Radsport

Die Jagd nach dem ersten Ausrufezeichen beginnt ab Sonntag mit Paris-Nice – Alex Kirsch am Start

Paris–Nice markiert traditionell den ersten großen Härtetest der Straßensaison im Radsport – und gilt zugleich als früher Fingerzeig darauf, welche Rundfahrt-Spezialisten später bei der Tour de France um den Gesamtsieg kämpfen könnten. Einziger Luxemburger am Start ist Alex Kirsch vom Team Cofidis.

Juan Ayuso und Joao Almeida im direkten Duell bei Paris-Nice Radrennen 2024

Juan Ayuso (links) und João Almeida (rechts) werden bei Paris-Nice aufeinandertreffen Foto: AFP/João Matos

Die Rundfahrt wird häufig als klassische Fernfahrt bezeichnet, denn ihrem ursprünglichen Konzept folgend, verbindet sie seit jeher das Zentrum Frankreichs mit der Mittelmeerküste. Anfang März startet das Rennen meist im noch winterlich grauen Norden des Landes und führt hinunter ans oft schon frühlingshafte Mittelmeer. Diese symbolische Reise vom Winter in den Frühling brachte dem Rennen seinen poetischen Beinamen ein: das „Rennen zur Sonne“.

Erstmals ausgetragen wurde Paris–Nice im Jahr 1933. Heute gehört die Rundfahrt zum Portfolio des Veranstalters Amaury Sport Organisation (ASO), der auch die Tour de France organisiert. Zu den Favoriten auf den diesjährigen Gesamtsieg zählt João Almeida vom Team UAE Team Emirates. Der Portugiese gewann im vergangenen Jahr unter anderem die Baskenland-Rundfahrt, die Tour de Suisse sowie die Tour de Romandie und belegte bei der Vuelta a España Rang zwei. Ebenfalls im Fokus steht Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). Der Vuelta-Sieger und Tour-Zweite des Vorjahres wird seine Saison bei Paris-Nice beginnen.

Ayuso und Onley wollen die ganz Großen ärgern

Weitere Anwärter auf vordere Plätze im Gesamtklassement sind Juan Ayuso und Oscar Onley. Der Spanier vom Team Lidl–Trek gewann im vergangenen Jahr das Tirreno–Adriatico und unterstrich erst vor wenigen Tagen mit seinem Erfolg bei der Volta ao Algarve seine ausgezeichnete Form. Mit Spannung wird zudem erwartet, wie sich Oscar Onley vom Team Ineos Grenadiers bei seiner Premiere in diesem traditionsreichen Rennen schlagen wird – der Brite hatte bei der vergangenen Tour de France bereits mit einem vierten Gesamtrang aufhorchen lassen.

Der Deutsche Florian Lipowitz, im Vorjahr Dritter der Tour de France, wird hingegen diesmal nicht an den Start gehen. Bei der „Fahrt zur Sonne“ setzte er im vergangenen Jahr mit Rang zwei im Gesamtklassement ein starkes Ausrufezeichen auf dem Weg zur Tour. In dieser Saison steigt er jedoch erst bei der Katalonien-Rundfahrt Ende März wieder in den Rennbetrieb ein.

Ein Blick auf die prominenten Sieger der vergangenen Jahre und das hochkarätige Teilnehmerfeld zeigt: Traditionell dient Paris–Nice als Bühne, auf der sich die Rundfahrt-Spezialisten erstmals ernsthaft miteinander messen. Wer im Sommer bei der Tour de France um Etappensiege oder gar den Gesamtsieg kämpfen will, setzt hier häufig das erste Ausrufezeichen. Entsprechend anspruchsvoll ist das Streckenprofil gestaltet.

Kirsch für Fretin

Auch die diesjährige Ausgabe folgt diesem Muster. So steht auf der dritten Etappe ein Teamzeitfahren über 23,5 Kilometer auf leicht welligem Terrain in der Region Bourgogne-Franche-Comté auf dem Programm. Die siebte Etappe über 138 Kilometer beginnt in Nizza auf Meereshöhe und führt ab etwa der Streckenhälfte nahezu ununterbrochen bergauf bis zum Zielort Auron auf rund 1.600 Metern Höhe in den Seealpen.

Das Finale bildet schließlich eine anspruchsvolle achte Etappe, auf der mit dem Col de la Porte, der Côte de Châteauneuf-Villevieille und der Côte du Linguador gleich drei Anstiege der ersten Kategorie zu bewältigen sind. Zwar überschreitet nur der Col de la Porte knapp die Marke von 1.000 Metern Höhe, doch Länge und Steigung dieser Berge versprechen dennoch ein selektives und spannendes Finale der „Course au Soleil“.

Die luxemburgischen Farben wird in diesem Jahr nur Alex Kirsch vertreten. Der Cofidis-Profi wird die wenigen Chancen nutzen müssen, seinen Sprinter Milan Fretin in eine gute Ausgangsposition zu bringen, um dann um den Sieg mitfahren zu können.

Die Etappen

1. Etappe: 8. März, Achères – Carrières-sous-Poissy (170,9 km)

2. Etappe: 9. März, Epône – Montargis, 187 km

3. Etappe: 10. März, Cosne-Cours-sur-Loire – Pouilly-sur-Loire (Teamzeitfahren über 23,5 km)

4. Etappe: 11. März, Bourges – Uchon (195 km)

5. Etappe: 12. März, Cormoranche-sur-Saône – Colombier-le-Vieux (206,3 km)

6. Etappe: 13. März, Barbentane – Apt (179,3 km)

7. Etappe: 14. März, Nice – Auron (138,7 km)

8. Etappe: 15. März, Nice – Nice (129,2 km)

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