschten Deutschland-Fans. Die halbe Mannschaft kennt man bereits aus der Bundesliga. Und sie können, verdammt nochmal, sogar Elfmeterschießen! Die Schweiz ist mehr als Super-G und Curling, mehr als DJ Bobo und Wilhelm Tell. Diese Schweiz ist Fußball!

  • 20:44 Uhr 08.07.2026

    Großbaustelle vor dem Hotel: Norwegen zieht um

    Norwegens Fußballer sind vor dem WM-Viertelfinale kurzfristig umgezogen. Weil dem Team um Torjäger Erling Haaland das Hotel in Fort Lauderdale nicht gefiel, wechselte es nach nur einer Nacht die Unterkunft. "Es gab einige Dinge, die hätten besser laufen können, und wir haben sie behoben", sagte Kapitän Martin Ödegaard auf einer Pressekonferenz am Mittwoch auf dem Trainingsgelände des MLS-Klubs Inter Miami, "einfach, um uns bestmöglich auf ein wichtiges Spiel vorzubereiten." Die Wikinger treffen am Samstag in Miami auf England.


    Das Portal VG berichtete, dass vor dem Hotel The Dalmar in Fort Lauderdale eine große Baustelle sei, zudem liege es an einer stark befahrenen Straße. "Da liefen ein paar Dinge nicht rund", sagte Trainer Stale Solbakken, "die FIFA hat dem zugestimmt." Es habe keinen Aufenthalts- und Besprechungsraum gegeben. "Insgesamt gab es zu viele Kleinigkeiten", so der Coach.

  • 11:36 Uhr 08.07.2026

    Akanjis dritter Elfmeter-Fehlschuss: Das war mein letzter

    Nach dem Happy End im Elfmeterschießen gegen Kolumbien konnte der Schweizer Manuel Akanji über seinen neuerlichen Fehlschuss schon wieder lächeln. „Ich habe Muri (Nationaltrainer Murat Yakin, d. Red.) gesagt, dass das der letzte Elfmeter war, den ich geschossen habe. Das war eine Katastrophe“, berichtete Akanji im Schweizer Fernsehen nach dem Sieg im WM-Achtelfinale.

    Der frühere Dortmunder hatte bereits bei den vergangenen Europameisterschaften im Elfmeterschießen vergeben – 2024 gegen England und 2021 gegen Spanien schieden die Schweizer dann auch jeweils im Viertelfinale aus. Dieses Mal machten seine Teamkollegen seinen Fehlschuss wett, und daher war Akanji „unglaublich stolz auf die Mannschaft, wie sie reagiert hat. Alle haben die Elfmeter souverän verwandelt.“

    Nur er selbst habe bei seinem Versuch die „goldene Regel“ gebrochen. „Ich habe mich im letzten Moment anders entschieden. Ich habe gesehen, dass der Torwart schon zweimal nach links gesprungen war“, sagte er. Daraufhin zögerte der Verteidiger, rutschte „noch ein bisschen, und dann ging der Ball vier Meter übers Tor“.

    Nun geht es im WM-Viertelfinale am Sonntag (3.00 Uhr MESZ) gegen Titelverteidiger Argentinien mit Lionel Messi. Dass Akanji in einem möglichen weiteren Elfmeterschießen antreten würde, scheint derzeit ausgeschlossen.

  • 11:27 Uhr 08.07.2026

    Messi, Kane, Haaland, Mbappé: Wer macht die meisten Tore?

    Sie liefern Drama, Spektakel und Treffer en masse. Auf den Topplätzen der Torschützenliste dieser Weltmeisterschaft steht das offensive Who’s who des internationalen Fußballs. Angeführt von Weltmeister Lionel Messi, der nach einem erneuten Drama-Sieg nun schon bei acht WM-Toren bei dieser Ausgabe steht und in seiner Karriere 21 erzielt hat. 

    Mit dabei beim Gipfeltreffen der Goalgetter: Kylian Mbappé, Erling Haaland, Harry Kane, Jude Bellingham, Ousmane Dembélé. Eine Ansammlung von Weltmeistern, Weltfußballern und Liga-Torschützenkönigen. Dass es im Viertelfinale am Samstag in Miami (23.00 Uhr MESZ) zwischen England und Norwegen auch zum Duell zwischen Haaland (7 Tore) und Kane (6) kommt, hätte sich niemand besser ausdenken können.

    Längst ist das XXL-Turnier auch zum Privatduell um den WM-Torrekord geworden zwischen Argentiniens Weltmeister Messi und Frankreichs Ex-Champion Mbappé. Messi, auf den Argentiniens Spiel extrem zugeschnitten ist, erzielte bei seinen insgesamt sechs Teilnahmen bisher 21 Treffer. Und das bei vier verschossenen Elfmetern. Zuletzt vergab er bei der unfassbaren 3:2-Aufholjagd gegen Ägypten. Wie in den vier Spielen bei dieser WM zuvor traf Messi dann aber doch noch gegen die Nordafrikaner.

    Doch da ist noch Mbappé, WM-Torschützenkönig 2022 mit 8 Treffern vor Messi (7). Er kommt auf sieben Tore bei dieser WM und 19 insgesamt. Wohlgemerkt: bei der Hälfte von Messis WM-Teilnahmen. „Er ist gereift“, sagt Frankreichs Trainer Didier Deschamps über Mbappé: „Er ist ein Anführer.“ Und Mbappé ist 27 - Messi 39 Jahre alt. Mbappé hat zudem einen neben sich wie Dembélé, Weltfußballer und auch schon viermal bei dieser WM erfolgreich.

    So wie bei den Engländern: Klar, Kane ist der Mittelstürmer, der Torjäger und Kapitän. Aber beim denkwürdigen Achtelfinal-Kracher im Aztekenstadion gegen Mexiko schlug Jude Bellingham, Teamkollege von Mbappé bei Real Madrid, mit einem Zwei-Minuten-Doppelpack zuerst zu, ehe Kane per Elfmeter den 3:2-Sieg in der bis dahin uneinnehmbaren WM-Festung der Mexikaner sicherstellte. „Wie die Verbindung zwischen Bellingham und Kane Englands trägen Angriff belebt hat“, schrieb jüngst der englische „Guardian“. 
    Mit seinen famosen 36 Bundesliga-Treffern – keiner schoss mehr – hatte sich Kane bei den Bayern schon für die WM mehr als nur in Form gebracht. Insgesamt traf er in 51 Pflichtspielen 61 Mal. Kane holte sich auch den Goldenen Schuh in Europa - vor Haaland und Mbappé. 

    Apropos Haaland: Wie abhängig ist Norwegen von dem 1,95 Meter großen Hünen von Manchester City? Er blieb in mehreren Spielen lange auch blass. Doch wenn es gilt, ist er zur Stelle. Beim 2:1 über Rekordweltmeister Brasilien erzielte Haaland beide Treffer und machte danach den Ruder-Rhythmus-Taktgeber für die Fans. Im Spiel ist allerdings Martin Ödegaard der zentrale Kicker, Haalands flankierende Angreifer-Kollegen Antonio Nusa sowie Alexander Sörloth sollten die Gegner auch nicht komplett vergessen.

    Über allem steht vorerst aber Messi, dem nach dem zweiten K.-o.-Kraftakt die Tränen kamen – nicht mal beim Titeltriumph war Messi derart emotional. Beim 3:2 nach Verlängerung gegen Kap Verde hatte er das 1:0 erzielt, gegen Ägypten war es das immens wichtige 2:2. Dass er mittlerweile auch zwei Negativrekorde hält – vier von acht WM-Strafstößen verschossen und zwei in einem Turnier –, dürfte Messi wenig interessieren.

    Torschützenliste:
    1. Lionel Messi (Argentinien) 8
    2. Erling Haaland (Norwegen) 7
    2. Kylian Mbappé (Frankreich) 7
    3. Harry Kane (England) 6
    4. Jude Bellingham (England) 4
    4. Ousmane Dembélé (Frankreich) 4
    4. Vinícius Júnior (Brasilien) 4
    4. Mikel Oyarzabal (Spanien) 4
    4. Julián Quiñones (Mexiko) 4
    4. Ismaila Sarr (Senegal) 4

  • 11:09 Uhr 08.07.2026

    WM-Euphorie: Norweger heißt jetzt Nyland Haaland

    Die WM-Euphorie in Norwegen treibt immer seltsamere Blüten. Nach dem historischen Achtelfinal-Triumph der „Wikinger“ über Brasilien hat ein Fan seinen Namen geändert – und heißt jetzt nach den Helden des Abends, Torwart Örjan Nyland und Stürmerstar Erling Haaland.
    Die ganze Sache sei eine Wette unter Freunden gewesen, berichtete Vidar Nyland Haaland Midttun in der Zeitung Verdens Gang. „Als Norwegen den Job erledigt hatte, hatte ich keine Wahl mehr. Ein Mann, ein Wort – ich musste das einfach durchziehen.“

    Und so klickte er sich in der Nacht auf Montag durch die Seiten des Einwohnermeldeamtes (Skatteetaten). „Ich wusste gar nicht, dass es so einfach ist, seinen Namen zu ändern“, sagte er und lachte. Er habe „nicht erwartet, dass das passieren würde. Aber Brasilien ist nicht mehr das, was es einmal war.“

    Die Reaktionen? Seine Kumpels in Trondheim hätten es klasse gefunden, berichtete der 26-Jährige, aber: „Meine Mutter hat einfach nur den Kopf geschüttelt, mein Bruder war auch nicht gerade beeindruckt.“ Und ja: Er denke bereits über eine erneute Änderung nach. „Ich kann ja nicht für den Rest meines Lebens so heißen. Ich glaube nicht, dass 'Nyland Haaland' auf meinem Grabstein stehen wird“, sagte er und lachte wieder.

    Die abermalige Änderung wäre tatsächlich möglich: Alle zehn Jahre dürfen Norwegerinnen und Norweger neu wählen. Die Rückkehr zu einem „alten“ Namen ist sogar jederzeit möglich. Dann heißt der Super-Fan aus Trondheim wieder einfach nur: Vidar Midttun.

  • 10:38 Uhr 08.07.2026

    96 von 104: Die Erkenntnisse nach dem Achtelfinale

    Von den 104 Spielen der WM in den USA, Mexiko und Kanada sind 96 gespielt. Vor den vier Viertelfinals ein kurzer Überblick: Was ist bereits geschehen – was könnte noch kommen?

    DAS VIERTELFINALE: In der Runde der letzten acht Mannschaften stehen sechs aus Europa (16 Teilnehmer). Aus Afrika (10) ist nur Marokko, WM-Vierter von 2022, noch dabei. Dazu verbleibt Titelverteidiger Argentinien als einziges Team aus Südamerika (6). Nicht mehr vertreten sind dagegen Asien (9), Nord- und Mittelamerika (6 inklusive der drei Gastgeber Kanada, Mexiko und USA) und Ozeanien (1).

    DIE FAVORITEN: Der Houdini-Aktionen von Argentinien und Lionel Messi zum Trotz: Frankreich hat bisher den besten Eindruck hinterlassen, die Offensivkraft ist beängstigend. Und: Spanien ist noch immer ohne Gegentreffer. Aber nur einer von beiden kann ins Finale kommen – beide Mannschaften träfen bereits im Halbfinale aufeinander. Aber Messitinien scheint irgendwie zu allem fähig, das zeigte nicht zuletzt das späte 3:2 nach 0:2 gegen Ägypten.

    DIE WUNDERTÜTEN: Norwegen rudert sich derart überzeugend durch die WM, dass es nicht mehr überraschen würde, besiegten sie auch Thomas Tuchels Engländer (Samstag, 23.00 Uhr MESZ). Marokko muss gegen Frankreich (Donnerstag, 22.00 Uhr MESZ) ohne den verletzten Ismael Saibari auskommen – aber schon in Katar 2022 hatten sie in einem denkwürdigen Halbfinale die Franzosen trotz eines 0:2 maximal geärgert. Und wie die Abwehr von Les Bleus hält, wenn sie unter Druck gerät, ist noch unbewiesen.

    DIE AUSSENSEITER: Die Schweiz und Belgien haben das Turnier schwach begonnen – aber sich gesteigert. Die Schweizer haben Granit Xhaka, die Belgier nun ein paar jüngere Spieler, die zunehmend den Ton angeben. Ob das für die Schweiz gegen Argentinien (Sonntag, 3.00 Uhr MESZ) und für Belgien gegen Spanien (Freitag, 21.00 Uhr MESZ) reicht – Tendenz: nein.

    DIE JOKER: In den 96 bisherigen Spielen wurden 52 Treffer von eingewechselten Spielern erzielt. Mit seinem Treffer zum 4:1 gegen die USA wurde Romelu Lukaku der erste Spieler, der als "Joker" in vier WM-Spielen traf.

    DIE LETZTE MINUTE: 31 Treffer wurden in der 90. Minute oder danach erzielt. Von diesen 31 Treffern führten 10 auch zum Sieg. Etwa jener von Enzo Fernandez zum 3:2 für Argentinien gegen Ägypten in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

    DIE VERLÄNGERUNG: Von den 24 Spielen in der ersten K.o.-Runde und im Achtelfinale waren 18 nach 90 Minuten (plus Nachspielzeit) entschieden, nur sechs gingen in die Verlängerung. Viermal kam es zum Elfmeterschießen.

    DIE ELFMETER: Bislang entschieden die Schiedsrichter 19 Mal auf Strafstoß – nur 14 wurden verwandelt. Zwei Strafstöße hielt Mostafa Shobei (Ägypten), zwei Fehlschüsse leistete sich Lionel Messi (Argentinien, gegen Österreich am Tor vorbei und gegen Ägypten gehalten von Shobei). Je einen Strafstoß vergaben Bruno Guimarães (Brasilien, gehalten von Örjan Nyland/Norwegen), Mehdi Taremi (Iran, gehalten von Shobei) und Jörgen Strand Larsen (Norwegen, gehalten von Mike Maignan/Frankreich)

    DIE TORE: Frankreich und Argentinien erzielten bislang die meisten Tore (je 14). Gefolgt von Belgien (13), das am häufigsten versuchte, aufs Tor zu schießen (107 Mal). Die Kolumbianer kamen auf 94 Versuche, zweitbester Wert – aber nur fünf waren erfolgreich. Die meisten Gegentore der acht Viertelfinalisten kassierte bisher (inklusive des abgeschenkten 1:4 gegen Frankreich) der Ruderklub aus Norwegen (9).

    DIE TORHÜTER: Der Schlussmann mit den meisten Paraden war bisher der Paraguayer Orlando Gill (28), Eloy Room aus Curacao verhinderte so gesehen 21 Tore.

    DER SKANDAL: Nicht auszudenken, was nun los wäre, hätten die USA das Viertelfinale erreicht – und dann vielleicht noch durch ein Tor des nach Intervention von US-Präsident Donald Trump von einer Roten Karte entsperrten, bedauernswerten Folarin Balogun.

    DIE PARTY: Gut, alle drei Gastgeber raus, na und? Dass die Stadien nun nicht mehr voll sind, ist kaum zu erwarten. Auch nicht, dass keine Stimmung mehr herrscht. Vielleicht werden ja die Ticketpreise sinken?

  • 07:48 Uhr 08.07.2026

    Schweiz schlägt Kolumbien mit 4:3 im Elfmeterschießen

    Die Schweizer stürmten auf ihren Matchwinner Ruben Vargas zu, die Kolumbianer sackten am Mittelkreis auf den Rasen – und das Stadion verstummte. Nur ein kleiner Block in Rot feierte den 4:3-Sieg der „Nati“ im Elfmeter-Krimi von Vancouver, während das Meer aus gelbgekleideten Fans im Schock erstarrte.

    Elfmeter-Krimi

    Die Schweiz hat nach einem Elfmeter-Krimi Mitfavorit Kolumbien aus dem Turnier geworfen und darf erstmals seit 1954 wieder im Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft antreten.

    Dank des entscheidenden Treffers von Vargas kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Murat Yakin bei der WM in Nordamerika auch ohne Jungstar Johan Manzambi nach 120 intensiven, aber torlosen Minuten ins Viertelfinale. Jetzt reist die „Nati“ weiter nach Kansas City zum Duell mit Titelverteidiger Argentinien und Superstar Lionel Messi in der Nacht zu Sonntag (3.00 Uhr MESZ). „Historisch“, jubelte das Boulevardblatt Blick über den ersten Einzug unter die letzten acht einer WM seit 72 Jahren.

  • 20:23 Uhr 07.07.2026

    Drama gegen Ägypten: Messi und Fernández retten Argentinien

    Erst patzt Lionel Messi, dann rettet er den Weltmeister: In einem Fußball-Drama hat Argentinien auch dank seines Superstars das WM-Aus im Achtelfinale gerade noch verhindert. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand drehte Argentinien das Spiel gegen Ägypten in der Schlussphase noch zu einem 3:2 (0:1) und darf weiter vom vierten Triumph träumen. Messi (84. Minute), der in der ersten Hälfte einen Elfmeter verschossen hatte, und Cristian Romero (79.) hatten mit ihren Toren den ägyptischen Vorsprung durch Yasser Ibrahim (15.) und Mostafa Ziko (67.) zunächst ausgeglichen. Enzo Fernández sorgte in der Nachspielzeit mit dem Siegtor für unbändige Euphorie bei der Albiceleste (90.+2). Ägypten verpasste hingegen seine erstmalige Viertelfinal-Teilnahme bei einer WM.

  • 09:00 Uhr 07.07.2026

    Stresstest für Infantinos Imperium

    „Gianni Infantino muss weg“, lautete die unmissverständliche Schlagzeile des renommierten Telegraph. Und auf einmal kursierte tatsächlich die Frage, ob einer der womöglich größten WM-Skandale den Mann zu Fall bringen kann, der Kritik stets an sich abperlen ließ, seine Macht über Jahre zementierte und sich nicht erst seit der brisanten Balogun-Begnadigung dem Vorwurf der klebrigen Nähe zu US-Präsident Donald Trump gegenübersieht.

    Infantino, der schon im Fokus der Schweizer Behörden gestanden hatte, will im kommenden Jahr im Amt bestätigt werden und könnte aufgrund einer Statutenänderung länger als bislang angenommen bis 2031 an der FIFA-Spitze regieren. Die Konföderationen aus Südamerika, Afrika und Asien sprachen ihm bereits ihre Unterstützung aus. Das allein reicht.

    Auf eine Abkehr von Infantino durch die Verbände abseits Europas deutet ohne Beweise für eine politische Einflussnahme auf die Entscheidung der FIFA-Disziplinarkommission im „Fall Balogun“ derzeit nichts hin. Selbst wenn die UEFA sich dazu entscheiden würde, einen Gegenkandidaten ins Rennen zu schicken, wäre der Ausgang – Stand jetzt – schon entschieden. (SID)

    https://www.tageblatt.lu/Sport/Balogun-Beben-mit-Folgen-Stresstest-fuer-Infantinos-Imperium-66336.html

  • 06:56 Uhr 07.07.2026

    Belgien und Spanien ziehen ins Viertelfinale ein

    Die von Präsident Donald Trump befeuerte Pathos-Party der USA hat bei der Fußball-WM ein jähes Ende gefunden. Das Team um Stürmer Folarin Balogun, der nach Roter Karte im vorausgehenden Spiel seine Sperre vom Weltverband FIFA erlassen bekommen hatte, unterlag im Achtelfinale von Seattle verdient mit 1:4 (1:2) und muss den Traum vom ersten Triumph bei einer WM früher als erhofft abhaken.

    Vor 66.925 Zuschauern – darunter auch der schwer in der Kritik stehende FIFA-Präsident Gianni Infantino – zeigte der letzte verbliebene Co-Gastgeber seinen mit Abstand schwächsten Turnierauftritt. Weil der Entscheidung zum Aussetzen der Sperre auf Bewährung für Stürmer Balogun ein Telefonat zwischen Trump und Infantino vorausging, entwickelte sich der Fall in den vergangenen eineinhalb Tagen zu einem der größten Fußball-Skandale in der WM-Historie.

    Spanien hat Cristiano Ronaldo einen bitteren Abschied von der WM-Bühne beschert und seine eigenen Titelansprüche untermauert. Der Europameister feierte dank des späten Treffers von Joker Mikel Merino (90. +1 Minute) einen 1:0 (0:0)-Sieg gegen Portugal und zog erstmals seit dem Titelgewinn 2010 wieder in ein WM-Viertelfinale ein. Der 41-jährige Ronaldo agierte in seinem letzten WM-Spiel glücklos, blieb ohne Treffer und wird seine beeindruckende Karriere nicht mit dem WM-Triumph krönen.

    https://www.tageblatt.lu/Sport/WM-Aus-fuer-Gastgeber-USA-Spanien-beendet-Ronaldos-Traum-66323.html

  • 21:21 Uhr 06.07.2026

    Infantino bestätigt Gespräch mit Trump

    Fifa-Generalsekretär Gianni Infantino hat versichert, US-Präsident Donald Trump im Fall des US-Fußballers Folarin Balogun auf die Unabhängigkeit des zuständigen Disziplinargerichts verwiesen zu haben. "Ich habe erklärt, dass ein laufendes rechtliches Verfahren unter Einbeziehung der unabhängigen Rechtsinstanzen der Fifa besteht und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Stellen entschieden wird", schrieb Infantino in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.
    Zuvor hatte Trump selbst bestätigt, dass er persönlich den Chef des Weltfußballverbands um die Aufhebung der roten Karte für Balogun gebeten hatte. Die politische Intervention des US-Präsidenten während der Fußball-Weltmeisterschaft hat einen Skandal ausgelöst.

  • 21:20 Uhr 06.07.2026

    Belgien lässt nicht locker

    Der belgische Fußball-Verband (RBFA) gibt in der Causa Folarin Balogun nicht auf und droht weitere Schritte an. Sofern der Stürmer, dessen Sperre der Weltverband FIFA aufgehoben hatte, beim WM-Achtelfinale am Dienstag (2.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Gastgeber USA "auf dem Spielberichtsbogen des Schiedsrichters aufgeführt sein sollte", würde Belgien "die Spielberechtigung des Spielers anfechten".
    Darüber habe der RBFA den US-Verband informiert. "Damit bleiben alle weiteren Schritte offen", hieß es am Montag vonseiten der Belgier. Das Statement war eine Reaktion auf die Entscheidung der FIFA-Berufungskommission, welche zuvor den belgischen Antrag gegen die Aufhebung der Sperre Baloguns als "unzulässig" abgewiesen hatte.

  • 07:55 Uhr 06.07.2026

    FIFA-Kehrtwende bei US-Profi Balogun polarisiert

    Dieser in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Vorgang ist jetzt schon ein Politikum – und hat das Zeug, für Konsequenzen weit über den Fall Folarin Balogun hinaus zu sorgen. Hat US-Präsident Donald Trump wirklich bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen, um sich für eine Aussetzung der Rot-Sperre von Balogun für das WM-Achtelfinale gegen Belgien in Seattle einzusetzen?

    Dies berichteten am Sonntag übereinstimmend „The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP. Demzufolge bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen den ungewöhnlichen Ablauf. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben die Information bislang kommentiert. „Wenn das wirklich Trump und Infantino ausgemacht haben, das ist verrückt“, kommentierte der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp bei MagentaTV.

    Wenige Stunden zuvor hatte der Weltverband mitgeteilt, dass Balogun trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina am Dienstag (2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) im Lumen Field spielen darf. (dpa)

    https://www.tageblatt.lu/Meinung/Contournement-de-Bascharage-Bauen-ohne-Notwendigkeit-66287.html?EditMode=1

  • 07:47 Uhr 06.07.2026

    England und Norwegen stehen im Viertelfinale

    Zwei Tore von Jude Bellingham, zwei Elfmeter, eine Rote Karte: England hat in einem Spiel für die Fußball-Geschichtsbücher die Fiesta Mexicana beendet. Die Three Lions rangen die Mexikaner in Unterzahl im legendären Aztekenstadion mit 3:2 (2:1) nieder. England trifft damit im Viertelfinale auf Norwegen, Mexiko ist als zweiter Gastgeber nach Kanada ausgeschieden.

    Bellingham brachte die Three Lions mit seinen Toren in der 36. und 38. Minute in Führung. Mexikos Torjäger Julián Quiñones gelang noch vor der Pause (42.) der Anschlusstreffer.

    Der Dramatik nicht genug: Nach dem Seitenwechsel sah bei den Engländern Bayer Leverkusens Jarell Quansah (54.) die Rote Karte, ehe Bayern-Torjäger Kane nervenstark und unter den Pfiffen von fast allen der 80.824 Zuschauer vom Elfmeterpunkt traf (60.) – sein sechstes Tor bei diesem Turnier. Danach verursachte aber ausgerechnet Kapitän Kane einen Strafstoß. Mexikos Raúl Jiménez (69.) verwandelte und brachte das Stadion erneut zum Beben.

    Norwegens Fußball-Märchen geht dank Superstar Erling Haaland weiter, der Titel-Traum von Rekordweltmeister Brasilien hingegen ist wieder mal geplatzt. Die Skandinavier bezwangen die Südamerikaner durch zwei späte Tore ihres Ausnahmestürmers in der 79. und 90. Minute mit 2:1 (0:0) und stehen erstmals in ihrer Historie in einem WM-Viertelfinale. Altstar Neymar (90.+10) verkürzte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter.

    Für Haaland, den früheren Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund, waren es bereits die Turniertore sechs und sieben. Brasilien indes muss nach dem Achtelfinal-Aus – dem frühesten seit 36 Jahren – vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford mindestens vier weitere Jahre auf den ersten Titel seit 2002 warten.

    Altstar Neymar hat nach dem Aus Brasiliens seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet. „Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht. Jetzt ist es zu Ende“, sagte der 34-Jährige nach der 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Norwegen dem TV-Sender Globo. „Ich habe hier angefangen, ich habe hier aufgehört.“

    Neymar brach nach der Niederlage im Final-Stadion von East Rutherford in Tränen aus. Der einstige Topstürmer des FC Barcelona und von Paris Saint-Germain bestritt insgesamt 130 Länderspiele für den Rekordweltmeister und ist noch vor Pelé Rekordtorschütze des Landes. (dpa)

     

    https://www.tageblatt.lu/Sport/Das-war-die-WM-Nacht-Bellingham-brilliert-Mexiko-scheitert-66283.html

  • 12:04 Uhr 05.07.2026

    Sensation bleibt aus: Frankreich gewinnt gegen Paraguay

    Dank eines Elfmeter-Tores von Kylian Mbappé hat Topfavorit Frankreich mit viel Mühe Deutschland-Schreck Paraguay niedergerungen und ist nur noch drei Siege vom dritten WM-Titel entfernt. Die Équipe Tricolore setzte sich im Achtelfinale gegen die Südamerikaner mit 1:0 (0:0) durch und trifft im Viertelfinale am Donnerstag auf Marokko.

    Nachdem Frankreich zuvor am Abwehr-Bollwerk der Südamerikaner verzweifelt war, verwandelte Mbappé (70. Minute) vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia schließlich einen Strafstoß. Der Angreifer von Real Madrid kommt damit auf insgesamt 19 WM-Treffer und liegt nur noch ein Tor hinter dem argentinischen Rekordhalter Lionel Messi.

    Das Ziel, mit dem goldenen Pokal in der Hand Les Bleus zu verlassen, rückt für Frankreichs scheidenden Nationaltrainer Didier Deschamps immer näher. Für die Südamerikaner blieb die zweite Sensation nach dem Coup gegen Deutschland hingegen aus. Die Albirroja verpasste den Einzug ins Viertelfinale und damit die Chance, ihr bestes WM-Ergebnis von 2010 zu wiederholen.

  • 11:56 Uhr 05.07.2026

    Mitfavorit Marokko steht im WM-Viertelfinale

    Als die Marokkaner um Doppeltorschütze Azzedine Ounahi nach dem Viertelfinal-Einzug ausgelassen in einer großen Jubeltraube tanzten, trottete Bayern-Star Alphonso Davies nach dem WM-Aus seiner Kanadier traurig über den Rasen. Der Afrika-Meister hat den Co-Gastgeber aus dem Turnier geworfen und schaffte es als erstes Team unter die besten acht Mannschaften der Fußball-WM.

    Die Auswahl von Nationaltrainer Mohamed Ouahbi hatte beim 3:0 (0:0) in Houston allerdings mehr Mühe als erwartet. Der zum Spieler des Spiels gekürte Ounahi traf nach einer schwachen ersten Halbzeit zweimal (50. und 82. Minute). Soufiane Rahimi (90.+8) ließ Marokko in der Nachspielzeit noch einmal jubeln.

    „Wir haben gelitten“, gestand Marokkos Coach Ouahbi. Seine Mannschaft habe sich nach der Pause aber „beeindruckend“ reingehängt. „Wenn man gegen ein Team antritt, das so intensiv spielt wie Kanada, weiß man, dass es schwierige Momente geben wird. Wenn man weit kommen will, muss man auch mit solchen Momenten umgehen können.“

  • 11:44 Uhr 04.07.2026

    Klopp bestätigt Gespräche: „Ich bin bereit“

    Jürgen Klopp hat Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund über das deutsche Trainer-Amt bestätigt. „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit“, sagte Klopp bei MagentaTV und ergänzte, es müssten aber noch Dinge mit seinem jetzigen Arbeitgeber Red Bull geklärt werden.

  • 11:06 Uhr 04.07.2026

    Geheimfavorit Kolumbien gewinnt gegen Ghana

    Geheimfavorit Kolumbien mit Bayern-Star Luis Diaz darf weiter auf den ersten Viertelfinal-Einzug bei einer Fußball-WM seit 2014 hoffen. Die Südamerikaner gewannen ihr Sechzehntelfinale gegen Ghana mit 1:0 (1:0) und treffen nun am Dienstag in Vancouver auf die Schweiz.

    Vor 69.045 Zuschauern im vollen Stadion von Kansas City erzielte Offensivmann Jhon Arias in der 14. Minute den frühen Siegtreffer für den Favoriten. 2014 war Kolumbien im Viertelfinale knapp an Gastgeber Brasilien gescheitert, der wiederum wenige Tage danach im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Deutschland legendär mit 1:7 verloren hatte.

    Zwei frühe Verletzungen

    Dabei begann die Partie für die Kolumbianer äußerst ungünstig. Nachdem Ghanas Thomas Partey bereits in der ersten Minute den ersten Warnschuss abgegeben hatte, mussten die Südamerikaner auch noch früh wechseln. Der ehemalige Bundesliga-Profi Jhon Cordoba musste schon in der achten Minute wegen einer Muskelverletzung vom Platz.

    Für den früheren Spieler von Mainz 05, 1. FC Köln und Hertha BSC kam Stürmer Luis Suarez. Und der Angreifer von Sporting Lissabon wirbelte die Defensive der Ghanaer sofort durcheinander und bediente mustergültig Arias in der Mitte, der völlig frei stehend zur frühen Führung der Cafeteros traf.

    Danach hatte Kolumbien alles im Griff. Von Ghana, das ebenfalls früh wegen einer Verletzung wechseln musste und Marvin Senaya durch Alidu Seidu ersetzte, kam offensiv so gut wie gar nichts. Dabei hatte Trainer-Veteran Carlos Queiroz die Bedeutung der Partie auch für den afrikanischen Kontinent hervorgehoben.

    Geheimfavorit Kolumbien mit Bayern-Star Luis Diaz darf weiter auf den ersten Viertelfinal-Einzug bei einer Fußball-WM seit 2014 hoffen. Die Südamerikaner gewannen ihr Sechzehntelfinale gegen Ghana mit 1:0 (1:0) und treffen nun am Dienstag in Vancouver auf die Schweiz.

    Vor 69.045 Zuschauern im vollen Stadion von Kansas City erzielte Offensivmann Jhon Arias in der 14. Minute den frühen Siegtreffer für den Favoriten. 2014 war Kolumbien im Viertelfinale knapp an Gastgeber Brasilien gescheitert, der wiederum wenige Tage danach im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Deutschland legendär mit 1:7 verloren hatte.

    Zwei frühe Verletzungen

    Dabei begann die Partie für die Kolumbianer äußerst ungünstig. Nachdem Ghanas Thomas Partey bereits in der ersten Minute den ersten Warnschuss abgegeben hatte, mussten die Südamerikaner auch noch früh wechseln. Der ehemalige Bundesliga-Profi Jhon Cordoba musste schon in der achten Minute wegen einer Muskelverletzung vom Platz.

    Für den früheren Spieler von Mainz 05, 1. FC Köln und Hertha BSC kam Stürmer Luis Suarez. Und der Angreifer von Sporting Lissabon wirbelte die Defensive der Ghanaer sofort durcheinander und bediente mustergültig Arias in der Mitte, der völlig frei stehend zur frühen Führung der Cafeteros traf.

    Danach hatte Kolumbien alles im Griff. Von Ghana, das ebenfalls früh wegen einer Verletzung wechseln musste und Marvin Senaya durch Alidu Seidu ersetzte, kam offensiv so gut wie gar nichts. Dabei hatte Trainer-Veteran Carlos Queiroz die Bedeutung der Partie auch für den afrikanischen Kontinent hervorgehoben.

    Kolumbien lässt Chancen auf 2:0 liegen

    Auch nach dem Seitenwechsel blieb Kolumbien klar spielbestimmend. Allerdings versäumte es der Zweite der Copa America von 2024, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Erst stand Luis Diaz beim vermeintlichen 2:0 knapp im Abseits (56.), zwei Minuten später scheiterte der Bayern-Profi an Ghanas Torwart Zigi. Schon beim Sieg gegen Usbekistan in der Vorrunde waren Diaz zwei Treffer aberkannt worden.

    Während außerhalb des imposanten Stadions der Kansas City Chiefs bereits die ersten Feuerwerkskörper anlässlich des 250. Geburtstags der USA an diesem Samstag den Nachthimmel erhellten, musste Kolumbien wegen des Chancenwuchers bis zum Ende zittern.

    Abwehrturm Davinson Sanchez (81.) und der eingewechselte Juan Quintero (84.) vergaben weitere gute Gelegenheiten zur Vorentscheidung zugunsten Kolumbiens. Dennoch reichte es für Diaz und Co. mit dem knappen Vorsprung zum verdienten Weiterkommen.

  • 11:05 Uhr 04.07.2026

    Mit Mühe und Messi: Argentinien stoppt Kap Verdes WM-Märchen

    Dieses WM-Drama streckte die Spieler nach dem Schlusspfiff reihenweise zu Boden. Die Argentinier lagen da vor Erschöpfung. Die Kap Verdier vor Enttäuschung. In genau diesem Moment hatte Lionel Messi die Größe, zu gleich vier Spielern des krassen Außenseiters zu gehen und ihnen die Hände zu schütteln. Zum Trost. Und auch als Anerkennung für ein grandioses Turnier. Einige von ihnen weinten hemmungslos.

    Selbst der Weltmeister Argentinien brauchte in diesem denkwürdigen Sechzehntelfinale eine 30-minütige Extrazeit, die genialen Momente seines Superstars und die Nehmerqualitäten eines Boxers, um Kap Verdes WM-Märchen mit 3:2 (1:1, 1:0) nach Verlängerung zu beenden.

    „Gratulation an Kap Verde. Sie waren ein sehr harter Gegner“, sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni. „Wenn man immer sagt, dass es keine leichten Gegner gibt, dann hat es dieser Gegner heute bewiesen.“ Das sei „eine großartige Mannschaft. Kap Verde hat heute 200 Prozent gegeben.“

    20. WM-Tor für Messi

    Ihre vergangenen drei großen Turniere haben die Argentinier alle gewonnen. Es gab bei der WM 2022 und bei den Südamerika-Meisterschaften 2019 und 2024 reihenweise Teams, die vor Messi und Co. regelrecht weggeknickt sind. Nicht so Kap Verde. Nicht einmal vor rund 50.000 argentinischen Fans in dem mit 64.478 Zuschauerinnen und Zuschauern gefüllten Stadion in Messis Wahlheimat Miami.

    In der 29. Minute schoss der Superstar bereits sein siebtes Tor bei diesem Turnier und sein 20. insgesamt bei einer WM. Alles schien den erwarteten Verlauf zu nehmen.

    Doch nach der Pause bestrafte Deroy Duarte (59.) zum ersten Mal die sich immer wieder einschleichende Passivität des Favoriten an diesem Abend. Auch in der Verlängerung kam der kleine Inselstaat nach dem 1:2 durch Lisandro Martínez (93.) noch einmal zurück. Denn Sidny Lopes Cabral, der von Januar 2022 bis Januar 2025 für Rot-Weiß Erfurt und Viktoria Köln in der vierten und dritten Liga Deutschlands gespielt hatte, gelang in der 103. Minute ein Traumtor. Der 23-Jährige feierte diesen Moment so sehr, dass er mitten in der Verlängerung eines WM-Spiels auf die Tribüne kletterte.

    Eigentor entscheidet Krimi

    Am Ende war es kein Sololauf von Messi oder sonst ein weltmeisterlicher Geniestreich, der Kap Verde aus dem Turnier und Argentinien in die nächste K.-o.-Runde gegen Ägypten beförderte (Dienstag, 18.00 Uhr Ortszeit in Atlanta). Es war – immerhin nach einem Eckball von Messi – ein Eigentor des Verteidigers Diney Borgens. „Die Spieler haben sich umarmt und geweint. Das zeigt auch, dass die Mannschaft eine Seele hat“, sagte ihr Trainer Bubista.

    Der 56-Jährige gab seine letzte Pressekonferenz bei dieser Weltmeisterschaft. Danach applaudierten ihm und seinem Team sogar die Journalisten.

    „Ich bin sehr stolz auf das, was wir bei diesem Turnier gezeigt haben. Wir haben der Welt unsere Identität gezeigt“, sagte Bubista. „Ich kann unserer Mannschaft nur danken für ihre Mühen und für so viel Herz, das sie auf dem Platz gezeigt hat. Wir sind vielleicht ein kleines Land. Aber wir können gegen die besten Mannschaften der Welt spielen.“

  • 11:02 Uhr 04.07.2026

    Ägypten schreibt nationale Fußball-Geschichte – und steht im Achtelfinale

    Während sich Ägyptens Hossam Abdelmaguid nach dem entscheidenden Treffer euphorisiert das Trikot vom Leib riss und dann jubelnd auf seine Teamkollegen wartete, feierte Mohamed Salah etwas stiller. Mit einem erleichterten Lächeln auf den Lippen und Tränen in den Augen ließ sich Ägyptens Superstar von den Fans feiern und klopfte dabei immer wieder mit der Hand auf sein Herz.

    Salah und seine Teamkollegen hatten soeben auf dramatische Weise mit dem ersten WM-K.-o.-Rundensieg nationale Fußball-Geschichte geschrieben. Der siebenmalige Afrika-Cup-Gewinner setzte sich im Sechzehntelfinale gegen Australien mit 4:2 im Elfmeterschießen durch und steht nach 92 Jahren wieder im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Die Endrunde 1934 hatte damals direkt mit dem Achtelfinale begonnen.

    Salah über Achtelfinal-Einzug: „Historischer Moment“

    „Das ist ein historischer Moment. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt: Das ist die größte Bühne, auf der ihr in eurem Leben spielen könnt. Also genießt es einfach“, sagte Salah mit Freudentränen in den Augen. Beim Elfmeterschießen traf er lässig mit einem sogenannten Panenka-Elfmeter. „Ich weiß nicht, ob das meine letzte Weltmeisterschaft ist oder nicht, aber ich musste es einfach tun. Ich wollte dem Team damit Selbstvertrauen geben“, betonte der Ex-Liverpool-Profi.

    Den entscheidenden Elfmeter im Dallas Stadion vor 70.244 Zuschauern verwandelte Abdelmaguid. Für das Elfmeterschießen hatte Australiens Trainer Tony Popovic kurz vor Ende der Verlängerung den erfahrenen Torhüter Mathew Ryan für den bis dahin starken Patrick Beach eingewechselt – das zahlte sich nicht aus. Nach der regulären Spieldauer und der Verlängerung hatte es 1:1 (1:0) gestanden.

    Zuvor hatte Emam Ashour (13. Minute) mit seinem zweiten Turniertreffer für die ägyptische Führung gesorgt. Australien kam durch ein Eigentor von Mohamed Hany (55.) zum Ausgleich, es war bereits sein zweites Eigentor bei diesem Turnier. Der zuvor angeschlagene Salah blieb dagegen weitestgehend wirkungslos, beim Elfmeterschießen behielt er aber die Nerven.

    Ägypten trifft im Achtelfinale auf Argentinien mit Ausnahmekönner Lionel Messi. Australien muss dagegen weiter auf den ersten K.-o.-Runden-Sieg bei Weltmeisterschaften warten.

  • 19:49 Uhr 03.07.2026

    Jotas Geist rettet Ronaldos WM-Traum

    Cristiano Ronaldo streifte sich das rote Trikot mit Diogo Jotas Nummer 21 über und deutete gen Himmel. Die Augen des portugiesischen Fußball-Stars wurden feucht in diesem traurig-schönen Moment, genau ein Jahr, nachdem sein Mitspieler und Freund für immer fortgegangen war. Jota, da war sich der Kapitän sicher, sei „dort oben und leuchtet uns den Weg“. Für ihn wollen Ronaldo und Co. Weltmeister werden.

    „Wir alle hatten das Gefühl, dass er bei uns ist, und deshalb war es heute nur richtig, dieses Spiel zu gewinnen, um ihm auf die bestmögliche Weise Tribut zu zollen“, sagte Ronaldo nach dem 2:1-Sieg im Sechzehntelfinale der Altstars in Toronto gegen Luka Modric und seine Kroaten. Genau 365 Tage nach dem tödlichen Autounfall leitete Jotas Geist Portugal zu einem hart erkämpften Erfolg, der Ronaldos großen Titeltraum am Leben hielt.

  • 08:36 Uhr 03.07.2026

    Nagelsmann als Bundestrainer zurückgetreten - Klopp bereit

    Julian Nagelsmann ist nicht mehr deutscher Trainer – und Jürgen Klopp steht als Nachfolger bereit. Der 38-jährige bisherige Chefcoach der Nationalmannschaft erklärte wenige Tage nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay seinen sofortigen Rücktritt, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll ihm dieser Schritt von der DFB-Spitze während eines Krisentreffens am Donnerstag nahelegt worden sein.

    „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“, hieß es in einer DFB-Mitteilung.

    Der 59-jährige Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig. Davor war Klopp als Trainer sehr erfolgreich bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er den englischen Titel und 2019 die Champions League. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV in Amerika im Einsatz.

    Gesellschaftervertreter und Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG haben demnach auf Vorschlag von DFB-Präsident Bernd Neuendorf einstimmig die sofortige Auflösung des Vertragsverhältnisses mit Nagelsmann beschlossen. Er habe darum in einem Gespräch mit den Verantwortlichen am Vortag gebeten. Das Gremium tagte in einer Videoschalte am Vormittag.

     „Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient“, sagte Nagelsmann in der Presseerklärung des Verbandes.

  • 07:38 Uhr 03.07.2026

    Schweiz steht mühelos im WM-Achtelfinale

    Die Schweiz ist weiter auf Kurs und darf vom ersten Viertelfinale seit dem Heim-Turnier 1954 träumen. Das Team um Vorlagengeber Johan Manzambi setzte sich im Sechzehntelfinale von Vancouver problemlos mit 2:0 (1:0) gegen Algerien durch und bleibt damit bei diesem Turnier unbesiegt. Im Achtelfinale geht es erneut in Vancouver am Dienstag (22.00 Uhr/MESZ) gegen Kolumbien oder Ghana.

    Der frühere Schalker Breel Embolo (10. Minute) sorgte für die frühe Führung für die Nati. Nach der Pause traf dessen Sturmkollege Dan Ndoye (46.) zur vorzeitigen Entscheidung. Manzambi vom SC Freiburg hatte das erste Tor mit einem Solo über die halblinke Seite exzellent eingeleitet.

  • 07:37 Uhr 03.07.2026

    Ronaldo trifft bei Portugals dramatischem Sieg

    41 Jahre alt – und kein bisschen müde: Dank Cristiano Ronaldo darf Portugal weiter vom ersten WM-Titel träumen. Der Superstar erzielte beim dramatischen 2:1 gegen Kroatien den Ausgleich und bereitete den Weg für das Achtelfinale gegen Spanien.

    Vor 43.036 Zuschauern in Toronto trafen Ronaldo (68. Minute) per Foulelfmeter und Gonçalo Ramos (90.+4) für die Portugiesen und sorgten zum ersten Todestag von Diogo Jota für einen emotionalen Sieg. Der Offensivspieler war am 3. Juli 2025 im Alter von nur 29 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab“, sagte der zum „Man of the Match“ gewählte Ronaldo.

    Ivan Perisic (53.) hatte Kroatien in Führung gebracht. Kroatien gelang in der 13. Minute der Nachspielzeit der vermeintliche Ausgleich, doch der Treffer wurden wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Während es für Ronaldo mit der Seleção weitergeht, muss sein langjähriger Weggefährte Luka Modric die Heimreise antreten. Beide spielten sechs Jahre lang gemeinsam bei Real Madrid.

  • 07:35 Uhr 03.07.2026

    Spanien siegt souverän 3:0 gegen Österreich

    Spaniens Fußball-Künstler um Superstar Lamine Yamal klatschten sich nach der Pflichtaufgabe cool und nüchtern ab – die Österreicher ließen am Ende ihrer WM-Reise dagegen die Köpfe hängen. Der Europameister hat seine WM-Pflichtaufgabe gegen die Alpenrepublik mit 3:0 (1:0) souverän erfüllt und steht im Achtelfinale. „Wir haben ein wundervolles Spiel gezeigt“, resümierte Spanien-Coach Luis de la Fuente. „Ich bin überglücklich.“

    Torjäger Mikel Oyarzabal per Doppelpack (36./89. Minute) und Pedro Porro (66.) trafen beim nie gefährdeten Erfolg der Südeuropäer. „Es war ein kompliziertes Spiel und wir wussten, dass es schwierig sein würde“, sagte Matchwinner Oyarzabal mit übertriebener Bescheidenheit.

    Österreichs Bundesliga-Profi Marcel Sabitzer wurde deutlicher: „Man muss sagen, dass die einfach besser sind als wir. Der Sieg ist verdient für Spanien.“ Auch Coach Rangnick sagte: „Insgesamt muss man anerkennen, dass wir auf einen herausragend guten Gegner getroffen sind.“ Er haderte mit der WM-Auslosung, die Österreich den Europameister schon in der ersten K.-o.-Runde bescherte. „Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft gegen jeden anderen Gegner auf Augenhöhe die Chance auf das Weiterkommen gehabt hätten.“

    Spanien-Keeper knackt WM-Rekord

    Spanien trifft am 6. Juli in Dallas nun nach vier Spielen zu null entweder auf Portugal oder Kroatien. Torhüter Unai Simon knackte nebenbei einen Rekord: WM-übergreifend blieb Spaniens Keeper nun 519 Minuten ohne Gegentor - die bisherige Bestmarke hatte Italiens Walter Zenga mit 517 Minuten gehalten. Simon hatte letztmals bei der WM 2022 in Kater hinter sich greifen müssen.

  • 18:23 Uhr 02.07.2026

    Vozinha und der WM-Wahnsinn: "Beste Erfahrung meines Lebens"

    Die Tränen Vozinhas nach der Überraschung gegen Spanien (0:0) in der Vorrunde hatten die Welt gerührt, in 90 Minuten stieg er zum Star auf. Der brasilianische Sender Caze TV hatte seine Zuschauer während der Halbzeitpause aufgefordert, dem Keeper zu folgen. Inzwischen verfolgen über 17 Millionen Menschen das WM-Märchen des Torhüters bei Instagram.
    "Ich habe immer davon geträumt, eine WM zu spielen. Aber ich habe nie erwartet, dass es eine solche Dimension annimmt. Das Spiel gegen Spanien hat alles geändert", sagte Vozinha bei Fox im Gespräch mit Comedian James Corden: "Nach dem Spiel wurde es verrückt. Ich hatte viele Follower, viele Nachrichten, viele Leute, die meinen Kontakt wollten. Sie wollten Werbung machen."

  • 15:24 Uhr 02.07.2026

    Gipfeltreffen in DFB-Zentrale - Nagelsmann vor Ablösung

    Nach einem Gipfel mit den Verbandsbossen in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Donnerstagvormittag steht Bundestrainer Julian Nagelsmann unmittelbar vor der Ablösung. Informationen der Bild-Zeitung zufolge verließ der aus München eingeflogene Nagelsmann das dreistündige Treffen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig, Sportdirektor Rudi Völler und Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke in Frankfurt/Main kurz vor halb zwei in einer schwarzen Limousine.

    Zunächst soll Nagelsmann seine Sicht auf das WM-Debakel im Sechzehntelfinale gegen Paraguay geschildert haben. Sportliche Fehleinschätzungen seien ebenso Thema gewesen wie die Atmosphäre im inzwischen heftig kritisierten WM-Camp von Winston-Salem. Dann wurde Nagelsmann laut Bild ein freiwilliger Rücktritt nahegelegt, der Bundestrainer habe Bedenkzeit erhalten. Bis „allerspätestens Anfang der kommenden Woche“ werde eine Entscheidung fallen.

    Als klarer Favorit auf Nagelsmanns Nachfolge gilt Jürgen Klopp, derzeit WM-Experte für MagentaTV und im Hauptjob Fußball-Chef des Red-Bull-Konzerns. Medienberichten zufolge soll er für das Amt bereitstehen. 

  • 10:53 Uhr 02.07.2026

    „Goldjunge“ Munoz: Der WM-Star, den einst keiner wollte

    Daniel Munoz ist dieser Tage ein gefragter Mann. In den Straßen von Bogotá grüßt er als Posterboy von den Wänden – und nutzte seine neue Popularität gar zur Gründung einer eigenen Kleidermarke. Dass er sich dafür kurzerhand selbst als Werbemodell vor die Kamera stellte, soll ihn auf seiner großen WM-Mission mit Kolumbien keinesfalls ablenken.

    Denn nicht die Stars wie Luis Díaz oder James Rodríguez setzen bislang die Ausrufezeichen für die „Cafeteros“, vollkommen unerwartet nimmt der „Goldjunge“ aus Amalfi diese Rolle ein. Munoz spielte sich mit einer herausragenden Vorrunde bei der Weltmeisterschaft ins Rampenlicht, schoss als Rechtsverteidiger bei den Siegen gegen Usbekistan sowie die Demokratische Republik Kongo jeweils das 1:0 – und führte sein Team damit zum Gruppensieg vor Portugal.

    „Wir sind eine Familie, und hier ist der einzige Star die kolumbianische Mannschaft“, betonte Munoz: „Nichts kommt von allein, niemand schenkt uns etwas.“ Das gelte auch für Ghana, die im Sechzehntelfinale am Samstag (3.30 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Kansas City der nächste Gegner sind. Bislang gewannen die Südamerikaner in ihrer Geschichte erst ein K.o.-Spiel bei einer WM, doch diese Schreckensbilanz soll sich nun ändern.

    Dabei trägt mit Munoz jemand die Hoffnungen, der lange Zeit Welten entfernt war vom Profifußball. Geboren in Amalfi, wo sich einige der größten Goldminen Kolumbiens befinden, wurde er im Alter von 18 Jahren von sämtlichen Vereinen der Topligen abgelehnt. Deshalb wollte er in die USA auswandern, um dort einem „normalen“ Job nachzugehen. Weil aber sein Visumsantrag abgelehnt wurde, blieb Munoz in der Heimat und ging seiner großen Leidenschaft im Amateurbereich nach.

    „Es war nicht einfach, an einen neuen Ort zu kommen“, erzählte der Spätentwickler rückblickend, „und zu wissen, dass einige der Teamkollegen bereits Profis waren.“ Dies gelang ihm erst im Alter von 21 Jahren, als ihn der Erstligist Águilas Doradas in Rionegro entdeckte. Mit seinen dortigen Leistungen zog er das Interesse seines Traumvereins Atlético Nacional auf sich. Von dort wechselte er nach Genk in Belgien und schließlich weiter zu seinem jetzigen Klub Crystal Palace.

    In der Premier League gilt er als „Pferdelunge“, stellte bereits einige Laufrekorde auf. Trug beim Ex-Team von Oliver Glasner einen bedeutenden Anteil zu den Titeln in der Conference League, im FA Cup und im Supercup bei. Und wer weiß, wie weit Munoz im Schatten der Stars wie Díaz und Rodriguez bei der WM nun Kolumbien führen wird.
  • 07:34 Uhr 02.07.2026

    Traum lebt weiter: USA ziehen ins Achtelfinale ein

    Die US-Fußballer träumen dank eines Sieges in Unterzahl gegen Bosnien-Herzegowina weiter von einer glorreichen Heim-Weltmeisterschaft. Das Team um Superstar Christian Pulisic bezwang die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez im Sechzehntelfinale verdient mit 2:0 (1:0). Im Achtelfinale geht es für die USA nun gegen Belgien.

    Folarin Balogun (45. Minute) und Malik Tillman (82.) ließen mit ihren Toren die meisten der 68.827 Zuschauerinnen und Zuschauer im Super-Bowl-Stadion in Santa Clara frenetisch jubeln. Weil Balogun eine umstrittene Rote Karte sah, mussten die von Mauricio Pochettino trainierten Co-Gastgeber rund 30 Minuten zu zehnt spielen. Für die Bosnier um Sturm-Legende Edin Dzeko endet die erste WM-Reise seit 2014 und die zweite überhaupt.

    US-Treffer zählt nicht

    Im sonnendurchfluteten Stadion der San Francisco 49ers sorgte bereits das Aufwärmen des US-Teams für große Begeisterung. Ob als Freiheitsstatue oder Weißkopfseeadler verkleidet, ob mit gigantischer Fahne oder Cowboyhut: Viele Fans des Pochettino-Teams hatten sich für den speziellen Anlass besonders in Schale geworfen. Schon rund zwei Stunden vor der Partie hallten „USA, USA“-Rufe durch die Arena. Vier Jets, die kurz vor Anpfiff über das komplett offene Stadion flogen, sorgten ebenfalls für Jubel.

    Auf dem Platz hatten allerdings die Bosnier die ersten Gelegenheiten. Stuttgarts Ermedin Demirovic schoss aus aussichtsreicher Position zu unplatziert. Jungstar Kerim Alajbegovic probierte es bei einer Ecke direkt, doch US-Keeper Matt Freese war gerade noch rechtzeitig zur Stelle.

    Die USA übernahmen nun die Kontrolle und hatten mehr Ballbesitz. Immer wieder versuchten sie es mit Chipbällen hinter die gegnerische Abwehr, zunächst ohne Erfolg. Nach einer halben Stunde war Balogun nach einem Fehler in der bosnischen Defensive dann plötzlich frei durch. Der Stürmer traf ins Eck, löste aber nur kurz großen Jubel aus: Balogun stand im Abseits.

    Balogun belohnt sich

    Der agile Angreifer von der AS Monaco sorgte aber weiter für Unruhe – und belohnte sich dann auch für seinen auffälligen Auftritt. Ein Pass von Tillman von Bayer Leverkusen wurde abgefälscht, sprang zu Balogun, und diesmal zählte das Tor. Bei einem Lattentreffer kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte er sogar fast noch einmal getroffen.

    Die Bosnier mussten jetzt kommen, aber zunächst den nächsten Rückschlag verkraften. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff fasste sich Kapitän Dzeko an den Oberschenkel und konnte nicht weiterspielen. Barbarez wechselte gleich dreifach, doch an den Kräfteverhältnissen änderte sich zunächst wenig. Die USA spielten zielstrebiger, genauer und blieben die bessere Mannschaft.

    Umstrittener Platzverweis nach Videostudium

    Nach einer Stunde hätte eine Entscheidung von Schiedsrichter Raphael Claus dem Spiel noch einmal eine neue Richtung geben können. Nach einem Zweikampf, bei dem Balogun seinen Gegenspieler Tarik Muharemovic hart, aber offensichtlich unabsichtlich getroffen hatte, schaute sich der Brasilianer die Szene noch einmal an und entschied auf Rot. „Das ist kein guter Einsatz des VAR. Das war ein Unfall und für mich keine Rote Karte“, sagte der frühere englische Spitzenschiedsrichter Mark Clattenburg beim amerikanischen Sender Fox.

    Mit einem Mann mehr nahm der bosnische Druck etwas zu. Mit einem sehenswerten Freistoßtreffer beseitigte Tillman aber letzte Zweifel am Sieg des US-Teams.

  • 07:32 Uhr 02.07.2026

    Belgien steht nach dramatischem Comeback-Sieg im Achtelfinale

    Belgiens goldene Fußball-Generation hat ein fulminantes Comeback hingelegt und den nächsten heftigen Tiefschlag mit großer Moral abgewendet. Das Team um Doppeltorschütze Youri Tielemans gewann sein WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal in Seattle nach Zwei-Tore-Rückstand noch mit 3:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung und ist trotz eines über weite Strecken schwachen Auftritts ins Achtelfinale eingezogen.Mittelfeldspieler Habib Diarra (24. Minute) und Ismaila Sarr (51.) hatten die Afrikaner vor 66.925 Fans im Football-Tempel der Seattle Seahawks in Führung gebracht. In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Romelu Lukaku (86.) und Tielemans (89.) sorgten für den Ausgleich.

    In der Verlängerung verwandelte erneut Tielemans (120.+5) einen Foulelfmeter. Das vorangegangene Foulspiel war minutenlang via Videobeweis überprüft worden. Im Anschluss legte sich Pathé Ciss vor den Elfmeterpunkt und verzögerte zusätzlich die Ausführung der letztlich spielentscheidenden Szene.

    Am kommenden Montag (Ortszeit) wartet – erneut in Seattle – das Achtelfinale auf das Team von Belgiens Trainer Rudi Garcia.

    Tielemans und Trossard schreien sich an

    Senegal sah bis zur 85. Minute aus wie der sichere Sieger und wurde dann durch das Anschlusstor von Lukaku verunsichert. Bei den Belgiern hatten sich Leandro Trossard und der spätere Torschütze Tielemans während der zweiten Halbzeit bereits angeschrien, ehe doch noch die unerwartete Wende in einem verrückten Fußball-Spiel gelang.

    Für Senegal ist es knapp ein halbes Jahr nach dem denkwürdigen Afrika-Cup-Finale, das die Nation gegen Marokko auf dem Rasen gewann und erst später am grünen Tisch verlor, der nächste heftige Rückschlag.

    Sarr erwischt den Pfosten

    20 Grad und bewölkter Himmel sorgten in Seattle für bestes Fußballwetter – das aber von Anfang an nur eine Nation nutzte. Senegal um den ehemaligen Bayern-Star Sadio Mané gab direkt den Ton an und drückte den Favoriten in die eigene Hälfte.

    Kurios wurde es nach einer Viertelstunde, als Senegals WM-Rekordtorschütze Sarr gleich zwei Chancen zur Führung hatte. Zunächst traf der Profi von Crystal Palace den Pfosten und stolperte dabei auf dem Rasen. Dann versuchte Sarr im Liegen, den Ball über die Linie zu drücken, traf aber nur das Außennetz.

    De Bruyne und Co. ohne Tempo

    Belgien wirkte ideenlos und ohne das nötige Tempo. Besonders Spielmacher Kevin De Bruyne leistete sich immer wieder einfachste Fehler bei Zuspielen.

    Das Führungstor der Afrikaner war eigentlich nur eine Frage der Zeit – und so kam es. Nach einer Flanke von Mané kam Sarr per Kopfball zum Abschluss und traf erneut den Pfosten. Doch diesmal prallte der Ball glücklich nach vorn ab, sodass Mittelfeldspieler Diarra zur verdienten Führung einschoss. Belgien kam über Jeremy Doku (43.) und Maxim De Cuyper (45.) zu zwei Abschlüssen, doch Senegals Torhüter Mory Diaw reagierte jeweils stark.

    Garcias Wechsel überraschen

    Nach der Pause sollte Diaw, der erneut den verletzungsbedingt fehlenden Edouard Mendy vertrat, eigentlich mehr gefordert sein. Denn Belgien brachte Sturmtank Lukaku, der beim 5:1 gegen Neuseeland mit einem Tor und einem Assist als Joker überzeugt hatte. Doch stattdessen spielte weiter das Team in Grün und durfte nach Sarrs spektakulärer Volleyabnahme ein zweites Mal jubeln.

    Dann nahm Garcia in De Bruyne und Doku auch noch die beiden eigentlich wichtigsten Offensivspieler heraus und brachte unter anderem den Ex-Herthaner Dodi Lukebakio. Es wirkte wie ein Doppelwechsel aus Verzweiflung – und so sah es auch lange aus.

    Erst in der Schlussphase kamen die Belgier wie aus dem Nichts zum 1:2 durch Lukaku, der auf Vorlage des Ex-Dortmunders Thomas Meunier verkürzte. Dann gelang Tielemans der umjubelte Ausgleich, ehe sich Belgien in der Verlängerung durchsetzte. Lamine Camaras Einsatz gegen Tielemans war lange überprüft worden, schließlich verwandelte der Gefoulte selbst.

  • 07:30 Uhr 02.07.2026

    Kane verhindert Blamage: England erreicht WM-Achtelfinale

    Als Harry Kane gemeinsam mit der Mannschaft und dem ganzen Stadion „Wonderwall“ sang, war die Erleichterung deutlich spürbar. Bereits seine geballte Faust nach Abpfiff zeigte seine gelöste Anspannung. Der Kapitän hatte England mit einem späten Doppelpack vor einer Blamage bewahrt und das Team von Trainer Thomas Tuchel mit viel Mühe ins WM-Achtelfinale geführt. Der Mitfavorit gewann gegen die Demokratische Republik Kongo mit 2:1 (0:1) und trifft nun auf Co-Gastgeber Mexiko.

    Brian Cipenga hatte die Afrikaner früh vor 68.239 Fans in Führung gebracht (7. Minute), ehe Kane die Partie mit seinen Treffern in der 75. und 86. Minute drehte und für große Erleichterung bei den Three Lions sorgte.

    „Es war ein verrücktes Spiel. Der Torwart hat einige unglaubliche Bälle gehalten. Aber man muss einfach immer weitermachen und auf seine Momente warten“, sagte Kane kurz nach den Feierlichkeiten mit den Fans. „Man muss geduldig bleiben. Hier in der K.-o.-Phase muss man einfach durchhalten. Aber wir sollten das jetzt auch genießen. Hoffentlich können wir so weiter machen.“

    Cipenga in die kurze Ecke – Pickford patzt

    Der Schwabe Tuchel war auf jegliche Szenarien bestens und gewissenhaft vorbereitet, hatte er vor dem Spiel kundgetan. Selbst auf ein Elfmeterschießen. Zudem hatte der 52-Jährige eindringlich vor dem Gegner gewarnt, der seine Ziele mit dem Weiterkommen bereits übererfüllt hatte. Dadurch entstünde in der Mannschaft ein tiefer Glaube.

    Ob Tuchel einen so frühen Rückstand auf dem Zettel hatte, ist nicht überliefert. Nach einer Flanke aus dem rechten Halbfeld landete der Ball vor den Füßen Cipengas auf der anderen Seite. Der Flügelstürmer zog in den Strafraum in Richtung Torlauslinie und drosch den Ball überraschend in die kurze Ecke. England-Keeper Jordan Pickford hatte wohl mit einem Querpass gerechnet und musste sich das Tor zum größten Teil ankreiden.

    Mpasi hält zunächst alles

    Als Kongos Trainer Sébastien Desabre den auch in der Heimat weitgehend unbekannten Cipenga vor gut einem Jahr zum ersten Mal nominierte, rief das Unverständnis hervor. Doch ohne den Dribbler aus der zweiten spanischen Liga wäre die DR Kongo wohl nicht bei der WM. Im entscheidenden Play-off-Spiel gegen Jamaika bereitete Cipenga das einzige Tor durch Axel Tuanzebe vor – das Land war dadurch erstmals nach 52 Jahren wieder bei einer WM.

    England brauchte bis nach der ersten Trinkpause, um zu wirklich klaren Chancen zu kommen. Diese hatten es dann aber in sich. Den Kopfball von Jude Bellingham (30.) aus kurzer Distanz hielt Lionel Mpasi exzellent, den Versuch von Marcus Rashford (35.) klärte der in England geborene Aaron Wan-Bissaka auf der Linie. Auf der anderen Seite legte der rechte Verteidiger für Yoane Wissa auf, doch der Abschluss des Stürmers von Newcastle United landete am Pfosten.

    Kane fordert Elfmeter

    Bevor erneut Bellingham (45.+2) und Harry Kane (45.+6) mit großen Chancen jeweils an Mpasi scheiterten, gab es fassungslose Gesichter aufseiten der Engländer. Bayern-Star Kane war in den Strafraum eingedrungen und nach einem Kontakt mit Mpasi zu Boden gegangen. Der jordanische Schiedsrichter Adham Makhadmeh verweigerte einen Elfmeterpfiff, die Entscheidung stand auch nach dem Videobeweis.

    Tuchel schüttelte ungläubig den Kopf, Kane raufte sich die Haare. „Kontakt ist auf jeden Fall da, das steht völlig außer Frage. Der Schiri hat angezeigt, er wäre gesprungen, das kann ich auch aus der Schiedsrichterperspektive nachvollziehen“, analysierte der frühere Liverpool-Trainer Jürgen Klopp bei MagentaTV. Englands Sturm-Legende Alan Shearer befand: „Für mich ist das ein Elfmeter.“

    Tuchel emotional in der Trinkpause

    England drückte unbeirrt weiter – ihnen blieb auch nichts anderes übrig. Rashford (52./53.) traf zunächst das Außennetz, dann wurde sein abgefälschter Schuss glänzend von Mpasi abgewehrt. Tuchel reagierte, tauschte seine Flügel aus und brachte Bukayo Saka sowie Anthony Gordon.

    In der Trinkpause gestikulierte Tuchel ununterbrochen, redete emotional auf seine Spieler ein. Die englischen Fans wurden zunehmend unruhig, Buhrufe häuften sich nach Fehlpässen. In der Crunchtime war England dann aber da. Eine Flanke von Gordon köpfte Kane problemlos ins lange Eck. Etwas mehr als zehn Minuten später verwandelte der Torjäger aus der Drehung überragend ins rechte obere Eck und ließ sein Team jubeln.

  • 12:01 Uhr 01.07.2026

    Irans Außenminister kontert US-Minister nach WM-Aus

    Nach dem Vorrunden-Aus des Irans bei der Fußball-WM hat sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in den Streit mit der US-Regierung eingeschaltet. Auf der Plattform X reagierte er auf den Jubel von Markwayne Mullin, dem Minister für Innere Sicherheit im Kabinett von US-Präsident Donald Trump.
    „‚Mission erfüllt‘, Herr Mullin“, schrieb Araghtschi an Mullin gerichtet. „Sie haben noch etwas anderes erreicht: Sie haben der Welt bewiesen, dass Sie nicht in der Lage sind, ein internationales Turnier auszurichten. Ihr Verhalten war ein Paradebeispiel dafür, wie man die Würde verspielt, die mit der Rolle als Gastgeber einhergeht.“
    Damit griff der Außenminister eine Linie auf, die zuvor bereits der iranische Fußball-Verband vertreten hatte. Auslöser war eine Äußerung Mullins zum Ausscheiden der iranischen Mannschaft. „Ich bin einfach nur froh, dass sie fertig sind und dass sie nicht zurückkommen“, hatte der Homeland Security Secretary gesagt. Er sei sehr glücklich gewesen, als sie die Visa der Iraner widerrufen hätten „und ich habe vielleicht auch ein oder zwei Lieder gesungen oder vielleicht sogar einen Freudentanz getanzt“.
    Die iranische Nationalmannschaft musste wegen Einreisebeschränkungen für jedes Spiel aus dem WM-Quartier im mexikanischen Tijuana in die USA einreisen und durfte nur kurz vor und nach den Spielen in den Vereinigten Staaten bleiben. Spieler und Verantwortliche hatten deswegen von einer klaren Benachteiligung gesprochen. Der Iran hatte den Einzug in die K.o.-Runde knapp verpasst.

  • 11:58 Uhr 01.07.2026

    Ecuador-Coach Beccacece hört nach WM-Aus auf

     
    Sebastian Beccacece hat nach dem WM-Aus mit Ecuador seinen Abschied als Fußball-Nationaltrainer der Südamerikaner bestätigt. „Heute ist es an der Zeit, sich von einer wunderbaren Familie zu verabschieden“, sagte der 45-Jährige nach dem 0:2 im WM-Sechzehntelfinale gegen Co-Gastgeber Mexiko. Auch der überraschende Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland (2:1) half dem Argentinier nicht mehr.
    Beccaceces Vertrag lief bis zur WM und wird wie erwartet nun nicht verlängert. „Wir haben es nicht geschafft, unser Ziel zu erreichen - nämlich die beste WM in der Geschichte Ecuadors zu spielen“, sagte er.
    In der Mannschaft soll es zuletzt Widerstand gegen ihn gegeben haben. Beim Aus gegen Mexiko hatte Abwehrspieler Piero Hincapié dem Coach nach seiner Roten Karte den Handschlag verweigert - ob aus Frust oder aus Abneigung, blieb zunächst unklar.
    Beccacece hatte Ecuador im August 2024 übernommen. Noch vor Uruguay, Kolumbien und Brasilien hatte sich sein Team den zweiten Platz in der WM-Qualifikation gesichert - dank elf Spielen ohne Niederlage in Folge. Highlight war der 1:0-Sieg über den amtierenden Weltmeister aus Becacceces Heimatland zum Abschluss.
    Bei der WM war Ecuador mit einem 0:1 gegen die Elfenbeinküste und einem 0:0 gegen Curacao gestartet, ehe der Sieg gegen Deutschland doch noch den Einzug ins Sechzehntelfinale brachte. Beccaceces wilder Jubel danach, als er die Tribüne hochkletterte, um mit seiner Frau Patricia und den beiden Töchtern zu feiern, hatte international für Aufsehen gesorgt.
  • 07:33 Uhr 01.07.2026

    Statement-Sieg: Mexiko stürmt ins Achtelfinale

    Nach einstündiger Verspätung wegen Blitz und Donners hat WM-Mitgastgeber Mexiko seine erste große WM-Gala gezündet und Ecuador besiegt. Angeführt von Wunder-Teenager Gilberto Mora zeigten die Mexikaner vor 80.824 Zuschauern im ausverkauften Fußball-Tempel Aztekenstadion einen phasenweise berauschenden Auftritt.

    Sie bezwangen die defensivstarken Südamerikaner im Sechzehntelfinale der XXL-WM souverän mit 2:0 (2:0). Julián Quiñones traf in der 22. Minute, Raúl Jiménez legte neun Minuten später nach. Ecuador beendete die Partie zu zehnt, weil Arsenals Verteidiger Piero Hincapie in der Nachspielzeit mit Rot des Feldes verwiesen wurde. Hincapie hatte sich die Hand vor den Mund gehalten, was Referee Slavko Vincic nach Sichtung der Bilder entsprechend ahndete.

    Wieder im Viertelfinale wie 1970 und 1986?

    Im Achtelfinale erneut in der Mexiko-Festung Aztekenstadion kommt es entweder zum Duell mit der Demokratischen Republik Kongo oder Titelanwärter England um Bayern-Star Harry Kane.

    Wer auch immer es sein wird, der Gegner ist nach diesem beeindruckenden Auftritt der Mannschaft von Trainer-Fuchs Javier Aguirre – dem vierten Sieg im vierten Turnierspiel – gewarnt. Mexiko ist bei der WM weiter ohne Gegentor. Zudem erreichte Mexiko bei seinen Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 stets das Viertelfinale.

    Stresstest für Ecuador: Lärmende Fans machen Nacht zum Tag

    Die Furcht vor Deutschland-Bezwinger Ecuador erwies sich als weitgehend unberechtigt. Allerdings wurde der Trip nach Mexiko-Stadt für die Mannschaft von Sebastián Beccacece auch vorher schon zum Stresstest. Nachdem die Anreise schon neun statt der geplanten sechs Stunden gedauert hatte, machten mexikanische Fans vor dem Team-Hotel Ecuadors die Nacht zum Tag.

    Doch damit nicht genug: Wenige Stunden vor dem Anpfiff setzte ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen ein. Das Spiel musste aus Sicherheitsgründen um eine Stunde verschoben werden. Den Mexikanern schienen die 60 Minuten des Wartens nur noch mehr Lust zu machen. Ecuador wirkte angesichts der Kulisse nahezu eingeschüchtert. „Die Fans sind unser bester 12. Mann“, sagte Aguirre vor dem Anpfiff. Genauso kam es.

    Mexikos Wunder-Teenager legt los

    Noch nie hat eine mexikanische Nationalmannschaft ein WM-Spiel im Aztekenstadion verloren. Und schon der rasante Beginn machte den Fans Mut, dass das so bleiben würde.

    Vor allem Wunder-Teenager Gilberto Mora wirbelte. Der mit 17 Jahren zweitjüngste Startelfspieler eines WM-K.-o.-Spiels nach Pelé versuchte es mit einem Distanzschuss in der fünften Minute selbst. Kurz danach legte er den Ball wunderbar auf der rechten Seite vor, Luís Romo flankte direkt und in der Mitte setzte Jiménez zum Flugkopfball an – aber vorbei.

    Dann kam wieder Mora, der die WM-Bühne einfach nur zu genießen schien. Ein Schlenzer verfehlte aber das Ziel (15.). Mexiko drückte, kontrollierte den Ball und das Spiel, so konsequent waren sie bisher selbst bei ihren drei Gruppensiegen nicht aufgetreten. Der Auftritt wirkte titelreif.

    Doch Achtung: Beinahe hätte John Yeboah die Fiesta früh gesprengt: Er traf nur das Außennetz. Die Antwort folgte prompt und sie ließ das Aztekenstadion beben. Roberto Alvarado schickte aus der eigenen Hälfte Quiñones. Der ließ sich die Chance nicht nehmen und hämmerte den Ball aus rund zwölf Metern ins Tor. Es war bereits das dritte WM-Tor des in Kolumbien geborenen Angreifers.

    Jiménez trifft auch wieder

    Die Fiesta Mexicana ging aber weiter. Nach einem Abspielfehler der nun teils hilflos wirkenden Ecuadorianer knallte Jiménez den Ball in den Winkel. Der Premier League erfahrene Stürmer, der wegen seiner Vorgeschichte mit Lebensgefahr nach einem Schädelbruch 2020 bei seinem Tor zum WM-Auftakt schwer ergriffen mit Tränen in den Augen gefeiert hatte, legte nach.

    Mit 47 Treffern ist Jiménez Mexikos alleiniger zweitbester Torschütze in der Geschichte. Fünf Tore fehlen ihm noch zur 38 Jahre alten vereinslosen Legende Javier Hernández.

    Die Zu-Null-Mexikaner

    Es war ein Auftritt der Mexikaner wie im Rausch – zumindest in der ersten halben Stunde. Und wenn es mal gefährlich vor dem mexikanischen Tor wurde, war Schlussmann Raúl Rangel zur Stelle. Nach der Pause zogen sich die Mexikaner allerdings weit zurück und überließen Ecuador mehr den Ball und die Kontrolle.

    Brandgefährlich blieben sie trotzdem, mit zwei Kopfbällen binnen einer Minute verpasste der mit aufgerückte Verteidiger jeweils das 3:0. Ansonsten zeigte Mexiko eine weitere Qualität: Einen Vorsprung nach Hause bringen – noch keinem Gegner gelang überhaupt ein Tor gegen den WM-Mitgastgeber.

  • 07:32 Uhr 01.07.2026

    Mbappé brilliert weiter: Frankreich liefert Show gegen Schweden

    Topfavorit Frankreich und Superstar Kylian Mbappé zaubern sich bei der Fußball-WM mehr und mehr Richtung Titel. Der zweimalige Weltmeister setzte sich im Sechzehntelfinale hochverdient mit 3:0 (1:0) gegen Schweden durch und trifft am Samstag in Philadelphia nun auf Deutschland-Bezwinger Paraguay.

    Mbappé (45./74. Minute) und Bradley Barcola (53.) trafen vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford für die Franzosen, die phasenweise eine große Show boten. Nicht nur Mbappé, der in der ewigen WM-Torjägerliste ganz nah an Lionel Messi heranrückte, drehte auf. Auch Bayern-Profi Michael Olise glänzte wieder mal als Vorbereiter. Wer soll Les Bleus eigentlich stoppen?

    Olise artistisch an den Pfosten

    In der Anfangsphase verteidigten die Schweden noch kompakt. Doch je länger die erste Halbzeit dauerte, desto spektakulärer wurde das Spiel der Franzosen. Ein ums andere Mal kombinierten sie die gegnerische Defensive auseinander. Ein erster Treffer von Mbappé wurde wegen einer Abseitsstellung zurecht nicht gegeben (20.). Danach erhöhte die Équipe Tricolore mehr und mehr den Druck.

    Mbappé setzte die Kugel nach einem feinen Spielzug an den linken Pfosten (31.), Olise vier Minuten später an den rechten – und wie. Der Seitfallzieher des Bundesliga-Profis aus rund 15 Metern hatte absolutes Traumtor-Potenzial, doch er landete letztlich nur am Aluminium.

    Mbappé jubelt mit Trainer Deschamps

    Nachdem Olise noch zwei weitere Abschlüsse genommen hatte, belohnte Mbappé die Dominanz der Franzosen mit dem überfälligen 1:0. Nach einer schnellen Kombination über drei Stationen – Olise, Ousmane Dembélé, Mbappé – traf der Stürmer von Real Madrid halbhoch und unhaltbar ins rechte Eck.

    Seinen Treffer bejubelte Mbappé mit einem Sprint zu seinem Trainer Didier Deschamps. Sämtliche Mitspieler folgten ihm und bildeten eine große Traube. Es war eine schöne Geste für den Coach, der nach dem Tod seiner Mutter das letzte Gruppenspiel gegen Norwegen verpasst hatte.

    Olise scheitert – und serviert dann wieder

    Nach der Pause ging’s zunächst gerade so weiter. Olise bediente mit einem seiner Zauberpässe Barcola – und der Flügelspieler von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain erhöhte mit einem platzierten Schuss ins linke Eck.

    Und Schweden? Wenn sie qualifiziert waren, haben die Skandinavier in diesem Jahrtausend bei jeder WM die K.-o.-Phase erreicht. „Wir müssen das Spiel unseres Lebens spielen“, hatte Trainer Graham Potter angekündigt. Doch die Franzosen waren einfach eine Nummer zu groß. Abgesehen von vereinzelten Nadelstichen hatten die Schweden dem Gegner nichts entgegenzusetzen.

    In der 72. Minute hätte Olise auf 3:0 erhöhen können, scheiterte aber an Keeper Jacob Widell Zetterström. Kurz darauf servierte der 24-Jährige dann mal wieder maßgerecht – und Mbappé krönte seine Leistung mit dem Doppelpack.

  • 19:30 Uhr 30.06.2026

    Tuchels Defensive strauchelt

    Englands Trainer Thomas Tuchel muss bei der Fußball-WM im Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo sehr wahrscheinlich auf Reece James und Jarell Quansah verzichten. Das Außenverteidiger-Duo konnte verletzungsbedingt nicht am Abschlusstraining in Kansas City teilnehmen und droht für die Partie an diesem Mittwoch in Atlanta auszufallen.

    Personell wird es für Tuchel auf der rechten Außenverteidiger-Position nun langsam eng. Vor Beginn der Weltmeisterschaft hatte bereits Tino Livramento wegen einer Verletzung passen müssen. Dennoch gehen die Three Lions als klarer Favorit ins Duell mit dem Kongo. Zumal Mittelfeldstratege Declan Rice wieder in die Startelf rücken wird.

  • 19:04 Uhr 30.06.2026

    Nächster brasilianischer Offensivspieler verletzt

    Brasiliens Nationalteam beklagt bei der Fußball-WM den nächsten verletzten Offensivstar. Spielmacher Lucas Paquetá hat beim hart erkämpften 2:1-Sieg im Sechzehntelfinale gegen Japan eine Muskelverletzung an der Rückseite des linken Oberschenkels erlitten, wie der Verband mitteilte. Der 28-Jährige werde ein intensives Behandlungsprogramm absolvieren, hieß es. Er war bei der Partie in Houston am Montag zur Pause ausgewechselt worden.
    Ob Paquetá bis zum Achtelfinale der Brasilianer am Sonntag in East Rutherford schon wieder zur Verfügung steht, ist offen. Zur Verletzung von Offensiv-Ass Raphinha hatte sich der Verband zuletzt ähnlich geäußert. Der 29-Jährige war im zweiten Gruppenspiel ebenfalls mit einer Oberschenkelblessur vom Platz gegangen und fällt seitdem aus. Zu Turnierbeginn hatte der Rekordweltmeister schon auf den mittlerweile wieder fitten Altstar Neymar verzichten müssen.

  • 11:10 Uhr 30.06.2026

    Neuer bestätigt erneuten DFB-Abschied

    Mit dem bitteren Aus gegen Paraguay hat die Nationalmannschaftskarriere von Manuel Neuer ein – erneutes – Ende genommen. „Ja“, sagte der Torhüter auf die Frage, ob das Sechzehntelfinale der WM sein letztes Länderspiel gewesen sei, in der ARD. Neuer hatte bereits nach der EM 2024 in Deutschland seinen Rücktritt erklärt, gab zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko aber sein Comeback im DFB-Trikot. Oliver Baumann, Stammtorwart in der Qualifikation, rückte dafür wieder ins zweite Glied.

    Neuer ist 40 Jahre alt, die Niederlage gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) war sein 128. Länderspiel. In der „ewigen“ DFB-Liste liegt der Weltmeister von 2014 damit auf Rang fünf hinter Lothar Matthäus (150), Miroslav Klose (137), Thomas Müller (131) und Lukas Podolski (130) – allesamt ebenfalls Weltmeister.

    Welche Kollegen außerdem aus eigenen Stücken ihre DFB-Karriere beenden, bleibt vor der EM 2028 in Großbritannien und Irland abzuwarten. Neuer ist mit Abstand der Älteste, zu den wenigen anderen Ü-30ern im Team gehört auch Kapitän Joshua Kimmich (31) – der einen Rücktritt ausschloss. „Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde, ist: aufgeben“, sagte er.

  • 10:14 Uhr 30.06.2026

    WM: Über 1000 Drohnen an US-Spielorten entdeckt

    In der Nähe von US-Stadien wurden bei der Fußball-Weltmeisterschaft über 1000 Drohnen entdeckt. Wie Andrew Giuliani, der Turnierbeauftragte des Weißen Hauses, am Montag mitteilte, wurden die Drohnen ohne Gewaltanwendung außer Gefecht gesetzt, ohne jedoch zu erläutern, wie dies geschah.

    „Bis Sonntagabend gab es 1.139 Drohnenerfassungen bei der Weltmeisterschaft und an weltmeisterschaftsbezogenen Veranstaltungsorten“, sagte Giuliani im vom Federal Bureau of Investigation (FBI) organisierten International Police Cooperation Center (IPCC) nahe Washington.
    Das FBI habe zudem „über 500 dieser Drohnen beschlagnahmt, um sie als Beweismittel in Ermittlungen zu verarbeiten“, erklärte Doug Olson, der beim FBI als verantwortlicher Sonderermittler für die Koordinierung rund um die Weltmeisterschaft 2026 zuständig ist.

    Die USA hatten im Vorfeld der Weltmeisterschaft Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen zu einem zentralen Bestandteil ihrer Sicherheitsbemühungen gemacht und dafür mehrere hundert Millionen Dollar bereitgestellt. Die Befugnisse der lokalen Behörden wurden ausgeweitet, um diese Geräte stören und abfangen zu können. Zudem haben Dutzende Polizisten aus den elf US-Austragungsstädten eine Spezialausbildung in einem Ausbildungszentrum des FBI erhalten.

    Mitte Juni hatte das FBI mitgeteilt, es habe einen geplanten Anschlag vereitelt, bei dem die MMA-Kampfnacht der UFC im Weißen Haus anlässlich des 80. Geburtstags von Präsident Donald Trump das Ziel gewesen sei. Der Plan sah offenbar vor, Drohnen mit Sprengladungen in umliegenden Gebieten zu starten.

  • 10:04 Uhr 30.06.2026

    Oranje-Coach Koeman lässt Zukunft offen - Bosz im Gespräch

    Ronald Koeman hat nach dem WM-Aus der Niederlande seine Zukunft als Bondscoach offen gelassen. „Ich habe mir dazu durchaus meine Gedanken gemacht, aber ich werde sie noch nicht preisgeben“, sagte der 63-Jährige nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Marokko (2:3).

    Koeman hatte 2023 seine zweite Amtszeit als Oranje-Trainer angetreten, sein Vertrag lief bis zur WM. „Die große Frage ist, ob Koeman auch nach diesem Turnier Cheftrainer bleiben wird“, schrieb das Fachblatt Voetbal International am Dienstag. Als möglicher Nachfolger ist Peter Bosz vom niederländischen Meister PSV Eindhoven im Gespräch.

    Die Niederlage im Sechzehntelfinale bewertete Koeman als äußerst unglücklich, bis in die Nachspielzeit der regulären Spielzeit hatte sein Team in Führung gelegen. „Wir alle wissen, wie schwierig Elfmeter in solchen Momenten sind. Wir haben drei von fünf verschossen, und das ist einfach nicht gut genug“, so Koeman.

    Knackpunkt sei der zweite Elfmeter Marokkos gewesen. Keeper Bart Verbruggen hatte den Schuss schon gehalten, beförderte den Ball dann aber unglücklich mit der Ferse ins eigene Netz. „Das war vielleicht entscheidend und hat das Spiel für beide Seiten beeinflusst. Wenn sich solche Momente gegen dich wenden, ist das das Aus.“

  • 10:02 Uhr 30.06.2026

    „Etwas müde“: Ecuadors Neun-Stunden-Trip nach Mexiko

    Ecuadors Fußball-Nationaltrainer Sebastián Beccacece hat nach stundenlanger Verspätung auf der Anreise die Logistik im WM-Spielort Mexiko-Stadt kritisiert. „Wir haben drei Stunden länger gebraucht als geplant. Wir wissen nicht, warum“, sagte er bei seiner Pressekonferenz im Aztekenstadion, die rund 75 Minuten später als geplant begann. „Ein Flug, der eigentlich dreieinhalb Stunden dauern sollte, plus eine Stunde und 20 Minuten Fahrt zum Hotel, hat sich letztendlich auf neun Stunden verlängert“, schilderte Beccacece.

    Der 45-Jährige hatte mit seiner Mannschaft am Vormittag in Columbus im US-Bundesstaat Ohio im WM-Camp Ecuadors das Abschlusstraining absolviert. Danach machte sich die Delegation auf den Weg nach Mexiko-Stadt, wo Ecuador nach seinem 2:1-Vorrundensieg gegen Deutschland in der Nacht auf Mittwoch (03.00 Uhr/MESZ) auf WM-Mitgastgeber Mexiko im Aztekenstadion trifft.

    Wie in den vergangenen Tagen sorgte heftiger Regen mit Gewittern für weitere Störungen am späten Nachmittag in Mexiko-Stadt. Zu dieser Zeit ist die Verkehrslage auch im Normalfall problematisch. „Die bisherigen Spiele waren immer gut. An allen Austragungsorten verlief alles reibungslos, hier war das nicht der Fall“, sagte der Argentinier Beccacece. Er versicherte aber, dass er nicht verärgert, sondern dankbar sei, bei der WM dabei zu sein. „Es ist nun mal so gekommen. Am Ende war es eine neunstündige Reise, also entschuldigt bitte, wenn wir etwas müde aussehen“, meinte er.

    Auch andere Delegationen hatten bei der WM schon Erfahrungen mit dem chaotischen Verkehr in Mexiko machen müssen.

  • 10:00 Uhr 30.06.2026

    Vor Frankreich-Spiel gibt es erneut Kritik am Final-Rasen

    Frankreichs Nationalspieler Adrien Rabiot hat erneut die Platzverhältnisse im Final-Stadion der Fußball-WM bemängelt. „Es ist ein Fakt, dass wir in Europa auf Plätzen spielen, die in einer besseren Verfassung sind“, sagte der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler vor dem Sechzehntelfinale seiner Mannschaft am Dienstag gegen Schweden in East Rutherford (23.00 Uhr). Im dortigen Stadion findet am 19. Juli das Endspiel statt.

    „Wir müssen uns darauf einstellen“, sagte Rabiot mit Blick auf den Rasen. Die Bedingungen seien für beide Mannschaften gleich. „Der Platz ist keine Entschuldigung.“

    Rabiot, der zuvor erklärt hatte, der Rasen fühle sich eher wie Kunstrasen an, stellte zudem eine Veränderung fest. „Wir haben ihn eben gecheckt. Es gibt eine leichte Verbesserung“, sagte er. Seine Mannschaft hatte bereits ihr erstes Gruppenspiel gegen Senegal (3:1) in East Rutherford bestritten.

    Die FIFA hat bereits nach erster Kritik beschwichtigt. Die Spielfelder aller 16 WM-Stadien befänden sich „in einem hervorragenden Zustand, sowohl was die Bespielbarkeit als auch die Sicherheit der Spieler betrifft“, teilte der Weltverband der Deutschen Presse-Agentur damals mit.

  • 09:33 Uhr 30.06.2026

    Tränen-Interview des Paraguay-Helden: „Kuss in den Himmel“

    Der größte Moment seiner bisherigen Fußball-Karriere wurde zugleich zu einem der emotionalsten seines Lebens. Julio Enciso hatte Paraguay mit seinem Führungstor auf den Weg zur WM-Sensation gebracht und nach dem dramatischen Elfmeterschießen den historischen Einzug ins Viertelfinale bejubelt. Doch statt ausgelassen zu feiern, brach der 22-Jährige in Tränen aus.

    „Es ist der schönste Tag meines Lebens. Ich widme diesen Sieg meinem Opa dort oben im Himmel. Ich musste sofort an ihn denken. Dass wir weitergekommen sind, ist ein Geschenk Gottes und von ihm“, sagte Enciso mit zittriger Stimme nach dem sensationellen 4:3 im Elfmeterschießen gegen Deutschland. Schon unmittelbar nach Abpfiff war der Offensivspieler in Tränen ausgebrochen und seinen Mitspielern in die Arme gefallen. 

    Julio Encisos Großvater starb 2023 – ausgerechnet dann, als der Angreifer seine erfolgreiche Debütsaison in der englischen Premier League bei Brighton & Hove Albion abschloss. Der Verlust traf den damaligen Teenager tief. Immer wieder berichtete Enciso davon, wie sein Großvater ihm schon als Kind gesagt habe, dass er eines Tages bei einer Weltmeisterschaft spielen werde. Nun avancierte er neben Torhüter Orlando Gill zum Helden eines WM-Abends.
    „Ich erinnere mich noch gut daran, wie er auf mich gezeigt und mir gesagt hat, dass ich eines Tages hier stehen würde“, sagte Enciso und blickte zum Himmel, „er ist bestimmt stolz auf mich. Nun schicke ich meinem Großvater einen Kuss in den Himmel“.

  • 09:29 Uhr 30.06.2026

    Flop Germania! - Pressestimmen zum deutschen WM-Aus

    ENGLAND
    Daily Mail: „Die bisher größte Überraschung des Turniers.“
    The Guardian: „Natürlich richtet sich die Aufmerksamkeit auf Deutschland, das zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft im Elfmeterschießen verloren hat, doch Paraguays Spielplan war makellos. Dies ist einer der größten Momente in der Geschichte des Landes.“

    FRANKREICH
    L'Équipe: „Es ist die bislang größte Überraschung des Turniers. Obwohl die Paraguayer während des gesamten Spiels in puncto Ballbesitz unterlegen waren, kämpften sie verbissen darum, die deutschen Pläne zu durchkreuzen. Unter großen Schwierigkeiten überstanden sie die Verlängerung und schafften es bis zum Elfmeterschießen. Dort wird Deutschland für seine fruchtlose Dominanz bestraft.
    Le Dauphiné: „Paraguay sorgt für eine Sensation und schaltet Deutschland aus. Die Deutschen enttäuschen bei ihrer dritten Weltmeisterschaft in Folge, während Paraguay sein erstes K.o.-Spiel gewinnt. Was für ein Erdbeben in Boston!“

    ITALIEN
    Gazzetta dello Sport: „Flop Deutschland! Die Deutschen zeigten zwar eine leichte Verbesserung gegenüber 2018 und 2022, konnten aber den Erwartungen nicht gerecht werden.“
    Tuttosport: „Die erste große Überraschung der Weltmeisterschaft 2026 ist das Ausscheiden Deutschlands.“
    Corriere dello Sport: „Sensationell: Deutschland scheidet im Elfmeterschießen aus, Paraguay schafft das Kunststück und zieht ins Achtelfinale ein.“

    ÖSTERREICH
    Kronen-Zeitung: „WM-Aus! Deutschland verliert Elfmeter-Thriller. Paraguay sensationell, mit diesem Ergebnis hätten wohl die wenigsten gerechnet.“

    SCHWEIZ
    Blick: „Aus, aus, aus, aus, die WM ist aus - zumindest für den Champion von 2014. Deutschland erlebt in Boston eine der bittersten Stunden seiner Fußball-Geschichte. Und dies gegen einen Gegner, der im Vorfeld noch als drittklassig bezeichnet wurde. Das Aus kommt ausgerechnet im Penaltyschießen, das bisher die deutsche Paradedisziplin bei Weltmeisterschaften war. So weit hätte es aus deutscher Sicht allerdings gar nicht kommen müssen.“
    Tages-Anzeiger: „Deutschland scheitert im Penalty-Schießen – und hadert mit dem VAR: Paraguay mauert sich gegen Deutschland ins Penaltyschiessen – und gewinnt dieses, weil die deutschen Nerven flattern. Der Videoschiedsrichter sorgt für Gesprächsstoff.“

    SPANIEN
    Marca: „Von Deutschland ist nichts mehr übrig. Nicht einmal im Elfmeterschießen. Die deutsche Mannschaft muss weitere vier Jahre warten, um ihrem Wappen einen weiteren Stern hinzuzufügen.“
    Sport: „Paraguay sorgt für die erste große Überraschung der Weltmeisterschaft, indem es eine niedergeschlagene deutsche Mannschaft im Elfmeterschießen besiegt.“

  • 07:05 Uhr 30.06.2026

    Deutschland und die Niederlande fliegen raus

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft fährt bei der WM schon nach der ersten K.-o.-Runde nach Hause, der angezählte Julian Nagelsmann will dennoch Bundestrainer bleiben. Der 38-Jährige erklärte nach dem 3:4 gegen Paraguay im Elfmeterschießen noch im Stadion von Foxborough seine Bereitschaft, im Amt zu bleiben. „Ich möchte es weitermachen. Ich stehe bereit, wenn man das möchte“, sagte Nagelsmann bei MagentaTV. Sein Vertrag mit dem DFB läuft noch bis nach der EM 2028.

    Das aberkannte Tor von Jonathan Tah im Sechzehntelfinale der Fußball-WM gegen Paraguay zum 2:1 wegen eines angeblichen Foulspiels sorgt für Ärger und Diskussionen. „Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal“, sagte Nagelsmann im ZDF: „Das ist nicht mal ansatzweise ein Foulspiel.“ Bei MagentaTV hatte er die Entscheidung zuvor als „Witz“ bezeichnet.

    Was war passiert? Nach einer Ecke köpfte Tah Deutschland zur 2:1-Führung. Doch dann griff der VAR, um den es bei der WM bislang relativ wenig Ärger gab, wegen eines angeblichen Stoßes von Waldemar Anton gegen Paraguays Keeper Orlando Gill ein. Nachdem der Unparteiische Jalal Jayed aus Marokko einen Hinweis aufs Ohr bekommen und sich die Aktion noch einmal am Monitor angesehen hatte, entschied er auf Foulspiel.

    Orlando Gill entschärfte zunächst die Elfmeter von Kai Havertz und Nick Woltemade - und brachte schließlich Jonathan Tah so aus dem Konzept, dass dieser den Ball weit über das Tor in den Abendhimmel von Massachusetts jagte. Mit insgesamt drei vereitelten Strafstößen avancierte Paraguays Torhüter im Sechzehntelfinale der Fußball-WM zum großen Deutschland-Schreck.

    Auf die Frage, ob der Erfolg reine Intuition oder akribische Vorbereitung gewesen sei, erklärte der 26-Jährige der Zeitung „ABC“ nach dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Deutschland: „Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert, und Gott sei Dank konnte ich zwei Elfmeter halten, was für die Qualifikation entscheidend war.“

    Als nächstes europäisches Top-Team scheiterten auch die Niederlande – ebenfalls im Elfmeterschießen. Die Mannschaft von Oranje-Trainer Ronald Koeman verlor mit 2:3 in der Entscheidung vom Punkt gegen Marokko. Die Nordafrikaner treffen nun am Samstag (19.00 Uhr/MagentaTV) im Achtelfinale in Houston auf Kanada.

    Für emotionale Szenen sorgte Niederlandes Torschütze Cody Gakpo, der das 1:0 erzielte. Der Stürmer sank nach seinem Treffer zu Boden und brach in Tränen aus. Vor dem Spiel hatte er öffentlich gemacht, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war. 

  • 14:31 Uhr 29.06.2026

    4,6 Millionen WM-Zuschauer, 300.000 Hotdogs

    Die XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko hat dem Fußball-Weltverband erwartungsgemäß einige Rekordzahlen beschert. Die 72 Spiele in der Vorrunde etwa wurden in den Stadien von insgesamt 4.644.549 Zuschauern besucht. Damit knackte das Turnier schon vor Beginn der K.o.-Phase den Zuschauerrekord der WM 1994 in den USA mit rund 3,6 Millionen Zuschauern. Mit einem bisherigen Zuschauerschnitt von 64.508 Zuschauern kommt diese Weltmeisterschaft bislang allerdings nicht an jene von 1994 heran.
    Die in der ersten Turnierphase erzielten 215 Tore - also im Schnitt etwa drei pro Partie - markierten nach FIFA-Angaben zudem einen Rekord. Zum Vergleich: Bei der ganzen WM 2022 fielen 172 Treffer - allerdings wurden in Katar ebenso wie bei allen Turnieren seit 1998 auch nur insgesamt jeweils 64 Spiele ausgetragen.
    Wie der Weltverband mitteilte, kamen in der Vorrunde 999 Spieler zum Einsatz - Kanadas Bayern-Star Alphonso Davies wurde dann im ersten Sechzehntelfinale gegen Südafrika (1:0) der 1000. Akteur, der bei dieser WM auflief.
    Weil die Fanmassen in den Arenen auch verköstigt werden wollten, registrierte die FIFA zudem 2,8 Millionen verkaufte Biere und fast eine Million verkaufte Flaschen Wasser. Zudem wurden 300.000 Hotdogs gekauft.

  • 23:13 Uhr 28.06.2026

    Erster Achtelfinalist: Eustaquio erlöst Kanada

    Kanadas Fußballer haben den Umzug in die USA gemeistert und mit einem Lucky Punch als erstes Team das Achtelfinale der WM erreicht. Der Co-Gastgeber gewann sein erschreckend niveauarmes Sechzehntelfinale gegen Südafrika am Sonntag in Los Angeles mit 1:0 (0:0) und schrieb sein historisches WM-Märchen fort: Auf der größten Fußballbühne waren die „Ahornblätter“ zuvor nie über die Vorrunde hinausgekommen.

    Lokalmatador Stephen Eustaquio traf im gigantischen SoFi Stadium in der Nachspielzeit zum Sieg für die Kanadier (90.+2), die es im Achtelfinale am Samstag in Houston mit der Niederlande oder Marokko zu tun bekommen. Bayern-Profi Davies kam in der 75. Minute ins Spiel und feierte sein umjubeltes Comeback. Für „Bafana Bafana“ ist die Endrunde trotz des Ausscheidens ein Erfolg, der WM-Gastgeber von 2010 hatte sich bei seiner vierten Teilnahme ebenfalls erstmals für die K.o.-Runde qualifiziert. Am Sonntag fehlten den Südafrikanern die spielerischen Mittel, um Kanada ernsthaft gefährlich zu werden.

    Durch die Niederlage gegen die Schweiz (1:2) am letzten Gruppenspieltag mussten die Kanadier von Vancouver nach Kalifornien umziehen, vor dem ersten Spiel auf US-Boden hatte Trainer Jesse Marsch einmal mehr ein Comeback von Hoffnungsträger Davies in Aussicht gestellt. Der Kapitän, der wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel seit Anfang Mai kein Spiel absolviert hatte, sei in „großartiger Form und hervorragender Verfassung“ – saß zu Beginn aber mal wieder auf der Bank.

    Zur Mittagszeit in Los Angeles entwickelte sich zunächst eine zähe Partie, die Kanadier pressten hoch und zwangen die Südafrikaner zu vielen langen Bällen. Erst ab Mitte der ersten Hälfte übernahm der Favorit zunehmend das Kommando und kam zu Chancen. Erst schoss Jonathan David nach einer Ecke freistehend vorbei (17.), dann köpfte Derek Cornelius nach einer Freistoßflanke aus bester Position in die Arme von Südafrikas Keeper Ronwen Williams (22.).

    Die Südafrikaner ließen den Ball viel in den eigenen Reihen laufen, auf den Tribünen machte sich angesichts des langsamen Tempos der Partie Unmut breit. Es blieb bis zur Pause ein Spiel auf ganz schwachem Niveau – auch wenn Kanada der Führung ganz nah war: Einen Kopfball von Moise Bombito nach einer Ecke klärte Südafrikas Aubrey Modiba auf der Linie, den Nachschuss von Tajon Buchanan parierte Williams stark (44.). Die Kanadier forderten wenig später Elfmeter (45.), als Richie Laryea im Strafraum zu Boden ging – Schiedsrichter Joao Pinheiro ließ zu Recht weiterlaufen.

    Nach dem Seitenwechsel ergab sich das gleiche Bild. Kanada war engagiert, aber ungefährlich. Südafrika baute äußerst behäbig auf. Dann ergab sich für Kanada erneut die große Chance zur Führung: Der steil geschickte Tani Oluwaseyi scheiterte an Williams, David verpasste den Abpraller knapp (65.). Für die Entscheidung sorgte Eustaquio, der für den Los Angeles FC spielt.

  • 14:45 Uhr 28.06.2026

    Messi, Ronaldo, Dembélé: Die WM-Vorrunde in Zahlen

    0: Co-Gastgeber Mexiko und Europameister Spanien haben als einzige der 48 Mannschaften kein Gegentor kassiert. Spaniens Torwart Unai Simon konnte seit mittlerweile 430 WM-Minuten nicht überwunden werden. Den Rekord (517 Minuten) hält die italienische Torhüter-Ikone Walter Zenga. Der belgische Keeper Thibaut Courtois hat mittlerweile acht WM-Partien ohne Gegentreffer absolviert. Die Bestmarke (zehn) teilen sich Peter Shilton (England) und Fabien Barthez (Frankreich).

    6: Auf der Jagd nach der Torjägerkanone liegt der argentinische Superstar Lionel Messi mit sechs Treffern vorn. Es folgen Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé (beide Frankreich), Vinicius Junior (Brasilien) sowie Erling Haaland (Norwegen) – alle haben vier Tore auf dem Konto. In der Scorerwertung (Tore plus Vorlagen) führen Messi und Mbappé (sechs) vor Dembélé, Vinicius Junior und Deniz Undav (alle fünf).

    6: Portugals Superstar Cristiano Ronaldo ist der erste Spieler der Geschichte, der bei sechs WM-Endrunden getroffen hat. Der 41-Jährige ist zudem der zweitälteste Torschütze – nach dem Kameruner Roger Milla.

    7: Das 7:1 der deutschen Mannschaft gegen WM-Neuling Curacao war der höchste Sieg der Vorrunde. Fast hätte sich Co-Gastgeber Kanada die Bestmarke geschnappt, das 6:0 gegen Katar reichte aber nicht ganz.

    9: Titelverteidiger Argentinien, Topfavorit Frankreich und Mexiko haben als einzige Mannschaften die volle Punktzahl erreicht. In Gruppe H hat Spanien als einziges der vier Teams Spiele gewonnen. So etwas gab es in der WM-Geschichte zuvor erst dreimal.

    16: Curacaos Torhüter Eloy Room kam beim 0:0 gegen Ecuador auf 16 Paraden – seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1966 verzeichnete nie ein Keeper mehr abgewehrte Bälle während der regulären Spielzeit.

    19: Lionel Messi setzt sich an der Spitze der WM-Torjägerliste immer weiter ab. 19 Treffer hat der mittlerweile 39-Jährige auf dem Konto. Mit seinen sechs Toren in der Vorrunde überholte er locker den bisherigen Rekordler Miroslav Klose (16). Doch Kylian Mbappé (ebenfalls 16) liegt auf der Lauer – und ist erst 27 Jahre alt.

    32: Frankreichs Offensivstar Ousmane Dembélé brauchte im Spiel gegen Norwegen 32 Minuten für seinen Dreierpack. Das reichte nicht ganz für den Rekord. Der Österreicher Erich Probst benötigte 1954 gegen die Tschechoslowakei nur 24 Minuten. Neben Dembélé schnürten auch Lionel Messi und der Kanadier Jonathan David einen Dreierpack in der Vorrunde.

    92: Nach 92 Jahren Anlauf hat Ägypten seinen ersten WM-Sieg gefeiert. Durch das 3:1 gegen Neuseeland hatte das lange Warten für die Afrikaner, die 1934 zum ersten Mal dabei waren, endlich ein Ende. Länger musste sich nie ein Land in Geduld üben. Norwegen (56 Jahre) und Südkorea (48 Jahre) liegen auf den Plätzen zwei und drei.

  • 14:38 Uhr 28.06.2026

    Messi knackt nächsten WM-Rekord

    Antonela Roccuzzo hüpfte in der Loge auf und ab und schrie ihre Freude in den Nachthimmel von Dallas, als ihr Mann auf dem Rasen auch als Kurz-Arbeiter Geschichte schrieb. Beim 3:1 seiner Argentinier zum Vorrundenabschluss gegen Jordanien saß Lionel Messi zunächst 60 Minuten lang auf der Bank, ehe er das Stadion mit seinem nächsten Rekordtor in ungewohnter Joker-Rolle in Ekstase versetze.

    Nicht bloß Trainer Lionel Scaloni gingen nach der Partie „langsam die Superlative aus“, um die Leistung seines Superstars zu würdigen. Mit dem Freistoßtor aus rund 25 Metern (80.), seinem insgesamt 19. WM-Treffer, krönte sich Messi zum ersten Spieler überhaupt, der in sieben WM-Spielen hintereinander traf. Damit überflügelte er die Uralt-Bestmarke des legendären Franzosen Just Fontaine (1958) sowie des Brasilianers Jairzinho (1970), die jeweils in sechs Spielen in Folge getroffen hatten.

    „Heute hätte er 90 Minuten spielen und seinen Legendenstatus vielleicht weiter ausbauen können, aber er wollte lieber, dass seine Freunde Spielzeit bekommen“, sagte Scaloni und schob hinterher, was der Konkurrenz vor der nun anstehenden K.o.-Phase Angst machen dürfte. „Er wollte sich selbst für das schonen, was jetzt ansteht.“

    Vier Tage nach seinem 39. Geburtstag erlebte Messi nach Absprache mit Scaloni erstmals seit 20 Jahren ein WM-Spiel zunächst von der Seitenlinie aus – zeigte sich in seinem rund 30-minütigen Kurzeinsatz dann aber unersättlich. Mit nun sechs (!) Toren im aktuellen Turnier könnte es dieses Mal sogar mit dem Goldenen Schuh klappen – ein Titel, der ihm in seiner imposanten Trophäensammlung noch fehlt. WM-Torschützenkönig war er noch nicht, zuletzt in Katar reichten sieben Tore nur zu Platz zwei hinter Kylian Mbappé (8).

  • 14:35 Uhr 28.06.2026

    US-Reporterin entschuldigt sich für Äußerungen über Bosnien

    Nach umstrittenen Äußerungen über Bosnien-Herzegowina während der Fußball-Weltmeisterschaft hat sich die US-TV-Reporterin Abigail Velez entschuldigt. Ihre Aussagen seien ein missglückter Versuch gewesen, „ein bisschen Spaß“ zu machen, schrieb die Journalistin des Lokalsenders ABC7 in Los Angeles in den sozialen Medien. Bosnien-Herzegowina ist der Gegner von Gastgeber USA im Sechzehntelfinale in der Nacht zu Donnerstag in Santa Clara.

    Velez hatte während einer Übertragung gesagt: „Eine Sache zu Bosnien: Ich könnte nicht einmal auf einer Karte zeigen, wo es liegt. Ich habe keine Ahnung von Bosnien und will es auch gar nicht wissen. Denn Team USA ist zurück und besser denn je. Macht euch bereit, Bosnien, denn ihr wollt es zwar nicht – aber ihr werdet es kriegen!“ Damit sei sie „zu weit gegangen“, erklärte die Journalistin im Nachgang. In den sozialen Medien wurde sie für ihre Ignoranz und Respektlosigkeit kritisiert.

    Velez selbst meinte, ihre Kommentare seien „unsensibel und unangemessen“ gewesen. „Ich entschuldige mich bei den Menschen in Bosnien und bei der bosnischen Fußballmannschaft. Bei der Weltmeisterschaft sollte es darum gehen, Menschen aus aller Welt zu vereinen – mein Kommentar spiegelte diesen Geist nicht wider“, schrieb Velez und wünschte allen im Turnier verbliebenen Mannschaften „das Allerbeste“ für den weiteren Verlauf.

  • 12:40 Uhr 28.06.2026

    Paarungen für das Sechzehntelfinale stehen fest

    So sehen die Paarungen fürs Sechzehntelfinale aus.

    (Screenshot: FIFA)

  • 12:20 Uhr 28.06.2026

    Als wäre er 20: Kroaten schwärmen von Rekord-Oldie Modric

    Der „ewige“ Luka Modric konnte sich nach seinem Gala-Auftritt samt Altersrekord vor Lob kaum retten. „Ich schwöre es euch. Es wirkt so, als hätte er die Zeit um zehn Jahre zurückgedreht. Das war eine seiner besten Leistungen, die ich jemals von ihm im Nationaltrikot gesehen habe“, sagte Siegtorschütze Nikola Vlasic: „Luka ist ein Champion, der mittlerweile vierzig Jahre alt ist und auf diesem Niveau spielt. Das ist beeindruckend, für uns ist er in jeder Hinsicht ein Vorbild.“

    Modric hatte beim entscheidenden Treffer von Vlasic (83.) zum 2:1 (1:0) gegen Ghana die Ecke perfekt hereingebracht. Damit stieg er im Alter von 40 Jahren und 291 Tagen zum ältesten Spieler auf, der jemals in einem WM-Spiel eine Torvorlage lieferte. Doch der zentrale Mittelfeldspieler war auch sonst Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Vatreni, forderte jeden Ball. Zudem klärte er in der Defensive gleich mehrfach mit tollen Blöcken oder gar einmal per Grätsche.

    „Er spielt, als wäre er 20 Jahre alt. Er war unglaublich“, schwärmte Torschütze Petar Sucic (30.): „Er ist unser Anführer und unser bester Spieler. Er kann spielen, solange er will. Er bleibt gut.“ Man merke zwar „ab und zu, wenn es ihm ein bisschen schwerer fällt“, sagte Bayerns Josip Stanisic: „Diesmal habe ich das aber gar nicht gemerkt.“ Modric habe „unheimliche“ Qualitäten und sei unumstritten „auf und neben dem Platz der Leader“ des Teams.

    In der Nacht zu Freitag (1.00 Uhr MESZ) wartet auf den kroatischen Kapitän in Toronto das Sechzehntelfinale gegen seinen langjährigen Vereinskollegen Cristiano Rolando und Portugal. „Ein neues Turnier beginnt“, sagte Modric, „wir werden bereit sein“. Der Routinier sei „sich bewusst, dass dies seine letzte Weltmeisterschaft ist, und er versucht, sein Bestes zu geben und sich so gut wie möglich von der WM zu verabschieden“, kündigte Trainer Zlatko Dalic an.

  • 12:18 Uhr 28.06.2026

    Südafrikas Trainer stellt Karriereende nach WM infrage

    Südafrikas WM-Trainer Hugo Broos stellt sein Karriereende beim südafrikanischen Verband infrage. „Vor Monaten habe ich gesagt, es muss jetzt rum sein, ich bin 74. Ich war 19, als ich meinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben habe. Das sind 55 Jahre im Fußball, das muss jetzt das Ende sein. Aber je näher das Ende kommt, desto mehr denkst du darüber nach“, sagte der Belgier vor dem Sechzehntelfinale seines Teams gegen Co-Gastgeber Kanada im Los-Angeles-Stadion. „Wir werden sehen. Ich weiß es im Moment nicht.“
    Broos betonte in der Pressekonferenz, dass er seine Enkel vermisse und mehr Zeit mit der Familie verbringen wolle. „Ich stehe zu meiner Entscheidung, aber ich habe auch immer gesagt, dass ich nicht nach Hause gehen will und auf der Couch einen Kaffee trinken. Ich habe noch zu viel Energie. Vielleicht finden wir eine Lösung, für die ich weniger in Südafrika sein muss und mehr Zeit mit meiner Familie habe, wenn das möglich ist.“

    Broos hatte 2021 die Bafana Bafana übernommen und das Team erstmals in seiner Geschichte in die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft geführt. „Wir können jetzt schon sagen, dass die WM ein Erfolg ist für uns“, sagte er. „Wenn du hier bist, dann willst du auch gewinnen.“ Sollte Südafrika der Einzug ins Achtelfinale gelingen, „dann wäre das wirklich ein Wunder für Bafana Bafana“, sagte er.

  • 15:04 Uhr 27.06.2026

    US-Verband bietet Pochettino neuen Vertrag an

    Der Fußball-Verband der USA hofft nach der WM auf eine weitere Zusammenarbeit mit Nationaltrainer Mauricio Pochettino. Wie mehrere Medien berichten, hat US Soccer dem Argentinier bereits vor der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada eine Vertragsverlängerung bis 2030 angeboten. Im Mai hatte der 54 Jahre alte Coach bereits bestätigt, dass er und Geschäftsführer J.T. Batson über eine weitere Zusammenarbeit sprächen.

    Pochettino, ehemals Teammanager bei Tottenham Hotspur, Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea, hat mit dem US-Team als Gruppensieger das Sechzehntelfinale der WM gegen Bosnien-Herzegowina erreicht. Das Spiel findet am kommenden Mittwoch in Santa Clara statt. Vor der WM sollen ihm Angebote aus der Premier League vom FC Brentford und Tottenham ab der kommenden Saison vorgelegen haben.

    Nach Informationen von ESPN befinden sich Pochettino und der Verband in positiven Gesprächen, laut dem Portal The Athletic soll eine Entscheidung aber erst nach der WM getroffen werden. Das Angebot von US Soccer soll Pochettino neben seinen Aufgaben für die A-Nationalmannschaft auch mehr Einfluss auf den Nachwuchsbereich sowie die Trainerausbildung geben.

    Pochettino war im Sepetmber 2024 verpflichtet worden. Zuvor hatte der Verband auch Interesse an einer Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp gezeigt.

  • 15:01 Uhr 27.06.2026

    Hoffen auf die K.o.-Runde: Iran fordert "Fairplay"

    Irans Fußball-Nationalmannschaft hat im Hoffen auf das Weiterkommen bei der Weltmeisterschaft zum Fairplay aufgefordert. Wie bereits nach dem zweiten Vorrundenspiel in Los Angeles hinterließ das „Team Melli“ auch nach dem Finale der Gruppe G eine handschriftliche Nachricht in der Kabine. „Fairplay ist nicht nur ein Grundsatz in den Fußballregeln, es ist die Seele des Spiels“, schrieben die Iraner auf eine Tafel.

    Der dreimalige Asienmeister listete daneben alle Mannschaften auf, die noch um das Weiterkommen kämpfen, wie etwa Österreich, Algerien oder Usbekistan und Kroatien – und die dem historischen Ziel noch einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Derzeit liegt Iran mit drei Punkten und einer ausgeglichenen Tordifferenz als sechstbester Gruppendritter auf Kurs K.o.-Runde, könnte aber eben noch abrutschen, sollte Schützenhilfe ausbleiben. „Punkte können auf verschiedenen Wegen gewonnen werden, Respekt nicht“, schrieben die Iraner. Besonders auf dem Duell von Ralf Rangnicks Österreichern gegen Algerien liegt der Fokus. Beide Teams haben vor dem direkten Duell zum Abschluss der Gruppe J drei Punkte, bei einem Remis wären beide weiter.

    Der Einzug ins Sechzehntelfinale würde den Iranern „alles bedeuten“, sagte Ramin Rezaeian, der mit seinem Treffer das 1:1 (1:1) gegen Ägypten sicherte. Die K.o.-Runde hat Iran bei einer WM noch nie erreicht, angesichts der schwierigen Umstände beim Turnier in Nordamerika wäre dieser Erfolg noch höher zu bewerten. Trainer Amir Ghalenoei platzte deshalb der Kragen. „Sie haben uns schrecklich behandelt. Wir hätten schon viel früher einreisen müssen, aber das haben sie verhindert. Nach dem Spiel müssen wir schnell wieder zurück in unser Hotel in Tijuana, das sind drei Stunden Flug. Die Zeit verlieren wir für die Regeneration. Wir sind das unterdrückteste Team der ganzen WM“, sagte der Coach auf der Pressekonferenz nach dem Ägypten-Spiel.

  • 14:56 Uhr 27.06.2026

    Ägyptens Salah wartet auf Diagnose - Trainer optimistisch

    Nach seiner frühen Auswechslung im letzten Gruppenspiel der WM droht Ägyptens Superstar Mohamed Salah nach Angaben seines Trainers keine Verletzungspause. „Er wird noch untersucht, wir warten noch auf die Diagnose. Ich habe mit Salah gesprochen und er hat gesagt, es ist okay“, sagte Hossam Hassan nach dem 1:1 gegen den Iran. „Ich denke, er wird zurückkommen.“

    Salah war in der 57. Minute ausgewechselt worden. Der langjährige Profi des FC Liverpool wirkte dabei nicht sehr glücklich. Auf der Bank hatte er dann einen Eisbeutel um den linken Oberschenkel gebunden, wie auf TV-Bildern zu sehen war. Ägypten hatte den Einzug in die K.o.-Phase schon vor dem Anpfiff sicher. Als Zweiter der Gruppe G trifft das Team am 3. Juli in Dallas auf Australien.

  • 09:34 Uhr 27.06.2026

    Die fixen K.-o.-Duelle

    Insgesamt 28 von 32 Teams für die erste K.-o.-Runde stehen bereits fest. Diese neun Paarungen stehen bereits fest:

    Deutschland - Paraguay
    Frankreich - Schweden
    Südafrika - Kanada
    Niederlande - Marokko
    USA - Bosnien-Herzegowina
    Brasilien - Japan
    Elfenbeinküste - Norwegen
    Argentinien - Kap Verde
    Australien - Ägypten

  • 09:20 Uhr 27.06.2026

    Sieben Schüsse, vier Tore

    Sieben Schüsse bekam der deutsche Torhüter Manuel Neuer bisher nur auf sein Tor, vier waren drin. Kein einziges Mal blieb der 40-Jährige, den Julian Nagelsmann eigens für die Endrunde aus dem DFB-Ruhestand geholt hatte, ohne Gegentor.

  • 19:11 Uhr 26.06.2026

    Spielerrevolte? Unruhe um Uruguay-Trainer Bielsa

    Der zweimalige Fußball-Weltmeister Uruguay wird vor dem WM-Schicksalsspiel gegen Spanien von einer angeblichen Spielerrevolte gegen Trainer Marcelo Bielsa in Atem gehalten. „Die Stimmung rund um den Trainer ist angespannt“, bestätigte eine „zuverlässige Quelle aus Uruguay“ der spanischen Zeitung Marca entsprechende Meldungen. Das Programm Las Voces del Fútbol des uruguayischen Senders El Espectador Deportes hatte von einer Meuterei berichtet.

    Demnach soll ein Quartett um Kapitän Federico Valverde sich bei Bielsa über die zu hohe Trainingsintensität und die langwierigen Videoanalysen beschwert haben. Auch habe es den Vorschlag gegeben, die taktische Ausrichtung gegen Spanien defensiver zu gestalten.

    Die daraufhin entstandene Debatte habe sich zu einer Besprechung mit der gesamten Mannschaft ausgewachsen, in deren Verlauf Bielsa einen fast einstündigen Monolog gehalten habe. Einige Spieler hätten Anstalten gemacht, die Versammlung zu verlassen, seien aber zunächst von Verteidiger José María Giménez zurückgehalten worden. Sein Appell aber habe nicht gefruchtet, eine Gruppe von Spielern habe schließlich den Raum verlassen, noch bevor Bielsa geendet hatte. Abwehrspieler Ronald Araújo (FC Barcelona) habe geschimpft: „Es ist einfach nicht mehr auszuhalten.“

    Die Vorbehalte der Spieler gegenüber „El Loco“ (Der Verrückte) sind nichts Neues. Immer wieder gab es Unstimmigkeiten, auch mit Superstar Luis Suárez. Bielsas Team steht bei der WM nach zwei enttäuschenden Auftritten gegen Saudi-Arabien (1:1) und Kap Verde (2:2) unter Druck. Gegen Spanien müssen am Samstag (02.00 MESZ) unbedingt Punkte her, um das Aus zu verhindern.

  • 19:08 Uhr 26.06.2026

    Trainer in Tanzlaune: Dua-Lipa-Musik unterbricht Portugal-Pk

    Eine technische Panne bei der Pressekonferenz von Portugals Trainer Roberto Martinez hat vor dem WM-Spiel gegen Kolumbien für gute Laune gesorgt. Auf einmal ertönte im Medienraum des Miami Stadiums laute Musik der britischen Sängerin Dua Lipa – und kein Mitarbeiter vor Ort war über die Dauer von fast zwei Songs in der Lage, das zu stoppen.

    Eine FIFA-Sprecherin auf dem Podium entschuldigte sich bei Martinez für diese Unterbrechung, aber den 52-jährigen Spanier amüsierte die Situation. „Kein Problem“, sagte Martinez. „Wir sollten tanzen. Wahrscheinlich supportet Dua Lipa Portugal.“ Sein Pressesprecher und er wippten dazu im Takt mit dem Kopf.

    Das Team von Superstar Cristiano Ronaldo trifft in der Nacht zu Sonntag (1.30 Uhr) in Miami auf Kolumbien. Die Südamerikaner haben aktuell zwei Punkte mehr. Die Portugiesen benötigen einen Sieg, um die Gruppe K als Erster abzuschließen.

    Nach dem 5:0 gegen Usbekistan möchte Martinez „das Momentum nach dem letzten Spiel nutzen“. Er freute sich auch über die Leistungssteigerung bei Ronaldo. „Einen Kapitän mit der Erfahrung von sechs Weltmeisterschaften im Team zu haben, ist sicher hilfreich“, sagte er. „Aber Sie dürfen nicht vergessen: Wir haben auch den Kapitän von Manchester United, den Kapitän des FC Porto sowie Spieler von Manchester City oder Paris Saint-Germain dabei.“

  • 14:54 Uhr 26.06.2026

    Auf Abwegen: Goretzka steigt in falschen Bus

    Leon Goretzka wurde schnell stutzig. Mit einem Becher in der Hand war der Fußball-Nationalspieler über den Parkplatz des WM-Stadions in East Rutherford gelaufen, er wollte nach dem 1:2 gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel nur in den Bus und weg – aber er benötigte zwei Anläufe: Zunächst stieg er fälschlicherweise in den „Partybus“ des euphorisierten Gegners.

    Immerhin konnte er sich so kurz wie ein Sieger fühlen, denn er blickte dort wohl in viele glückliche Gesichter. Goretzka drehte noch im Fahrerbereich um, bog links um die Ecke und stieg dann doch ins richtige Gefährt.
    Die beiden blauen Hyundai-Busse, optisch durchaus sehr ähnlich, aber jeweils mit Flagge und riesigem Landesnamen bedruckt, standen direkt nebeneinander. Nur böse Zungen würden behaupten, er habe sich eine Mannschaft gesucht, bei der er bessere Einsatzchancen habe.

    „Leon ist halt ein Gewinnertyp“, kommentierten deutsche Fans bei Instagram mit Augenzwinkern, zudem habe im Gegensatz zu sonst („Goretzkaaaaaaa“) diesmal niemand seinen Namen gerufen. Da kann man sich dann auch mal vertun.

  • 14:51 Uhr 26.06.2026

    Trump-Vertrauter: USA erwägen erneute WM-Bewerbung

    Die aktuelle Regierung der Vereinigten Staaten kann sich eine weitere Bewerbung zur Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft vorstellen. Andrew Giuliani, Leiter der FIFA-Taskforce des Weißen Hauses zur derzeitigen WM, brachte dabei eine mögliche Bewerbung für die WM 2038 mit 64 Teams ins Spiel.

    „Darüber habe ich mit Präsident Trump und vielen unserer Kabinettsmitglieder gesprochen“, sagte Giuliani der Press Association. „Ich glaube, es gibt kein Land, das besser für die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft geeignet ist als die Vereinigten Staaten.“ Wenn man bedenke, dass eine WM irgendwann auf 64 Mannschaften erweitert werden könne, biete sich die Infrastruktur in den Vereinigten Staaten mit vielen bereits gebauten Stadien an, sagte Giuliani weiter. 
    Zur aktuellen WM zieht der Trump-Vertraute nach etwas mehr als zwei Wochen ein positives Zwischenfazit und sagte: „Es ist so wunderbar zu sehen, wie die Welt anlässlich unseres 250. Geburtstags ihre Liebe zu den Vereinigten Staaten von Amerika zum Ausdruck bringt.“

    US-Präsident Donald Trump hat bei der aktuellen WM bisher noch kein Spiel besucht. Beim Finale am 19. Juli in New Jersey soll Trump dann gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino den WM-Pokal an die Turniergewinner überreichen.

  • 14:48 Uhr 26.06.2026

    Iranischer Verband beklagt WM-Berichterstattung

    Der iranische Fußballverband hat die Medienberichterstattung rund um die Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in den USA kritisiert und eine einseitige Darstellung der Ereignisse beklagt. Konkret geht es bei den Vorwürfen um die Arbeit eines angeblich nicht durch die FIFA akkreditierten Mediums mit anti-iranischer Ausrichtung, wie der Verband mitteilte.
    Das „Pseudo-Medienunternehmen“ habe sich im Bereich des Mannschaftshotels und bei Pressekonferenzen aufgehalten und vor allem Proteste gegen das iranische Team in den Fokus gerückt, hieß es in der Mitteilung. Die positive Unterstützung der Auswahl durch Fans sei ignoriert worden. „Ziel war es offensichtlich, ein verzerrtes und irreführendes Bild der Stimmung rund um die iranische Nationalmannschaft zu vermitteln“, hieß es. 

    Die Einschränkungen der offiziellen Medienarbeit durch den Verband und verweigerte Visa für Mitglieder der Medienabteilung hätten eine „korrekte, direkte und aus erster Hand erfolgende“ Berichterstattung erheblich erschwert, monierte der Verband. Die FIFA war für eine Stellungnahme angefragt.

    Die Kritik ist Teil einer Serie von Beschwerden des Irans über die WM-Rahmenbedingungen. Visa-Verweigerungen für Funktionäre hatten bereits zu Spannungen geführt. Für die ersten beiden Spiele in Los Angeles durfte das Team zudem nur am Spieltag einreisen und musste anschließend wieder ins WM-Quartier nach Mexiko zurück. Für Seattle, wo Iran am Samstag (5.00 Uhr/MESZ) im letzten Gruppenspiel auf Ägypten trifft, wurde die Regelung gelockert.

  • 10:04 Uhr 26.06.2026

    Nicht nur Cricket: Australien feiert und träumt

    Jackson Irvine musste sich erst einmal sammeln. „Jetzt habe ich komplett den Faden verloren“, sagte der australische Führungsspieler lachend, nachdem seine Mitspieler, einen riesigen Lautsprecher im Schlepptau, die Katakomben der Arena in Santa Clara in eine Partyzone verwandelt hatten. „Ich glaube“, ergänzte der Mittelfeldspieler des FC St. Pauli schließlich mit leuchtenden Augen, „langsam wird allen klar, was wir gerade getan haben.“

    Schon wieder steht Australien in der K.o.-Phase einer WM – zum dritten Mal in seiner Geschichte, zum zweiten Mal in Folge. „Unglaublich“, entfuhr es Irvine nach dem biederen 0:0 gegen Paraguay, das den „Socceroos“ in der Gruppe D Platz zwei und das Ticket fürs Sechzehntelfinale sicherte. Doch dabei soll es dieses Mal nicht bleiben.

    „Jetzt“, forderte Irvine, „müssen wir etwas schaffen, was kein australisches Team je geschafft hat: ein K.o.-Spiel bei einer WM gewinnen.“ 2006 in Deutschland? Achtelfinal-Aus gegen den späteren Weltmeister Italien. 2022 in Katar? Achtelfinal-Aus gegen den späteren Weltmeister Argentinien. Und 2026?

    In Dallas, betonte Trainer Tony Popovic, werde man am kommenden Freitag (20.00 Uhr MESZ) „versuchen, etwas Besonderes zu schaffen“. Einem echten Schwergewicht werden die Australier jedenfalls aus dem Weg gehen, Gegner wird der Zweite aus der Gruppe G. Doch komme, wer wolle: Genug Selbstvertrauen haben Irvine und Co. allemal.

    Ein Sieg in einem K.o.-Spiel würde den Fortschritt zementieren, auch vor dem Rest der Welt. Schließlich ist Fußball in Australien längst nicht Sportart Nummer eins. „Die Leute stempeln uns ab und denken, wir würden nur Cricket und Rugby spielen“, scherzte Milos Degenek: „Aber so ist es nicht. Wir spielen Fußball.“ Und das, sagte Irvine stolz, mit „einer großartigen Mannschaft“.

  • 09:22 Uhr 26.06.2026

    Ein Fehler? Neuer wiegelt ab

    Manuel Neuer war pikiert. Ob er das entscheidende Gegentor beim 1:2 (1:1) im letzten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador auf seine Kappe nehme? „Nein“, antwortete der DFB-Rückkehrer entschieden, als handle es sich bei der Frage um eine Majestätsbeleidigung.

    Warum nicht? Weil er sich in der Situation vor dem Treffer von Gonzalo Plata (78.) richtig verhalten habe. „Ich muss auf das schauen, was vor mir passiert, wo der Ball ist und was mit dem Ball passiert“, sagte Neuer und betonte: „Wenn ich anfange, im Fünfer auf Brustwarzen-Höhe die Bälle rumzupatschen, dann wäre es möglicherweise ein Eigentor gewesen, also auf gar keinen Fall.“

    Es habe sich vielmehr um „eine ganz normale Kopfballverlängerung“ gehandelt. „Jeder Torwart, der schon mal gespielt hat, der weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss und den versuchen muss auch so zu fangen.“ Schließlich hätte der Ball „überall hin“ verlängert werden können. Er fiel aber unmittelbar vor Neuer auf die Fußspitze von Plata - und dann ins Tor.

    Für Neuer bedeutete dies das bittere Zwischentief einer bisher aus seiner Torwartsicht unglücklich verlaufenden WM. Sieben Schüsse bekam der DFB-Rückkehrer nur auf sein Tor, vier waren drin. Kein einziges Mal blieb der 40-Jährige, den Julian Nagelsmann eigens für die Endrune aus dem DFB-Ruhestand geholt hatte, ohne Gegentor.

  • 09:17 Uhr 26.06.2026

    "Geschichte geschrieben": Curacao geht mit ganz viel "Stolz"

    Trainer Dick Advocaat stimmte eine Eloge auf seine tapfer kämpfenden Insel-Kicker an, Nationalheld Eloy Room sah trotz des bitteren Vorrunden-Aus eine über den Fußball hinausgehende wichtige Botschaft. „Die ganze Welt weiß jetzt, wer wir sind“, sagte der Torhüter: „Wir können sehr stolz sein, und ich denke, wir haben auch gezeigt, dass wir auf höchstem Niveau mithalten können.“ Der WM-Auftritt werde „viel Aufmerksamkeit auf Curacao“ lenken.

    Die Fans aus dem gerade einmal 160.000 Einwohner zählenden Karibik-Staat feierten ihre Mannschaft noch weit nach Abpfiff frenetisch, daran änderten auch das 0:2 (0:1) gegen die Elfenbeinküste und das Verpassen der K.o.-Runde nichts. „Natürlich ist es schmerzhaft, bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden zu sein“, schrieb Angreifer Jürgen Locadia bei Instagram. Aber das Team habe „Geschichte geschrieben“.

    Beim Debüt ein WM-Tor gegen Deutschland geschossen, dank 15 Paraden von Room gegen Ecuador gar einen Punkt geholt: Die Mannschaft habe alle Erwartungen „übertroffen“, schwärmte Advocaat. Man müsse ihr „auf jede erdenkliche Weise ein Lob aussprechen für die Art und Weise, wie sie für Curacao gekämpft hat. Sie haben alles gegeben, was sie hatten, und das konnten wir sehen. Sie waren stolz, sie sind stolz. Und sie haben gezeigt, dass sie aus Curacao kommen.“

    Ob der niederländische Trainer den Weg mit der „Blue Wave“ weitergehen oder sogar gänzlich seine Karriere beenden wird, ließ er wenige Minuten nach dem Ausscheiden offen. Er fände es „sehr enttäuschend“, wenn Advocaat wirklich aufhören würde, sagte Abwehrspieler Jurien Gaari: „Er kann stolz darauf sein, was er mit uns erreicht hat.“ Ob mit oder ohne Advocaat, Curacao hat nach seinem WM-Debüt Lust auf mehr. „Natürlich wird das eine neue Herausforderung für uns sein, aber ich bin wirklich zuversichtlich, dass wir es auch zur nächsten Weltmeisterschaft schaffen“, so Room. Es gebe „viele talentierte junge Spieler“, die auf eine glorreiche Zukunft hoffen ließen.

  • 09:09 Uhr 26.06.2026

    Nächste WM-Geburt bei Belgien? Auch Mechele wird Vater

    In der belgischen Nationalmannschaft geht es schon wieder um Nachwuchs. Nach der Debatte um Jeremy Doku und die Geburt seines Sohnes hat auch Abwehrchef Brandon Mechele berichtet, dass seine Frau und er ein Kind erwarten – womöglich während des Turniers.
    „Ich werde auch Vater, aber das wird erst nach der WM der Fall sein. Meine Frau war gerade beim Arzt, es ist alles in Ordnung“, sagte der 33 Jahre alte Innenverteidiger vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Neuseeland und schob hinterher: „Vielleicht muss ich aber zurück, wenn es früher kommt.“

    Offensivstar Jeremy Doku war nach London gereist, um bei der Geburt seines Sohnes Praise dabeizusein. Eine französische Journalistin hatte dies scharf kritisiert, ihr Sender bat im Anschluss um Entschuldigung. Ob Doku nach seiner Rückkehr gegen Neuseeland in der Nacht zum Samstag (5.00 Uhr) zum Einsatz kommt, ließ Trainer Rudi Garcia offen. „Jeremy kam vor drei Tagen zurück, hat aber erst einmal voll trainiert. Er hat sieben Tage nicht trainiert, das ist nicht zu unterschätzen“, sagte der Franzose. Doku werde sicher nicht 90 Minuten spielen, aber er sei ein Spieler, der Spiele allein entscheiden könne.

  • 09:06 Uhr 26.06.2026

    Spaniens Coach mit WM-Erkenntnis vor Gruppenfinale

    Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente hat die Leistungsdichte bei der Fußball-Weltmeisterschaft hervorgehoben. „Das ist mir besonders aufgefallen: Diese enorme Ausgeglichenheit, die man derzeit sieht. Mir gefällt das“, sagte der 65-Jährige. 
    Europameister Spanien zählt selbst zu den Topanwärtern auf den Titel bei der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Spanien hatte aber gleich zu Beginn nur ein 0:0 gegen Kap Verde geschafft. 

    „Auf Nationalmannschaftsebene sind die fußballerischen Unterschiede deutlich geringer geworden“, betonte de la Fuente vor dem letzten Gruppenspiel der Spanier in der deutschen Nacht auf Samstag (02.00 Uhr) gegen Uruguay.

    Die Ausgeglichenheit führt auch dazu, dass die Spanier in der Gruppe H mit vier Punkten und 4:0 Toren dank des ebenso hohen Sieges gegen Saudi-Arabien die besten Chancen auf Platz eins haben. Gewinnt aber Uruguay, das bisher nur auf zwei Zähler kommt, wären die Südamerikaner plötzlich Erster. Und auch Kap Verde, das zeitlich parallel in Houston gegen Saudi-Arabien spielt, kann mit einem Sieg ebenfalls auf fünf Punkte kommen. Spanien könnte also auch noch auf Rang drei abrutschen.

  • 09:04 Uhr 26.06.2026

    Südafrikas Trainer kritisiert FIFA

    Der südafrikanische Fußball-Nationaltrainer Hugo Broos hat sich nach dem Einzug seiner Mannschaft in die K.o.-Runde über die FIFA beschwert. Nach dem Sieg gegen Südkorea (1:0) am Mittwochabend (Ortszeit) in Monterrey wollte der Belgier mit „Bafana Bafana“ gleich am Donnerstag nach Los Angeles aufbrechen, wo am Sonntag um 12.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) das Sechzehntelfinale gegen Kanada ausgetragen wird: „Aber die FIFA hat das verboten“, sagte der 74-Jährige achselzuckend.Die Südafrikaner mussten daher am Donnerstag zunächst in ihr bisheriges Teamquartier in Pachuca rund 850 Kilometer südlich von Monterrey zurückkehren. Erst am Freitag reisen sie in Gegenrichtung ins rund vier Flugstunden entfernte Los Angeles.

    Kein Verständnis zeigte Broos auch erneut für die Strafe der FIFA für Themba Zwane. Der Mittelfeldspieler hatte im Spiel gegen Mexiko (0:2) zum Turnierauftakt eine umstrittene Rote Karte gesehen. Er wurde anschließend für drei Spiele gesperrt und könnte frühestens bei einem Achtelfinaleinzug wieder zur Verfügung stehen. „Die Strafe ist zu hart“, sagte Broos.

  • 15:27 Uhr 25.06.2026

    Norwegens WM-Fans „rudern“ beim Baseball

    Norwegens WM-Fans erobern auch den Baseball. Zahlreiche Anhänger der Nationalmannschaft um Fußball-Star Erling Haaland besuchten den MLB-Doppelpack zwischen den New York Mets und den Chicago Cubs auf dem Citi Field. In bester Laune skandierten die Wikinger in ihren roten Trikots Gesänge, legten in New York eine kollektive Ruder-Einlage hin und machten auf der Stadiontribüne auch eine Art Polonaise.

    Mit dem Ruder-Schlachtgesang haben sich die norwegischen Fußball-Fans vor und während der WM einen Namen gemacht. Die Aktion, die manche als „Viking Row“ bezeichnen, ist eine Art Weiterentwicklung des von Island bei der EM 2016 zelebrierten „Viking Clap“. Der Unterschied: Nach zwei immer schneller werdenden Trommelschlägen haben die Isländer jeweils in die Hände geklatscht – die Norweger dagegen „rudern“ auf ihren Plätzen vor und zurück.

    Norwegen ist erstmals seit 28 Jahren wieder bei einer WM dabei. Haaland & Co. stehen sogar vorzeitig in der K.o.-Runde. Norwegen spielt am Freitag (21.00 Uhr) gegen Frankreich um den Gruppensieg.

  • 15:25 Uhr 25.06.2026

    Tore? Undav: "Wie auf Toilette zu gehen"

    Deniz Undav kann seinen Lauf auf der Weltmesse des Fußballs kaum fassen – dabei ist das Toreschießen für ihn das Normalste überhaupt. „Ich höre immer, das sei einzigartig, Gerd Müller, dies und das. Aber für mich ist es, wie auf Toilette zu gehen, das habe ich einfach drin“, sagte der deutsche Nationalstürmer im Interview mit DFBtv.

    Bei der WM in Amerika hat Julian Nagelsmanns Super-Joker bereits drei Tore erzielt und zwei weitere vorbereitet. „Es ist wie im Traum. Es ist nicht real“, sagte er. „Ich habe immer getroffen, aber so, auf der Bühne, international, auf der ganzen Welt, noch nie.“ Seit dem Spiel gegen die Elfenbeinküste (2:1) bemerke er, dass sein Name „überall im Umlauf ist. Damit habe ich nicht gerechnet, weil ich immer übersehen worden bin. Ich war nie der große Name, ich war immer der Deniz.“

  • 12:41 Uhr 25.06.2026

    Ochoa in Tränen: Wunderschönes letztes Kapitel

    Guillermo Ochoa verneigte sich vor seinem „Wohnzimmer“, gab beiden Torpfosten ein inniges Küsschen und ließ sich mit Tränen in den Augen von seinen Mitspielern durch die Luft schmeißen. „Mein erstes Spiel war im Aztekenstadion, mein letztes Spiel war im Aztekenstadion. Es war ein wunderschönes letztes Kapitel meiner Karriere. Vielen Dank an alle“, sagte der 40 Jahre alte mexikanische Kulttorhüter und Nationalheld nach seinem emotionalen und womöglichen letzten Einsatz auf der großen Weltbühne.

    Beim 3:0 (0:0)-Sieg des zuvor bereits als Gruppensieger feststehenden WM-Co-Gastgebers Mexiko gegen Tschechien wurde Ochoa in der 78. Minute unter tosendem Jubel der über 80.000 Fans für Stammkeeper Raúl Rangel eingewechselt und übernahm bei seiner sechsten WM-Teilnahme die Kapitänsbinde. Das 3:0 von Álvaro Fidalgo (90.+4) leitete er mit einem langen Abstoß ein, riss anschließend beide Arme in den Himmel und feuerte die Menge an.

    „Er ist eine Legende des Weltfußballs und er ist Mexikaner“, schwärmte Nationaltrainer Javier Aguirre, der Ochoa auch bei jedem anderen Spielstand eingewechselt hätte: „Memo musste unbedingt spielen. Er steht früh auf, geht ins Fitnessstudio, gibt nie auf und motiviert seine Teamkollegen. Er ist wirklich besser als je zuvor.“
    Seinen Rücktritt nach der WM hatte Ochoa bereits zu Beginn des XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada bestätigt.

    „Wenn ich zum Einsatz komme, werde ich mein Bestes geben. Das Ergebnis war wunderbar, die Atmosphäre großartig“, sagte er nun. „Die ganze Zuneigung ist da, und das ist das Wichtigste, was ich mitnehme: die Freundschaft, die Wertschätzung und all die positiven Dinge.“

  • 12:32 Uhr 25.06.2026

    Medien: Auto fährt bei WM-Party in Mexiko in Menschenmenge

    Mexiko gewinnt bei der WM sein drittes Gruppenspiel. Auch im Küstenort Cabo San Lucas wird gefeiert. Dann fährt ein Auto in eine Menschenmenge.
    Nach dem WM-Sieg Mexikos gegen Tschechien im letzten Gruppenspiel hat sich im Ferienort Cabo San Lucas ein Unglück mit mehreren Verletzten ereignet. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, fuhr ein Auto auf dem Boulevard Lázaro Cárdenas in eine feiernde Menschenmenge. Dabei wurden mindestens 17 Menschen verletzt. Sie wurden anschließend in verschiedene Krankenhäuser gebracht.
    Laut dem Generalsekretär der Stadtverwaltung von Los Cabos, Alberto Rentería Santana, gab ein Autofahrer, der in der Gegend unterwegs war, Gas, als er auf der Straße auf eine Gruppe von Menschen stieß. Der mutmaßliche Täter wurde nach dem Vorfall in dem Ort an der Südspitze der mexikanischen Halbinsel Baja California festgenommen. Die Ermittlungen laufen.

  • 10:01 Uhr 25.06.2026

    „Wir wollen mehr“: Kap Verde träumt von der Sensation

    Auf den Inseln des ewigen Sommers tobt eine Party, die kein Ende nimmt. Zwischen Traumstränden, spektakulären Vulkanlandschaften und unberührter Natur feiern eine halbe Million Kapverdianer ihr unwirkliches WM-Märchen, das die ganze Welt in seinen Bann zieht. Am Horizont über dem Atlantik zeichnet sich bereits das nächste Kapitel dieser „Cinderella-Story“ (New York Post) ab.
    „Wenn wir gewinnen, sind wir weiter. Egal, welcher Platz es dann wird. Seit wir hier angekommen sind, war das unser Ziel“, sagt Nationalspieler Roberto „Pico“ Lopes vor dem Showdown im 7.500 Kilometer entfernten Houston. Er und seine Teamkollegen hätten von dieser Chance „geträumt, wir haben daran geglaubt - und jetzt sind wir hier und wollen mehr“.
    Gegen Saudi-Arabien kann Kap Verde in der Nacht auf Samstag (2.00 Uhr) bei seinem WM-Debüt tatsächlich die K.o.-Runde erreichen. Nach den Sensationspunkten gegen die ehemaligen Weltmeister Spanien (0:0) und Uruguay (2:2) ist mit einem Sieg sogar der Gruppensieg möglich, mit einem weiteren Unentschieden könnte es zumindest als Gruppendritter für das Sechzehntelfinale reichen.
    „Für die Welt mag es eine Überraschung sein, aber für uns nicht“, sagt der erste kapverdische WM-Torschütze Kevin Pina über den bisherigen Turnierverlauf. „Egal, wie klein du auch bist“, meint auch Trainer Pedro Leitao Brito, den alle nur „Bubista“ nennen, „wenn du den Willen hast, für das zu kämpfen, was du haben willst, dann erreichst du es auch meistens.“
    Die Kapverden seien „eine Nation von Kriegern“, die Mannschaft - bestehend aus Legionären, die in 14 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt spielen - habe „so viel Talent und Leidenschaft“, schwärmt Ersatztorhüter CJ dos Santos. Deshalb, fordert Pina, „geht es jetzt darum, unserem Volk weiter Freude zu bereiten“.
    Etwa 570 Kilometer vor der Westküste Afrikas, wo jede der neun bewohnten kapverdischen Inseln ihr ganz eigenes Flair hat, werden die Menschen am Donnerstagabend um 23.00 Uhr Ortszeit bei 26 Grad erneut die Nacht zum Tage machen. Und natürlich auch überall sonst auf der Welt, besonders in Portugal und den USA, wo sich viele Kapverdianer aufgrund mangelnder Perspektiven und Arbeitslosigkeit in der Heimat niedergelassen haben.
    „Wir zeigen, dass ein Land klein sein und finanzielle Schwierigkeiten haben kann, aber wenn es Widerstandsfähigkeit und Durchhaltevermögen besitzt und gut organisiert ist, kann es mit den großen Nationalmannschaften mithalten“, sagt Bubista. Und wie!
    Nach den bisherigen Leistungen haben sich seine Spieler um Torwartheld Vozinha gar eine leichte Favoritenrolle gegen den Wüstenstaat erarbeitet. „Wir respektieren unsere Gegner und kennen ihre Qualität“, sagt Bubista. Aber man sei „hierhergekommen, um einen Traum zu verwirklichen“. (SID)

  • 09:42 Uhr 25.06.2026

    Erstes Tor nach 52 Jahren: Opa prophezeite Treffer für Haiti

    Erstmals seit 1974 ist Haiti bei einer WM dabei. Und im letzten Gruppenspiel gelingt das erste Tor in diesem Turnier. In der Familie des Schützen hatte jemand eine Vorahnung.
    Eine Entfernung von 26 Metern, eine Geschwindigkeit von 126 Stundenkilometern: Allein die Zahlen zu Wilson Isidors Traumtor gegen Marokko sind beeindruckend. Doch der erste selbst erzielte Treffer von Haiti bei dieser Weltmeisterschaft bedeutet so viel mehr.
    „Wir haben die Menschen in Haiti stolz gemacht. Wir können jetzt darauf aufbauen und kommen in vier Jahren stärker wieder“, sagte der Stürmer. Beim 2:4 war ihm das zwischenzeitliche 2:1 gelungen, Haitis erste Führung war als Eigentor gewertet worden. 1974 war Emmanuel Sanon mit seinen beiden Toren zum Nationalhelden geworden.
    Ziel für 2030: Der erste Punkt
    Einen Zeitzeugen hat Isidor noch in der Familie. „Ich weiß, dass mein Großvater die Tore damals gesehen hat“, sagte der 25-Jährige. „Er war sehr stolz darauf und er hat mir gesagt, dass ich der nächste Torschütze werde. Ich denke, er ist nun sehr stolz auf mich.“
    Ein Ziel für die nächste WM haben die Spieler bereits. „Wir kommen wieder, um unseren ersten Punkt zu holen“, sagte Isidor. Bei dieser WM habe man gezeigt, dass man Schottland in Probleme bringen und gegen Marokko, die fünftbeste Mannschaft der Welt, lange ein Unentschieden halten konnte.
    Trainer Sébastian Migné betonte: „Wir haben hier gezeigt, dass wir uns zu Recht qualifiziert haben.“ Ob der Franzose die Mannschaft weiter betreut, war zunächst unklar. „Ich habe noch einen Vertrag mit dem Verband“, sagte Migné. „Ich bin professionell, das Spiel ist gerade erst zu Ende. Man sollte das in Ruhe analysieren.“

  • 22:12 Uhr 24.06.2026

    Im Rollstuhl: Verletzter Koné wird im Stadion gefeiert

    Kanadas schwer verletzter Fußballprofi Ismael Koné ist bei der Rückkehr ins WM-Stadion von Vancouver von den Fans emotional begrüßt worden. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich vor sechs Tagen beim deutlichen 6:0 gegen Katar verletzt und wird wegen eines Beinbruchs für die restliche WM nicht mehr zur Verfügung stehen. Koné wurde bereits operiert und wird lange ausfallen.

    Gut eine Stunde vor dem letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz wurde der Profi des italienischen Clubs US Sassuolo mit einem Rollstuhl in die überdachte Arena geschoben. Koné winkte den Fans aus dem Innenraum zu. Den Platz des Mittelfeldspielers in der Startelf nimmt Nathan Saliba ein. 

    „Ismael kann großartige Dinge vollbringen, die kein anderer kann. Er steht für vieles, wofür das Team steht, und ist ein großer Verlust für uns“, hatte Kanadas Trainer Jesse Marsch über den Ausfall von Koné gesagt. Der ehemalige Leipzig-Coach fügte an: „Für ihn ist es gerade sehr hart, aber er hat eine große Zukunft vor sich. Er bleibt ein Teil dessen, was wir hier machen.“

  • 22:02 Uhr 24.06.2026

    Bericht: FIFA will Münzwurfregel vor Elfmeterschießen ändern

    Der Fußball-Weltverband FIFA möchte einem Medienbericht zufolge bei der WM die Regeln für den Münzwurf vor dem Elfmeterschießen ändern. Demnach solle es bereits ab der K.o.-Phase dieser WM nur noch einen statt zwei Münzwürfen von den Schiedsrichtern vor dem Elfmeterschießen geben, berichtet „The Athletic“. 

    Nach den aktuellen Regeln sind die Schiedsrichter dazu verpflichtet, zwei Münzwürfe durchzuführen: Ein Wurf gibt dem Sieger die Entscheidungsmacht darüber, welches Team das Elfmeterschießen beginnt, der andere, auf welcher Seite des Spielfelds die Strafstöße ausgeführt werden. Hat der Kapitän zweimal beim Münzwurf Glück, darf er nach den aktuellen Regeln über beide Fragen entscheiden.

    Zukünftig soll demnach der Kapitän, zu dessen Gunsten der eine Münzwurf ausgefallen ist, die Wahl haben: Entweder er entscheidet sich dafür, auf welches Tor sein Team schießen soll, oder, welche Mannschaft das Elfmeterschießen beginnt. Der Kapitän der anderen Mannschaft darf dann über die nicht gewählte Option entscheiden. 


    Damit die neue Regelung zum Beginn der K.o.-Phase der WM ab dem 28. Juni offiziell gelten kann, muss das zuständige International Football Association Board (Ifab) dem Änderungsvorschlag zustimmen. Ob die Regel über die WM hinaus auch bei anderen Fußball-Veranstaltungen umgesetzt werden soll, ist noch unklar.

  • 16:20 Uhr 24.06.2026

    Verneigung zu Messis 39. Geburtstag: „Jeden Tag noch größer“

    Viermal schon feierte Lionel Messi in einem WM-Camp Geburtstag. So gut wie diesmal dürfte er noch nie gelaunt gewesen sein. Sein Herzensclub gratuliert auch.
    Der FC Barcelona gehörte zu den ersten öffentlichen Gratulanten. „39 Jahre Großartigkeit“, schrieb der Club zu den Wünschen an Lionel Messi bei Instagram. Der Fußball-Superstar, einst 20 Jahre bei Barça, feiert wie 2006, 2010, 2014 und 2018 wieder seinen Geburtstag (24. Juni) in einem WM-Camp der argentinischen Nationalmannschaft. Im Titeljahr 2022 hatte die WM erst im November und Dezember stattgefunden.

    „Herzlichen Glückwunsch“, hieß es bereits auch vom argentinischen Verband, als es für Messi und seine Mitspieler im Camp in Kansas City noch Nacht war. „39 Jahre Lionel Messi: Der Mann, der die Geschichte des Weltfußballs verändert hat.“ Der südamerikanische Verband ergänzte: „Jeden Tag noch größer“.

    Messi brillierte gleich zum Auftakt der WM in den USA, Kanada und Mexiko wie es ihm selbst in Katar auf dem Weg zum Triumph nicht gelungen war. Beim 3:0 gegen Algerien und beim 2:0 gegen Österreich erzielte er alle Tore. Mit nun 18 WM-Treffern ist er an Deutschlands Ex-Torjäger Miroslav Klose vorbeigezogen und alleiniger Rekordhalter.

    Ein argentinischer Moderator startete auch noch einen besonderen Aufruf zum 39. Ehrentag für die Nummer 10: „Diesen Mittwoch, um 10 Uhr morgens und um 10 Uhr abends, singen wir ihm alle ein großes ‚Happy Birthday‘. In den Klassenzimmern, bei der Arbeit, im Bus (...), auf dem Balkon, im Wohnzimmer, wo auch immer ihr seid“, schrieb Rodolfo Barili bei Instagram.

  • 13:43 Uhr 24.06.2026

    Tod der Mutter: Frankreichs WM-Coach Deschamps reist ab

    Traurige Nachrichten um Didier Deschamps: Wegen des Todes seiner Mutter wird Frankreichs Nationaltrainer nicht beim nächsten WM-Spiel des Ex-Weltmeisters gegen Norwegen dabei sein. Dies gab der französische Fußball-Verband vor dem letzten Gruppenspiel der „Bleus“ am Freitag (21.00 Uhr) gegen Norwegen in Boston bekannt.
    „Der Nationaltrainer musste heute Morgen den schmerzlichen Tod seiner Mutter verkraften. Er wird nach Frankreich zurückkehren, um an der Beerdigung teilzunehmen“, hieß es.

    „In Absprache mit Philippe Diallo, dem Präsidenten des französischen Fußballverbandes, der sich im Trainingslager der französischen Nationalmannschaft aufhält, hat Didier Deschamps seinem Assistenten Guy Stéphan die Verantwortung übertragen, die Mannschaft bis zu seiner Rückkehr zu leiten“, teilte der Verband mit.

    Der 57-jährige Deschamps ist seit 2012 Nationalcoach und holte mit der Auswahl 2018 den WM-Titel. Nach dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko soll er Berichten zufolge von Frankreichs Fußball-Legende Zinédine Zidane abgelöst werden.

  • 13:32 Uhr 24.06.2026

    Lebende Statue bei WM: Kongo-Fan zieht Blicke auf sich

    Dieser Fan sticht aus der Masse heraus: Regungslos und mit einer besonderen Pose und Kleidung ist Michel Kuka Mboladinga beim Spiel Kongos gegen Kolumbien zu sehen. Was ist der Hintergrund dafür?
    Während um ihn herum die Fans schreien, jubeln und fluchen, verharrt Michel Kuka Mboladinga in absoluter Regungslosigkeit. Sein rechter Arm ist dabei erhoben, sein Blick geht in die Ferne. Seine Kleidung aus Jackett, Hemd, Krawatte und Anzughose spiegelt die Farben der Flagge der Demokratischen Republik Kongo wider. So verfolgte Mboladinga, besser bekannt als „Lumumba Vea“, das WM-Spiel Kongos in Zapopan gegen Kolumbien.
    „Ich stehe regungslos da, weil ich glaube, dass das der Mannschaft emotionale Ausdauer verleiht“, hatte der 49-Jährige vor einigen Tagen dem „Wall Street Journal“ gesagt. 
    Seine Pose ist der Lumumba-Statue nachempfunden, die in Kongos Hauptstadt Kinshasa steht. Sie ist eine Hommage an den 1961 ermordeten Präsidenten Patrice Lumumba. „So wie Lumumba sein Leben für unser Land geopfert hat, ist mein Opfer ein kleiner Preis, den ich gerne zahle, weil mir diese Mannschaft so sehr am Herzen liegt“, sagte Mboladinga.
    Als berühmter Superfan wurde der 49-Jährige sogar offiziell in die Delegation des kongolesischen Verbands aufgenommen. Bei der WM werden all seine Kosten vom Staat übernommen, zudem erhielt er Hilfe bei Formalitäten wie dem Visum. Beim ersten Spiel des Landes in Houston gegen Portugal (1:1) hatte Mboladinga aufgrund einer obligatorischen Quarantäne wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo noch gefehlt. 
    Größere Bekanntheit hatte Mboladinga mit seiner Art des Zuschauens während des Afrika Cups 2025 in Marokko erlangt. Er unterstützt die Nationalmannschaft auf diese Art und Weise bereits seit über zehn Jahren.

  • 13:19 Uhr 24.06.2026

    Gruppendritte: Was reicht sicher - und was nicht?

    Reichen vier Punkte einem Tabellendritten wirklich sicher zum Einzug in die K.o.-Phase? Und kann am Ende auch nur ein Zähler genügen? Vor dem letzten Spieltag der WM-Gruppenphase stehen zumindest ein paar Fakten fest.

    Was reicht sicher zum Weiterkommen?
    Aktuell genügen vier Punkte und eine Tordifferenz von +1 sicher, um zu den acht besten Gruppendritten zu gehören. Grund: In den Gruppen D, I, J und L kann der Dritte diesen Wert nicht mehr erreichen. Je mehr Gruppen beendet sind, desto niedriger wird diese „Hürde“ sinken.

    Was reicht auf keinen Fall?
    Ein Punkt wird einem Dritten sicher nicht zum Weiterkommen genügen. Ecuador etwa weiß daher bereits, dass eine Niederlage gegen Deutschland das Aus bedeuten würde – selbst wenn die Südamerikaner auf Rang drei bleiben. Grund: In mindestens acht Gruppen wird der Dritte auf mindestens zwei Zähler kommen.

    Was wird am Ende reichen?
    Die Erfahrung früherer Turniere zeigt: Vier Punkte werden sehr wahrscheinlich reichen, unabhängig von der Tordifferenz. Noch steht das allerdings nicht fest, da in elf der zwölf Gruppen der Dritte theoretisch auf vier Punkte kommen kann. Die Schwelle, um zu den acht besten Gruppendritten zu gehören, wird letztlich wohl bei drei Punkten und voraussichtlich +1 oder +2 Toren liegen.

    Ist ein „Nichtangriffspakt“ möglich?
    Ja. Vor allem in den Gruppen, die als letztes enden. Beispiel: Algerien und Österreich, beide derzeit mit drei Punkten auf dem Konto, wissen vor ihrem Duell in der Nacht auf Sonntag, ob ein Remis beiden Teams reicht. Ausgerechnet jene Teams, mag man da sagen: Schließlich lieferten sich eben Österreich und Deutschland bei der WM 1982 die berühmte „Schande von Gijón“. Dem damaligen Nichtangriffspakt fiel Algerien zum Opfer. Ein Opfer würde es auch dieses Mal geben – nämlich jenen Gruppendritten, der bis dahin noch über dem Strich lag und nach einer möglicherweise tagelangen Warterei doch nach Hause fahren müsste.

  • 09:25 Uhr 24.06.2026

    Ghana-Coach wütet: VAR in der Kaffeepause?

    Ghanas Trainer hat nach dem 0:0 gegen England bei der WM den Kaffee auf und spottet gegen den Videoschiedsrichter. Was hinter seinem Vorwurf steckt.
    Ghanas Trainer Carlos Queiroz hat dem Videoschiedsrichter nach dem 0:0 gegen England bei der Fußball-WM eine kulinarische Pause unterstellt. „Wieder einmal hat der VAR einen Kaffee getrunken. Das ist verständlich, ich würde mir auch ab und zu gern einen Kaffee gönnen, aber es war ein klarer Elfmeter, Rote Karte“, sagte der 73 Jahre alte Portugiese. 
    Er spielte auf eine knifflige Szene nach knapp 80 Minuten an. England-Verteidiger Ezri Konsas hatte den zum Tor eilenden Prince Adu energisch vom Schuss abgehalten. Der VAR schaute sich das riskante Einsteigen nicht an. 
    „Wir hatten unsere Chancen, bis zu dem Punkt, an dem sie Glück hatten. Sehr viel Glück“, sagte Queiroz bei der Pressekonferenz. „Ich bin mir nicht sicher, ob der Videobeweis bei der Weltmeisterschaft noch funktioniert. Haben wir den Videobeweis überhaupt noch? Funktioniert er noch?“
    Englands Star-Offensive um Bayern-Stürmer Harry Kane war an Ghanas Abwehr-Bollwerk verzweifelt und kassierte auf seiner Titel-Mission einen Dämpfer.

  • 09:22 Uhr 24.06.2026

    Traumjob am Times Square: 50.000 Dollar fürs Fußball schauen

    Der schönste Job der Welt hat auch mal seine Längen. Austin Franklin (29) und Kevin Akoto (26) sitzen mitten auf dem New Yorker Times Square in einem Glaskasten, an jedem Tag dieser WM. Und sie schauen jedes der 104 Spiele, vom Anfang bis zum Ende. 50.000 Dollar bekommen die beiden Amerikaner dafür - haben aber durchaus auch einen Preis bezahlt.
    Für die Rolle als „Chief World Cup Watcher“ kündigte Akoto seinen Job und beendete seine Beziehung. „Der Arbeitgeber hat es gut aufgenommen, die betroffene Person nicht ganz so gut“, sagt der 26-Jährige. Gemeinsam mit Franklin wurde er aus Tausenden Bewerbern ausgewählt, der Rechteinhaber Fox ist für die 39 Tage des Turniers in den USA, Kanada und Mexiko Arbeitgeber der beiden.
    Ausgestattet ist der Glaskasten mit Sofas und Sesseln, einem Kunstrasen als Teppich, einem Tischfußball - und natürlich zwei großen 85-Zoll-Fernsehern. Außerhalb des Kastens versammeln sich regelmäßig größere Menschenmengen, die ebenfalls die Spiele verfolgen. Und den beiden beim Fußballschauen zusehen.
    „Es gibt natürlich einige Spiele, die echte Nieten sind - das passiert eben, aber man hat ja auch seine spannenden Spiele“, sagt Akoto, der aus Florida stammt. Etwa zwei der gut fünf Wochen sind bislang absolviert, die beiden Kollegen kommen gut miteinander aus.
    „Ich bin eine ziemlich negative Person“, sagt Akoto und ergänzt mit Blick auf seinen Kollegen: „Es ist schön, jemanden zu haben, der positiv ist, jemanden, der ein bisschen anders ist als man selbst und diese Energie mitbringt.“ Ein bisschen mehr fußballerische Unterhaltung ist dennoch willkommen. „Ich freue mich sehr darauf, wenn jetzt zwei Spiele auf einmal laufen“, sagt Franklin mit Blick auf den letzten Spieltag der Gruppenphase, der am Mittwoch startet.

  • 20:59 Uhr 23.06.2026

    Ronaldo trifft und bricht WM-Rekorde

    Neuer Rekord und ein lautes „Siuuu“-Ständchen für Cristiano Ronaldo: Der portugiesische Superstar hat im WM-Spiel gegen Usbekistan bereits nach sechs Minuten getroffen und ist damit nun der erste Spieler, der bei sechs unterschiedlichen Fußball-Weltmeisterschaften mindestens ein Tor erzielt hat.


    Nach Vorarbeit von João Cancelo schoss Ronaldo zum 1:0 ein und zeigte nach dem Jubel mit seinen Teamkollegen auch seine berühmte Pose, bei der er in die Luft springt und bei der Landung „Siuuu“ ruft. Zehntausende Zuschauer stimmten in Houston mit ein. Ronaldo hatte bereits bei den Weltmeisterschaften 2006, 2010, 2014, 2018 und 2022 getroffen.


    In der 39. Minute erzielte Ronaldo dann mit dem 3:0 seinen insgesamt zehnten WM-Treffer, damit zog er an der portugiesischen Legende Eusebio (neun Tore) vorbei und ist jetzt alleiniger Rekordtorschütze seines Landes.


    Der Auftritt des Superstars war mit Spannung erwartet worden: Trotz tagelanger Kritik wegen zuletzt schwacher Leistungen stand Ronaldo wieder in der Startelf. Trainer Roberto Martínez hatte Fragen dazu am Vortag nicht eindeutig beantwortet.


    Beim 1:1 zum Auftakt gegen die DR Kongo war Ronaldo noch torlos geblieben, hatte aber trotzdem einen Rekord geholt. Mit 41 Jahren und 132 Tagen war der Portugiese der älteste Feldspieler, der jemals bei einer FIFA-Endrunde in der Startelf stand. Diesen Rekord baute er beim Spiel gegen Usbekistan nun natürlich um weitere Tage aus. Portugal setzte sich am Ende mit 5:0 durch.

  • 16:41 Uhr 23.06.2026

    Ein Toter beim Public Viewing in Jordanien

    Ein Fan der jordanischen Fußball-Nationalmannschaft ist bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Wie die nationalen Behörden am Dienstag bekannt gaben, ereignete sich der tragische Zwischenfall in der Nähe des römischen Theaters in der Hauptstadt Amman, wo Tausende das WM-Spiel gegen Algerien (1:2) verfolgt hatten. Zudem wurden acht weitere Menschen verletzt.

    Der Sprecher der Behörde für öffentliche Sicherheit erklärte in einer Mitteilung, dass „neun Personen am frühen Dienstagmorgen ins Krankenhaus gebracht wurden, nachdem sie bei einem Gedränge auf dem Haschemitischen Platz“, wo Großbildleinwände für die Übertragung der WM-Spiele stehen, „verletzt worden waren“. Er fügte hinzu, dass „einer der Verletzten kurz nach seiner Einlieferung verstorben sei“ und zur Feststellung der genauen Todesursache an das Institut für Rechtsmedizin überführt worden sei.

    Die anderen seien medizinisch versorgt worden und ihr Zustand werde als stabil bis mäßig eingestuft, sagte der Sprecher. Eine medizinische Quelle präzisierte, dass das Opfer, ein jordanischer Fan, etwa zwanzig Jahre alt gewesen sei.

  • 14:56 Uhr 23.06.2026

    WM unter Wasser

    Blitze in der Nähe des Stadions, klatschnasse Fans und eine lange Unterbrechung: Ein Unwetter in Philadelphia hat den Zuschauern des WM-Spiels zwischen Frankreich und dem Irak einiges abverlangt. Zehntausende Fans mussten am Montagabend ihre Plätze verlassen und in geschützten Stadion-Bereichen Unterschlupf suchen. Erst nach mehr als zwei Stunden wurde die zur Halbzeit unterbrochene Partie fortgesetzt. „So etwas habe ich in 40 Jahren Fußball nicht erlebt“, sagte ein französischer Fan, der mit seinen zwei Söhnen ins Stadion gekommen war. „In Frankreich unterbricht man ein Spiel nicht, nur weil es stark regnet.“

  • 07:30 Uhr 23.06.2026

    Haaland: Einer der größten Abende meines Lebens

    Der unaufhaltsame Erling Haaland strahlte wie ein kleiner Junge, als er mit seinen Teamkollegen und Tausenden norwegischen Fans mit dem „Viking Row“ den Einzug in die K.o.-Runde der Fußball-WM feierte. „Das gehört zu den größten Abenden meines Lebens. Es war ein ganz besonderer Moment“, sagte der Torjäger, der auch von den Bildern vom Vortag schwärmte, als Norwegens Anhänger für „großartige Stimmung“ am Times Square in New York gesorgt hatten: „Es war verrückt.“
    Dass die Skandinavier beim 3:2 (1:0) gegen Senegal in East Rutherford jubeln durften, lag nicht zuletzt einmal mehr an Haaland. Mit seinem zweiten Doppelpack in seinem zweiten WM-Spiel ebnete der Starangreifer den Weg. Er trifft und trifft – und lässt die „Wikinger“ bei der ersten WM-Teilnahme seit 28 Jahren träumen. Sogar der Gruppensieg ist mit einem Sieg im direkten Duell mit Frankreich am Freitag möglich.
    Sein Erfolgsgeheimnis? Haaland lachte: Er sei „einfach ziemlich gut darin, Tore zu schießen, und darüber bin ich ziemlich glücklich“. Und er versicherte, dass die Auftritte im norwegischen Trikot etwas ganz Besonderes seien. „Ich habe fast dasselbe Gefühl wie vor den Champions-League-Finals. Es hat eine ähnliche Größenordnung“, betonte der Stürmer von Manchester City: „Ich bin unglaublich stolz auf all das und darauf, ein Teil davon zu sein. Ich möchte mit Norwegen etwas erreichen.“

  • 07:25 Uhr 23.06.2026

    Berichte: Widerstand von junger Mexiko-Fraktion gegen Ochoa

    Nach seinem sechsten WM-Turnier will Guillermo Ochoa seine Karriere mit dann 41 Jahren beenden. Bekommt er gegen Tschechien in Mexiko-Stadt seinen Auftritt? Einige im Team sollen dagegen sein.
    Die junge Fraktion der mexikanischen Nationalmannschaft wehrt sich Berichten zufolge gegen einen möglichen Ehreneinsatz von Torwart-Ikone Guillermo Ochoa im letzten Gruppenspiel. Sie seien der Meinung, dass Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage der aktuellen Leistung und der sportlichen Planung getroffen werden sollten. Erst recht bei einem WM-Turnier, bei dem jedes Detail den Weg in die K.o.-Runde beeinflussen könne.
    Sollte es wirklich diesen Widerstand der nachrückenden Generation geben, wäre es allemal bemerkenswert. Ochoa ist eine Legende in Mexiko.
    Mexiko spielt in der Nacht auf Donnerstag (03.00 Uhr MESZ) im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gegen Tschechien. Der Mitgastgeber war als erste der 48 Nationen als Gruppensieger in das Sechzehntelfinale eingezogen. 
    Besonders: Einsätze bisher nur 2014, 2018 und 2022 bei der WM 
    Ochoa bestritt 153 Länderspiele in über 20 Jahren für die mexikanische Nationalmannschaft. Beim 2:0 zum WM-Auftakt gegen Südafrika und auch beim 1:0 gegen Südkorea setzte Trainer Javier Aguirre auf den 26 Jahre alten Raúl Rangel von den Chivas aus Guadalajara. 
    Weder der mexikanische Verband noch Trainer Javier Aguirre sollen auf die Berichte reagiert haben, schrieb die Zeitung „Publimetro“. 

  • 07:22 Uhr 23.06.2026

    Schotten feiern in Miami-Hitze: "Nicht nur Bier trinken"

    Bier-Partys in den Hotel-Pools rund um den Ocean Drive, ein Fan-Marsch in Little Havanna und Tausende Schotten beim Baseball: Die „Tartan Army“ ist von Boston nach Miami weitergezogen und setzt ihre Partytour vor dem Spiel gegen Rekordweltmeister Brasilien in der Hitze von Florida fort. „No Scotland, no Party“, sangen sie ausgelassen in den Straßen und Bars der Millionen-Metropole.
    Bei Temperaturen von über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit gab ihnen Alan Wilson aber auch einen gut gemeinten Rat. „Trinkt viel Wasser, nicht nur Bier“, sagte der gebürtige Schotte, der mittlerweile in Florida lebt. Doch die meisten Landsleute schienen sich nicht daran zu halten.
    Mit Dudelsäcken, Kilts und Gesängen zogen sie unter anderem durch die berühmte „Calle Ocho“ im Stadtteil Little Havanna, auch der legendäre Ocean Drive in Miami Beach verwandelte sich in eine blau-weiße Partyzone. Hier konnten sich die Fans in klimatisierten Bars oder unter Palmen auch etwas abkühlen. Wie schon in Boston tauchte die „Tartan Army“ auch wieder beim Baseball auf und sorgte bei den Miami Marlins für Gänsehautstimmung. „Miami kann feiern“, hieß es auf dem X-Account der schottischen Nationalmannschaft.
    Die „Bravehearts“ treffen in der Nacht zu Donnerstag in Miami auf Brasilien (0.00 Uhr MESZ). In Gruppe C liegt die Selecao mit vier Punkten vor dem letzten Spiel in der Vorrunde auf Platz eins, Schottland ist derzeit mit drei Punkten Dritter. Die Mannschaft von Trainer Steve Clarke zieht sicher ins Sechzehntelfinale ein, wenn sie gegen Brasilien gewinnt.

  • 07:18 Uhr 23.06.2026

    Belgiens Doku ist Vater geworden

    Jérémy Dokus Entscheidung für die Geburt seines Sohnes und gegen die WM hatte für einige Schlagzeilen gesorgt – nun ist der belgische Nationalspieler Vater geworden. Der 24-Jährige flog nach London und erlebte den großen Moment mit, schon am Dienstag soll er nun wieder zur Mannschaft stoßen. Das teilte der belgische Verband am Montagabend mit. Doku werde sich mit dem Team auf das letzte Vorrundenspiel vorbereiten.
    „Herzlichen Glückwunsch an Jérémy Doku und seine Familie zur Geburt ihres ersten Sohnes Praise“, schrieben die Roten Teufel auf Instagram. Der 24-Jährige sei „mit Zustimmung und in Begleitung“ eines Teamarztes nach London gereist, „um bei diesem besonderen Anlass an der Seite seiner Frau zu sein“.
    Während der vergangenen Tage hatte es auch Kritik an der Entscheidung Dokus gegeben, besonders die Aussagen der Journalistin France Pierron sorgten dabei für Empörung. „Eine Geburt ist ein widerlicher Moment, in dem der Vater nutzlos ist, er hat nur eine Statistenrolle“, sagte Pierron: „Du hast die Chance, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Es gibt Hunderte Fußballspieler, die alles geben würden, um in dieser Position zu sein.“

  • 07:15 Uhr 23.06.2026

    Besuch bei Sheinbaum: WM-Ente Merlín trifft die Präsidentin

    Enterich Merlín ist in Mexiko längst das inoffizielle Maskottchen der Fußball-WM – nun wurden dem Vogel sogar präsidiale Ehren zuteil. Am Montag wurden Merlín und seine Besitzerin Karla Ivette Gómez von Mexikos Staatschefin Claudia Sheinbaum empfangen.
    Die Regierung wolle der Familie „dabei helfen, dass sich die Bekanntheit, die sie erlangt hat (...), in einer Verbesserung ihrer Lebensqualität niederschlägt“, sagte Sheinbaum bei ihrer täglichen Pressekonferenz an der Seite von Merlín – der sich von dem Trubel ungerührt zeigte.
    Seine Besitzerin, die als Straßenhändlerin arbeitet, hatte zudem weitere Neuigkeiten mitgebracht: Merlín sei nun durch die FIFA zum „Botschafter“ Mexikos bei dieser WM ernannt worden, zudem würden Aufnahmen von ihm und auch sein Name beim Amt für geistiges Eigentum als Markenzeichen eingetragen.
    Merlín wurde im Rahmen der laufenden WM in den USA, Mexiko und Kanada berühmt, als er, mit einem Mini-Trikot der mexikanischen Nationalmannschaft bekleidet, gemeinsam mit den Fans durch Mexiko-Stadt spazierte. Videos des Enterichs gingen in den Onlinenetzwerken viral, auch Mexikos Nationalmannschaft teilte die Aufnahmen.

  • 19:55 Uhr 22.06.2026

    Klose-Rekord fällt: Messi alleiniger WM-Rekordtorschütze

    Lionel Messi ist zum alleinigen Rekordtorschützen bei Fußball-Weltmeisterschaften aufgestiegen. Der argentinische Offensivstar erzielte mit dem Tor zum 1:0 (38. Minute) im zweiten Gruppenspiel gegen Österreich seinen 17. WM-Treffer und überholte damit den deutschen Ex-Weltmeister Miroslav Klose. In der 9. Minute hatte Messi noch einen Elfmeter verschossen. Zum Auftakt gegen Algerien war ihm ein Hattrick gelungen. 

    Gefahr droht Messi aber noch von Kylian Mbappé. Der Franzose kommt vor dem heutigen Spiel gegen Irak (23 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) auf 14 WM-Tore. Mbappé ist elf Jahre jünger und hat wohl mindestens noch ein weiteres Turnier vor sich, während Messi seine sechste und letzte Weltmeisterschaft spielt. Der Weltmeister-Kapitän wird in zwei Tagen 39 Jahre alt.

  • 14:08 Uhr 22.06.2026

    WM-Aus für Nico Schlotterbeck

    Bittere Diagnose für Nico Schlotterbeck und die deutsche Nationalmannschaft: Der Innenverteidiger hat beim 2:1 im WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste am Samstag eine Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk erlitten. Er falle „mehrere Monate“ und damit auch für den Rest des Turniers aus. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag bekannt.
    „Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen, vor allem auch sein exzellenter Spielaufbau“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann und fügte bedauernd hinzu: „Es hätte seine WM werden können.“
    Dass Schlotterbeck zunächst bei der Mannschaft in den USA bleiben werde, wertete Nagelsmann als „ein schönes Zeichen, denn er hat auch neben dem Platz Einfluss“. 
    Schlotterbeck war in Toronto zur Pause ausgewechselt worden. Der 26-Jährige hatte sich in einem Zweikampf mit Amad Diallo verletzt. 

  • 13:43 Uhr 22.06.2026

    Nach Aussagen zu Belgier Doku: „L’Équipe“ entschuldigt sich

    Die Kritik an Belgiens WM-Hoffnungsträger Jeremy Doku und seiner geplanten Reise zur Geburt seines Kindes hat für eine französische TV-Moderatorin Konsequenzen. In der Ausgabe der Sendung zum Wochenstart fehlte France Pierron, nachdem ihre Aussagen international für Aufsehen gesorgt haben. 
    Die Sportjournalistin hatte ihr Unverständnis darüber ausgedrückt, dass Doku das Turnier möglicherweise vorzeitig für die Geburt verlassen werde. „Du willst all das verlassen, um bei der Geburt deines Kindes dabei zu sein, die ein ekelhafter Moment ist, Verzeihung, wo der Papa zu nichts gut ist und eine Nebenrolle hat“, sagte sie in der Sendung „L’Équipe de Choc“. 
    „L’Équipe“ teilte nun mit, das Sportmedium distanziere sich von ihren Aussagen. Sie seien „sehr weit“ von den Werten der Mediengruppe entfernt. Man entschuldige sich bei dem Fußballer und dem Publikum.
    Eine Weltmeisterschaft sei ein möglicherweise einmaliges Erlebnis, ein Kindheitstraum, hatte Pierron weiter gesagt. „Es gibt Hunderte Fußballer, die töten würden, um dort zu sein, wo du bist.“ Im Anschluss hagelte es Kritik an den Aussagen der Moderatorin. Der Verband französischer Sportjournalistinnen (FJS) nannte ihre Worte rückwärtsgewandt.
    Der 24-jährige Doku und seine Frau Shireen erwarten im Juli ihr erstes Kind. Der belgische Profi sagte deshalb im Trainingscamp in Seattle belgischen Medien: „Es kommt darauf an, wann es passiert, aber es ist mein erstes Kind, also will ich auf jeden Fall dabei sein.“

  • 13:38 Uhr 22.06.2026

    Nach WM-Aus: Türkei-Verbandschef steht zum Trainer

    Bei Trainerrauswürfen sind türkische Fußballvereine fix. Beim Verband will man sich diesem Reflex nach dem Ausscheiden in den USA nicht gleich beugen.
    Verbandschef Ibrahim Haciosmanoglu hält nach dem vorzeitigen WM-Aus der türkischen Nationalmannschaft an Chefcoach Vincenzo Montella fest und will auch die Spieler nicht verdammen. „Wir werden sowohl zum Trainer dieser Mannschaft als auch zu den Spielern stehen. Das hier ist kein Verein. Wenn man sich die Vereinsmannschaften ansieht, kommt es gerade wegen der mangelnden Kontinuität zu Misserfolgen. Man kann hier nicht einfach 15 Spieler wegschicken und 15 neue holen.“
    Die Türken mit ihren Stars Arda Güler, Kenan Yildiz und Kapitän Hakan Calhanoglu hatten zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft mit 0:2 gegen Australien und 0:1 gegen Paraguay verloren. 
    Der 52 Jahre alte Italiener Montella ist seit 2023 für die Auswahl verantwortlich und hatte sie nach 24 Jahren erstmals wieder zu einer Weltmeisterschaft geführt.

  • 13:36 Uhr 22.06.2026

    Ist das nicht...?! Norwegen-Trikots machen Probleme

    „Ist das nicht ... Erling Haaland?!“ So mancher Fernsehzuschauer reibt sich bei den WM-Spielen der norwegischen Fußball-Nationalmannschaft bisweilen verwundert die Augen. Die Nachnamen von Erling Haaland und Co. auf den Rückseiten der Trikots sind wie die Nummern Runen nachempfunden, den Schriftzeichen der alten Germanen und Wikinger, aber leider nicht für alle gut lesbar.
    „Viele von uns können die Nummern und die Namen nicht erkennen“, sagte Terje Andre Olsen vom norwegischen Blinden- und Sehbehindertenverband. Das sei ansonsten bei Fußballspielen in der Regel anders, betonte er: „Der Kontrast ist meist gut.“ Die „schwer lesbare“ Schriftart auf den norwegischen WM-Trikots aber sei „für niemanden ein Pluspunkt“.
    Auch die Spieler hätten sich erst an die Shirts von Ausrüster Nike gewöhnen müssen, sagte der frühere Frankfurter Jens Petter Hauge dem norwegischen Rundfunk NRK. Jetzt aber fänden die Spieler die Trikots „verdammt cool“.
    Auch bei den Fans weltweit kommt das Dress an. Hollywood-Star Matthew McConaughey bekannte auf X, er „liebe“ die Schriftart. Echte Runen sind es aber nicht, betonte Jonas Nordby, ein Experte des MIA-Museums in Akershus. Der Runologe findet die Schriftart aber „witzig“ und meinte: „Sie hebt sich positiv ab, auch wenn nicht alle Buchstaben gleich gut getroffen sind.“
    Der Verband wisse um die Probleme bei der Lesbarkeit, berichtete Marketingchef Jan Ove Nystuen. Das Trikot sei aber von UEFA und FIFA abgenommen worden. Die Runen stünden symbolhaft für eine starke Verteidigung und einen Furcht einflößenden Angriff. „Solange wir gewinnen“, sagte Blindenverbandschef Olsen versöhnlich lächelnd, „ist das Trikot auch nicht so entscheidend.“

  • 11:01 Uhr 22.06.2026

    26 Meter hoch: Messi bekommt Statue in Argentinien

    Besondere Ehre für Lionel Messi: Die Kleinstadt Cultral Có hat dem Weltmeister eine riesige Statue in seiner Heimat Argentinien gewidmet. Das Monument, das während der laufenden Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada feierlich eingeweiht wurde, ist 26 Meter hoch und wiegt 70 Tonnen.
    Die vom einheimischen Künstler Aldo Beroisa geschaffene Skulptur befindet an der Nationalstraße 22, einer der Hauptzufahrtstraßen in die Provinz Neuquén im Südwesten Argentiniens. Cultral Có hat etwa 35.000 Einwohner und eine tiefe Verbundenheit zur Ölindustrie. Die Statue, die Volksheld Messi auf Knien mit dem WM-Pokal 2022 zwischen den Beinen zeigt, soll den Tourismus angekurbeln.
    Die bislang größte Messi-Statue im indischen Kalkutta, die der Superstar im Dezember 2025 selbst feierlich enthüllt hatte, musste Anfang Juni aufgrund von Sicherheitsbedenken wieder abgebaut werden. Über einen neuen Standort des 21 Meter hohen Monuments muss erst noch entschieden werden.

  • 10:54 Uhr 22.06.2026

    Auf Rekordkurs? Schon acht Platzverweise bei der WM

    Das Eröffnungsspiel setzt den Ton, die neue Regelfalle schlägt zu, aber der Rekord ist noch in weiter Ferne: Acht Platzverweise hat es schon bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada gegeben – und damit nach 40 von 104 Spielen bereits doppelt so viele wie insgesamt bei dem vergangenen Turnier in Katar.
    Belgiens Nathan Ngoy war nach seiner Notbremse beim 0:0 gegen den Iran am späten Sonntagabend der achte Spieler, der des Feldes verwiesen wurde. Kurios: Alle bisherigen Platzverweise waren Rote Karten, Gelb-Rot fehlt noch in den Statistiken.
    Nachdem im Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika gleich drei Akteure in einem Match frühzeitig in die Kabine mussten, schlug auch eine neue Regel zu. Paraguays Miguel Almiron hielt sich bei einer Auseinandersetzung mit Mert Müldür aus der Türkei den Mund zu – und war damit der erste Spieler, der bei der Endrunde für ein solches Vergehen bestraft wurde.
    Der Rekord liegt bei 28 Platzverweisen, aufgestellt 2006 in Deutschland. 
    Seither nahm die Rot-Flut ab. In Südafrika 2010 gab es 17 Platzverweise, 2014 in Brasilien zehn, in Russland 2018 wie in Katar 2022 nur vier. Seit der Endrunde 1998 in Frankreich, als es mit 22 immerhin die zweitmeisten Platzweise gab, wurden im alten Modus allerdings auch „nur“ 64 Spiele ausgetragen. Beim XXL-Turnier in Nordamerika kommen noch einmal 40 dazu.

  • 16:19 Uhr 20.06.2026

    Neue WM-Regel: Warum die Türkei und Haiti schon raus sind

    Die Türkei und Haiti sind schon raus. Anders als bei zurückliegenden WM-Turnieren ist die Tordifferenz nicht mehr so wichtig bei Punktgleichheit wie der direkte Vergleich.
    Der türkische Starspieler Arda Güler war untröstlich: „Wir sind richtig, richtig traurig“, sagte er, als er nach null Punkten und null Toren aus den ersten zwei Spielen schon das WM-Aus seines Teams kommentieren musste. Zwar können die Türken theoretisch noch nach Punkten mit einem Gruppenkontrahenten gleichziehen. Aber trotzdem stehen sie selbst bei einem hohen Sieg zum Vorrunden-Abschluss gegen die USA als Gruppenletzter fest. Verantwortlich dafür ist eine neue Regelung bei dieser WM: Anders als bei der WM in Katar 2022 zählt bei Punktgleichheit zuerst der direkte Vergleich und dann erst die Tordifferenz. Und die beiden betroffenen direkten Vergleiche hat die Türkei verloren.

  • 12:54 Uhr 20.06.2026

    Liebe für Schottland geht weiter

    Der Schottland-Hype in Boston hat Folgen. Politiker vertiefen die Beziehungen, WM-Fans dichten eine Fußball-Hymne um. Die Bürgermeisterin fleht: „Wir wollen, dass ihr wieder kommt.“
    Die neue Liebesbeziehung zwischen Boston und Schottland soll nicht mit der Fußball-WM enden. Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts, die in den vergangenen Tagen von Zehntausenden schottischen Fans in Beschlag genommen wurde, und Glasgow wollen ab dem kommenden Jahr offiziell eine Städtepartnerschaft eingehen.
    Im April soll die Partnerschaft beim traditionellen Tartan Day in den USA besiegelt werden. Der Tartan Day würdigt die historischen Beiträge und das kulturelle Erbe der schottisch-stämmigen Amerikaner. Die Fans der „Bravehearts“ nennen sich selbst Tartan Army. „Bereits heute werden wir eine Absichtserklärung für eine Städtepartnerschaft unterzeichnen und damit den offiziellen Prozess zwischen unseren beiden Städten anstoßen“, sagte Bostons Bürgermeisterin Michelle Wu. Als die Politikerin das Papier unterschrieb, sangen anwesende schottische Fans in Anlehnung an ihre inoffizielle Fußball-Hymne: „No Wu, no Party“. Weil Schottland zwei Vorrundenspiele in Boston austrägt, sollen inzwischen rund 50.000 Fans aus der Heimat über den Atlantik geflogen sein.
     
  • 13:24 Uhr 20.06.2026

    Neue Regel greift: Rot für Almiron nach Zuhalten des Mundes

    Aussetzer mit Folgen: Paraguays Miguel Almiron hat sich bei der Fußball-WM bei einer Auseinandersetzung mit Mert Müldür aus der Türkei den Mund zugehalten und dafür die Rote Karte gesehen. Die neue Regel, die das International Football Association Board (IFAB) im April für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada beschlossen hatte, griff damit am Freitagabend (Ortszeit) in Santa Clara erstmals: Ein solches Vergehen soll fortan immer mit einem Platzverweis bestraft werden.
    Für diese Art der Bestrafung hatte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino im Frühjahr höchstpersönlich eingesetzt. Auslöser für die Einführung der neuen Regel war die Aufregung um Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, der Vinicius Junior von Real Madrid im Playoff-Duell der Champions League rassistisch beleidigt haben soll und sich dabei das Trikot vor den Mund gezogen hatte.

  • 13:08 Uhr 19.06.2026

    Debatte nach Koné-Foul

    Das Foul am Kanadier Ismael Koné beim 6:0-Sieg gegen Katar hat eine Diskussion über die Schiedsrichterlinie bei der Fußball-WM entfacht. „Man muss den Spielern Grenzen setzen. Es ist nicht immer Absicht. Es ist meistens Fahrlässigkeit. Aber man muss manchmal eben präventiv agieren. Hier waren die FIFA und Pierluigi Collina zu nachsichtig“, sagte Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe der „Bild“ in Richtung des Chefs der Schiedsrichterkommission. 

    Seit Collinas Amtsantritt 2017 habe es bei Weltmeisterschaften nur wenige Rote Karten gegeben, sagte Gräfe und verwies auf einige Platzverweise nach Notbremsen und Handspielen sowie einen nach einer Tätlichkeit, aber keinen für ein brutales oder ernsthaftes Foulspiel. Daraus ergebe sich Handlungsbedarf. Ein großzügigerer Umgang im Sinne des Spielflusses sei grundsätzlich richtig, „aber was sein muss, muss sein“, betonte der 52-Jährige.

  • 12:20 Uhr 19.06.2026

    Vorwurf der Vergewaltigung: Hakimi muss vor Gericht

    Der marokkanische Außenverteidiger Achraf Hakimi muss sich in seiner Wahlheimat Frankreich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Dies gab das Berufungsgericht Versailles am Freitag in einer Erklärung bekannt, Hakimi müsse vor dem Strafgericht des Départements Hauts-de-Seine erscheinen. Einen exakten Termin gibt es noch nicht.


    Der 27 Jahre alte frühere Profi von Borussia Dortmund, derzeit bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada aktiv, hatte die Vorwürfe stets bestritten. Er sei das Opfer einer Verleumdung. Bei einer Anhörung im Mai hatte er beantragt, dass das Verfahren eingestellt würde.

    „Die Justiz hat mir in die Augen gesehen und zu mir gesagt: ‚Wenn Sie nicht bekannt wären, hätte es nie einen Fall gegeben.‘ Ich habe mich jahrelang entschieden, zu schweigen. Ich dachte, dass es richtig wäre, würdevoll zu bleiben, geduldig zu sein und der Justiz zu vertrauen, damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden“, schrieb Hakimi, beim Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain unter Vertrag, bei X: „Heute wird eine Geschichte erzählt, die nicht meine ist, auf Kosten meiner Familie, meines Lebens und vor allem der Wahrheit. Manchmal habe ich das Gefühl, zu einem leichten Ziel geworden zu sein. Ich warte auf diesen Prozess seit dem ersten Tag. Und inzwischen erwarte ich ihn sehnsüchtig. Endlich werde ich sprechen können.“


    Eine damals 24-Jährige hatte im Februar 2023 bei der Polizei ausgesagt, sie sei von Hakimi vergewaltigt worden. Sie erstattete zunächst keine Anzeige. Hakimis Rechtsbeistand wirft der Frau vor, die Ermittlungen zu behindern und sich medizinischen Untersuchungen verweigert zu haben.

  • 11:59 Uhr 19.06.2026

    Wenn Brüder bei der WM zu Gegnern werden

    Als Giovane Elber noch Fußball-Experte im deutschen Fernsehen war, kommentierte er das Thema mit der ihm eigenen Süffisanz. Was er davon halte, wenn bei der WM zwei Brüder für verschiedene Nationen auflaufen und dann gegeneinander spielen, wurde Elber gefragt. Es sei immer gut, „wenn ein Vater mehrere Söhne hat“, ließ der Brasilianer anlässlich des Duells der Boateng-Brüder bei der WM 2014 wissen.

    Für die Betroffenen ist das nicht immer so simpel, wie das Beispiel von Jérôme und Kevin-Prince Boateng zeigt. Bei gleich zwei Weltmeisterschaften kam es zu dem Duell der in Berlin aufgewachsenen Halbbrüder. Während sich Kevin-Prince für die ghanaische Heimat seines Vaters entschied, bekannte sich Jérôme zu den Wurzeln seiner Jugend – und wurde in Brasilien mit der DFB-Elf Weltmeister.

     

  • 11:09 Uhr 19.06.2026

    Kopf des Tages: Tyler Bindon

    Der erste WM-Sieg der Historie steht noch aus, doch ein besonderes Kapitel in der Fußball-Geschichte haben die Neuseeländer schon jetzt in den USA geschrieben. Denn als Tyler Bindon (21) im Gruppenspiel gegen den Iran eingewechselt wurde (2:2), war das erste Mutter-Sohn-Duo bei Weltmeisterschaften perfekt. Seine Mutter Jenny Bindon spielte 2007 in China und 2011 bei der Endrunde in Deutschland als Torhüterin für Neuseeland.

  • 11:07 Uhr 19.06.2026

    Falschmeldung über Messis Vater: Sprecherin entschuldigt sich

    Moderatorin Florencia Pena hat nach dem Verkünden der Falschmeldung vom Tode des Vaters von Lionel Messi einen Fehler eingeräumt und um Verzeihung gebeten. Sie hatte am Donnerstag in ihrer Livesendung „El show del verano“ den Tod von Jorge Messi verkündet. Die Familie Messi hatte daraufhin in einem Statement ihre „tiefe Bestürzung über den Mangel an Sensibilität, Respekt und Anstand, mit dem einige Menschen eine strikt private Familienangelegenheit behandeln“ zum Ausdruck gebracht.
    Der 68 Jahre alte Jorge Messi erhole sich derzeit von einem nicht näher definierten „gesundheitlichen Problem“.

  • 10:21 Uhr 19.06.2026

    Illegaler Ketchup und ein überdimensionales Logo

    Ralf Rangnick zeigte sich von einem kleinen PR-Coup bestens amüsiert, Jamal Musiala wird dagegen die nächsten Wochen wohl immer eine Rolle Klebeband dabeihaben müssen. Weil die Kopfhörer des Bayern-Stars nicht von einem WM-Sponsor hergestellt werden, musste er das gut sichtbare Logo mit Tape abdecken. Die Eifrigkeit, mit der der Weltverband FIFA bei der Fußball-WM die Exklusivität seiner Sponsoren schützt, sorgt nicht nur für Verwunderung – unter andrem auch bei Ketchupflaschen. Sie stachelt Unternehmen, die nicht zu den offiziellen Geldgebern gehören, zu witzigen Aktionen an.

    Die Folgen der skurrilen FIFA-Werberegeln

  • 07:58 Uhr 19.06.2026

    Schockmoment für Kanada: Koné offenbar schwer verletzt

    Während des zweiten WM-Spiels des Co-Gastgebers gegen Katar ist es nach der Halbzeitpause zu einem schwerwiegenden Zwischenfall gekommen. Nach einem schweren Foul muss die Mannschaft von Trainer Jesse Marsch um Ismael Koné bangen. Der Mittelfeldspieler verletzte sich nach einem heftigen Einsteigen von Assim Madibo augenscheinlich schwer.
    Beim Stand von 3:0 ging Koné in der 51. Minute zu Boden, der Unterschenkel des 24-Jährigen wies danach eine deutliche Fehlstellung auf, über die Außenmikrofone waren von Spielern die Worte "sein Bein ist gebrochen" zu hören. Koné selbst hielt sich beim Anblick seines linken Beines fassungslos die Hand vor den Mund, seine Mitspieler schirmten ihn ab. Madibo, dem der Schreck anzusehen war, musste mit Rot vom Platz.
  • 07:56 Uhr 19.06.2026

    Social-Media-Star Payne wechselt nach Paraguay

     
    Neuseelands neuer Social-Media-Star Tim Payne wird nach der WM seine Heimat verlassen und sich dem paraguayischen Fußball-Erstligisten Club Olimpia anschließen. Sein aktueller Verein, Wellington Phoenix, bestätigte den Wechsel des 32-Jährigen zum 48-fachen Meister gegen eine nicht genannte Ablösesumme.
    Payne war vor der WM durch die prominente Werbung des argentinischen Influencers Valen Scarsini, auch bekannt unter dem Namen "El Scarso", als "unbekanntester" Spieler des Turniers unverhofft berühmt geworden. Die Followerzahl des Abwehrspielers stieg innerhalb einer Woche von gerade einmal 4.000 auf über fünf Millionen und liegt derzeit bei knapp sechs Millionen.
  • 07:55 Uhr 19.06.2026

    Mama kommt - und Torwart Vozinha ist happy

    "Für mich ist das sehr wichtig, weil meine ganze Familie mich immer in allem unterstützt", sagte der neue Volksheld von Kap Verde am Donnerstag im Trainingszentrum in Tampa/Florida. Seine Mutter Ana Candida Evora soll beim zweiten Gruppenspiel gegen Uruguay in der Nacht zu Montag in Miami (00.00 Uhr MESZ) vor Ort im Stadion sein. "Das ist für mich etwas Besonderes", sagte Vozinha, dessen Mutter den sensationellen Auftritt ihres Sohnes zum WM-Auftakt gegen Spanien (0:0) verpasst hatte. Die Tränen des 40-Jährigen nach dem Spiel hatten die Welt gerührt, über Nacht stieg er selber zum Star auf - mit mittlerweile fast 14 Millionen Followern bei Instagram.

  • 07:54 Uhr 19.06.2026

    Reiserestriktionen: Iran will Beschwerde bei FIFA einreichen

    Der iranische Fußballverband will angesichts der Reiserestriktionen während der Fußball-WM eine Beschwerde bei der FIFA einreichen. Wie der Verband mitteilte, sei ein Antrag auf eine Einreise in die USA zwei Tage vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Belgien am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) abgelehnt worden. Demnach darf das "Team Melli" erst am Samstag zum Spielort nach Los Angeles aufbrechen.
    Gemäß dem Programm des Trainerstabs müsste die Mannschaft jedoch "zwei Tage vor jedem Spiel in der jeweiligen Gastgeberstadt eintreffen und am Tag nach dem Spiel zum Basislager zurückkehren, um eine optimale technische und körperliche Vorbereitung zu gewährleisten", heißt es in einer Mitteilung. Vor allem angesichts der frühen Anstoßzeit (12.00 Uhr Ortszeit) sei es das Ziel gewesen, den Spielern genügend Zeit zu geben, sich an die Spielbedingungen anzupassen.
    Der iranische Verband ist der Ansicht, "dass solche Einschränkungen nicht mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller teilnehmenden Mannschaften vereinbar sind und sich negativ auf die Vorbereitung der Mannschaften auswirken könnten." Der Verband werde daher "seine Unzufriedenheit offiziell zum Ausdruck bringen und über die entsprechenden Kanäle eine formelle Beschwerde bei der FIFA einreichen."
    Die Iraner hatten ihr Teamquartier kurzfristig wechseln müssen und trainieren im mexikanischen Tijuana. Nach dem Auftaktspiel gegen Neuseeland (2:2) musste die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei den Spielort Los Angeles noch am Spieltag wieder verlassen, was bei den Iranern zu großem Unmut geführt hatte. Zudem fehlen 15 Personen aus dem Staff, denen kein Visum für die USA erteilt wurde.
  • 13:25 Uhr 18.06.2026

    Nach Manipulationsvorwurf: Elfenbeinküste gegen Deutschland ohne Wahi

    Harter Schlag: Die Fußball-Nationalmannschaft der Elfenbeinküste muss im WM-Vorrundenspiel gegen Deutschland am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Toronto ohne Elye Wahi antreten. Nach Verbandsangaben wurde dem Frankfurter Bundesligaprofi, der an OGC Nizza ausgeliehen ist, von den kanadischen Behörden die Einreise verweigert.

    In Frankreich läuft gegen Wahi (23) laut The Athletic ein Ermittlungsverfahren „wegen des Verdachts auf organisierten Betrug, organisierte Korruption im Sport, Hehlerei und Geldwäsche“. Es geht um Auffälligkeiten rund um das Ligue-1-Spiel zwischen Nizza und dem FC Metz (0:0) am 17. Mai.
    Wahi soll sich dabei absichtlich eine Gelbe Karte abgeholt haben, der Ligaverband LFP stellte auffälliges Wettverhalten für den Fall seiner Verwarnung fest. Rund zwei Wochen vor WM-Beginn soll der Stürmer sogar vorübergehend festgenommen worden sein.

    Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Marseille bestätigte die vorübergehende Festnahme eines 23 Jahre alten Fußballers, „der in der französischen Ligue 1 spielt“, nannte den Namen aber nicht. Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Anklage wurde noch nicht erhoben, darauf verweist auch der ivorische Fußball-Verband FIF.
  • 11:18 Uhr 18.06.2026

    Das Zitat des Tages

    "Sie waren doch beim Spiel, oder? Wenn Sie beim Spiel waren, dann haben Sie, glaube ich, die Antwort auf Ihre Fragen gesehen. Und ich denke, Sie könnten mir bessere Fragen stellen. Danke."

    Ghanas Nationaltrainer Carlos Queiroz auf die Frage, wie das Fehlen von Mittelfeld-Star Thomas Partey seine Taktik beeinflusst hatte

  • 11:17 Uhr 18.06.2026

    Der Überblick der WM-Nacht

    LAST MINUTE: 19 Grad in Toronto, Regen - und dann trotzdem zweimal drei Minuten Pause zum Abkühlen: Dem Publikum in Toronto missfiel die Anordnung der FIFA hörbar - es buhte. So richtig in Wallung gerieten die Fans aber erst in der fünften Minute der Nachspielzeit der bis dahin eher faden Begegnung zwischen Ghana und Panama: Caleb Yirenkyi vom dänischen Superliga-Klub FC Nordsjaelland traf für Ghana zum Endstand von 1:0 (0:0). Kurz vor dem Abpfiff dann nochmal Aufregung und massive Rudelbildung vor dem Tor der Ghanaer. Schiedsrichter Glenn Nyberg blieb skandinavisch gelassen - nur Carlos Harvey aus Panama sah nach dem rüden Geschubse Gelb.

    LAST MATCH: Letztes Spiel des ersten Spieltags, das 24. von 104 Spielen bei dieser Monster-WM. Und endlich der Einstand von Neuling Usbekistan. Die Mannschaft von Trainer Fabio Cannavaro, 2006 in Deutschland Weltmeister mit den Italienern, hielt sich wacker, der 22 Jahre alte Abbosbek Fajsullajew traf sogar zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Aber Kolumbien hat ja Luis Díaz: Der Angreifer des FC Bayern erzielte beim 3:1 (1:0) gegen die "Weißen Wölfe" das vorentscheidende Tor zum 2:1.

    LATEST NEWS: Eine späte, aber gute Nachricht für Kanada. Im zweiten WM-Gruppenspiel in der deutschen Nacht zum Freitag deutscher Zeit ((0.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) gegen Katar wird Alphonso Davies wieder im Kader stehen - wenigstens das. Der Abwehrspieler des FC Bayern sei "wieder verfügbar, er ist bereit", sagte Nationaltrainer Jesse Marsch. Von Beginn an spielen ist freilich nicht drin: "Wir werden sehen, wie das Spiel läuft", erklärte Marsch, "und dann entscheiden, wie wir ihn einsetzen."

    LASST DAS!: Thomas Tuchel war not amused. Und das machte er nach dem amüsanten 4:2 (2:2) der Engländer gegen Kroatien auch sehr deutlich: "Ich bitte die FIFA inständig, die Position der Fotografen während der Nationalhymne zu ändern", sagte der deutsche Trainer der Three Lions, der sich bei seiner WM-Premiere um einen denkwürdigen Augenblick gebracht fühlte: "Es war heute ein ganz, ganz besonderer Moment. Aber ich stand einen halben Meter vor einer Wand aus 50 Fotografen und konnte keinen einzigen meiner Spieler sehen. Das hat mir das Erlebnis ein wenig verdorben.

  • 11:14 Uhr 18.06.2026

    Vozinha: Torhüter darf sich freuen

    Die sensationelle WM-Premiere ihres Sohnes hatte die Mutter von Kap Verdes Fußballheld Vozinha verpasst - mithilfe des US-Außenministeriums soll sie beim zweiten Auftritt aber live dabei sein. Wie ein Sprecher laut eines CNN-Berichts mitteilte, versuche das Außenministerium, der Mama des 40 Jahre alten Keepers ein Visum auszustellen und sie so in die Vereinigten Staaten zu bringen.

  • 11:10 Uhr 18.06.2026

    Brasilien bangt um Parreira

    Brasiliens Fußball sorgt sich um WM-Ikone Carlos Alberto Parreira. Der frühere Weltmeister-Coach wurde am Mittwoch in ein Krankenhaus in Rio de Janeiro eingeliefert. Der 83-Jährige, der 1994 mit der Selecao bei der WM in den USA triumphiert hatte, kämpft seit knapp drei Jahren gegen das Hodgkin-Lymphom, einen bösartigen Tumor des Lymphsystems.
    Schon vor dreieinhalb Jahren bangte die Fußballwelt während eines WM-Turniers um einen Brasilianer. Der damals 82 Jahre alte Pele verstarb seinerzeit nur wenige Tage nach dem WM-Finale in Katar an Organversagen als Folge eines fortgeschrittenen Darmkrebses.
    Zum Gesundheitszustand Parreiras wollte das Hospital Samaritano Barra zunächst „zum Schutz der Privatsphäre“ keine näheren Angaben machen. Der Rekordtrainer mit den meisten WM-Teilnahmen hatte im Januar 2024 über den Verband CBF seine Erkrankung publik gemacht.

  • 11:08 Uhr 18.06.2026

    Spionage? Drohne hat "keinen Einfluss"

    Die südkoreanische Nationalmannschaft ist bei der möglichen Trainingsspionage durch eine Drohne glimpflich davon gekommen. Das Flugobjekt sei „glücklicherweise“ direkt vor dem Taktik-Block bei der Einheit in Guadalajara entdeckt worden, sagte Trainer Myung-bo Hong vor dem zweiten WM-Gruppenspiel gegen Co-Gastgeber Mexiko: „Das war der wichtigste Teil des Trainings. Es wird also keinen Einfluss haben.“ Entdeckt wurde der vermeintliche Spionageversuch von einem südkoreanischen Sicherheitsmitarbeiter, im Anschluss brachten die zuständigen Sicherheitsbeauftragten das Objekt zum Absturz. Der FIFA soll der Vorfall gemeldet worden sein.
    Die „Taeguk Warriors“ sind in der in der Nacht auf Freitag (3.00 Uhr MESZ) wieder im Einsatz gewesen.. Ihre Auftaktpartien hatten sowohl die Südkoreaner (2:1 gegen Tschechien) als auch die Mexikaner (2:0 gegen Südafrika) gewonnen.

  • 10:50 Uhr 18.06.2026

    Dem DFB geht das V aus

    Fans von Deniz Undav, Kai Havertz und Alexander Pavlovic hatten plötzlich ein Problem. Aufgrund eines Lieferengpasses aufseiten eines DFB-Partners war bei der Trikot-Beflockung plötzlich der Buchstabe V ausgegangen. Anhänger der deutschen Nationalmannschaft konnten deshalb zwischenzeitlich keine Originaltrikots von Havertz, Pavlovic und Undav bestellen.

    „Für die Beflockung zeichnet der DFB mit seinem Partner 11teamsports verantwortlich“, teilte Trikot-Hersteller adidas auf SID-Anfrage mit. „Aufgrund der hohen Nachfrage nach Beflockungen der Spieler Undav, Havertz und Pavlovic kam es kurzfristig zu Engpässen bei der Verfügbarkeit des Buchstabens V“, hieß es in der Stellungnahme weiter: „Diese konnten schnell behoben werden, sodass die Flocks mit dem Buchstaben V in Kürze wieder online bestellbar sein werden.“

    Zuvor hatte die Bild-Zeitung von den Problemen berichtet. Adidas rüstet bei der WM 14 der 48 Mannschaften aus, darunter auch das DFB-Team. Besonders das blaue Auswärtstrikot des viermaligen Weltmeisters verkauft sich sehr gut. Das pinkfarbene Auswärts-Jersey von 2024 gilt als bisher bestverkauftes Auswärtstrikot der Nationalmannschaft.
    Ab 2027 wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offiziell von Nike ausgerüstet. Der Vertrag mit dem US-Sportartikelhersteller läuft bis Ende 2034.

  • 10:44 Uhr 16.06.2026

    Tunesien feueret Trainer nach nur einem Spiel

    Nach der krachenden Niederlage zum WM-Auftakt gegen Schweden ist Sabri Lamouchi seinen Job als Trainer der tunesischen Fußball-Nationalmannschaft los. Dies bestätigte der tunesische Verband (FTF) zwei Tage nach dem ernüchternden 1:5.

    Als Nachfolger übernimmt Lamouchis französischer Landsmann Hervé Renard. Lamouchi hatte die Mannschaft erst Mitte Januar übernommen. Der frühere französische Nationalspieler folgte auf den Tunesier Sami Trabelsi, der nach dem Achtelfinal-Aus beim Afrika-Cup hatte gehen müssen. Seit Januar 2024 war er der bereits fünfte Nationaltrainer. Der Franzose betreute das Team in lediglich fünf Spielen und kassierte dabei vier Niederlagen. Die WM-Generalprobe war mit einem 0:5 gegen Belgien enttäuschend ausgefallen, der einzige Sieg unter Lamouchis Führung gelang gegen Haiti.

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