Motorsport
Premierenerfolg: Chester Kieffer feiert Start-Ziel-Sieg am Nürburgring
Im Porsche Carrera Cup und im Supercup macht Chester Kieffer schon lange als starker Rookie auf sich aufmerksam. Beim spannenden 14. Lauf der diesjährigen deutschen Meisterschaft auf dem Nürburgring glänzte der 20-Jährige nun erstmals als Gesamtsieger.
Durfte natürlich nicht fehlen: Die obligatorische Schampusdusche auf dem Podium Foto: Flatout Studio/Igor Sinicins
Als Dritter und Zweiter des Qualifyings unterstrich Chester Kieffer einmal mehr seine Fortschritte, musste den ersten Lauf wegen einer Gridstrafe vom Norisring jedoch von Platz acht aus starten. Beim Start-Ziel-Sieg des Titelverteidigers Robert De Haan konnte der Luxemburger in der intensiven Anfangsphase einen Platz gutmachen und setzte den führenden australischen Rookie Caleb Sumich das gesamte Rennen über unter Druck. Eine Minute vor Rennende presste er sich nach der Startgeraden hart, aber fair innen vorbei und feierte als Gesamtfünfter seinen mittlerweile siebten Rookiesieg im deutschen Carrera Cup. Gleichzeitig übernahm er vom Siebtplatzierten Sam Jongejan wieder die Führung in der Rookiewertung.
Fünfter am Samstag
Im zweiten Lauf am Sonntagmorgen standen die beiden Rookies auf den Startplätzen zwei und drei. Während der Zweitplatzierte vom Samstag, Alexander Tauscher, von der Pole aus unbedingt seine Chance nutzen wollte, um im Meisterschaftskampf zum Führenden Keagan Masters (Startplatz sieben) und Chesters Teamkollegen Flynt Schuring (acht) aufzuschließen, zog Schuring beim Start aggressiv nach rechts. Doch mit einem laut Livekommentar „ziemlich perfekten Start“ war Chester Kieffer vorbeigeschlüpft und riss unbeeindruckt die Gänge seines Porsche 911 GT3 Cup durch.
In der Verfolgung bekämpften sich Tauscher, Jongejan und der Finne Marcus Amand wild, ehe ein Safety Car das Feld wieder zusammenbrachte. Auch den Restart absolvierte Chester Kieffer souverän. Nachdem sich Tauscher wegen eines irregulären Überholmanövers zwei Plätze zurückfallen lassen musste, setzten sich Kieffer und Amand im Abstand von rund einer Sekunde mehr und mehr vom Feld ab. Für Alexander Tauscher gab es hingegen einen herben Rückschlag im Titelkampf. Flynt Schuring konnte ein für ihn schwieriges Wochenende hingegen mit überlegener Fahrt direkt hinter Jongejan und dem Meisterschaftsführenden Keagan Masters mit einem fünften Platz retten.
Selbstvertrauen vor Saisonschluss
Entschieden wird dieser stärkste nationale Carrera Cup erst beim achten und letzten Rennen am 10. und 11. Oktober auf dem Hockenheimring. In der Rookiewertung hat Chester Kieffer nun elf Punkte Vorsprung und hat sich mit seiner Galavorstellung auf Gesamtrang sieben vorgearbeitet. Im kurzen Interview noch vor der Siegerehrung meinte der Luxemburger strahlend: „Vorneweg gefahren mit Marcus, so wie in Budapest (im Supercup Ende Juli, Anm. d. Red.). Das war ganz toll! Nur war ich dieses Mal vorn. (…) Der erste Sieg im Porsche Carrera Cup Deutschland, natürlich bin ich sehr froh damit. Das bringt viel Selbstvertrauen vor dem letzten Rennen im Jahr.“
Einzig bei der Siegerehrung am Sonntag war nach der „Heemecht“ sein erfahrener Crewchef mit der Sektflasche einen Tick schneller und duschte seinen ambitionierten Schützling ab.