Basketball
Die Assist-Königin und ein unschlagbares Profi-Duo: Diese Damen haben die Saison 2025/26 geprägt
Eine Saison mit nur sieben Mannschaften im Oberhaus ist zu Ende. Wenig überraschend holte sich der T71 Düdelingen den Meistertitel, während die Sparta mit dem Pokalsieg eine lange Durststrecke beenden konnte. Nachfolgend wirft das Tageblatt einen Blick auf die Damen, die die Saison 2025/26 geprägt haben.
Stets mit voller Leidenschaft: Esmeralda Skrijelj war in dieser Saison auf dem Spielfeld überall zu finden Foto: Editpress/Gerry Schmit
JICL-Spielerin
Esmeralda Skrijelj: Sie war irgendwie überall auf dem Spielfeld zu finden. In einer Saison, die für Contern von vielen Ausfällen geprägt war, war es Esmeralda Skrijelj, die erneut über sich hinauswuchs und nicht nur mit ihren unglaublichen Statistiken beeindruckte. „Double-Doubles“ gehörten für die Nationalspielerin beinahe schon zum Alltag – doch damit nicht genug. In regelmäßigen Abständen gelang ihr sogar das für luxemburgische Spielerinnen eher seltene Kunststück eines „Triple-Doubles“. Ein erstes Mal etwa im November gegen Steinsel, als am Ende 18 Punkte, 12 Rebounds und 14 (!) Assists auf ihrem persönlichen Konto standen.
Vor allem ihre Zuckerpässe waren in dieser Saison bei den Gegnerinnen gefürchtet. Ihr Schnitt von 8,5 Assists pro Partie war schließlich der Bestwert der gesamten Enovos League. Dabei musste sich auch die Nationalspielerin nach den vielen Ausfällen anpassen und fand sich plötzlich in einer neuen Rolle wieder. So trug die 30-Jährige ihr Team nicht nur auf dem Papier als Kapitänin, sondern war mit ihren Leaderqualitäten auf und neben dem Platz der entscheidende Faktor dafür, dass Contern in diesem Jahr das Finale erreichte.
Svenia Nürenberg: Sie ist die Konstante im Team des T71 Düdelingen, auch wenn sie nie so sehr im Vordergrund steht wie andere Spielerinnen. Doch insbesondere ihre defensiven Qualitäten sind aus der Enovos League kaum mehr wegzudenken – ein wichtiger Grund dafür, dass die 25-Jährige auch im Nationalteam ihren Platz in der Starting Five innehat.
Aber auch offensiv gelangen der ehemaligen College-Spielerin immer wieder wichtige Treffer, die am Ende den Unterschied machten. In ihrer zweiten Saison zurück in Düdelingen ist Svenia Nürenberg endgültig wieder angekommen und hat ihre Rolle innerhalb der Mannschaft gefunden. So wundert es auch nicht, dass die Nationalspielerin auf dem Spielfeld immer häufiger die Initiative ergreift. Ihr erster Titel im luxemburgischen Damenbasketball ist nicht nur längst überfällig, sondern auch mehr als verdient.
Profi-Spielerin
Shalonda Winton: Erfahrung gepaart mit einem Zug zum Korb, der in der luxemburgischen Liga noch immer seinesgleichen sucht: Auch mit 34 Jahren schafft es die US-Amerikanerin weiterhin, dem Spiel des T71 Düdelingen eine entscheidende Dynamik zu verleihen und dabei ihre Teamkolleginnen perfekt in Szene zu setzen. Es war Winton, die in dieser Saison zahlreiche Spiele zugunsten ihrer Mannschaft drehte und letztlich oft für die Entscheidung sorgte. Neben Center-Spielerin Van Kleunen erwies sie sich damit einmal mehr als die perfekte Profi-Spielerin für den T71.
Lauren Van Kleunen: Nicht nur mit ihrer Größe überzeugt die Düdelinger Profi-Spielerin, sondern vor allem auch mit ihrem Wurf. Egal ob aus der Distanz oder unter den Brettern – die US-Amerikanerin ist für ihr treffsicheres Händchen bekannt und kam in dieser Saison auf eine Trefferquote von 53 Prozent.
Mit durchschnittlich 22,1 Punkten pro Partie erzielte sie zudem den zweitbesten Wert der gesamten Liga. Doch auch beim Rebounding war die 28-Jährige eine tragende Säule ihrer Mannschaft und damit eine der Hauptgarantinnen für die beinahe perfekte Meisterschaftssaison des T71.

Ihre Antritte sind gefürchtet: Shalonda Winton hat einen Zug zum Korb, der seinesgleichen sucht Foto: Editpress/Fernand Konnen
Trainer
Fabienne Fuger: Während Tom Schumacher das Meisterteam erst spät übernahm und seine Handschrift daher noch nicht vollständig sichtbar wurde – auch wenn die Nachwuchsspielerinnen mehr Einsatzzeit erhielten –, hat Fabienne Fuger der Enovos League in dieser Saison ihren Stempel aufgedrückt. Die Conterner Trainerin führte ihr Team nämlich quasi aus dem Nichts ins Meisterschaftsfinale. Dabei waren die Sorgenfalten zu Beginn der Saison groß, denn die Belgierin musste mit Lou Mathieu, Charlie Bidinger und Nadine Bourg gleich auf drei wichtige Spielerinnen verzichten.
Doch was in Contern die gesamte Saison über stimmte, waren der Zusammenhalt und die Chemie innerhalb der Mannschaft – etwas, zu dem auch die Trainerin ihren entscheidenden Beitrag leistete. Konsequent wurde jeder Gegner analysiert und das Team trotz kleiner Rotation taktisch ideal eingestellt. Genau so gewann Contern schließlich das entscheidende Halbfinale in Bartringen und sorgte für den großen Überraschungscoup.
Entdeckungen
Marie Stoffel: Es war längst nicht die erste Saison von Marie Stoffel in der Enovos League, doch so richtig auf der Rechnung hatten wohl die wenigsten die neue Amicale-Kapitänin. Eine Rolle, die die 22-Jährige sichtlich gepusht hat. Spielzeit von oftmals mehr als 30 Minuten, Punkte im zweistelligen Bereich und auch im Rebound zeigte die Steinselerin, was sie kann. Ihr Durchbruch war die Saison 2025/26 allemal.
KJ Missavage: Sie steht für die junge, aufstrebende Generation, die in dieser Saison bei der Amicale Steinsel zum Einsatz kam. Die 18-Jährige, die erstmals in der höchsten Liga auflief, kam auf Anhieb auf mehr als 20 Minuten Einsatzzeit pro Partie, zeigte immer wieder ihre Wurfstärke und gehörte nicht selten zu den Topscorerinnen ihrer Mannschaft. Als Belohnung gab es schließlich auch eine Nominierung für die Nationalmannschaft.
Claire Lavandier: Durch das Verletzungspech in Contern erhielt die 25-Jährige ihre Chance – und zahlte das Vertrauen eindrucksvoll zurück. Defensiv erledigte Lavandier zuverlässig wichtige Arbeit und war auch in den entscheidenden Spielen offensiv präsent.

Die Steinselerin KJ Missavage schaffte den Sprung ins Nationalteam Foto: Editpress/Gerry Schmit
Comeback
Catherine Mreches: Gleich zweimal feierte Catherine Mreches in der abgelaufenen Saison ihr Comeback. Zunächst im Oktober, als sie nach fast zwei Jahren endlich wieder aktiv ins Spielgeschehen eingreifen konnte. Direkt zeigte die 26-Jährige ihre gewohnten Stärken und präsentierte sich schnell wieder in bemerkenswerter Form. Der nächste Rückschlag folgte dann im Pokalfinale, als sie sich das Handgelenk brach. Doch bereits im Halbfinale gegen Esch feierte Mreches ihr nächstes Comeback und bewies erneut, warum sie noch immer zu den besten Spielerinnen der Liga gehört.
Bridget Yoerger: Sie ist die Comeback-Queen der Liga und belohnte ihre Rückkehr mit dem Pokalsieg und damit ihrem langersehnten ersten Titel im luxemburgischen Basketball. Dabei zeigte Bridget Yoerger, dass ihr auch mit 39 Jahren unter den Brettern kaum jemand etwas vormachen kann.
Routinier
Ani Petrova: Nach dem Finale gegen den T71 verabschiedete sich die Dreier-Königin aus der Enovos League. Dabei spielte die 44-Jährige noch einmal eine beeindruckend starke Saison und dürfte Contern in der kommenden Spielzeit definitiv fehlen. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz, ihrer Energie und ihrer stets positiven Einstellung war Petrova auch in dieser Saison ein absolutes Vorbild. Zudem zeigte sie, dass sie neben ihren Würfen auch in der Defensive wertvolle Arbeit leisten kann.

Comeback-Queen Bridget Yoerger gewann ihren ersten Titel in Luxemburg Foto: Editpress/Gerry Schmit
Enttäuschung
Sangliers Wiltz: Mit der Verpflichtung von Lisy und Tessy Hetting waren die Ambitionen vor der Saison im Norden des Landes riesig. Doch irgendwie war von Anfang an der Wurm drin. Trainer Ansion verließ das Team früh, genauso wie Non-Pro Bacconnier, die er mitgebracht hatte. Auch ein Präsident fehlte plötzlich in Wiltz, womit der Hetting-Clan auf einmal wieder in allen Bereichen einspringen musste. Bei den Sangliers war man somit schnell auf Schadensbegrenzung aus und Siege wurden rar. Sicherlich nicht das, was man sich im Vorfeld erwartet hatte.
Frage
Es ist die Frage, die sich jedes Jahr wieder auf ein Neues stellt. Wie wird es in der Damenliga weitergehen, wie viele Vereine werden in der nächsten Saison erstklassig sein? Bekanntlich spielten einige Mannschaften bereits jetzt mit einem kleinen Kader. Interessant wird es somit auch sein, wie sich die neue Non-JICL-Regelung nun darauf auswirken wird. Einige Spielerinnen, wie etwa die ehemalige Nationalspielerin Mandy Geniets, haben ihr Karriereende schon verkündet, weitere dürften folgen. Wenigstens scheint es vom Gréngwald Interesse zu geben, mit seinem jungen Team in die erste Liga zurückzukehren. Sportlich hat Hostert den Aufstieg im Zweitliga-Play-off gegen Schieren jedenfalls gesichert.