Champions League

Großer Bayern-Abend im Bernabéu: Real-Fluch vor dem Ende

Die erste Runde im Gigantenduell zwischen Real Madrid und dem FC Bayern geht an die Münchner. Nach dem 2:1 in Spanien steht die Tür zum Halbfinale offen.

Michael Olisé, gefährlicher Fußballspieler aus München, sprintet entschlossen über das Spielfeld während eines Spiels

Michael Olisé war einer der gefährlichsten Münchener auf dem Platz Foto: AFP/Thomas Coex

Im Stile eines kommenden Champions hat der FC Bayern dem großen Rivalen Real Madrid den Schrecken der vergangenen Jahre im Viertelfinal-Hinspiel von Europas Königsklasse schon sehr genommen. Nach dem lange sehr dominanten 2:1 (1:0) im Bernabéu-Stadion durch die Tore von Luis Díaz (41. Minute) und Harry Kane (46.) hat der deutsche Fußball-Rekordmeister beste Chancen, um gegen den Champions-League-Rekordsieger erstmals seit 2012 wieder ein K.-o.-Duell zu gewinnen. Die vergangenen vier hatte jeweils Real für sich entschieden. Die Königlichen leben aber nach dem Anschlusstor des starken Kylian Mbappé (74.) noch.

Ins Rückspiel des Giganten-Duells in einer Woche in der heimischen Allianz Arena geht das Team von Vincent Kompany jedenfalls jetzt als Favorit. Der Belgier, der an diesem Freitag 40 Jahre alt wird, erlebte sein Star-Ensemble in seinem 100. Pflichtspiel als Bayern-Coach wie von ihm gewünscht: ohne Ehrfurcht, dominant, ballsicher, entschlossen – und nach einer gewissen Anlaufzeit auch effizient vorm Tor.

Bayern: Erste Halbzeit überragend

Das Münchner Kollektiv beherrschte überwiegend das Spiel, aber Reals Individualisten waren immer wieder gefährlich, insbesondere in Person von Mbappé. Der Franzose scheiterte bei etlichen Abschlüssen ebenso wie Offensivkollege Vinícius Júnior immer wieder am gut reagierenden Manuel Neuer im Bayern-Tor. Der 40-Jährige zählte zu Bayerns Besten.

Eine gute Stunde vor dem Anpfiff war das große Rätselraten um Harry Kane beendet gewesen. Der Name des Engländers tauchte in der Bayern-Aufstellung auf. Kane konnte nach seinen Sprunggelenks-Problemen auflaufen, was alle Münchner erleichterte.

Kane musste sich ins Spiel hineinbeißen, dokumentierte aber seinen Wert als Leader. Dayot Upamecano ermöglichte er die erste Großchance der Partie. Der Verteidiger traf den Ball im Fünfmeterraum nicht richtig (9.).

Angeführt vom omnipräsenten Mittelfeld-Chef Joshua Kimmich bestimmten die Bayern das Geschehen auf dem Rasen. Aber sie ermöglichten auch Real viele gute Möglichkeiten – etwa nach schlechten Spieleröffnungen von Neuer. Der 40-Jährige war aber zwei Jahre nach seinem bösen Patzer beim Halbfinal-K.-o. in wichtigen Momenten gerade gegen Mbappé ein echter Rückhalt.

Kane trifft 21 Sekunden nach Wiederanpfiff

Überraschend war, dass es lange 0:0 stand. Nachdem aber Serge Gnabry ein Real-Geschenk nicht annehmen konnte, sondern Real-Torwart Andrej Lunin anschoss (41.), schlugen die Gäste zu. Kane behauptete den Ball, Gnabry schickte Luis Díaz steil – und der bis dahin flatterhafte Kolumbianer vollendete eiskalt mit einem Flachschuss.

Nach der Pause waren gerade 21 Sekunden gespielt, als Kane jubelte. Nach Pass von Michael Olise schoss er den Ball aus 18 Metern platziert ins rechte Eck – sein elftes Tor in dieser Champions-League-Saison. Die 4.000 mitgereisten Bayern-Fans waren nun tonangebend im riesigen, voll besetzten Stadion.

Neuer streckte wenig später jubelnd die Arme von sich, als er den auf sich zulaufenden Vini Jr. so weit abdrängen konnte, dass der Brasilianer nur ans Außennetz schoss (61.). Ein 1:2 hätte noch mal ein Wendepunkt sein können.

Doch der Real-Mythos zog an diesem Abend nicht wie früher. Zumal Neuer ein weiteres Mal in Weltklasse-Manier einen Schuss von Mbappé mit der Hand am Tor vorbei lenken konnte (66.). Nur einmal war Neuer doch geschlagen, auch wenn er am Schuss von Mbappé aus kurzer Distanz noch mit der Hand dran war.

Die Bayern waren nach dem 2:0 nicht mehr effizient im Abschluss, spielten beste Überzahlsituationen schlecht aus. Sie hatten aber insgesamt die besseren Einzelspieler und das bessere Kollektiv.

Im zweiten Spiel am Dienstagabend sicherte sich Arsenal den Auswärtssieg bei Sporting Lissabon. Das einzige Tor erzielte Kai Havertz in der Nachspielzeit.

Mittwoch: Paris gegen Liverpool

Am Mittwochabend erwartet Titelverteidiger Paris im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League den kriselnden FC Liverpool. Ein rein spanisches Duell findet in Barcelona statt.

Paris Saint-Germain will im Viertelfinal-Hinspiel den nächsten Schritt zur Titelverteidigung in der Champions League machen. Der französische Fußball-Meister empfängt am Mittwochabend den kriselnden FC Liverpool. Im Vorjahr hatte PSG die Engländer im Achtelfinale ausgeschaltet. In einem rein spanischen Duell erwartet der FC Barcelona zudem Atlético Madrid.

Barça trifft bereits zum fünften Mal in dieser Saison auf den Hauptstadt-Club. Erst am Samstag gewannen die Katalanen das Liga-Rückspiel auswärts 2:1, im Hinspiel siegte Barcelona ebenfalls, damals mit 3:1. Im spanischen Pokal hatten die Madrilenen in den Halbfinal-Duellen mit einem 4:0-Sieg und einer 0:3-Niederlage insgesamt das bessere Ende für sich.

Im Überblick

Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League:
Dienstag:
Real Madrid - Bayern München 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Luis Diaz (41.), 0:2 Kane (46.), 1:2 Mbappé (74.)
Sporting Lissabon - FC Arsenal 0:1 (0:0)
Tor: 0:1 Havertz (90.+1)
Mittwoch:
Paris Saint-Germain - FC Liverpool
FC Barcelona - Atlético Madrid (beide 21.00 Uhr)

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