WM 2026
Ein abgewiesener Schiedsrichter, zwei fehlende Jungstars, drei Olise-Tore
Siegreiche Spanier und ein torhungriger Michael Olise, entzogene Eintrittskarten und ein abgewiesener Schiedsrichter: Die Schlaglichter vor dem WM-Start.
Michael Olise (l.) stellt Kylian Mbappé derzeit in den Schatten AFP
SPANIENS SIEG
Lamine Yamal und Nico Williams genossen die Ruhe vor dem Sturm. Während Spaniens Europameister ihre WM-Generalprobe gegen Peru (3:1) souverän hinter sich brachten, durften die Jungstars noch einmal die Beine hochlegen und reisten erst gar nicht mit ins mexikanische Puebla. Der Titelkandidat hatte in Abwesenheit seiner beiden Hoffnungsträger keinerlei Probleme. Mikel Oyarzabal (2.) und Pedri (32.) sorgten schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse, dazu unterlief dem peruanischen Torhüter Pedro Gallese ein Eigentor (53.). Vier Tage nach dem mauen Remis gegen den Irak (1:1) war auch die spanische Presse besänftigt. Mit „einem guten Gefühl“ starte man nun in die WM, schrieb El País.
OLISES DREIERPACK
Nach der Drei-Tore-Gala von Michael Olise geriet Didier Deschamps ins Schwärmen. „Er hat wirklich Großes geleistet und strotzt vor Selbstvertrauen“, sagte Frankreichs Nationaltrainer über den Bayern-Star: „Wir werden einen Michael Olise auf diesem Niveau brauchen.“ Unabhängig vom überragenden Münchner zeigte sich der WM-Mitfavorit in der Generalprobe gegen Nordirland (3:1) im Gegensatz zur 1:2-Niederlage gegen den deutschen Gruppengegner Elfenbeinküste (Cote d’Ivoire) deutlich verbessert. Die französische Mannschaft ist bereit für ihr WM-Auftaktmatch am Dienstag der kommenden Woche gegen Senegal. Allen voran Olise.
IRANS „WIDERSPRÜCHLICHER“ TICKET-ENTZUG
Erst der Visa-Ärger, nun ein Ticket-Entzug: Die Gängelung der iranischen Mannschaft nimmt kurz vor dem WM-Start offenbar immer größere Ausmaße an. Wie der nationale Fußballverband am Dienstag mitteilte, seien dem Iran von den Vereinigten Staaten die zugeteilten Eintrittskarten für die Gruppenspiele kurzfristig entzogen worden. Somit muss das Team Melli wohl auf die Unterstützung eigener Fans verzichten. Der Verband bezeichnete diesen Schritt als „widersprüchlich zum Geist internationaler Wettbewerbe und zum Grundsatz der Gleichberechtigung der teilnehmenden Länder“. Weder die FIFA noch die US-Veranstalter haben sich bislang öffentlich zu den Vorwürfen des Iran geäußert.
SOMALIAS ABGEWIESENER WM-SCHIEDSRICHTER
Noch nie hat ein Schiedsrichter aus Somalia bei einer WM gepfiffen – und das wird auch erst mal so bleiben. Denn Omar Artan wurde am Flughafen von Miami trotz eines gültigen Visums die Einreise verweigert. „Bedenken bei der Sicherheitsprüfung“, hieß es seitens der US-Grenzbehörde CBP. Details gab es nicht. Und so saß Artan, der beste Referee Afrikas, noch am selben Tag in einem Flugzeug in Richtung Istanbul. Somalia gehört zu jenen Ländern, die auf einer von Präsident Trump eingeführten Einreiseverbotsliste stehen. Auch der Iran hatte die Unterteilung in „genehm“ und „nicht genehm“ zu spüren bekommen: Große Teile der nach Mexiko ausgewichenen Delegation dürfen nicht zu den drei Partien in die USA reisen, auch die Spieler sind dort wohl nur für eine begrenzte Zeit erwünscht.
USBEKISTANS „MERKWÜRDIGE“ STADIONKONTROLLE
Die Männer in blauer Uniform standen schon bereit, als die Mannschaft Usbekistans für ihr Testspiel gegen die Niederlande am Icahn Stadium in New York City eintraf. Videoaufnahmen auf der Plattform X zeigen, wie die Spieler bereits von der Stadionsecurity erwartet und schließlich mit tragbaren Metalldetektoren überprüft wurden. „Sie sagten zu mir, das seien die Regeln, aber am Ende wurden nur wir kontrolliert“, sagte Trainer Fabio Cannavaro. Der frühere Weltfußballer und Weltmeister von 2006 fügte hinzu, dass er die Situation als „merkwürdig“ empfand. Zumal auch noch ein Spürhund die Taschen der Spieler beschnüffelte, nachdem diese vom Stadionpersonal aus dem Gepäckfach des Busses entladen worden waren. Die Kontrollen hatten jedoch keinen Einfluss auf das Spiel. Usbekistan verkaufte sich teuer und unterlag der Elftal von Trainer Ronald Koeman knapp mit 1:2 (0:1).