WM 2026

Koemans Abschied mit Stil: Das Trainerkarussell nimmt Fahrt auf

Nach dem Rücktritt von Ronald Koeman stehen die Niederlande wieder vor einem Neuanfang. Auch andere Trainer kostete das WM-Aus den Job.

Ronald Koeman verlässt nach WM-Aus der Niederlande das Traineramt, enttäuschter Fußballtrainer bei Pressekonferenz

Ronald Koeman trat keine 24 Stunden nach dem WM-Aus der Niederländer zurück Foto: AFP/Juan Mabromata

Ronald Koemans letzte Worte als Bondscoach klangen wie ein Abschied für immer. „Ich habe mich entschieden, mehr Zeit mit meiner Frau, meinen Kindern und Enkelkindern zu verbringen“, sagte der 63-Jährige keine 24 Stunden nach dem WM-Aus der Niederlande und flog zurück in seine Heimat. Als „Abgang mit Würde“ bezeichnete die Zeitung De Telegraaf das Ende der zweiten Koeman-Amtszeit, nun sei der Weg für einen Neuanfang frei.

Schon direkt nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Marokko (2:3 im Elfmeterschießen) hatte Koeman entsprechende Andeutungen gemacht, doch erst eine Nacht später trat er auch offiziell zurück. Auch das Schicksal seiner Ehefrau Bartina, die seit Jahren gegen Brustkrebs kämpft, habe eine Rolle gespielt.

„Wenn jemand, den man von ganzem Herzen liebt, einen schweren Kampf ausfechtet, verändert sich die eigene Perspektive. Meine Frau Bartina hat mich trotz ihrer eigenen Krankheit jeden Tag unterstützt und ermutigt, meine Arbeit als Nationaltrainer zu Ende zu bringen. Dafür bin ich ihr dankbarer, als ich es jemals in Worte fassen könnte“, schrieb Koeman bei Instagram.

Die Nationalmannschaft steht nun vor einem Neubeginn – wieder einmal. Namen möglicher Nachfolger werden reichlich genannt, von PSV-Erfolgscoach Peter Bosz über den ehemaligen Liverpool-Trainer Arne Slot bis hin zu Erik Ten Hag. Viel Zeit hat der Verband KNVB jedenfalls nicht, im September beginnt die Nations League. „Wir wissen um die Dringlichkeit, werden uns aber gleichzeitig die nötige Zeit nehmen, um die richtige Entscheidung sorgfältig zu treffen“, sagte Nigel de Jong, beim KNVB Direktor für Spitzenfußball.

Endstation WM für sechs Trainer

Ein Problem, mit dem die Niederlande indes nicht alleine sind: Für bislang sechs Trainer war bei der WM Endstation. Erwischt hat es neben Koeman auch Miroslav Koubek (Tschechien), Steve Clarke (Schottland), Sebastian Beccacece (Ecuador) und den sogar vom Staatspräsidenten angezählten Hong Myung Bo (Südkorea). Tunesiens Sabri Lamouchi war gar nach nur einem Spiel durch Hervé Renard ersetzt worden.

Anderen Trainern steht ein Rauswurf derweil wohl noch ein Rauswurf bevor – allen voran Julian Nagelsmann nach dem Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Anders als der am gleichen Tag gescheiterte Koeman flog der Bundestrainer erst einmal nach Hause, um dort seine Zukunft zu besprechen.

Koeman dagegen zog einen Schlussstrich. Er sei „stolz auf alles, was mir der Fußball gebracht hat, auf die Menschen, die ich kennengelernt habe, und auf die Tatsache, dass ich meine größte Leidenschaft zu meinem Beruf machen durfte“, schrieb er. Auch das klang ein wenig nach einem Abschied für immer.

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