Radsport
Den Profibereich weiterhin im Visier: Arno Wallenborn will noch mal angreifen
Arno Wallenborn hat im vergangenen Jahr den Sprung in den Profibereich verpasst. Doch ans Aufgeben denkt der 22-Jährige nicht. Im Gegenteil: Beim Kontinental-Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur will er einen neuen Anlauf wagen und sich erneut für höhere Aufgaben empfehlen. Dass er bei den Profis nicht nur mitfahren, sondern auch Resultate einfahren kann, zeigte er im letzten Jahr.
Arno Wallenborn zeigte im letzten Jahr bei der Tour de Luxembourg, dass er auch im Profibereich Resultate herausfahren kann Foto: Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur
Am Ende des vergangenen Jahres gehörte auch Arno Wallenborn zu den Radsportlern, die den Umbrüchen im Profipeloton zum Opfer fielen. Die Auflösung von Arkéa B&B Hotels sowie die Fusion von Lotto und Intermarché bedeuteten 60 WorldTour-Plätze weniger. Das verschärfte die Situation nicht nur in der obersten Liga des Radsports, sondern auch für junge Fahrer, die den Sprung in den Profibereich schaffen wollten.
„An sich hatte ich ein gutes Jahr“, blickt Wallenborn zurück. „Aber es war halt kein gutes Jahr, um sein letztes Vertragsjahr zu haben.“ Beim Development-Team von Tudor sammelte er in der vergangenen Saison wertvolle Einsätze im Profibereich. Unter anderem durfte er an der Seite von Julian Alaphilippe Rennluft schnuppern. „Ich habe mich bei den Profirennen nicht fremd gefühlt und hatte keine Schwierigkeiten, ein Teil des Rennens zu sein.“
Starke Form kommt zu spät
Wie konkurrenzfähig er bereits ist, zeigte er bei der Tour de Luxembourg, einem Rennen immerhin auf ProSeries-Niveau. Nach fünf Etappen belegte Wallenborn im September Rang 16 in der Gesamtwertung. „Das war eins meiner besten Rennen der Saison. Aber ich glaube, dass es zu spät in der Saison war, um noch ein Angebot eines Profi-Teams zu bekommen.“ Anfang Oktober fuhr er zudem bei der U23-Europameisterschaft in Frankreich auf Platz 13. „Ich bin in der Nacht vor dem Rennen krank geworden. Am Ende fragt man sich, wie es hätte laufen können, wenn ich in bester Verfassung gewesen wäre.“
Letztendlich klappte es zwar nicht mit einem Profivertrag, einen neuen Anlauf will er aber nun beim Kontinental-Team Lotto Kern-Haus PSD Bank versuchen. Bei dem Team aus Koblenz fahren auch seine Landsleute Alexandre Kess und Mil Morang unter Vertrag. „Ich kenne das Team, wir hatten schon vor meiner Zeit bei Tudor Kontakt. Sie haben aktiv das Gespräch zu mir gesucht, als sie hörten, dass ich nicht bei Tudor bleibe und den Aufstieg nicht schaffe. Für mich war es wichtig, ein Team zu finden, das von den Strukturen her stabil ist. Ich hatte auch andere Angebote, aber die waren mir zu risikoreich.“
Ziel klar definiert
Seine ersten beiden Renntage im neuen Dress hat der 22-Jährige bereits absolviert. In Griechenland wurde er 68. beim Visit South Aegean GP (1.1) und einen Tag später 129. beim Region on Dodecanese GP (1.1). „Es war klar, dass ich nicht um gute Resultate mitfahre, ich war im Februar krank. Ich wollte die Renntage mitnehmen und für das Team fahren. Wir müssen uns als Gruppe noch finden.“ Insgesamt verbringt das Team zwei Wochen in Griechenland; am Samstag steht erneut der Rhodes GP an, ab kommender Woche folgt die Tour of Rhodes.
Wallenborn will die Saison nutzen, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. „Das ist mein Anreiz, warum ich noch Rad fahre. Ich will mich beweisen und den Sprung schaffen. Ich habe mich in der Vergangenheit als Gesamtklassement-Fahrer bewiesen. Sie können davon als Team profitieren, denn das ist eine Sparte, in der sie in letzter Zeit nicht so ihre Stärken zeigen konnten.“
Blick auf die Tageblatt-Flèche du Sud
Zu den sportlichen Höhepunkten zählen für ihn in diesem Jahr die Flèche du Sud, die Deutschland-Tour sowie erneut die Tour de Luxembourg – vorausgesetzt, sein Team erhält die entsprechenden Einladungen. „Das sind große Rennen, bei denen ich mich präsentieren könnte. Aber es hängt eben alles von den Einladungen ab, die wir bekommen.“
Sein Ziel ist klar definiert: der Sprung ins Profilager. Sollte es dennoch nicht klappen, hat Wallenborn vorgesorgt. Sein Sportwissenschaften-Studium an der Lunex International University of Health, Exercise and Sports hat er im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen. „Ich schaue mal, was jetzt dieses Jahr kommt. Ich will aber den Sprung in den Profibereich schaffen.“