Motorsport

Neue Saison, neues Team: Chris Leesch verstärkt das Team Tecmas

Am Wochenende startet die Saison mit dem ersten 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Im Winter wechselte Chris Leesch, 30-jähriger Sportler aus dem COSL-Elitekader, als Vizeweltmeister der Superstock-Kategorie von Rac41 zum letztjährigen Dritten Tecmas. Diese nahmen 2025 allerdings nur an zwei der vier Rennen teil und gewannen sowohl die 8 Stunden von Spa-Francorchamps als auch den Bol d’Or.

Chris Leesch im Rennanzug beim Start, fokussiert auf den Sieg in der aktuellen Rennsaison

Chris Leesch will in dieser Saison Rennen gewinnen Foto: Team Tecmas

Tageblatt: Nach fünf Jahren bei Rac41 jetzt der Wechsel. Wieso?

Chris Leesch: Das hat sich nach und nach entwickelt, und es war an der Zeit, neue Motivation zu finden. Nach fünf Jahren dreht man sich irgendwann zu sehr im Kreis. Dann habe ich natürlich auch die Entwicklung verfolgt. Die BMW war von Anfang an sehr schnell, sie mussten sie für die Langstreckenrennen nur noch zuverlässig bekommen. Die Sterne haben sich einfach ausgerichtet, und es war jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Es ist ein sehr starkes Team, wie sie auch letztes Jahr mit ihren Siegen bewiesen haben. Meine neuen Teamkollegen haben es mir noch leichter gemacht: Mit Christophe Ponsson ist einer meiner besten Kollegen im Team. Es war keine schwierige Entscheidung.

Sie wechseln von der Honda Fireblade als Siegerbike der Superstock 2024 und 2025 auf eine BMW M 1000 RR. Was ist anders, oder wieso holte dieses Bike in den letzten Rennen die Pole Position in der Superstock?

Jedes Motorrad hat seine Vor- und Nachteile, aber BMW hat wirklich starke Arbeit geleistet. Die Elektronik ist hervorragend, und das Bike bringt sehr viel Kraft auf den Boden. Als Team bekommt man von Anfang an ein sehr starkes Paket und kann sich ganz auf die Feineinstellung konzentrieren. Es macht dabei einfach Spaß, mit diesem Motorrad zu fahren.

Neues Team, neues Motorrad, was ist das Ziel für diese Saison?

Unser Ziel ist ziemlich einfach: Rennen gewinnen! In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass zum Gewinn der Meisterschaft auch immer Glück gehört, dass man in den Rennen keine Probleme bekommt. Aber wenn wir Rennen gewinnen, kommt der Rest von allein.

Letztes Jahr fuhr das Team Tecmas nur die Hälfte der Rennen. Starten Sie dieses Jahr überall, also auch in Suzuka?

Suzuka ist derzeit optional, das müssen wir schauen. Konkret hängt es vom verfügbaren Budget ab und wo wir nach den ersten beiden Rennen stehen.

Einerseits natürlich der Titel, denn ich war ein paar Mal sehr nah dran, habe ihn aber noch nicht gewonnen – genauso wenig wie die 24 Stunden von Le Mans

Chris Leesch

über seine Ziele

Letztes Jahr gewann das Team seine beiden Rennen und tauscht für diese Saison alle Fahrer. Wie kommt das und wie kamen Sie ins Team?

BMW hat sich neu aufgestellt. In der Superstock fuhren letztes Jahr zwei Teams, und nun sind es drei, sodass sie sich neu sortierten und Türen aufgingen. Mit dem Team Tecmas war ich schon länger im Gespräch, und als das Budget klarer wurde, war es ein einfacher Schritt. Sie hatten auch Christophe auf ihrer Liste, ohne zu wissen, dass wir sehr gute Freunde sind. Wir haben am gleichen Tag unterschrieben und gleich nachdem ich dem Team aufgelegt hatte, haben wir auch schon miteinander telefoniert.

Mit dem 22-jährigen Ungarn Görbe Soma haben wir noch einen jungen, sehr schnellen Fahrer, der die BMW bereits zwei Jahre fährt und sein Potenzial bereits bewiesen hat. Und mit dem Franzosen Guillaume Antiga, der sehr erfahren ist und in meinem alten Team 33 Louit fuhr. Es ist eine sehr gute Mischung aus schnellen und erfahrenen Piloten.

Wie ist die Form? Wie war Ihre Vorbereitung und auch der erste Test?

Ich habe meine klassische Vorbereitung gemacht und nur ein paar kleine Details im Wintertraining optimiert. Für das Gefühl auf dem Motorrad bin ich dann auch wieder gemeinsam mit Christophe Supermoto und Motocross in Spanien gefahren. Beim Vorsaisontest vor zwei Wochen in Le Mans hatte das Team die BMW richtig gut vorbereitet, und wir konnten viele Runden drehen. Wir haben eine solide Basis und müssen fürs Rennen nur noch ein paar kleine Anpassungen vornehmen. So sind Christophe und ich etwa größer, und fürs Qualifying war die Abstimmung für uns noch etwas weich.

Mit 30 Jahren stehen Sie vor Ihrer zehnten Saison in der Ausdauerweltmeisterschaft. Was motiviert Sie noch, bzw. welche Ziele bleiben Ihnen?

Einerseits natürlich der Titel, denn ich war ein paar Mal sehr nah dran, habe ihn aber noch nicht gewonnen – genauso wenig wie die 24 Stunden von Le Mans. Und auf meiner Lieblingsstrecke Spa-Francorchamps fahren wir zwar erst wieder seit vier Jahren, aber ich stand noch nie auf dem Podium: Einmal war ich Vierter, oder wir sind auf Podiumskurs liegend ausgeschieden.

Chris Leesch und Teamkollegen von Team Tecmas bei Teambesprechung in modernem Büro

Chris Leesch (l.) und seine Teamkollegen beim Team Tecmas Foto: Team Tecmas

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