Formel 1

„Der Kampf geht weiter“: Norris gewinnt erneut – Horror-Heimspiel für Verstappen

Weltmeister Lando Norris setzt mit dem zweiten Sieg in Folge seine Aufholjagd fort. Lokalmatador Max Verstappen fliegt früh in die Mauer.

Die Aufholjagd von Weltmeister Lando Norris geht weiter

Die Aufholjagd von Weltmeister Lando Norris geht weiter Foto: AFP/Sem van der Wal

Lando Norris winkte nach seiner nächsten Ansage im Titelrennen glücklich der „Orange Army“ in Zandvoort zu und klatschte mit dem wieder einmal geschlagenen Kimi Antonelli ab. „Wunderschön!“, jubelte der Weltmeister, nachdem er beim Großen Preis der Niederlande seinen zweiten Sieg nacheinander gefeiert hatte: „Der Kampf geht weiter.“ Während der McLaren-Pilot vor den Silberpfeilen von Spitzenreiter Antonelli und George Russell triumphierte und zum Start in die zweite Saisonhälfte seine Aufholjagd fortsetzte, erlebte Lokalmatador Max Verstappen beim Abschied aus Zandvoort ein Horror-Heimspiel.

Heftiger Einschlag

Der gesundheitlich angeschlagene Fanliebling verlor bereits am Ende der ersten Runde in der berüchtigten Steilkurve die Kontrolle über seinen Red Bull und krachte mit vollem Tempo in die Streckenbegrenzung. „Es war ein heftiger Einschlag, aber alles okay“, sagte Verstappen: „Es ist natürlich schade.“ Es war der vorläufige Tiefpunkt in einem Jahr, in dem der so erfolgsverwöhnte viermalige Weltmeister aus sportlicher Sicht weiter kein Land sieht. „Das ganze Wochenende waren wir zu langsam.“

Viel besser läuft es für Norris. „Zwei Siege in Folge, das ist gerade eine gute Zeit“, sagte er, „aber wir müssen einen kühlen Kopf bewahren und direkt wieder nach vorn schauen.“ Noch liegt er zwar 83 Punkte hinter Antonelli, doch das Papaya-Team ist mittlerweile auf Augenhöhe mit den Silberpfeilen. „Wir müssen als Team einiges finden, McLaren hat gute Schritte gemacht“, sagte auch Antonelli, der sich zwei Tage vor seinem 20. Geburtstag kein verfrühtes Geschenk machen konnte.

Die ersten Verfolger des Italieners vor dem Rennen in Monza Anfang September sind nun Russell und Ferrari-Pilot Lewis Hamilton, der Vierter wurde. Beide haben 59 Zähler Rückstand.

Noch 83 Punkte Rückstand

Die niederländischen Fans hatten voller Vorfreude dem letzten Grand Prix in Zandvoort entgegengeblickt – und wünschten sich von ihrem Helden noch einmal eine große Show. „Döp döp dödöp, Max Verstappen“, skandierten die euphorisierten Anhänger quasi in Dauerschleife. Die Unterstützung sei „immer sehr, sehr besonders“, sagte Verstappen, der nur von Platz sieben startete: „Wir werden versuchen, heute noch eine weitere Erinnerung hinzuzufügen.“

Nachdem beim Sprint und der Qualifikation der Regen erst in der Schlussphase vom Himmel gefallen war, meldete er sich nun gut 45 Minuten vor Rennbeginn an. „Mit den Streckenbedingungen ist es ein bisschen eine Lotterie“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff bei Sky. Doch weil der Regen schnell nachließ, starteten alle auf Trockenreifen.

Während Norris Platz eins verteidigte und Antonelli an Russell vorbeizog, stieg Verstappen wenig später aus seinem völlig zerstörten Red Bull aus – und Hunderttausende Herzen in Zandvoort brachen auseinander. „Mir geht es gut. Scheiße, sorry“, funkte Verstappen. Um die Strecke zu säubern und das Auto zu bergen, wurde das Rennen für gut 30 Minuten mit der Roten Flagge unterbrochen.

Lando Norris war am Sonntag nicht zu stoppen

Lando Norris war am Sonntag nicht zu stoppen Foto: AFP/Simon Wohlfahrt

Rennunterbrechung

Beim Restart drückte sich Antonelli innen an Norris vorbei und übernahm Platz eins. Der Italiener, der auf den Mediums unterwegs war, drückte auf das Tempo, nur Norris konnte mit seinen Softs einigermaßen den Anschluss halten. Weiter hinten holte sich Russell in Runde 19 dank eines langsamen Stopps von Oscar Piastri Rang drei zurück. Drei Runden später wechselten dann auch Antonelli und Norris auf die harten Reifen.

Norris war dran, biss sich zunächst aber am Führenden die Zähne aus. Um einen Undercut zu vermeiden, ging Antonelli in der 41. Runde wieder an die Box, Norris reagierte erst sieben Runden später. Der Brite flog nun an den Silberpfeil heran – und zog vorbei. Antonelli wechselte unter dem virtuellen Safety-Car noch einmal auf Soft und lag somit hinter Russell. Doch der Brite ließ den Teenager vorbei.

Beim Heimspiel gab es für Max Verstappen kein Happy End

Beim Heimspiel gab es für Max Verstappen kein Happy End Foto: AFP/John Thys

Im Überblick

Großer Preis der Niederlande, 12. von 22 Läufen zur Formel-1-WM 2026, 72 Runden = 306,587 km: 1. Lando Norris (Großbritannien), McLaren, 2:04:44,859 h, 2. Kimi Antonelli (Italien), Mercedes, 11,536 Sek. zurück, 3. George Russell (Großbritannien), Mercedes, 15,906 Sek. zurück, 4. Lewis Hamilton (Großbritannien) Ferrari, 16,755 Sek. zurück, 5. Charles Leclerc (Monaco), Ferrari, 17,258 Sek. zurück, 6. Oscar Piastri (Australien), McLaren, 32,332 Sek. zurück, 7. Liam Lawson (Neuseeland), Racing Bulls, 1:19,915 Min. zurück, 8. Nico Hülkenberg (Deutschland), Audi, 1 Runde zurück, 9. Fernando Alonso (Spanien), Aston Martin, 1 Runde zurück, 10. Pierre Gasly (Frankreich), Alpine, 1 Runde zurück, 11. Yuki Tsunoda (Japan), Red Bull, 1 Runde zurück, 12. Arvid Lindblad (Großbritannien), Racing Bulls, 1 Runde zurück, 13. Gabriel Bortoleto (Brasilien), Audi, 1 Runde zurück, 14. Franco Colapinto (Argentinien), Alpine, 2 Runden zurück, 15. Sergio Pérez (Mexiko), Cadillac, 2 Runden zurück, 16. Carlos Sainz (Spanien), Williams, 2 Runden zurück

Ausgeschieden: Max Verstappen (Niederlande), Red Bull (1. Runde/Unfall), Oliver Bearman (Großbritannien), Haas (3. Runde/Defekt), Lance Stroll (Kanada), Aston Martin (46. Runde/Defekt), Valtteri Bottas (Finnland), Cadillac (63. Runde/Defekt), Alexander Albon (Thailand), Williams (69. Runde/Unfall)

Schnellste Runde: Charles Leclerc 1:14,230 (60. Runde)

Fahrerwertung nach dem 12. Lauf: 1. Antonelli 242, 2. Russell 183, 3. Hamilton 183, 4. Norris 159, 5. Leclerc 155, 6. Verstappen 112, 7. Piastri 104, 8. Hadjar 68, 9. Lawson 49, 10. Gasly 44, 11. Lindblad 23, 12. Colapinto 19, 13. Bearman 18, 14. Bortoleto 10, 15. Hülkenberg 6, 16. Sainz 6, 17. Albon 5, 18. Ocon 3, 19. Alonso 3

Teamwertung: 1. Mercedes 425, 2. Ferrari 338, 3. McLaren-Mercedes 263, 4. Red Bull 186, 5. Racing Bulls-Red Bull 66, 6. Alpine-Mercedes 63, 7. Haas-Ferrari 21, 8. Audi 16, 9. Williams-Mercedes 11, 10. Aston Martin‑Honda 3

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