Fußball

„Kein Zufall“: Walferdingen kämpft in der Relegation um den Aufstieg

Die Résidence Walferdingen steht vor dem größten Spiel ihrer Vereinsgeschichte. In der Relegation gegen Canach will die Mannschaft von Trainer Patrick Oliveira am Montag (19.30 Uhr in Beggen) erstmals in die höchste Spielklasse aufsteigen.

Patrick Oliveira als neuer Trainer der Résidence Walferdingen Basketballmannschaft seit 2024

Patrick Oliveira ist seit 2024 Trainer der Résidence Walferdingen Foto: NilzoniaPhotography

Es lief bereits die fünfte Minute der Nachspielzeit, als Patrick Macedo die Résidence Walferdingen am vergangenen Samstag gegen Bettemburg erlöste. Mit seinem Treffer zum 1:0 schoss er die Résidence am letzten Spieltag der Ehrenpromotion noch in der Tabelle am direkten Konkurrenten vorbei auf Rang vier – und damit in die Relegation zur BGL Ligue. „Es hat niemand wirklich mit uns gerechnet“, sagt Trainer Patrick Oliveira. „Dass wir jetzt als kleiner Verein in der Relegation stehen, ist etwas ganz Besonderes.“

Und der Aufstieg wäre für den kleinen Klub der nächste historische Schritt in einer bemerkenswerten Entwicklung: Noch vor sieben Jahren spielte Walferdingen in der zweiten Division. 2019 folgte der Aufstieg in die Division 1, vier Jahre später der Sprung in die Ehrenpromotion.

Neuer Vereinsrekord

„Dass wir uns mittlerweile mit unserem jungen Kader in der Ehrenpromotion etabliert haben und um den Aufstieg in die BGL Ligue spielen, ist verrückt“, sagt Oliveira, der seit 2024 in Walferdingen an der Seitenlinie steht. Dabei waren die Ziele zu Saisonbeginn noch deutlich vorsichtiger formuliert. „Wir wollten besser sein als letzte Saison.“ Mit Platz sieben und 42 Punkten hatte die Mannschaft im Vorjahr bereits einen Vereinsrekord aufgestellt – höher als die Ehrenpromotion spielte der Klub ohnehin noch nie. „Deshalb hatten wir für diese Saison die Top sechs als Ziel ausgegeben. Die Relegationsplätze waren eher unser Traum.“

Im Laufe der Saison wuchs jedoch der Glaube daran, dass tatsächlich mehr möglich sein könnte. „Mit unserem Fußball konnten wir mehr als mithalten“, sagt Oliveira. Trotzdem verlief die Spielzeit nicht geradlinig. Vor allem in der Rückrunde kamen in einer „Down-Phase“ Zweifel auf. Nach dem 24. Spieltag rangierte Walferdingen auf dem neunten Tabellenplatz. Doch das Rennen um die Aufstiegsplätze blieb eng, da auch die Konkurrenz einige Male patzte. Und Walferdingen selbst startete eine starke Aufholjagd mit fünf Siegen – unter anderem gegen etablierte Teams wie Fola und Wiltz – sowie einem Unentschieden aus den letzten sechs Partien.

Die Relegation wertet Oliveira nun als verdiente Belohnung. „Die Jungs haben phänomenal darum gekämpft. Die Attitüde in den Spielen war top.“ Das bewies die Résidence nicht zuletzt am letzten Spieltag. „Im Finale gegen Bettemburg waren wir über die gesamte Partie die bessere Mannschaft.“ Mit seinem 25. Saisontor schoss Macedo sein Team schließlich in der Nachspielzeit in die Relegation.

Mentalitätskampf

Auch in dieser hofft Oliveira nun auf die Treffsicherheit des Torschützenkönigs der Ehrenpromotion. „Er hat einen richtigen Killerinstinkt und eine sehr gute Abschlussqualität. Die Mannschaft arbeitet sehr viel für ihn. Er ist im richtigen Moment da und macht die Tore. Das ist extrem wichtig für uns.“

Gegen Canach erwartet der Trainer ein taktisches Spiel. Beide Mannschaften kennen sich aus der vergangenen Saison und aus Testspielen gut. „Es wird vor allem auf die Mentalität ankommen. Laufbereitschaft, Kampfbereitschaft und Geduld werden meiner Meinung nach den Unterschied machen“, so Oliveira.

Der Gegner belegte in BGL Ligue Rang 13 und verpasste damit den direkten Klassenerhalt nur um einen einzigen Punkt. „Der Druck liegt klar bei der Mannschaft aus der höheren Liga“, sagt Oliveira. „Wir können befreit aufspielen und haben nichts zu verlieren. Wir wollen unseren Fußball vor einer großen Kulisse präsentieren und zeigen, dass es kein Zufall ist, dass wir in der Relegation stehen. Wir werden alles dafür geben, unsere Chance zu nutzten.“

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