Radsport-Landesmeisterschaft

Marie Schreiber holt befreienden Titel, übt aber Kritik: „Absolut nicht korrekt“

Marie Schreiber hat am Sonntag ihren dritten Landesmeistertitel in Folge gefeiert. Ihr Sieg vor Nina Berton war nach schwierigen Monaten ein Befreiungsschlag. Für viel Kritik sorgte allerdings eine Entscheidung der Rennleitung.

Marie Schreiber jubelt vor Freude, lachend und voller Begeisterung, emotionale Momentaufnahme eines glücklichen Menschen

Marie Schreiber schrie ihre Freude heraus Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Marie Schreiber schrie ihre Freude heraus, als sie die Ziellinie überquerte und sich zum dritten Mal in Folge zur Landesmeisterin kürte. „Es ist eine große Erleichterung, ich bin glücklich, dass ich das Trikot dieses Jahr holen konnte“, so die 23-Jährige. „Jeder weiß, dass es in den letzten Monaten bei mir viele Ups and Downs gab. Viele Menschen haben an mir gezweifelt, manchmal habe ich auch an mir selbst gezweifelt. Deshalb tut dieser Sieg umso mehr gut. Ich konnte zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Schreiber (SD Worx-Protime) setzte sich am Ende knapp im Zweiersprint vor Nina Berton (EF Education-Oatly) durch. „Ich musste leiden. Nina war auf jeden Fall stärker. Aber auf dieser Strecke war es für sie schwer, sich zu lösen“, so die Siegerin. „Ich wusste, dass ich im Sprint gute Chancen haben würde, wenn ich an ihr dranbleibe.“ Die Freude über den Sieg wurde jedoch auch von einer kontroversen Entscheidung der Rennleitung begleitet.

Wir mussten komplett stehenbleiben. Unser Rennen war anscheinend nicht wichtig genug.

Marie Schreiber

kritisierte die Rennleitung

Was war passiert? Parallel zum Frauenrennen waren auch die männlichen Junioren auf demselben Rundkurs unterwegs. Sie waren mit fünf Minuten Vorsprung gestartet und schlugen in der Anfangsphase ein deutlich höheres Tempo an, sodass sie das Feld der Frauen bereits in der zweiten Runde einholten. Daraufhin neutralisierten die Kommissare das Frauenrennen.

Neutralisierung des Rennens

Besonders ärgerlich: Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Schreiber, Berton und Liv Wenzel (Tirol Women Cycling) bereits vom übrigen Feld abgesetzt. Durch die Neutralisation wurde ihr Vorsprung jedoch zunichtegemacht. Es kam zum Zusammenschluss und das Rennen wurde praktisch neu gestartet.

„Wir mussten komplett stehen bleiben. Unser Rennen war anscheinend nicht wichtig genug. Die Junioren waren wichtiger“, kritisierte Schreiber. „Ich finde das absolut nicht korrekt, uns gegenüber. Wir fahren ja auch unser Rennen.“

Auch Berton war über die Situation verärgert: „Das war nicht fair, die Junioren wurden uns gegenüber priorisiert. Unser Rennen wurde damit quasi noch einmal neu gestartet. Wir hatten aber schon viele Körner genutzt, um den Unterschied zu machen.“

Vor allem für Wenzel war dies unglücklich. Als Schreiber und Berton nach der Wiederaufnahme in der vierten Runde erneut attackierten, konnte Wenzel das Tempo nicht mehr mitgehen. So fiel die Titelentscheidung schließlich zwischen den beiden stärksten Fahrerinnen des Tages.

Nach ihrem souveränen Erfolg im Zeitfahren am Donnerstag verpasste Berton am Ende das angestrebte Double. „Ich glaube, die Strecke war nicht schwer genug für mich, ich konnte den Unterschied nicht machen“, so die 24-Jährige. „Ich habe es in der letzten Runde nochmal versucht. Aber ich konnte mich nicht von Marie lösen. Im Sprint wusste ich, dass ich sehr viel Glück brauchen würde, Marie ist da stärker.“

Mit Schreibers Erfolg setzt sich eine Serie fort: Seit 2014 trägt ununterbrochen eine Fahrerin von SD Worx-Protime das rot-weiß-blaue Meistertrikot. Zunächst dominierte Christine Majerus über Jahre die nationalen Titelkämpfe, ehe Schreiber ihre Nachfolge antrat.

Bei der Elite ohne Vertrag holte am Sonntag Lena Lallemang vor den beiden Schwestern Layla und Maïté Barthels (alle CT Atertdaul) den Titel. Bei den Masters gewann Mirelle Speltz (HIR Schuttrange) vor Claudine Bintz (Velosfrën Gusty Bruch).

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