Basketball

Mit Reife und Kontinuität in die Play-offs: Sparta will Platz eins verteidigen

Die acht Teams für die Play-offs stehen seit letztem Wochenende fest – doch die Spannung bleibt. Am letzten Spieltag der Qualifikationsrunde fallen die endgültigen Entscheidungen über die Tabellenplatzierungen und damit darüber, wer im Viertelfinale auf wen trifft. Am Freitagabend hofft Bartringen, mit einem Sieg gegen Düdelingen die Tabellenführung zu verteidigen.

Karl Abou Khalil bei der Auszeichnung als Trainer des Jahres, Ehrung im Sportbereich, feierliche Atmosphäre

Karl Abou Khalil wurde als Trainer des Jahres ausgezeichnet Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

„Nach einem solch erfolgreichen Jahr wäre es schön, die Qualifikationsrunde mit einem Sieg und auf dem ersten Tabellenplatz abzuschließen. Der zweite Platz wäre kein Weltuntergang, doch wenn man die Chance hat, Erster zu werden, will man sie auch ergreifen“, so der Bartringer Trainer Karl Abou Khalil vor dem Spiel gegen Düdelingen.

Im Fall eines Sieges trifft Sparta in den Play-offs auf den Tabellenachten. In der aktuellen Konstellation hieße der Gegner damit Kordall. Sollte jedoch Kordall am Samstag gewinnen und Walferdingen gleichzeitig verlieren, würde die Résidence auf den achten Tabellenplatz abrutschen. Verliert Bartringen seinerseits gegen den T71, muss die Sparta den ersten Platz abgeben und das Remake des Pokalfinales zwischen Fels und Ettelbrück am Samstag entscheidet, welches Team als Tabellenleader in die Play-offs startet.

Keine Rechenspiele

Mit einem Sieg würde sich Fels den ersten Tabellenplatz sichern. Gewinnt Ettelbrück, ergattert die Etzella die Tabellenspitze und Bartringen wird Zweiter. Mit welcher Mannschaft es die Sparta in der ersten Runde des Play-offs zu tun bekommt, steht demnach noch nicht fest, doch das spielt für Karl Abou Khalil keine Rolle: „Ich fange nicht an, zu rechnen, gegen wen wir spielen könnten, oder mache mir Gedanken darüber, mit Absicht zu verlieren, um einen bestimmten Gegner zu vermeiden. Davon halte ich nichts. Für mich gibt es keine Präferenzen, was den Gegner im Viertelfinale betrifft. Meine einzige Präferenz liegt darin, als Erster die Qualifikationsphase abzuschließen.“

Auch wenn Düdelingen zuletzt drei Niederlagen hinnehmen musste, erwartet der Bartringer Coach eine schwierige Aufgabe, zumal Sparta nicht in Bestbesetzung antreten wird. Lennart Holsten und Victor Stein, der sich vergangene Woche gegen den Racing verletzte, fallen aus. Das könnte sich vor allem im defensiven Bereich und im Rebound bemerkbar machen. „Düdelingen ist ein starkes Team, vor allem, wenn es komplett antritt. Wir müssen auf jeden Fall mit viel Energie in diese Partie gehen. Das Team, das den Rebound gewinnt und sich weniger Ballverluste leistet, hat die größten Chancen, zu gewinnen.“

Für mich gibt es keine Präferenzen, was den Gegner im Viertelfinale betrifft. Meine einzige Präferenz liegt darin, als Erster die Qualifikationsphase abzuschließen.

Karl Abou Khalil

Für die Sparta verlief die Saison bisher zufriedenstellend. Das Team um Kapitän Victor Stein legte gleich einen Traumstart hin: Einschließlich der Pokalspiele, standen im Dezember 14 Siege zu Buche. „Es ist eine Saison, die in Erinnerung bleiben wird. Wir sind auf und neben dem Spielfeld als Team zusammengewachsen. Die Chemie stimmt. Dennoch möchte ich betonen, dass nach dem 22. Spieltag alles wieder bei null beginnt – sozusagen eine neue Saison anfängt. Das heißt nicht, dass wir alles vergessen, was vorher war, sondern dass wir alles Positive mit in die Play-offs mitnehmen.“

Den Fluch brechen

Neben vielen erfreulichen Momenten war das Ausscheiden im Pokalhalbfinale nach einer knappen Niederlage gegen Fels sicherlich ein kleiner Rückschlag. Dennoch zieht der Bartringer Coach auch aus dieser Niederlage Positives. „Aus jeder negativen Erfahrung kann etwas Positives entstehen. Nach dem Pokalaus hatten wir eine Teambesprechung, die es uns erlaubte, einige Sachen anzusprechen. In der Folge fanden wir wieder zu unserem Rhythmus und der Fokus war auf die Meisterschaft gerichtet.“ Der 36-Jährige betont zudem die Besonderheiten des Pokalwettbewerbs: „Im Pokal bedeutet eine Niederlage sofort das Aus. Im Halbfinale war das Glück auf Seiten der Arantia, die den Pokal verdient gewonnen hat. Man hat nicht jedes Jahr das Glück, weit im Pokal zu kommen. In den letzten drei Jahren haben wir das Finale und Halbfinale erreicht – das ist bereits ein Erfolg.“

In der Meisterschaft war in den vergangenen vier Jahren für die Sparta jedes Mal bereits in der ersten Runde des Play-offs Schluss. 2022 und 2023 unterlag Bartringen gegen Düdelingen und in den letzten zwei Jahren scheiterte man an Steinsel. Ziel ist es, dieses Jahr über die Viertelfinals hinauszukommen. „Ich hoffe, dass wir diesen Fluch brechen und das Halbfinale erreichen können“, erklärt Abou Khalil, der zuversichtlich in Richtung Play-offs blickt: „Die Mannschaft ist reifer geworden, hat sich basketballerisch weiterentwickelt und ist an schwierigen Situationen gewachsen.“ Einen wichtigen Anteil am Erfolg hat auch Jarvis Williams, der von Steinsel zurück nach Bartringen wechselte: „Auch in schwierigen Momenten während eines Spiels gelingt es uns dank Jarvis ruhig zu bleiben.“

Zusätzlicher Ansporn

Kontinuität könnte für die Bartringer der Schlüssel zum Erfolg sein. In der Vergangenheit gab es immer wieder Wechsel auf der Trainerbank sowie bei den Profispielern, zudem hatte man oft mit Verletzungspech zu kämpfen. Entscheidend für den Bartringer Coach, der in seinem dritten Jahr als Trainer der ersten Mannschaft aktiv ist, ist, dass man als Team agiert. „Wenn wir es schaffen, unser Ego zurückzustellen, können wir weit kommen. Spielen wir egoistisch, wird es nicht funktionieren.“

Der 36-Jährige hofft, dass sich die gewonnene Reife in den Play-offs bezahlt machen wird. „Nervosität und Druck ist sicherlich vorhanden, doch ich sage den Spielern, dass sie die Reise genießen sollen“, erklärt Abou Khalil, der als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde. „Es ist eine schöne Belohnung für die harte Arbeit. Aber die Auszeichnung ist auch das Verdienst der Spieler – ohne ihren Einsatz auf dem Feld wäre das nicht möglich gewesen. Dass Max Logelin als MVP der Liga und ich als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurden, kann für jeden eine zusätzliche Motivation bedeuten, ist aber selbstverständlich kein Garant für Erfolg“, so der Bartringer Coach. „Doch diese Auszeichnung vor Augen zu haben, bedeutet einen zusätzlichen Ansporn, weiterhin hart zu arbeiten und auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten.“

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