Formel 1

„Nur der Anfang“: Antonelli glänzt erneut

Kein Wetterchaos, dafür hochspannende Rennaction – und die nächste Sternstunde des jungen Überfliegers: Kimi Antonelli hat auch den Großen Preis von Miami gewonnen und seine Ambitionen auf den WM-Titel in der Formel 1 eindrucksvoll untermauert.

Kimi Antonelli als jüngster Formel-1-WM-Führender auf der Rennstrecke in Rennkleidung

Kimi Antonelli ist der jüngste WM-Führende der Formel 1 Foto: AFP/Peter Fox

Kimi Antonelli sprang seiner freudig wartenden Familie in die Arme, dann musste der Shootingstar der Formel 1 erst mal tief durchatmen. Auch ohne das befürchtete Wetterchaos hatte der Große Preis von Miami den Italiener bis an seine körperlichen Grenzen gebracht, die Anstrengungen standen dem Überflieger ins Gesicht geschrieben. Nach einem kräftigen Schluck aus der Wasserflasche war Antonelli dann wieder bei Kräften – und konnte seinen dritten Sieg in Serie endlich voll auskosten.

„Das ist nur der Anfang, es ist noch ein weiter Weg“, sagte Antonelli, der trotz seiner erneuten Sternstunde nicht in Euphorie verfiel und den Blick schnell auf die nächste Aufgabe richtete. Das Mercedes-Team arbeite „sehr hart. Ich werde das jetzt genießen und dann weitermachen. In drei Wochen geht es schon nach Kanada.“

Und so musste die Konkurrenz auch bei der Rückkehr der Königsklasse nach der kriegsbedingten Pause neidlos anerkennen, dass Antonelli derzeit das Maß aller Dinge ist. „Kimi hat einen starken Job gemacht“, sagte Sprintsieger Lando Norris, der im wiedererstarkten McLaren viel Druck auf den jüngsten WM-Führenden der Formel-1-Geschichte gemacht hatte. Doch dieser behielt auf weltmeisterliche Art und Weise die Nerven. „Es war bislang sein stärkstes Rennen“, lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Schützling bei Sky.

In der Gesamtwertung liegt Antonelli nun 20 Punkte vor Teamkollege George Russell, der im Duell der starken Silberpfeile als Vierter wieder einen Dämpfer kassierte. Hinter Antonelli und Norris belegte Oscar Piastri im zweiten McLaren Rang drei. Red-Bull-Star Max Verstappen, der lange um sein erstes Podest des Jahres gefahren war, wurde Fünfter vor Charles Leclerc im Ferrari.

Wilde erste Runde

Die drohenden Wetterkapriolen hatten im Vorfeld alle sportlichen Themen in Miami überlagert – schließlich fehlte es den Piloten bislang an Erfahrung mit den kniffligen neuen Autos bei nassen Bedingungen. Die Organisatoren reagierten frühzeitig, zogen den Beginn um drei Stunden nach vorne. Am Ende war das Wetter kein Faktor.

Um 13.00 Uhr Ortszeit legten die Piloten bei trockenen Bedingungen los – und die Prominenz um Fußball-Superstar Lionel Messi und Tennis-Legende Rafael Nadal sah eine wilde erste Runde. Während Charles Leclerc die Vorteile des Ferraris am Start ausnutzte und von Platz drei auf eins sprang, verbremsten sich Pole-Setter Antonelli und Verstappen in der ersten Kurve. Der Niederländer drehte sich bei seiner Rückkehr auf die Strecke und verlor viele Plätze.

An der Spitze duellierten sich in der Anfangsphase Leclerc, Antonelli und Norris. In Runde sechs kam dann das Safety-Car auf die Strecke, weil Isack Hadjar nach einem Fahrfehler in die Wand krachte und sich Pierre Gasly quasi zeitgleich nach Kontakt mit Liam Lawson überschlug.

Verstappen wechselte auf die harten Reifen, lag dadurch nur noch auf Rang 16. Beim Restart führte Leclerc das Feld vor Norris an, der sich kurz vor dem Safety Car vor Antonelli gesetzt hatte – und schließlich in Runde 13 die Führung vom Monegassen übernahm. Kurz darauf zog dann auch der Mercedes-Shootingstar am Ferrari vorbei.

Norris setzte sich an der Spitze ab, nur Antonelli konnte dem Tempo folgen. Der Italiener ging eine Runde früher an die Box und schnappte sich kurz darauf den McLaren.

Während der Regen weiter auf sich warten ließ, kontrollierte Antonelli das Rennen, bis er Getriebeprobleme meldete. Norris, der am Samstag den Sprint gewann, arbeitete sich wieder heran, schaffte es aber nicht vorbei. (SID)

Im Überblick

Großer Preis von Miami: 1. Kimi Antonelli (Italien) Mercedes 1:33:19,273 Stunden, 2. Lando Norris (Großbritannien) McLaren 3,264 Sekunden zurück, 3. Oscar Piastri (Australien) McLaren 27,092, 4. George Russell (Großbritannien) Mercedes 43,051, 5. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull 43,949, 6. Charles Leclerc (Monaco) Ferrari 44,245, 7. Lewis Hamilton (Großbritannien) Ferrari 53,753, 8. Franco Colapinto (Argentinien) Alpine 1:01,871 Minuten zurück, 9. Carlos Sainz (Spanien) Williams 1:22,072, 10. Alexander Albon (Thailand) Williams 1:30,972, 1 Runde zurück: 11. Oliver Bearman (Großbritannien) Haas, 12. Gabriel Bortoleto (Brasilien) Audi, 13. Esteban Ocon (Frankreich) Haas, 14. Arvid Lindblad (Großbritannien) Racing Bulls, 15. Fernando Alonso (Spanien) Aston Martin, 16. Sergio Perez (Mexiko) Cadillac, 17. Lance Stroll (Kanada) Aston Martin, 2 Runden zurück: 18. Valtteri Bottas (Finnland) Cadillac, ausgeschieden: Pierre Gasly (Frankreich) Alpine (4. Runde/Unfall), Isack Hadjar (Frankreich) Red Bull (4./Unfall), Liam Lawson (Neuseeland) Racing Bulls (6./Unfall), Nico Hülkenberg (Deutschland) Audi (7./Getriebedefekt)

WM-Wertung (Fahrer): 1. Antonelli 100 Punkte, 2. Russell 80, 3. Leclerc 63, 4. Norris 51, 5. Hamilton 49, 6. Piastri 43, 7. Verstappen 26, 8. Bearman 17, 9. Gasly 16, 10. Lawson 10, 11. Colapinto 5, 12. Lindblad 4, 13. Sainz 4, 14. Hadjar 4, 15. Bortoleto 2, 16. Ocon 1, 17. Albon 1

WM-Wertung (Teams): 1. Mercedes 180, 2. Ferrari 112, 3. McLaren 94, 4. Red Bull 30, 5. Alpine 21, 6. Haas 18, 7. Racing Bulls 14, 8. Williams 5, 9. Audi 2

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