Volleyball
Einige Titel-Anwärter: Vorschau auf die am Samstag beginnende Saison der Herren
Die neue Saison im Herren-Volleyball könnte wieder etwas spannender werden, denn die Teams scheinen näher zusammengerückt zu sein. Die erste Überraschung hatte gleich der Supercup parat, mit dem Sieg von Fentingen gegen den Favoriten aus Strassen. Im Vorfeld ist es deswegen schwer, einen Favoriten für die Titel 2025/26 auszumachen. Und da die Mixvoip League wieder auf acht Mannschaften aufgestockt wurde, wird es diese Saison auch wieder einen direkten Absteiger geben.
Strassen peilt die Titelverteidigung an Foto: Editpress/Gerry Schmit
„Die Saison mit einem Titel zu beginnen ist immer schön, doch ich hatte es irgendwie geahnt, dass es diesmal schiefgehen könnte“, so der Strassener Trainer Massimo Tarantini nach dem Supercup. „Wir sind erst knapp drei Wochen im Mannschaftstraining, haben drei neue Spieler einzubauen und müssen auch noch mit Mateja Gajin und Ryan Da Luz zwei sehr wichtige Stützen verletzungsbedingt ersetzen. Das ist viel auf einmal.“ Tarantini hofft nun, in vier Wochen wieder komplett antreten zu können. Pablo Da Rocha und Renan Ribeiro, die beiden Brasilianer, sind in ihre Heimat zurückgekehrt und Olivier Landuyth ist nach Bartringen abgewandert. Ersetzt werden sie mit dem Brasilianer Leonardo Auzani und dem Norweger Jan Haldorsen, zwei Mittelblockern, und dem Kanadier Cameron Calhoun, einem Universalangreifer. Alle drei sind jünger als 26 Jahre und sollen, gemäß der Strassener Politik, der Mannschaft über Jahre erhalten bleiben. Ob die teilweise neue Mannschaft schon in ihrer ersten Saison abräumen kann, bleibt abzuwarten.
Bartringen um Lyndon Varga und Steve Weber sollte wieder erster Herausforderer von Strassen sein Foto: Editpress/Gerry Schmit
Erster Herausforderer sollte erneut Bartringen sein, auch wenn die Mannschaft ihren starken Angreifer Antoine Cornil nach Belgien an Guibertin abgeben musste. Der Abgang von Mittelblocker Rafael Viens, der für eine Saison studienbedingt nach England gezogen ist, dürfte ebenfalls nicht so einfach wegzustecken sein. Verstärkt hat man sich diesmal eher in der Breite, denn gleich fünf Neuverpflichtungen stehen bereit. Im Zuspiel soll der Serbe Nikola Tonic Max Funk unterstützen. Im Mittelblock kommen der Kanadier Robin Gabriel und Landuyth (Strassen) und in der Annahme haben mit Colin Hilbert, dem Beachpartner von Kapitän Steve Weber, und den beiden 21-jährigen Deutschen Fynn Krämer (Bühl) und Nicolas Ruby (Wiesbach) gleich drei Neue unterschrieben. Damit ist der Kader sehr breit aufgestellt und Trainer Juan Pablo Stutz muss ein glückliches Händchen bei der Aufstellung zeigen, will er nicht die gleichen Probleme wie sein Kontrahent Serge Karier in der vergangenen Saison in Lorentzweiler bekommen.
Fentingen hofft nach dem Supercup auf mehr
Auch Lorentzweiler will es wieder wissen und endlich einen Titel einfahren. Dafür hat Karier seinen Kader gestrafft. So will er wieder Ruhe in seine Mannschaft bekommen. Gleich sechs Spieler mussten sich eine neue Wirkungsstelle suchen. Der Schotte David Mexson tritt nun für Fréjus (F) an. Hilbert, wie schon erwähnt, spielt in Bartringen, Enzo Maggiolo in Strassen und Radoslaw Rzymianski in Echternach. Tom Engeldinger setzt seine Karriere bei Amber/Lënster fort. Libero Philipp Glesener steht zwar noch im Kader, ist aber studienhalber wieder in den Niederlanden, wo er auch hofft, einen neuen Verein zu finden. Das verbliebene Team wurde nur mit drei Spielern aufgestockt. Allen voran der Belgier Hugo Fischer, der unter anderem auch schon für das Topteam Knack Roeselare aufgelaufen ist und die Annahme stärken soll. Der junge Kanadier Moise Datus, ein Diagonalangreifer, aus Montréal kommend, und der österreichische Zuspieler Adonis Alagic, beide mit knapp 24 Jahren noch jung und entwicklungsfähig, komplettieren die diesjährige Mannschaft. Der französische Ex-Nationalspieler Horatio D’Almeida unterstützt ab dieser Saison Karier bei Training und Coaching.
Das Ziel von Fentingen um Coach Dragan Vujovic dürfte die Play-off-Teilnahme sein Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Der Fentinger Coach Dragan Vujovic wird sich, mit dem Gewinn des Supercups, einiges für diese Saison erhoffen. Auch auf dem Holleschberg sind einige Abgänge zu vermelden. Nachdem man das junge Talent Paul Morea schon letzten Winter nach Straßburg in die französische Talentschmiede ziehen ließ, haben sich nun noch drei weitere Spieler verabschiedet. Der starke Angreifer Toky Rajiharivelo spielt nun in Grenoble (F), Mittelblocker Thomas Morin in Noyelles-sous-Lens (F) und der Italiener Valentino Mazzariello ist in seine Heimat zurückgekehrt. Vujovic ist auf der Suche nach Ersatz in Luxemburg fündig geworden und hat die beiden Escher Sebastian Dobré und Nationalspieler Michail Constantinou nach Fentingen gelotst. Diese beiden haben gleich im Supercup eingeschlagen und teilweise den Weg zum Sieg geebnet. Einige junge Eigengewächse vervollständigen den Kader. Das Ziel dürfte die Teilnahme am Play-off sein.
Breite Kader in Diekirch und Echternach
Dorthin will auch Diekirch unter Trainer Patrick Wagner. Erstmals seit langem gelang es Diekirch mal wieder, die Mannschaft zusammenzuhalten. Nur der dominikanische Zuspieler Francisco Abreu ist nach Spanien abgewandert. Der Kader wurde dafür breiter gestaltet. Gleich vier ausländische Spieler konnten verpflichtet werden. Christovao Cavalcanti (Echternach) soll Abreu ersetzen. Die polnischen Brüder Maciej (Annahme) und Jakub Madej (Libero) sowie der Belgier Adrien Maréchal, aus Athus kommend, erweitern die Truppe. Wagner hat sich dazu den Lorentzweiler Andy König an seine Seite genommen, um den doch breiten Kader zu verwalten und zu leiten.
Ein breiter Kader steht auch dem brasilianischen Trainer Eduardo Dal Zotto Schmidt in Echternach zur Verfügung. Seine Aufgabe sollte allerdings leichter sein, da der weitaus größte Teil der Spieler Eigengewächse sind und deshalb wohl eher im Verein verankert sein werden. Verstärkt hat sich Echternach trotzdem. Cavalcanti musste ersetzt werden und man wurde in Frankreich fündig, wo man Sennecey-le-Grand den polnischen Zuspieler Marcel Mazur abwerben konnte. Für Yves Bellwald, Tomasz Bladczinski und Facundo Martinez, die allesamt in Volleyballrente gegangen sind, unterschrieben noch der argentinische Mittelblocker Nadir Neme, aus Spanien kommend, und der Lorentzweiler Rzymianski. Echternach sollte damit nichts mit dem Abstieg zu tun haben.
Esch Abstiegskandidat
Die Escher haben umgesattelt und setzen nun vor allem auf ihr Damenteam. Dadurch musste die Lohnsumme der Herren wohl gekürzt werden, denn der Kader wurde drastisch verkleinert. Nur noch elf Spieler stehen zur Verfügung. Die Schuhe an den Nagel gehängt haben Charel Hoffmann und Kapitän Marc Dittgen. Dobré und Constantinou sind nach Fentingen abgewandert und William Le Drezen kehrt nach Bartringen zurück. Nur einen einzigen Spieler zog es nach Esch: Der Ex-Bartringer Fréderic Barth übernimmt die Liberoposition. Ob die Truppe von Trainer Juan Carlos Blanco dem Abstieg entgehen kann, wird man am Ende der Saison sehen. Die Karten stehen allerdings nicht zum Besten.
Nach einer Saison in der ersten Division ist Amber/Lënster wieder aufgestiegen. Der Großteil der alten Mannschaft ist noch immer präsent. Schon letzte Saison hatte man sich mit den beiden Fentingern Tim Besch und Sam Wirtz verstärkt. Nun ist es gelungen, die beiden Lorentzweiler Tom Engeldinger und Yann Weirig an Land zu ziehen. Mit diesen Spielern sollte es dem ewigen Trainer Michael Begemann gelingen, ein tatkräftiges Team zusammenzustellen, das Esch den Abstiegsplatz in der Abschlusstabelle zuschustern könnte.
Strassen
Trainer: Massimo Tarantini
Spieler: Sina Arab, Leonardo Auzani, Gilles Braas, Cameron Calhoun, Léon Czapor, Mateja Gajin, Lorenzo Garbo, Jan Haldorsen, Mathieu Kohn, Lee Logelin, Ryan Matilde Da Luz, Louis Inemek, Enzo Maggiolo, Samuel Marinho, Simão Marinho, Boris Milosevic, Todor Topalov
Bartringen
Trainer: Juan Pablo Stutz
Spieler: Isaac Barnes, Akos Bibel, Mathis Esselin, Max Funk, Colin Hilbert, Max Kiffer, Jaromir Kolacny, Fynn Krämer, Olivier Landuydt, Ian Pereira Ferreira, Gabriel Robin, Nicolas Ruby, Jared Schubert, Dan Sitar Hafner, Nikola Tonic, Lyndon Varga, Steve Weber
Lorentzweiler
Trainer: Serge Karier
Spieler: Adonis Alagic, Adri Arapi, Horacio D’Almeida, Moïse Datus, Hugo Fischer, Philippe Glesener, Miguel Jansen, Mick Juttel, Armin Kuhberg, Tomas Pavelka, Klaudio Qerraxhija, François Sonnet, David Zehren, Chris Zuidberg
Fentingen
Trainer: Dragan Vujovic
Spieler: Filip Bilan, Valerio Brignardello, Michail Constantinou, Quentin Courrioux, Vladimir Deinega, Sebastian Dobré, Karol Duda, Mohamed Haj Ismail, Elio Iacovelli, Jakub Lomacz, Luka Marinkovic, Felix Polfer, Robert Theis, Pavlé Vujovic
Diekirch
Trainer: Patrick Wagner
Spieler: Everton D’Almeida, Sami Ben Tara, Christovao Cavalcanti, Jules Clees, Mathis Fiume, Pedro Garcia, Sony Heirens, Jakub Hukel, Jakub Madej, Maciej Madej, Tim Mangen, Adrien Maréchal, Yann Maréchal, William Marette, Arthur Michotte, Aboubacar Nadir
Echternach
Trainer: Eduardo Dal Zotto Schmidt
Spieler: Pol Bollendorff, Tim Busshuven, Marco Marques, Daniel Dias Amorim, Gil Göbel, Sam Hirtz, Marcel Mazur, Loris Metzger, Nadir Neme, Noah Oesch, Radoslaw Rzymianski, Philippe Santer, Noah Sindecuse, Karim Speidel, Max Stein, Christophe Zender
Esch
Trainer: Juan Carlos Blanco
Spieler: Fréderic Barth, Antoine Biver, Juan Carlos Blanco, Nikola Darrosa, Félix Fellinger, Maxime Hoffmann, Gil Nizard, Peter Santosi, Vincent Sommerhalter, Franz Vosahlo, Victor Wagner
Amber/Lënster
Trainer: Michael Begemann
Spieler: Tim Besch, Raphael Betti, Frank Bollendorff, Aziz Dzinic, Tom Engeldinger, Philippe Even, Sam Hinkel, Joseph Hong, Nicolas Szturma, Joey Thies, Yan Weirig, Sam Wirtz, Sam Wolles
Programm
1. Spieltag, am Samstag:
17.00: Esch - Bartringen
19.00: Strassen - Echternach
20.00: Diekirch - Amber/Lënster
Am Sonntag:
19.00: Lorentzweiler - Fentingen