Tischtennis-Meisterschaften
Sarah De Nutte: „Am meisten freue ich mich auf die Doppel“
Am Wochenende geht Sarah De Nutte (WR 106) erneut als Topfavoritin an den Start der nationalen Meisterschaften. Vor den Titelkämpfen hat sich das Tageblatt mit der 33-jährigen Profispielerin über den nationalen Saisonhöhepunkt unterhalten, ebenso über die anstehenden Herausforderungen sowohl mit ihrem Verein Metz TT als auch auf individueller Ebene.
Sarah De Nutte wird in Bartringen aller Voraussicht nach ihren zwölften Titel im Einzel feiern dürfen Foto: Editpress/Gerry Schmit
Tageblatt: Wie würden Sie Ihre aktuelle Form einschätzen und wie stehen dementsprechend die Chancen, wieder in die Top 100 der Welt vorzurücken?
Sarah De Nutte: Seit ein paar Monaten habe ich wieder mehr Spaß am Tischtennis, was dazu führt, dass ich wieder bessere Leistungen bringe. Natürlich will ich so weit wie möglich nach vorn kommen. Was die Qualifikation für die großen Turniere anbelangt, macht es keinen großen Unterschied, ob man in der Weltrangliste auf Platz 70 oder auf Rang 200 steht. Zudem fängt die Olympia-Qualifikation erst in rund einem Jahr an.
Mit Ihrem Verein Metz TT sind Sie wieder auf zwei Bühnen unterwegs.
Letzten Mittwoch konnten wir das Halbfinal-Hinspiel bei meinem ehemaligen Verein Saint Quentin mit 3:1 gewinnen und sind auf dem guten Weg ins Finale, wo wir unseren Landesmeistertitel verteidigen wollen. In der Champions League konnten wir uns ebenfalls für das Final-Four-Turnier qualifizieren, das im Mai in Polen ausgespielt wird.
Jetzt nehmen Sie den zwölften Titelgewinn im Einzel in Angriff. Wer sind Ihre stärksten Gegnerinnen?
Am meisten freue ich mich auf die Doppel. Im Einzel gehe ich das Turnier lockerer an, als es in der Vergangenheit der Fall war. Seit meinem zweiten Titelgewinn im Jahr 2014 habe ich kein Einzel-Match mehr bei den Landesmeisterschaften verloren. Das gilt auch für das Damen-Doppel, wo ich mit Tessy (Gonderinger) seit 2010 ungeschlagen bin. Stärkste Gegnerin ist sicherlich Enisa (Sadikovic), die bereits Stammpielerin in der Nationalmannschaft ist. Sie hat bei der Europameisterschaft gut gespielt, ebenso wie aktuell auch in der Bundesliga mit ihrem Verein Weinheim. Dahinter rücken mit Kinda (Mostafa), Nora (Catazzo) und Finja (Hansen) drei junge Talente nach, die jetzt noch etwas zu jung sind, um ganz vorne mitzuspielen. Ich werde kein Spiel auf die leichte Schulter nehmen.
Jetzt kommt es zum ‚Revival‘ des Erfolgs-Duos De Nutte – Gonderinger. Wie kam es dazu?
Im vergangenen Jahr konnte ich den Titel mit Annick (Stammet) gewinnen und hatte Tessy (Gonderinger) als Option überhaupt nicht auf dem Schirm. Sie hat ja mittlerweile Nachwuchs bekommen. Annick hat diese Saison noch nicht gespielt, sodass ich Tessy einfach gefragt habe. Zunächst wollte sie nicht. Nachdem auch Joe (Michels) und Flavio (Giannotte) auf sie eingeredet hatten, hat Tessy schließlich eingewilligt.
Eine ganz besondere Premiere gibt es im Mixed-Doppel mit Gilles Michely, bei seinem allerletztem Auftritt.
Es ist schade, dass Gilles (Michely) am vergangenen Wochenende mit seinem Team im „Golden Match“ ausgeschieden ist. Ich kann mir vorstellen, dass das für ihn kein einfacher Moment war, den letzten Satz für seinen Verein zu spielen. Ich frage mich, wie das ist, da ich diese Situation ja irgendwann auch erleben werde. Kurz vor der Meldefrist habe ich Gilles angerufen. Ich wusste, dass er eigentlich nicht bei der Meisterschaft antreten wollte. Es freut mich sehr, beim letzten Match seiner Karriere dabei zu sein. Ich fühle mich geehrt, diesen speziellen Moment mit ihm teilen zu dürfen. Ich werde mein Bestes geben, damit er seine Karriere mit einem Titel beenden kann.
Was steht nach den Landesmeisterschaften auf dem Programm?
Am 8. April, gleich nach dem Halbfinal-Rückspiel gegen Saint Quentin, fliege ich in die Türkei, zu einem WTT-Feeder-Turnier. Danach steht bis zur Mannschafts-Weltmeisterschaft, die Ende April in London beginnt, nichts an.