Enovos League

Favorit Sparta reagiert gegen starke Résidence zu spät

In der regulären Saison Top, im Play-off Flop – so lautete in den vergangenen Jahren die Bilanz der Sparta. Jenes Trauma eines frühen Ausscheidens riskieren die Bartringer nun erneut, nachdem Walferdingen sich dank einer starken Leistung einen Matchball in eigener Halle verdient hat.

Résidence-Profi John Slajchert zeigt verschiedene Würfe bei einem Wettkampf im Handball

Résidence-Profi John Slajchert zeigte sein ganzes Repertoire an Würfen Foto: Editpress/Fernand Konnen

Als Tabellenzweiter ging die Sparta als klarer Favorit in das Duell und wollte den Grundstein zum Halbfinaleinzug legen, jedoch erwies sich Underdog Walferdingen von Beginn an als zäher Gegner. „An sich hatten wir eine gute Trainingswoche, aber wir waren nicht auf ihre Zonenverteidigung eingestellt. Wir haben zu hektisch agiert, was wir sonst nicht tun. Zudem hätten wir schnell spielen sollen und den Ball drehen lassen. Und dann 56 Punkte vor der Pause zu kassieren geht überhaupt nicht. Das bricht einem das Genick“, resümierte Victor Stein den gebrauchten Abend des Gastgebers.

Für die zweite Partie am Mittwoch in Walferdingen forderte der Sparta-Kapitän von Anfang an die Physis, mit der sein Team erst nach der Pause aufgetreten war. Das Unheil der Hausherren nahm nämlich schon früh seinen Lauf, als sich die Gäste nach einer ausgeglichenen Anfangsphase unter dem Impuls von Slajchert kontinuierlich absetzten. Der US-Profi zeigte dabei sein gesamtes Repertoire von Distanzwürfen bis zu Lay-Ups, während ein Kunstwurf unter Bedrängnis für die erste zweistellige Führung sorgte (25:35, 13’).

Die Résidence sollte diesen Vorsprung noch weiter ausbauen, auch mit Hilfe des ebenfalls aus der Distanz sehr treffsicheren Vujakovic (30:47, 16‘). Mit einer Hypothek von 15 Punkten musste Sparta den Gang zum Pausentee antreten, nachdem die Verteidigung der Résidence kaum etwas entgegenzusetzen hatte, und in der Offensive kein Profispieler, sondern Logelin für die meisten Punkte sorgen musste.

Slajchert legt Grundstein

Nach dem Seitenwechsel nahm die Intensität weiter zu, jedoch gelang es der Sparta vorerst nicht, den Rückstand wettzumachen, da das Profiduo der Gäste dies zu verhindern wusste. Erst im Schlussviertel, als Williams jene Aktionen an den Tag legte, die ihn in Steinsel zum Unterschiedsspieler einer Meistermannschaft gemacht hatten, wurde es noch mal spannend. Zwar lagen die Gäste rund zwei Minuten vor Ende mit scheinbar beruhigenden 15 Zählern in Front (70:85), doch nach einem euphorischen 13:0-Lauf schnupperte die Sparta an der Wende (83:85). Bartringen hatte sogar noch einen Angriff, der die Verlängerung oder gar den Sieg ermöglichen konnte, jedoch vergab gerade jener Williams aus der Mitteldistanz.

„Dies war eine Partie, in der wir 40 Minuten kämpfen mussten. Da kann man nicht einfach ein paar Minuten verschlafen, weil sonst ist das Spiel gelaufen. Wir haben immer gut gekontert und uns zurückgekämpft“, lobte ein sehr gut gelaunter Tom Schomer die Darbietung seines Teams, nachdem er an alter Wirkungsstätte von seinem Bruder Tim auf der Tribüne eine erste Einordnung seiner persönlichen Leistung erhalten hatte.

Besonders die gute Vorbereitung und die Einstellung des Teams, hauptsächlich in der Defensive, hätten zu diesem Ergebnis verholfen. „Im nächsten Spiel müssen wir uns erneut anpassen. Jetzt ist es wie Schach zu spielen: wir müssen den Gegner lesen und versuchen, ihnen die einfachen Sachen wegzunehmen“, gab Schomer die Marschrichtung für Spiel zwei vor heimischer Kulisse vor.

Statistik

„T“-Bestnote: John Slajchert (Résidence Walferdingen)

Viertel: 18:27, 23:29, 16:16, 26:15

Bartringen: Williams 33, Logelin 22, Iwuakor 13, Holsten 6, Verbeelen 4, Stein 2, Arendt 0, Hittelet 0

Walferdingen: Slajchert 36, Bailey 24, Vujakovic 15, Schomer 6, Vranjes 4, Shungu Bonga 2, Saldana 0, Jarnjak 0

Schiedsrichter: Dotsenko/Hermann/De Mora Martin

Zuschauer: 420 zahlende

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