„Déi vum Knapp sinn nees do“

Nach drei Jahren ist der AS Zolver zurück in der Enovos League

Jubel auf dem „Knapp“: Nach acht Spieltagen in der Aufstiegsgruppe steht mit Zolver der erste Aufsteiger in die Enovos League fest. Nach drei Jahren in der Nationale 2 kehrt das Team von Trainer Bettini zurück – und das, obwohl der Aufstieg ursprünglich gar nicht fest eingeplant war.

Jubel auf dem Knapp: Nach drei Jahren in der Nationale 2 kehrt Zolver in die Enovos League zurück

Jubel auf dem Knapp: Nach drei Jahren in der Nationale 2 kehrt Zolver in die Enovos League zurück Foto: Mike Osio

Als am Sonntag die Schlusssirene bei der Partie zwischen Zolver und Mondorf (95:89) ertönte, regnete es schwarz-gelbes Konfetti von der Tribüne, und wenig später wurden die Aufstiegs-T-Shirts mit der Aufschrift „Déi vum Knapp sinn nees do“ verteilt.

Am 23. April 2022, also ziemlich genau vor vier Jahren, wurde zum bisher letzten Mal ein Aufstieg in Zolver gefeiert: Damals sicherte man sich neben Hostert einen Platz in der höchsten Liga. Gilles Weis, Raphaël Peffer und Eric Bettini (als Assistant Coach) waren schon damals mit von der Partie.

„Es kommen Emotionen hoch. Dieser Aufstieg ist für den Klub enorm wichtig. Die jungen Spieler haben sich großartig weiterentwickelt. Ich bin als alter Hase zu einer jungen Truppe gestoßen, die niemand so richtig auf der Rechnung hatte. Mir war zu Beginn der Saison nicht klar, wo die Reise hingehen würde – umso stolzer bin ich, dass wir es geschafft haben“, so Kapitän Gilles Weis, der nach zwei Jahren in Contern zu seinem Herzensverein zurückgekehrt war.

Dass der Aufstieg nicht unbedingt eingeplant war, bestätigt auch Raphaël Peffer: „Zu Saisonbeginn wollten wir uns unter den ersten sechs platzieren. Dass wir als Erstplatzierter aufsteigen, damit hatte niemand gerechnet. Wir sind einfach nur glücklich und stolz.“

Nach der ersten Runde belegte das Team von Trainer Eric Bettini den dritten Tabellenplatz mit einer Bilanz von 15 Siegen bei fünf Niederlagen. Dabei hatte man einen Punkt Rückstand auf Gréngewald und zwei Punkte auf Heffingen. Die Devise lautete: von Spiel zu Spiel schauen. In der zweiten Runde lief dann aber alles nach Plan: In acht Spielen musste Zolver bislang lediglich eine Niederlage hinnehmen – im Hinspiel gegen Mondorf.

Nicht auf der Rechnung

Auch in der zweiten Liga gab es in Zolver volle Tribünen

Auch in der zweiten Liga gab es in Zolver volle Tribünen Foto: Mike Osio

„Die Intensität im Training hat sich deutlich gesteigert. Wir sind als Mannschaft immer mehr zusammengewachsen. Im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich die Truppe verändert, und wir mussten erst als Team zusammenfinden“, nennt Raphaël Peffer die Gründe für die positiven Resultate. Für Trainer Eric Bettini war die Chemie und der Zusammenhalt ebenfalls einer der Schlüssel zum Erfolg: „Auch wenn wir teilweise nicht viele Spieler im Training hatten – während der Saison hat der eine oder andere aus beruflichen oder zeitlichen Gründen aufgehört –, hat genau dieser Umstand uns noch mehr zusammengeschweißt. Selbst die Spieler mit weniger Einsatzzeit sind am Ball geblieben. Zudem hat das Profi-Duo hervorragend harmoniert.“

Durch die Niederlage von Heffingen am Freitag stand sogar schon vor dem Duell gegen Mondorf fest, dass das Team vom „Knapp“ in der kommenden Saison in der Enovos League antreten wird. Dennoch war die Motivation groß, vor heimischem Publikum zu gewinnen – denn mit einem Sieg feiert es sich bekanntlich besser. „Durch den Sieg bleiben wir Erster und sind Meister der Nationale 2. Das kann ich mir dann auch auf meine Liste setzen, denn 2022 stiegen wir als Zweiter auf. Besser als auf dem ‚Knapp‘ kann man den Aufstieg nicht besiegeln“, meinte Gilles Weis mit einem Grinsen.

Ich habe den direkten Wiederabstieg miterlebt; ich habe keine Lust, dass sich die Geschichte wiederholt

Eric Bettini

Trainer Zolver

Zweitligameister

Zolver war gegen Mondorf die tonangebende Mannschaft. Im letzten Durchgang kamen die Gäste noch einmal auf einen Zähler heran (70:69), doch die Heimmannschaft hatte die richtige Antwort parat (83:71, 37’). Auf der Tribüne gab es kein Halten mehr. Die Enovos League kann sich jedenfalls auf gute Stimmung freuen: Denn auch in drei Jahren Nationale 2 blieb das Zolver Publikum – inklusive Musikkapelle – treu, und am Sonntag feierten rund 350 Zuschauer ihre Mannschaft frenetisch.

Jetzt gilt es, den Blick auf die kommende Saison zu richten. Dass keine einfache Aufgabe bevorsteht, ist allen bewusst. „Wir können keine Wunder vollbringen, aber wir können aus den Fehlern lernen, die wir vor drei Jahren gemacht haben. Wir müssen den gleichen Kampfgeist wie in dieser Saison zeigen“, so der Kapitän. Trainer Bettini ergänzt: „Wichtig ist, dass wir ein wettbewerbsfähiges Team aufstellen, um den direkten Abstieg zu verhindern. Ich habe den direkten Wiederabstieg miterlebt; ich habe keine Lust, dass sich die Geschichte wiederholt. Wir benötigen mindestens zwei Spieler mit Enovos-League-Erfahrung.“

Der Aufstieg ist in der Tasche, doch für Raphaël Peffer gilt es, sich nochmals auf die beiden letzten Begegnungen zu konzentrieren: „Wir wollen beide Partien gewinnen und dann nach dem letzten Spiel nochmals richtig feiern. ‚Do wëlle mär Zolwer op d‘Kopp stellen‘“, meint er mit einem Schmunzeln.

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