Giro d‘Italia

Ganna dominiert Giro-Zeitfahren, Vingegaard enttäuscht

Der Italiener Filippo Ganna ist beim Giro im Zeitfahren eine Klasse für sich. Im Kampf gegen die Uhr zeigte der Top-Favorit auf den Gesamtsieg eine unerwartet schwache Vorstellung.

Filippo Ganna beim dominanten Zeitfahren am Dienstag, führend und konzentriert auf dem Rennrad

Filippo Ganna war beim Zeitfahren am Dienstag nicht zu schlagen Foto: AFP/Luca Bettini

Der dänische Topfavorit Jonas Vingegaard hat beim Giro d’Italia das Rosa Trikot des Gesamtspitzenreiters erneut verpasst. Der 29-Jährige vom Team Visma-Lease a bike belegte nach dem Ruhetag zu Wochenbeginn im 42 km langen Einzelzeitfahren von Viareggio nach Massa lediglich Platz 13, verkürzte allerdings seinen Rückstand auf Rang zwei hinter dem führenden Portugiesen Afonso Eulalio (Bahrain-Victorious) um fast zwei Minuten auf nur noch 27 Sekunden.

„Ich kann sehr zufrieden sein. Es war ein furchtbares Einzelzeitfahren – 40 km flach, 20 davon ohne Kurve. Alle, die Vollgas gefahren sind, werden am Mittwoch wunde Hintern haben – oder haben sie jetzt schon. So geht es mir jedenfalls. Natürlich hätte ich gerne schon jetzt Rosa gehabt, aber ich denke, ich bin für die nächsten Tage in einer guten Position“, resümierte Vingegaard nach der Zielankunft am Eurosport-Mikrofon.

Ganna distanzierte auf der flachen Strecke entlang der 20 km langen Promenade an der ligurischen Küste die Konkurrenz in 45:53 Minuten. 114 Sekunden langsamer war sein Teamkollege Thymen Arensman als zweitschnellster Fahrer, der Niederländer rückte in der Gesamtwertung 1:30 Minuten hinter Vingegaard auf Rang drei vor.

Vingegaard konnte auf der Jagd nach der Spitze im Gesamtklassement nicht sein ganzes Potenzial im Kampf gegen die Uhr abrufen und benötigte überraschend gleich drei Minuten mehr als der Tagessieger. Der zweimalige Tour-de-France-Gewinner und einmalige Vuelta-Sieger, der sich durch einen Giro-Erfolg als erst achter Radprofi der Geschichte mindestens einmal in die Siegerliste aller drei großen Landesrundfahrten eintragen würde, profitierte jedoch von der Schwäche seines iberischen Rivalen. Eulalio war beinahe fünf Minuten langsamer als Ganna und wurde nur 42.

Am Mittwoch kann Vingegaard den nächsten Angriff auf das Rosa Trikot fahren. Das elfte Teilstück führt über 195 km von Porcari nach Chiavari.

Im Überblick

109. Giro d’Italia, 10. Etappe: Viareggio - Massa (Einzelzeitfahren/42 km):
1. Filippo Ganna (Italien/Netcompany Ineos) 45:53 Minuten, 2. Thymen Arensman (Niederlande/Netcompany Ineos) 1:54 Minuten zurück, 3. Rémi Cavagna (Frankreich/Groupama-FDJ United) 1:59, 4. Sjoerd Bax (Niederlande/Pinarello Q36.5 Pro Cycling) 2:04, 5. Derek Gee-West (Kanada/Lidl-Trek) 2:16, 6. Max Walscheid (Deutschland/Lidl-Trek) 2:17, 7. Johan Price-Pejtersen (Dänemark/Alpecin-Premier Tech) 2:29, 8. Mikkel Bjerg (Dänemark/UAE Emirates-XRG) 2:33, 9. Lorenzo Milesi (Italien/Movistar) 2:40, 10. Niklas Larsen (Dänemark/Unibet Rose Rockets) 2:42

Stand in der Gesamtwertung nach 10 von 21 Etappen:
1. Afonso Eulalio (Portugal/Bahrain-Victorious) 39:40:34 Stunden, 2. Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike) 0:27 Minuten zurück, 3. Thymen Arensman (Niederlande/Netcompany Ineos) 1:57, 4. Felix Gall (Österreich/Decathlon-CMA CGM) 2:24, 5. Ben O‘Connor (Australien/Jayco AlUla) 2:48, 6. Jai Hindley (Australien/Red Bull Bora-hansgrohe) 3:06, 7. Michael Storer (Australien/Tudor Pro Cycling) 3:28, 8. Gee-West 3:34, 9. Giulio Pellizzari (Italien/Red Bull Bora-hansgrohe) 3:36, 10. Markel Beloki (Spanien/EF Education-EasyPost) 4:16

Berton in Spanien 23.

Nina Berton (EF Education-Oatly) ist beim spanischen Eintagesrennen Durango Durango Emakumeen Saria (1.1) 23. geworden. Die Luxemburgerin kam mit einem Rückstand von 2:32 Minuten auf Siegerin Paula Blasi (UAE Development) ins Ziel. Das Podium vervollständigten Evita Muzic (FDJ United-Suez) aus Frankreich und Bertons Teamkollegin Alice Towers, die beide 16 Sekunden nach Blasi ins Ziel kamen.

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