Fußball
Saka erlöst Arsenal
Zwei quälend lange Jahrzehnte des Wartens sind vorüber: Der FC Arsenal hat sich erstmals seit 2006 wieder ins Endspiel der Champions League gekämpft. Die Gunners knackten das Defensivbollwerk von Atlético Madrid beim 1:0 (1:0) im Halbfinal-Rückspiel und dürfen weiter vom ersten Triumph überhaupt in der Königsklasse träumen. Am Mittwoch deutet sich ein weiteres Spektakel zwischen Bayern München und Paris Saint-Germain an.
Die Gunners und der italienische Abwehrspieler Riccardo Calafiori (r.) hielten im eigenen Stadion die Null Foto: AFP
Im Finale wartet auf Arsenal allerdings die größtmögliche Aufgabe: In Budapest (30. Mai) bekommt es das weiter ungeschlagene Team mit Bayern München oder Vorjahressieger Paris Saint-Germain zu tun. Nach dem 1:1 in der Vorwoche in Madrid schoss Bukayo Saka (45.) die Londoner zum zweiten Mal ins Endspiel. Atlético blieb der dritte Finaleinzug nach 2014 und 2016 unter seinem Trainer Diego Simeone verwehrt.
20 Jahre, hatte Teammanager Mikel Arteta betont, habe Arsenal auf diese Finalchance hingearbeitet: „Es ist in unseren Händen.“ In der Nacht zu Dienstag zündeten Anhänger in der Nähe des Atlético-Hotels sogar Feuerwerkskörper, um die Spanier um den Schlaf zu bringen.
Dennoch wirkten die Atlético-Profis hellwach. Während die Gäste ihr schnörkelloses Umschaltspiel aufblitzen ließen und vereinzelt für Offensivgefahr sorgten, biss sich Arsenal die Zähne an der berüchtigten Defensive der Rojiblancos aus.
In der Ligaphase hatte sich Atlético in Nordlondon noch eine satte 0:4-Klatsche eingefangen, das Hotel wurde diesmal gewechselt. Aus Aberglaube? Nein, nein, versicherte Simeone und ergänzte augenzwinkernd, die neue Unterkunft sei „einfach günstiger“.
Es half – jedenfalls bis kurz vor der Pause. Arsenal erspielte sich kaum Chancen, forderte nach einem leichten Stoßen gegen Leandro Trossard vergeblich einen Strafstoß beim deutschen Referee Daniel Siebert (34.) und durfte doch jubeln. Saka staubte ab, nachdem Jan Oblak einen Trossard-Abschluss stark pariert hatte.
Artetas Team, das in der Liga dank eines Patzers von Manchester City wieder auf Meisterkurs liegt, schenkte die Führung nach der Pause beinahe her. William Saliba verlängerte den Ball unfreiwillig zu Atléticos Giuliano Simeone, der die Riesenchance liegen ließ (51.). Für Arsenal verpasste Viktor Gyökeres die mögliche Entscheidung (66.) – und eröffnete damit eine intensive Schlussphase.
Offensiv ins Finale
Noch ein Spektakel? Eine große Drama-Nacht in München? Nach dem Neun-Tore-Wahnsinn in Paris warten alle gebannt auf den zweiten Schlagabtausch zwischen Bayern und PSG. Die Ausgangslage ist klar.
Vincent Kompany verblüffte 30 Stunden vor dem Showdown mit Paris Saint-Germain um das ersehnte Champions-League-Finale. Erhöhter Puls? Totale Anspannung? Nichts da. „Bei mir überwiegt die innerliche Ruhe. Ich versuche, die Emotionen vom Spiel nicht zu früh eine Rolle spielen zu lassen“, berichtete der Bayern-Coach. Und er verriet: „Ich überlege schon, was der letzte Satz sein kann, um die Mannschaft noch mal zu motivieren.“
Ring frei, Runde zwei. Alle Fußball-Liebhaber warten gebannt auf den ultimativen Schlagabtausch der beiden Vollgas-Teams im Halbfinal-Rückspiel an diesem Mittwoch (21.00 Uhr). „Jetzt geht’s los. Jetzt ist Crunchtime angesagt. Es ist ein großes Spiel. Wir sind alle sehr heiß auf das Spiel und bereit, alles zu geben“, verkündete der deutsche Nationalspieler Jonathan Tah.
Das verschworene Münchner Meister-Ensemble will Titelverteidiger PSG mit aller Macht von Europas Thron stürzen. Auch mit Hilfe der Fans in der mit 75.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena. Diese sollen – wie schon beim irren 4:3 im Viertelfinale gegen Real Madrid – wieder der zwölfte Mann sein. „Alle in Rot“, lautet der Dresscode. Passend dazu laufen auch Kane und Co. erstmals im knallroten, neuen Heimtrikot der kommenden Saison auf.
„Wir stehen hier am Ende der Saison. Und wir haben schon so viele Wahnsinnsmomente erlebt. Gemeinsam mit den Fans wollen wir diesen Abend unvergesslich machen“, sagte Kompany.
Runde eins ging beim 5:4-Spektakel vor einer Woche in Frankreich an PSG mit Erfolgscoach Luis Enrique. Nun kommt es im Finale vor dem Finale am 30. Mai in Budapest in einer brodelnden und in Rot getauchten Allianz Arena zur Entscheidung. In 90 Minuten? Nach 120 Minuten? Oder sogar erst in einem dramatischen Elfmeterschießen?