Basketball

Die Tops und Flops der regulären Saison: Spannung, Talente und eine umstrittene Reglung

Am Samstag beginnt mit den Viertelfinalspielen bei den Herren und den Halbfinalduellen bei den Damen die entscheidende Saisonphase in der Enovos League. Maximal drei Spiele stehen für einige Mannschaften somit nur noch auf dem Programm. Was bleibt aus der regulären Saison positiv und was weniger gut in Erinnerung, darauf wirft die Basktball-Crew des Tageblatt einen Blick.

Basketball Playoffs Start am Samstag – Zusammenfassung der Saison-Highlights und Schwächen vom Tageblatt

Am Samstag beginnen die Playoffs im Basketball: das Tageblatt hat Ihnen die Tops und Flops der bisherigen Saison zusammengefasst Foto: Editpress/Gerry Schmit

Tops

Dreier-Spezialisten: In der Sparte der Distanzwürfe konnte kein anderes Team dem Klassenprimus Ettelbrück bisher das Wasser reichen. Im Schnitt erzielt die Etzella mehr als zwölf Dreier pro Spiel, mit einer Trefferquote von über 38 Prozent. Ihre Rekordmarke schraubten „Sticky“ Gutenkauf und Co. bis auf 22 erfolgreiche Treffer in der Partie gegen Steinsel. Wenn jedoch einmal die Versuche von außen ins Stocken kommen, dann geraten die Nordisten ins Wanken, wie Anfang des Jahres als es drei Niederlagen in Folge gab.

Conterner Damen: Ganz im Gegenteil zum Herrenteam des ABC gehört die Mannschaft von Coach Fabienne Fuger zu den positiven Überraschungen der Saison. Nicht weil es den Conterner Damen an Zielen gefehlt hätte, aber alle Ambitionen schienen schon vor Beginn der Meisterschaft, nach den Ausfällen von Bidinger, Mathieu und Bourg, zunichte zu sein. Trotzdem schafften sie, mit dem dritten Rang, das beste Resultat seit Jahren. Großen Anteil an diesem Erfolg gehört der Nationalspielerin Esmeralda Skrijelj, die seit Wochen über sich hinauswächst und mit Spitzenwerten ihr Team vorantreibt.

Spannung: Selten verlief die Meisterschaft bei den Herren so spannend wie in diesem Jahr. Und dies auf verschiedenen Ebenen. Den letzten Platz im Play-off sicherte sich Kordall erst am vorletzten Spieltag. Noch enger ging es an der Tabellenspitze zu. Erst mit Toresschluss veränderte sich die Konstellation im Spitzentrio. Ein Szenario, das sicherlich Spannung für die zweite Phase verspricht.

Youngsters: Eine Reihe junger Talente haben in dieser Spielzeit den Durchbruch geschafft: Edson De Sousa Silva, Ange Konan Oth und Maid Adrovic übernehmen Verantwortung und sind zu wichtigen Stützen ihrer Teams avanciert. Spieler wie Victor Shungu Bonga, Sean Bugeja oder Angelo Caruso sind auf dem Weg dorthin.

Saisonhighlights: Zwei Termine, die sich die Basketballfans wohl jedes Jahr im Kalender fett anstreichen sind die Halbfinal- und Finalspiele des Pokals. Auch in diesem Jahr waren beide Wochenenden ein regelrechtes Basketballfest mit spannenden Spielen, toller Stimmung und interessantem Rahmenprogramm, sodass Gross und Klein auf ihre Kosten kamen.

Kordall Steelers: Der Fusionsverein konnte zwar schon zuvor zweimal in seiner jungen Historie in die höchste Spielklasse aufsteigen, jedoch folgte jeweils der direkte Wiederabstieg. Beim aktuellen Team um den starken Litauer Jonaitis sowie die einheimischen Routiniers Schmit und Kuhlmann waren die Ambitionen dennoch höher, und tatsächlich erreichten die Steelers nicht nur den Klassenerhalt, sondern qualifizierten sich erstmals für die Play-offs.

Vic Heuschling: Nach über einem Jahr Verletzungspause, während der nur das wehmütige Anfeuern seiner Teamkollegen von der Bank ausging, zeigte Vic Heuschling in dieser Saison, wie Comeback geht. Schnell etablierte sich der Felser wieder als feste und wichtige Stütze im Team und hatte seine Glanzmomente im Pokalfinale, als er im dritten Viertel mit erfolgreichen Dreierwürfen aus allen Lagen zum Matchwinner avancierte.

Spartanerinnen: Aller guten Dinge sind drei. Nach zwei erfolglosen Versuchen waren die Sparta-Damen bei dem bisher wichtigsten Spiel dieser Saison im Februar da und beendeten mit dem Pokalsieg eine lange Durststrecke. Nach einem etwas schwierigeren Beginn hat das Team von Trainer Mike Feyder längst seinen Rhythmus gefunden und den Entwicklungsprozess der letzten Jahre damit konsequent weitergeführt.

Flops

Trainerwechsel: Viele Änderungen gab es in den letzten Wochen auf den Trainerstühlen. Bei den Damen waren zwei von sieben Vereinen von Wechsel betroffen, im Herrenbereich mit fünf von zwölf Teams sogar fast die Hälfte der Mannschaften in der Enovos League. Düdelingen zog diese Option sogar bei seinen beiden Teams. In den meisten Fällen blieben jedoch die positiven Veränderungen weitesgehend aus.

Damen von Herren getrennt: Sechs Klubs waren mit einer Damen- und Herrenmannschaft in der Enovos-League vertreten. Genau wie letzte Saison ermöglichte der Kalender – auch mit mehreren FIBA-Fenstern die nicht unbedingt günstig fielen - nur selten, dass Damen und Herren an einem Spieltag zuhause antraten. Bedauerlich, da die Damen von einer größeren Zuschauerkulisse profitieren könnten. Auch die gemeinsame Vereinsatmosphäre würde sicherlich gestärkt werden.

T71 Düdelingen: Mit vielversprechenden Neuzugängen und sehr hohen Ambitionen startete der T71 in die Saison - mindestens ein Titel sollte her. Die aktuelle Bilanz ist eher ernüchternd: im Pokal war schon im Viertelfinale Schluss, die reguläre Saison wurde nur auf Rang sechs beendet, Trainer Ney musste schon in der Vorrunde seinen Stuhl räumen, und die Neuzugänge hoben das Team (noch) nicht auf das gewünschte Level.

AB Contern: Nach mehreren konstanten Jahren im Mittelfeld der Nationale 1 folgte in dieser Saison ein beispielloser Absturz der AB Contern. Das Unheil nahm früh seinen Lauf, als sich Kapitän Mertzig und Rückkehrer Andjelkovic direkt zu Saisonbeginn verletzten, zudem war für Neuzugang Lukic nach elf Spielen schon Schluss. Mit bloß einem Sieg aus 22 Spielen hat der ABC nur noch minimale theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

Non-Pro-Reglung: Im zweiten Jahr der Non-Pro-Reglung zeigt sich eine weitere Verkürzung der Spielminuten der einheimischen Spieler, die theoretisch nur noch aufaddiert auf 40 Minuten Einsatzzeit kommen. Während einige Mannschaften die Regelung wie ursprünglich angedacht für den Einsatz längst ansässiger ausländischen Spieler nutzen, droht bei anderen Vereinen die Identifikation mit dem Team verloren zu gehen.

Zusammensetzung: Eine Aufstockung der ersten Liga der Herren war während der Corona-Pandemie sicherlich der richtige Schritt. Inzwischen wirkt die höchste Liga mit zwölf Mannschaften jedoch zu aufgebläht. Viele Vereine bestreiten ihre Saison dann auch nur noch mit einem Minimal-Kader. Kein Wunder bei der begrenzten Anzahl an verfügbaren Spielern. Bei den Damen gibt es ein anderes Problem, denn mit nur noch sieben Mannschaften in der Enovos League, in der es auch keinen Absteiger gibt, riskiert die Meisterschaft immer weiter an Interesse zu verlieren.

Im Überblick

Enovos League Herren:
Play-off-Viertelfinale („best of three“):
1. Spiel, am Samstag:
19.00: Steinsel – Esch
20.00: Fels – Düdelingen
20.30: Bartringen – Walferdingen
Am Sonntag:
17.30: Ettelbrück – Kordall

2. Spiel, Mittwoch, 15. April:
20.00: Steinsel – Esch
20.00: Fels – Düdelingen
20.00: Bartringen – Walferdingen
20.00: Ettelbrück – Kordall

3. Spiel (falls nötig):
Samstag, 18. April:
19.00: Steinsel – Esch
20.00: Fels – Düdelingen
20.30: Bartringen – Walferdingen
Sonntag, 19. April:
17.30: Ettelbrück – Kordall

Enovos League Damen:
Play-off-Halbfinale („best of three“):
1. Spiel, am Samstag:
17.30: Düdelingen – Esch
18.30: Bartringen – Contern

2. Spiel, Samstag, 18. April:
18.30: Contern – Bartringen
Sonntag, 19. April:
15.00: Esch - Düdelingen

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