Befremdliche Atmosphäre in Ungarn
Luxemburg erlebt im Geisterspiel gegen Israel eine Lehrstunde mit Lichtblicken
Mit einer ersten Lehrdreiviertelstunde gegen schnelle und spielsichere Israelinnen und einer deutlich verbesserten zweiten Hälfte schließen die Luxemburgerinnen das erste von zwei Spielen der WM-Qualifikation in Ungarn ab. Und eine zumindest anfangs befremdliche Atmosphäre in einem Land, das zwei Tage zuvor in kollektiver Feierlaune war.
Amal Cherkane und Co. standen ab der ersten Sekunde unter mächtigem Druck Foto: Asi Kipper
Ein felsiger Hügel, eine Hochhaussiedlung und einer der reichsten Orte Ungarns bilden das Ambiente des ersten WM-Qualifikationsspiels und zugleich der Division B der Nations League des Luxemburger Frauenfußballnationalteams gegen Israel. Der Taxifahrer kennt das Stadion nicht, Budaörs am westlichen Rand von der Hauptstadt Budapest ist ihm jedoch ein Begriff. Hier steigen die beiden Spiele aus Gründen der Sicherheit wegen der Lage im Nahen Osten ohne Publikum.
Aber Viktor Orbán, bekannt für seine Fußballleidenschaft, hat für Abhilfe gesorgt. Der Rechtspopulist hat in den vergangenen Jahren den Sport politisch instrumentalisiert und mehrmals Ausweichmöglichkeiten für Spiele wie etwa von den Teams aus Israel und Belarus geboten. Und er hat das Land mit einem Netz von Sportanlagen überzogen – Fußball als Mittel zur Machtsicherung.