WM-Qualifikation
„Rote Löwinnen“ verlieren zum Auftakt der Quali 0:5 gegen den Favoriten Schottland
Das Ergebnis ist hart: Mit fünf Gegentreffern startete die FLF-Auswahl am Dienstagabend in das Abenteuer der Liga B – dabei fielen nur zwei dieser Treffer aus dem Spiel heraus. Die drei Standard-Tore der Schottinnen waren letztlich sehr teuer, denn die „Roten Löwinnen“ hielten (fast) bis zum Schluss mit großem Kraftaufwand dagegen.
Unter Dauerbeschuss: Die FLF-Auswahl hatte sich auf den kampfbetonten Abend eingestellt und hielt dagegen, beging aber drei Fehler bei ruhenden Bällen Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Es war der Start in eine neue Ära. Die 82 Plätze Unterschied in der Weltrangliste, die beide Nationen voneinander trennen, konnte man bereits im Vorfeld an der Liste der Klubs ablesen: Real Madrid, Liverpool oder Arsenal sind die Teams, in denen die besten schottischen Nationalspielerinnen unterwegs sind. Die „Roten Löwinnen“ waren sich der Underdog-Rolle logischerweise bewusst.
Allerdings musste Coach Dan Santos schon ein paar Tage vor dem Anpfiff eine Nachricht verkraften, die er sich und dem Team gerne erspart hätte: Rekordtorschützin Amy Thompson fällt mindestens sechs Wochen wegen eines Ermüdungsbruchs aus. Im Sturm ersetzte sie die junge Hannah Dietrich – die ohnehin im Herbst in die Fußstapfen der Differdingerin treten soll, da diese in den internationalen Ruhestand gehen wird.
Im Fokus sollten gegen Schottland aber vor allem die Verteidigerinnen stehen. Santos hatte sich für eine Viererkette entschieden, mit Dos Santos und Jorge aus den Flügeln, um hinten zu unterstützen. Nach wenigen Sekunden musste Charkane bereits eingreifen und einen Angriff zur Ecke entschärfen. Die Physiognomie des Duells war ab der ersten Minute vorauszusehen: Jeder kleinere Fehler, etwa bei einem schlechten Pass, würde gleich Gefahr der Schottinnen auslösen.
Die verflixten Freistöße
Die FLF-Auswahl machte Meter um Meter ohne Ball, versuchte früh anzugreifen, hatte aber ihre Probleme. Nachdem die Mannschaft bei der ersten Ecke noch unbeschadet davongekommen war, brachte Real-Ass und Kapitänin Weir den Favoriten mit einem Schuss aus dem Strafraum in Führung – trotz großen Andrangs im Sechzehner. Obschon sich immer wieder technische Fehler einschlichen (und es kaum über mehr als drei Stationen ging), erspielten sich die Hausherren eine erste Offensivaktion in der 17. Jorge hatte Dos Santos auf links gesehen und schickte sie mit einem weiten Pass in die Tiefe. Die Saarbrückerin bekam das Leder im Lauf aber nicht unter Kontrolle.
Auf der anderen Seite spielten sich Weir, Hansen und Co. warm. Schlimé war in der 20. und 24. zur Stelle. Als Lawton Kremer im Rücken durchgeeilt war, glänzte die Keeperin erneut. Ein weiterer ruhender Ball (27.) hatte das 2:0 zur Folge: Abwehrrecke Clark, die viel zu frei in die Höhe steigen konnte, erhöhte das Ergebnis nach Freistoß. Tempo nahm Schottland nicht raus. Es blieb brenzlig. Schlimé entschärfte in der 33. einen abgefälschten Schuss. Die Torhüterin war in der 37. wieder im Fokus. Bei einem Freistoß aus zentraler Position stand die Mauer ungünstig: Der Ball von Weir flog links vorbei in die offene Ecke. Mit ein bisschen Glück, der Latte und Cherkane konnte das 4:0 vor der Pause knapp verhindert werden.
Unter dem Impuls der Kapitänin begann die zweite Hälfte mit einem weiteren Versuch, Dos Santos auf die Reise zu schicken. Auf der anderen Seite wieder eine Standardsituation nach Fehler von Schmit auf Cuthberg (54.): Diesmal stand die Mauer kompakt und richtig. Weir erzielte in der 62. das erste Tor aus dem Spiel heraus (4:0). Dann gab es das erste richtige Antasten an das schottische Tor: Bei einem Freistoß auf der Seitenlinie brachte Machado den Ball in den Sechzehner. Ein abgeblockter Schuss flog Dietrich vor die Füße, ihre Direktannahme aber weit über den Kasten. In der 71. gab die Luxemburgerin dann den ersten offiziellen Torschuss ab.
Eingebrochen waren die Luxemburgerinnen bis zur Schlussphase trotz des hohen Kraftaufwands nicht – umso bitterer das 5:0 in der 88.
Am Samstag findet das Rückspiel in Glasgow statt. In der zweiten Partie der Gruppe setzte sich Belgien 3:0 gegen Israel durch.
Sportministerin Martine Hansen sah sich das Länderspiel an der Seite von FLF-Präsident Paul Philipp an Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Statistik
Luxemburg: Schlimé - Barbosa (72. Konsbrück), Cherkane, Kremer, Machado - Kocan (63. Miny) - Jorge (83. Kirps), Schmit (83. Estevez), Miller, dos Santos - Dietrich (72. Lavinas)
Schottland: MacIver - McLauchlan, Clark, Docherty - Lawton (74. Davidson), Cuthbert, McAneny, Taylor, Gregory (74. Howat) - Hanson (63. McGovern), Weir (74. Newsham)
Schiedsrichterinnen: Georgieva - Rashkova, Dumbalakova (alle BUL)
Torfolge: 0:1 Weir (9.), 0:2 Clark (27.), 0:3 Weir (37.), 0:4 Weir (62.), 0:5 McGovern (88.)
Zuschauer: 688 zahlende