Fußball

Tränen beim letzten Tango: Messi sagt Argentinien „Adiós“

Lionel Messi nimmt mit großen Emotionen Abschied von der Nationalmannschaft, Argentinien verneigt sich vor seinem Fußballgott.

Lionel Messi spielte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (MESZ) ein letztes Mal für Argentinien

Lionel Messi spielte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (MESZ) ein letztes Mal für Argentinien Foto: AFP/Luis Rubayo

Lionel Messi weinte. Immer wieder rieb sich der Fußball-Gott die Tränen aus den Augen. Als der letzte Tango getanzt, der Vorhang endgültig gefallen war, nahm Argentiniens Volksheld seine Söhne Thiago, Mateo und Ciro in den Arm, gab Ehefrau Antonela einen Kuss – und dann verließ Messi seine große Bühne. Langsam schritt er durch das Ehrenspalier seiner Weggefährten Richtung Ausgang, er winkte noch einmal der Welt zu, ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Dann trat Messi ab. Für immer.

„Es war für mich eine große Ehre, dieses Trikot mehr als 20 Jahre lang zu tragen“, sagte Messi nach seinem 208. und letzten Länderspiel in Buenos Aires: „Jetzt bin ich hier am traurigsten Tag meiner Karriere, nämlich an dem Tag, an dem ich mich von der Nationalmannschaft verabschieden muss, von euch allen.“

85.000 Fans waren ins „El Monumental“ gekommen, um ihren Liebling noch ein letztes Mal für Argentinien spielen zu sehen – es wurde ein unvergesslicher Abend. Anhänger hielten Bilder von ihrem Idol und der Aufschrift „Die Freude meines Lebens“ in die Höhe, schon vor dem Anpfiff wurde ein riesiges himmelblaues Trikot mit der Nummer „10“ über den Rasen gespannt, in goldenen Buchstaben stand „Gracias“ darauf. Und in der 10. Spielminute wurde die Partie unterbrochen, um dem Fußballgott mit der Nummer „10“ zu huldigen. „Messi! Messi! Messi“, rief das Stadion. Dazu gab es Feuerwerk.

„Traurigster Tag meiner Karriere“

Es sei der „traurigste Tag in meiner Karriere“, sagte Messi, der Argentinien 2022 in Katar 36 Jahre nach Diego Maradona wieder auf den WM-Thron geführt hatte: „Nicht mehr hierherzukommen, wird sehr schmerzhaft sein. Ich schwöre, ich würde gerne mein ganzes Leben lang spielen, denn für die argentinische Nationalmannschaft zu spielen, ist das Schönste, was einem passieren kann.“ Dennoch habe der 39-Jährige nun „das Gefühl, dass jetzt der richtige Moment ist“.

Und so erinnerten sich die Argentinier noch einmal voller Wehmut an all die großen Momente des Glücks mit ihrem Idol, an all die Tore, die herrlichen Dribblings, den WM-Titel von Doha, die zwei Copa-América-Triumphe. „Er ist einzigartig“, sagte Nationaltrainer Lionel Scaloni. Und während sein alter Rivale Cristiano Ronaldo schwieg, würdigte Brasiliens Superstar Neymar Messi bei X: „Nicht nur Argentinien dankt dir, die ganze Welt dankt dir für alles, was du für den Fußball getan hast. Danke, dass du mich den Fußball noch mehr lieben ließest“.

2005 hatte „La Pulga“ (der Floh) sein Debüt für die Albiceleste gefeiert, nun trat Messi als Rekordnationalspieler und Rekordtorschütze ab. Und natürlich traf er auch noch einmal beim 3:0 (0:0) gegen Benin. Als Argentinien in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter bekam, übernahm der Meister selbstverständlich selbst – und verwandelte (71.). Messis 126. und letzter Treffer für die Nationalmannschaft löste eine gewaltige Jubelwelle aus, zudem bereitete die Legende die ersten beiden Treffer durch Nicolas Otamendi (48.) und Nico Paz (61.) vor.

Ein Freistoß aus rund 20 Metern war Messis allerletzte Aktion im Trikot von Argentinien, der Ball ging über das Tor, der Schiedsrichter pfiff ab. „Die größte Geschichte, die jemals erzählt wurde, ist zu Ende“, schrieb As, nachdem Messi der Nationalmannschaft endgültig „Adiós“ gesagt hat.

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