Handball

Ervacanin sichert Berchem Last-Second-Sieg gegen den HBD

Slobodan Ervacanin hat den HC Berchem am Samstag in letzter Sekunde zum 38:37-Sieg gegen den HBD geschossen. Der Erfolg der Roeserbanner am ersten Spieltag der Titelgruppe spielt vor allem Tabellenführer Red Boys in die Karten.

Slobodan Ervacanin erzielt in letzter Spielsekunde den entscheidenden Siegtreffer im spannenden Fußballspiel

Slobodan Ervacanin erzielte insgesamt sechs Tore Foto: Editpress/Fernand Konnen

Sieben Sekunden waren am Samstag noch zu spielen, da schraubte sich Slobodan Ervacanin an der Neunmeterlinie hoch. Der 38-jährige Rückraumspieler des HC Berchem zögerte nicht, zog mit voller Wucht ab – und traf zum 38:37. Düdelingen setzte noch einmal zum schnellen Gegenstoß an, doch ein letzter Verzweiflungswurf von der Mittellinie wurde geblockt. Dann ertönte die Schlusssirene und Ervacanin versank in einer Jubeltraube.

„Es ist immer schön, in letzter Sekunde zu gewinnen“, sagte der Siegtorschütze wenig später. „Am Ende ist mein Tor aber nur eins von 38, die wir geschossen haben. Jedes andere war genauso wichtig.“ In der Freude über den Sieg, warf Ervacanin dann aber gleich auch einen kritischen Blick auf das Spiel zurück. „Es wäre besser gewesen, das Spiel früher zu entscheiden. Das wäre durchaus möglich gewesen, denn wir haben einige Chancen vergeben. So ging es bis zum Schluss um jedes Tor.“

Bereits die Anfangsphase deutete am Samstag eine hochintensive und spannende Partie an. Beide Abwehrreihen fanden nur schwer Zugriff, sodass in der Anfangsphase viele Tore fielen. Der HBD legte mit 3:0 vor, ehe auch Berchem offensiv Fahrt aufnahm. In der achten Minute glich Guden zum 5:5 aus, fünf Minuten später brachte Vrgoc die Gastgeber erstmals in Führung (9:8).

Berchem feiert nach der Schlusssirene

Berchem feiert nach der Schlusssirene Foto: Editpress/Fernand Konnen

In der Folge stabilisierten sich die Abwehrreihen etwas. Auf Berchemer Seite steigerte sich Torhüter Kell Meyers zusehends und trug dazu bei, dass sich seine Mannschaft bis zur 21. Minute auf 13:10 absetzen konnte. Doch der Vorsprung hielt nicht. Trainer Stupar rotierte auf einigen Positionen, was der HBD ausnutzte, um in der 26. Minute wieder auszugleichen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Spiel auf Messers Schneide. Die Führung wechselte nun mehrfach, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. In der 52. Minute traf Itua Etute zum 31:32 für den HBD – es sollte die letzte Führung der Gäste bleiben. Dann übernahm Ervacanin. Mit einem Doppelpack drehte er die Partie zunächst zum 33:32, ehe er sie in den Schlusssekunden endgültig entschied.

Ein Sieg, der den Red Boys in die Karten spielt

Am Ende ist es ein Sieg, der vor allem auch Tabellenführer Red Boys in die Karten spielt. Die Differdinger, die am Samstag gegen Käerjeng ihre Pflichtaufgabe zum Start der Play-offs souverän erledigten, bauen ihren Vorsprung von drei auf fünf Punkte aus. Hinter dem Spitzenreiter liegen Düdelingen und Berchem nun gleichauf.

Abgeschrieben ist der Titelkampf aus Sicht von Ervacanin aber noch nicht. „Natürlich ist es kompliziert“, sagte er mit Blick auf den Rückstand. „Aber auch die Red Boys haben noch schwierige Spiele – gegen uns, gegen Düdelingen und auch gegen Esch. Wir müssen unseren Job machen. Selbst wenn wir alles gewinnen, gibt es keine Garantie. Aber wir wollen unseren Teil erledigen und kucken, was passiert.“

Ähnlich ordnet Aldin Zekan die Situation ein. „Wir hatten vor dem Play-off alles in der eigenen Hand, jetzt sind wir nach dem ersten Spieltag schon auf Schützenhilfe angewiesen. Wir müssen uns heute an die eigene Nase fassen“, so der HBD-Spieler. „Wir haben versucht, das Ganze ruhig und mit klarem Konzept anzugehen, sind dann aber hektisch und nervös geworden und haben unnötige Fehler gemacht. Woran es lag, kann ich mir selbst nicht erklären. Es kann aber noch alles passieren, die Meisterschaft ist noch lang. Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken.“

Statistik

Berchem: K. Meyers (1-30‘, 47-60‘, 8 Paraden), Czapiewski (30-47‘, 1 P.) - Castilla, Guden 13/2, Stein, Mitev 2, Georges, Ciota, Majerus 1, C. Brittner 6, Mousel, Pereira 1, Ervacanin 6, Scheid 4, Hoffmann, Vrgoc 5

HBD: Herrmann (1-43‘, 54-60‘, 10 P.), M. Lallemang (43-54‘, 2 P.) - Labonté 7, F. Hippert, Steichen, Ilic 7, Zekan 4/2, Y. Lallemang 1, Schlesser, Goergen, I. Etute 11, O. Etute 3, Neuberg 3, Rebimbas, Steffen, Y. Hippert 1

Schiedsrichter: De Waha/Morim Simoes

Zeitstrafen: Berchem 4 - HBD 3

Siebenmeter: Berchem 2/2 - HBD 2/2

Zwischenstände: 5‘ 1:4, 10‘ 7:7, 15‘ 9:9, 20‘ 12:10, 25‘ 15:14, 30‘ 17:17, 35‘ 21:20, 40‘ 24:25, 45‘ 27:27, 50‘ 30:30, 55‘ 33:33

Zuschauer: 206 (offizielle Angabe)

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