Handball
Red Boys bauen gegen Esch, ohne zu glänzen, ihre Serie aus
Die Red Boys haben in der AXA League den nächsten Sieg eingefahren und bleiben saisonübergreifend damit auch im 26. Ligaspiel in Folge ungeschlagen. Ohne zu glänzen setzte sich der Meister am Samstag mit 32:28 gegen Esch durch.
Die Escher zeigten gegen Ilian Goedert und Co. eine starke Abwehrarbeit Foto: Editpress/Fernand Konnen
Am Ende stand für die Red Boys ein hart erarbeiteter Pflichtsieg. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Wir haben das getan, was wir tun mussten. Wir haben das Spiel gewonnen und die nächsten zwei Punkte geholt“, sagte Kapitän Guillaume Ballet nach dem Sieg gegen Esch. „Warum wir es nicht deutlicher gemacht haben, müssen wir im Video analysieren. Letztlich zählt aber nur, dass wir den Sieg geholt haben.“
Erst in den letzten fünf Minuten gelang es den Differdingern am Samstag, auf dem Platz den entscheidenden Unterschied zu machen und den HB Esch, der dem Meister davor alles abverlangte, abzuschütteln. „Nach der Niederlage gegen Düdelingen letzte Woche mussten wir ein anderes Gesicht zeigen. Wie wir in dem Spiel aufgetreten sind, war absolut nicht zufriedenstellend“, erklärte Felix Werdel. „Wir sind der Handball Esch und spielen mit Herz und Ehre für den Verein. Das haben wir heute wieder gezeigt. Am Ende haben wir auf vier Tore verloren, weil wir zum Schluss ein paar dumme Fehler gemacht haben.“
Davor begegneten sich beide Teams am Samstag aber lange auf Augenhöhe. Bei den Red Boys fehlte dabei Jean Louis, während Esch neben P. Kirsch (Armbruch) auch auf Edgar verzichten musste. Der Rückkehrer (nach überstandener Rückenverletzung) fiel diesmal wegen Wadenproblemen aus.
In der Anfangsphase der Partie fielen zunächst nur wenige Tore. Da beiden Mannschaften im Angriff Fehler unterliefen und die Abwehrreihen kompromisslos arbeiteten, zeigte die Anzeigetafel nach zehn Minuten lediglich ein 3:3. Dazu waren die beiden Torhüter Guillaume Felici und Hugo Figueira sofort gut im Spiel.
Die Red Boys gingen wenig später erstmals mit zwei Toren in Führung (6:4 in der 14.). Nur eine Minute später glich Esch aber wieder aus und übernahm in der 18. Minute sogar selbst erstmals die Führung (8:7).
In einer Phase, in der beide Mannschaften mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter haderten, rissen die Differdinger das Spiel danach aber wieder an sich. Zwischen der 24. und 30. Minute biss sich Esch an der gegnerischen Abwehr die Zähne aus und blieb ohne Torerfolg. Die Red Boys nutzten diese Schwächephase zu einem 3:0-Lauf und nahmen schließlich eine knappe 13:11-Führung mit in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel fanden beide Teams offensiv besser ins Spiel. In der 40. Minute setzten sich die Red Boys erstmals auf vier Tore ab (20:16). Doch Esch stemmte sich gegen die drohende Vorentscheidung und verkürzte mit einem 3:0-Lauf wieder auf 19:20. Auch in der 54. Minute war die Mannschaft von Trainer Rajko Milosevic noch in Schlagdistanz und lag nur mit einem Tor zurück (24:25).
Müdigkeitsfehler bestraft
In der Schlussphase machte sich bei den Eschern dann jedoch zunehmend die Müdigkeit bemerkbar. Unkonzentriertheiten im Angriff nutzte der Gegner konsequent aus. Die Red Boys spielten ihre Schnelligkeit aus und zogen in der 57. Minute wieder auf vier Tore davon (28:24). Milosevic nahm noch einmal eine Auszeit. Seine Mannschaft kämpfte bis zum Ende, konnte den Rückstand aber nicht mehr verkürzen.
„Wir haben am Ende zu viele dumme Müdigkeitsfehler gemacht und sie damit eingeladen, uns zu bestrafen“, so Werdel. „Wir haben heute aber mit Herz gespielt.“
Das erkannte auch der Gegner an. „Gegen Esch ist es immer ein Kampf“, so Ballet. „In den vergangenen Wochen hat man bereits gesehen, dass die Mannschaften, die in der Tabelle nicht so gut platziert sind, trotzdem stark sind. Letzte Woche hat es Berchem gegen Käerjeng erwischt. Ich glaube, das hat Esch motiviert, gegen uns zu versuchen, einen Coup zu landen. Am Ende haben wir es aber geschafft, das zu verhindern.“
Für die Red Boys war es saisonübergreifend bereits das 26. Ligaspiel in Folge ohne Niederlage. „Das fühlt sich natürlich gut an“, sagte Ballet. „Vor allem in unserer Halle merkt man, dass immer mehr Zuschauer kommen. Das freut uns sehr. Ich hoffe, dass das so weitergeht.“
Statistik
Red Boys: Felici (1-30‘, 7 Paraden, davon 1 7m), Jarrar (30-60‘, 6 P.) - Nanque 5, Tako 6, Goedert 3/1, Picco, Meyffret 2, Ballet 2, Bouret, Semedo 7, Togno 2, Rac 5, Guerreiro, Leleux, Ouzrour
Esch: Figueira (1-27‘, 6 P.), Menster (27-60‘, 7 P., davon 2 7m), Journet - B. Kirsch 4, Krier 3, Goehler, Agovic, Muric 1, Fancelli 3, Clemente 2, Keiser, Tomassini 4, Barkow 4, Aranda, Werdel 7/5, Vital
Schiedsrichter: Bierchen/Lentz
Zeitstrafen: Red Boys 5 - Esch 4
Siebenmeter: Red Boys 1/4 - Esch 5/6
Zwischenstände: 5‘ 2:1, 10‘ 3:3, 15‘ 6:6, 20‘ 8:9, 25‘ 11:11, 30‘ 13:11, 35‘ 15:14, 40‘ 19:16, 45‘ 21:19, 50‘ 22:22, 55‘ 26:24
Zuschauer: 312 (offizielle Angabe)
Hummel verstärkt Red-Boys-Trainerteam
Martin Hummel Foto: Editpress/Fernand Konnen
Die Red Boys haben sich für die Play-offs noch einmal Verstärkung für ihr Trainerteam geholt. Seit Januar gehört Martin Hummel zum Staff von Chefcoach Marc Breser. Nachdem der 43-Jährige bereits vor einer Woche gegen den Standard erstmals in einem Spiel auf der Differdinger Bank Platz nahm, gab er am Samstag auch sein Heimdebüt in seiner neuen Rolle als Co-Trainer. Hummel war bis letzte Saison Coach des Red-Boys-Titelkonkurrenten HBD.