Frauen-Champions-League
Ein fader Beigeschmack: Racing verliert gegen Helsinki
In der zweiten Runde der Qualifikation zur Frauen-Champions-League gab es für den RFCUL eine bittere 0:2-Niederlage gegen HJK Helsinki aus Finnland. Man sah der Mannschaft von Trainerin Élodie Martins an, dass sie noch voll in der Vorbereitung auf die neue Saison steckt. Die Mannschaft um Kapitänin Wojdyla kämpfte aufopferungsvoll bis zum Schluss, konnte sich in diesem Halbfinale aber nicht mit einem Tor für ihre Mühen belohnen.
Edina Kocan (M.) und der Racing können ihre europäische Reise noch fortsetzen Fotos: Editpress/Luis Mangorrinha
Der RFCUL musste in der Startelf auf Machado verzichten. Die Verteidigerin musste ihre Sperre aus der Vorsaison absitzen und war demnach nicht spielberechtigt. Nach einem kurzen Abtasten nahmen die Gäste das Heft in die Hand und wollten gleich Druck vor dem gegnerischen Tor aufbauen. Stürmerin Sarelius vergab in der 6. Minute die erste Chance.
Beim RFCUL war es Dos Santos, die den ersten Schuss in Richtung Tor von Helsinki abfeuerte. Die Frauen vom Serienmeister aus Luxemburg fanden nicht recht in diese Begegnung. Die Finninnen wurden mit zunehmendem Spielverlauf immer dominanter und stellten die Racing-Abwehr das eine oder andere Mal vor Probleme.
Die Spielerinnen von Trainer Élodie Martins spielten mit Herz und warfen sich auf jeden Ball. Man sah beiden Mannschaften schon an, dass Helsinki im Ligabetrieb ist und der Luxemburger Vertreter noch in der Vorbereitung steckt. In der 26. Minute rettete Kimberly Dos Santos nach einem Schuss von Topra auf der Linie für ihre bereits geschlagene Keeperin. Nur drei Minuten später war es Kapitänin Wojdyla, die einen Schuss von Kiviranta ebenfalls von der Linie kratzte. Fast gegen den Spielverlauf wäre der Gastgeber fast in Führung gegangen: Eine Flanke von Barbosa flog an die Latte (40.). Schließlich fiel der Führungstreffer von Helsinki doch noch vor der Pause. Aus abseitsverdächtiger Position traf Topra alleinstehend vor Burtin, die keine Abwehrchance hatte (42.).
Noch eine Chance aufs Weiterkommen
Die zweite Halbzeit begann mit einem Lebenszeichen der Racing-Frauen. Ein Schuss von Dos Santos ging knapp am Tor vorbei. Auch hinten war Dos Santos gefordert: In der 60. Minute kratzte sie bereits zum zweiten Mal in der Begegnung einen Ball von der Torlinie.
Helsinki versuchte jetzt zunehmend, den aufgerückten RFCUL mit hohen Pässen hinter die Abwehrkette zu überwinden. In der 62. Minute überlief Topra Torhüterin Burtin, setzte aber neben das leere Tor. Mit Charlie Jorge wechselte Trainerin Martins eine Spielerin ein, um das Offensivspiel anzutreiben. Die Gäste überließen dem Gegner den Ball und wollten nur noch Nadelstiche setzen.
Nach einem Konter verpasste ein Schuss von Innenverteidigerin Hillberg den Torwinkel nur knapp (72.). Die eingewechselte Holmström hätte in der 77. Minute alles klarmachen können. Sie setzte eine Flanke aus aussichtsreicher Position knapp am Tor vorbei (77.). Ihre Mitspielerin Kiviranta machte es drei Minuten später besser: Nach einem steilen Zuspiel versenkte sie frei stehend trocken zur 2:0-Führung. Dieses zweite Tor war die Vorentscheidung. Es sollte Estevez und Co. verwehrt bleiben, den Anschlusstreffer zu erzielen.
Am Ende bleibt dennoch ein fader Beigeschmack, denn trotz zahlreicher Großchancen der Finninnen fielen beide Tore aus abseitsverdächtigen Positionen.
In diesem Mini-Turnier treffen die Frauen des RFCUL nach der Halbfinalniederlage im Spiel um Platz drei auf Sarajevo. Anpfiff ist am Samstag um 13.00 Uhr im Stade Achille Hammerel auf Verlorenkost. Bei einem Sieg wird die europäische Reise dann für die Frauen des RFCUL weitergehen.
Statistik
RFCUL: Burtin – Barbosa, Wojdyla, Rigaud (82. Ruess), Dos Santos – Corplet (79. Ernesti), Santana, Kocan, Michalak (58. Ch. Jorge), Boissou – Esteves
Helsinki: Laihanen – Hillberg, Tivnan, Karvonen, Topra (84. Eranka) – Kiviranta, Lassas, Forsten (84. Heroum) – Kamogawa (76. Holmström), Sarelius (46. Ylätalo), Bethea (58. Suomela)
Schiedsrichterinnen: Laajanen – Larsson (beide SWE), Duric (SVN)
Gelbe Karte: Bethea
Torfolge: 0:1 Topra (42.), 0:2 Kiviranta (80.)
Beste Spielerinnen: Wojdyla, Dos Santos – Topra, Kiviranta
Zuschauer: 300 zahlende
Stimme und Programm
Stimme
Élodie Martins (Trainerin RFCUL): „Natürlich sind wir über das Ergebnis enttäuscht. Wir müssen uns aber nichts vormachen: in der ersten Halbzeit sind wir nicht gut ins Spiel gekommen. Wir haben mit zu viel Druck gespielt, obwohl Fußball letztlich nur ein Spiel ist. Ob es an der mangelnden Erfahrung liegt, weiß ich nicht. Wir haben uns unbewusst selbst unter Druck gesetzt, weil es die zweite Qualifikationsrunde war. Man darf nicht vergessen, dass die zweite Runde anspruchsvoller ist als die erste. Der zweite Spielabschnitt war dann sichtlich besser. Wir haben es nicht verdient, wegen zweier Fehlentscheidungen bestraft zu werden. Wir hatten Schiedsrichterinnen, die nicht in der Lage sind, ein klares Abseits zu erkennen. Wir müssen dieses Spiel jetzt verarbeiten und dann den Fokus wieder auf den Kampf legen, um das Spiel am Samstag zu gewinnen.“
Programm:
2. Runde Frauen-Champions-League-Qualifikation:
Halbfinalspiele:
FK Sarajevo (BIH) - PSV Eindhoven (NL) 2:3 (1:2)
RFCU Luxemburg - HJK Helsinki (FIN) 0:2 (0:1)
Spiel um Platz 3 im Stade Achille Hammerel:
Am 8.8. um 13.00 Uhr: Sarajevo - RFCUL
Finale im Stade Achille Hammerel:
Am 8.8. um 19.00 Uhr: PSV Eindhoven - HJK Helsinki