Judo
Luxemburger Nick Kunnert wird Vize-Europameister – und kann die Tränen nicht verhindern
Ohne große Anhaltspunkte reiste Judoka und Gefängniswart Nick Kunnert am Samstag nach Birmingham. Bei der Premiere der Europameisterschaften der uniformierten Dienste sprang für Luxemburg gleich eine Silbermedaille auf kontinentalem Niveau heraus. Nach vielen Wochen der Vorbereitung und Anspannung brachen am Ende alle Dämme.
Nick Kunnert versicherte bereits, dass das Schmuckstück einen Ehrenplatz erhalten wird Foto: privat
Nick Kunnert gehört zu den Luxemburger Sportlern, die sich ihren Alltag perfekt einteilen müssen, damit für Training und Erholung ausreichend Zeit übrig bleibt. Bei dem 28-jährigen Judoka, dessen Bronzemedaille von den JPEE auf Malta zu den Höhepunkten der Karriere gehörte, ist der Beruf als Gefängniswärter die finanzielle Einnahmequelle – also auch die logische Priorität im Leben. Dass es nun ausgerechnet aber der Job war, der ihm den Weg zu europäischem Edelmetall ebnete, war dementsprechend unerhofft und unerwartet: Die EM der uniformierten Dienste fand 2026 zum allerersten Mal statt.
In Birmingham waren in der Schwergewichtsklasse +100 Kilogramm fünf Teilnehmer gemeldet: zwei Briten, ein Niederländer, ein Österreicher und der Luxemburger. Großer Favorit auf den Titel war Movli Borchashvilli (AUT), Nummer 42 der Welt und regelmäßiger Teilnehmer auf der Grand-Slam-Tournee. „Ich kenne ihn schon länger“, berichtete Kunnert. Und an der Dominanz des früheren Nachtportiers gab es auch in Birmingham nichts zu rütteln. Es war der einzige der vier Kämpfe, den Kunnert am Sonntagmorgen nicht gewinnen konnte: „Ich bin glücklich“, freute sich der Luxemburger, der beide Briten und den Niederländer schlagen konnte.