Tischtennis
FLTT-Damen stehen nach Krimi im WM-Achtelfinale
Die FLTT-Damen nehmen bei der Team-WM in London Revanche gegen Brasilien, das sie vor zwei Jahren bei der WM noch knapp besiegt hatte. Nach einem wahren Krimi siegten die Luxemburgerinnen mit 3:2 und ziehen damit ins Achtelfinale ein.
Enisa Sadikovic brachte Luxemburg mit ihrem Überraschungssieg in Führung Foto: Editpress/Fernand Konnen
Nachdem das Team Lëtzebuerg der Herren die Zwischenrunde bei der Mannschafts-WM in London nach einer knappen Niederlage gegen Serbien knapp verpasst hatte, konnten sich die Damen als Gruppenzweiter direkt für die Hauptrunde der besten 32 Nationen qualifizieren. Dort traf Luxemburg am Dienstagabend auf Brasilien und qualifizierte sich mit einer überragenden Teamleistung für die Runde der letzten 16 Nationen. Dort treffen die FLTT-Damen bereits am Mittwoch um 11 Uhr auf Vize-Weltmeister Japan.
Das Quartett um Ni Xia Lian hatte sich fest vorgenommen, Revanche zu nehmen für die denkbar knappe 2:3-Niederlage bei der letzten WM vor zwei Jahren im südkoreanischen Busan. Gegen die Südamerikanerinnen, die in der Weltrangliste Position zehn einnehmen, und damit 17 Plätze vor Luxemburg eingestuft sind, war dies ein schwieriges Unterfangen.
In der ersten Begegnung stand Sarah De Nutte der brasilianischen Nummer eins Bruna Takahashi gegenüber. Nach dem Verlust der beiden ersten Sätze konnte sich die Landesmeisterin im dritten Durchgang eine 5:0-Führung herausspielen. Als ihre Gegnerin auf 4:5 herangekommen war, nahm De Nutte ihre Auszeit und gestand der Nummer 23 der Welt nur noch einen Punktgewinn zu. Diesen Elan nahm sie mit und lag im vierten Satz mit 5:3 vorn. Danach zeigte Takahashi ihr bestes Tischtennis und übernahm resolut das Kommando. In der entscheidenden Phase bekamen die Zuschauer gleich mehrere spektakuläre Ballwechsel geboten, die meist zugunsten von Takahashi endeten, die beim Stand von 10:8 zwei Matchbälle hatte. Im zweiten Versuch konnte die Weltklassespielerin ihre Farben in Führung bringen.
Sadikovic überrascht
Im zweiten Spiel traf Ni Xia Lian auf Takahashis vier Jahre jüngere Schwester Giulia. Die 21-Jährige spielte ohne Komplexe auf und gewann den ersten Satz mit 11:9. Im zweiten Spielabschnitt gelang Ni, nach Abwehr eines Satzballes, der 1:1-Ausgleich. Beide Spielerinnen lieferten sich auch in der Folge ein Duell auf Augenhöhe. Ni, der es, nach ihrem komplizierten Handgelenkbruch, noch an Wettkampfpraxis fehlte, glich dies mit ihrer Routine gekonnt aus. Nach ihrer 2:1-Satzführung stemmte sich die junge Brasilianerin gegen die drohende Niederlage und kämpfte sich, nach 7:9-Rückstand, in den Entscheidungssatz. Beim Stand von 4:8 benötigte Takahashi nur noch drei Punktgewinne, um die Vorentscheidung herbeizuführen. Ihre 62-jährige Gegnerin gestand ihr jedoch keinen einzigen mehr zu und holte den wichtigen ersten Punkt für Luxemburg.
Anschließend war Enisa Sadikovic eigentlich krasse Außenseiterin gegen Laura Watanabe. Mit ihrem aggressiven Angriffsspiel stellte die talentierte 18-Jährige die Favoritin aber vor große Probleme und konnte gleich den ersten Satz mit 11:8 gewinnen. Nach dem Ausgleich durch Watanabe entwickelte sich eine hochklassige Partie, die ebenfalls im fünften Satz entschieden wurde. In beeindruckender Manier kam Sadikovic nach 4:6-Rückstand zurück und verwandelte ihren zweiten Matchball zur überraschenden 2:1-Führung für die Luxemburgerinnen.
De Nutte sorgt für Entscheidung
Im Topduell zwischen Ni Xia Lian und Bruna Takahashi zeigte Erstere erneut Comeback-Qualitäten und konnte ihren 0:2-Satzrückstand wettmachen. Einen dramatischen Verlauf nahm der letzte Satz. Takahashi konnte ihren 6:8-Rückstand ausgleichen und mit einem Netzroller die Führung übernehmen. Beim Stand von 9:9 unterlief der Brasilianerin ein Fehlaufschlag. Den anschließenden Matchball konnte Ni jedoch nicht verwandeln und musste am Ende eine bittere Niederlage hinnehmen. Damit konnten die Südamerikanerinnen die drohende Niederlage noch haarscharf abwenden.
Die Entscheidung über den Einzug ins WM-Achtelfinale musste also zwischen Sarah De Nutte und Giulia Takahashi fallen. Der Luxemburgerin gelang ein perfekter Einstieg und sie hatte bei 2:0-Satzführung alle Karten in der Hand. Diese spielte sie im dritten Satz überlegen aus. Die Körpersprache der 33-Jährigen ließ keinen Zweifel am Sieg ihrer Formation aufkommen, sie verwandelte ihren ersten Matchball zum überlegenen 11:4-Sieg. Damit war die Überraschung gegen die favorisierten Brasilianerinnen perfekt und der Jubel im Luxemburger Lager kannte keine Grenzen.
Im Überblick
Luxemburg – Brasilien 3:2
Sarah De Nutte (WR 110) - Bruna Takahashi (WR 23) 1:3 (-9, -7, 6, -9)
Ni Xia Lian (WR 497) - Giulia Takahashi (WR 111) 3:2 (-9, 10, 6, -9, 8)
Enisa Sadikovic (WR 369) - Laura Watanabe (WR 112) 3:2 (9, -11, 8, -9, 7)
Ni – B. Takahashi 2:3 (-5, -9, 8, 10, -10)
De Nutte – G. Takahashi 3:0 (9, 7, 4)