Radsport

Die letzten Tour-Härtetests: Pogacar startet in der Schweiz, Lipowitz in Slowenien

Am Mittwoch beginnen die letzten Härtetests vor den Landesmeisterschaften (Zeitfahren am 25. Juni, Straßenrennen am 28. Juni) – vor allem aber vor dem Start der Tour de France am 4. Juli in Barcelona. Während Tadej Pogacar bei der Tour de Suisse startet, gehen auch einige Luxemburger bei den am Mittwoch beginnenden Rennen an den Start.

Tadej Pogacar in Topform vor dem Start der Tour de France 2024 am 4. Juli, bereit für das Radrennen

Tadej Pogacar scheint schon vor dem Start der Tour de France am 4. Juli in Topform zu sein Foto: dpa/Jasper Jacobs

Tadej Pogacar lässt die Rundfahrt in seiner slowenischen Heimat aus, er holt sich seinen Feinschliff für die Tour de France lieber in der Schweiz. Gut zwei Wochen vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt gehen Hauptdarsteller wie Pogacar, Florian Lipowitz (Tour de Slovenia) oder Remco Evenepoel (kein Rennen mehr) getrennte Wege. Devise: Bloß nicht in die Karten blicken lassen!

Nur zwei World-Tour-Teams sind bei der Slowenien-Tour (2. Pro), zu deren Rekordgewinnern Pogacar mit zwei Siegen zählt, am Start, eines ist die Lipowitz-Mannschaft Red Bull-Bora-hansgrohe, Pogacars UAE-Team fehlt hingegen gänzlich. Aus luxemburgischer Sicht geht in Slowenien Mats Wenzel mit seinem Team Kern-Pharma an den Start.

Pogacar zeigt im Training schon seine Stärke

Das Aushängeschild in Slowenien ist aber der Deutsche Florian Lipowitz. Nach starken Rundfahr-Leistungen in Katalonien (3.), im Baskenland (2.) und der Romandie (2.) geht es für den Vorjahres-Aufsteiger um die Bestätigung, im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada zielführend gearbeitet zu haben. Dort erhielt Lipowitz einen Vorgeschmack auf die Stärke Pogacars. Denn der Tour-Titelverteidiger übte gleichfalls in Spanien und fuhr dabei der RB-Abordnung um Lipowitz, Neuzugang Remco Evenepoel und Altmeister Primoz Roglic gewaltig um die Ohren.

„Er hat uns mehrmals überholt. Wir waren nicht langsam unterwegs, aber er kletterte wirklich schnell“, sagt Red-Bull-Belgier Maxim Van Gils: „Wir dachten zuerst, Tadej blufft und versteckt sich ein paar Kurven später im Gebüsch, um zu verschnaufen. Aber als wir am Gipfel ankamen, war er schon da. Es ist wohl einfach sein normales Tempo.“

Pogacar, der mit seinem fünften Toursieg zu den Rekordgewinnern aufschließen kann, hatte nach seinem Triumph Ende April bei Liège-Bastogne-Liège pausiert und sehnt nun den geliebten Wettkampf herbei. „Die Tour rückt näher, die Energie kommt zurück“, sagt er.

Bei der Tour de Suisse (2. UWT) kann sich Pogacar vor allem auf der Schlussetappe energievoll austoben: Gleich dreimal geht es dann über den Col de la Croix – ein Härtetest par excellence, dann nicht einmal zwei Wochen vor dem Tour-Auftakt.

Kirsch startet in Belgien

Erst in Barcelona werden sich die Rundfahrt‑„Big 5“ erstmals in diesem Jahr im Renntempo begegnen, bis dahin haben sie konträre Ansätze gewählt. Pogacar fährt jetzt in der Schweiz, Lipowitz in Slowenien, Frankreichs Wunderkind Paul Seixas bestritt in der Vorwoche die schwere Tour Auvergne-Rhône-Alpes (und stürzte dabei schwer), Jonas Vingegaard reist nach furiosem Giro-Sieg ohne weiteren Test zur Tour, auch Lipowitz-Teamkollege Evenepoel verzichtet auf eine Generalprobe.

In der Schweiz wird mit Arthur Kluckers (Tudor) ein Luxemburger starten. Neben den beiden großen Rennen findet in Belgien außerdem ebenfalls ab Mittwoch die Belgien-Rundfahrt (2. Pro) statt. Hier versammeln sich eher die Sprinter wie Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech), Tim Merlier (Soudal Quick-Step) oder Biniam Girmay (NSN). Einziger Luxemburger am Start ist Alex Kirsch (Cofidis).

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