Olympia

Dem Risiko im Slalom erlegen: Ten Raa scheidet im ersten Durchgang aus

Gwyneth ten Raa ist beim olympischen Slalom von Cortina d’Ampezzo im ersten Lauf ausgeschieden. Nach wenigen Sekunden war der Wettbewerb am Mittwoch für sie schon beendet. Ihr Fazit bleibt dennoch positiv.

Gwyneth ten Raa enttäuscht nach Slalom-Aus, dennoch positives Fazit im Skirennen

Sichtlich enttäuscht war Gwyneth ten Raa nach ihrem Aus im Slalom, doch das Fazit bleibt postiv Foto: AFP/Jean-Claude Ernst

Die Mixed-Zone war am Mittwochvormittag wohl einer der emotionalsten Orte in Cortina d’Ampezzo. Tränen flossen bei Fahrerinnen aus der Türkei, aus Andorra oder auch bei einer japanischen Starterin – sie alle brachten den ersten Lauf des olympischen Slaloms nicht ins Ziel. Die Enttäuschung war entsprechend groß, vor allem bei Sportlerinnen aus kleineren Wintersport-Nationen, für die sich eine Bühne wie diese nur maximal alle vier Jahre bietet.

Zu jenen gehört auch Gwyneth ten Raa – und auch sie schied im ersten Lauf aus. Nach nur wenigen Sekunden unterlief der 20-Jährigen ein folgenschwerer Fehler, der sie das Rennen kostete. Anders als viele andere zeigte sie sich in der Mixed-Zone vergleichsweise gefasst. „Ich bin schon emotional“, sagte sie, „aber manche Menschen zeigen es weniger. Ich mache das eher mit mir selbst aus. Trotzdem versuche ich, das Positive mitzunehmen. Es ist schön, hier zu sein, Luxemburg zu repräsentieren. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe. Der Riesenslalom war sehr gelungen. Ich habe hier viel gelernt und viel gesehen.“

„Zu direkt gefahren“

Beim olympischen Slalom von Cortina d’Ampezzo erreichten am Mittwoch von 95 Fahrerinnen 64 nach dem ersten Lauf das Ziel. Die Piste präsentierte sich eisig und hart, Ten Raa ging zudem mit der späten Startnummer 65 ins Rennen. „Die Schneebedingungen waren zu dem Zeitpunkt nicht mehr ideal. Ich bin dann etwas zu direkt gefahren. Ich habe alles probiert, aber es hat nicht funktioniert. Im Training hat man schon gesehen, dass ich aufpassen muss. Aber im Rennen gebe ich immer alles.“

Nach Rang 30 im Riesenslalom wollte Ten Raa ihre starke Leistung auch im Slalom bestätigen. Doch wie schon 2022 in Peking schied sie vorzeitig aus. „Ich wollte unbedingt eine gute Platzierung erreichen, aber ich war in diesem Moment nicht gut genug. Beim Fehler stand ich nicht richtig auf dem Außenski, dadurch war ich zu spät dran. Dann ist der Außenski weggerutscht und ich hatte keine Chance mehr, die Kurve fertigzufahren. So fliegt man eben raus. Im Slalom geht es nun mal schneller als in anderen Disziplinen.“

Positives Fazit

Ausschlaggebend sei die Nervosität nicht gewesen, betont die gebürtige Wiltzerin. „Ich war etwas nervös, aber nicht so sehr wie beim Riesenslalom. Ich war fokussiert und fühlte mich gut. Bei der Besichtigung habe ich alles gesehen, was wichtig war. Ich war bereit.“

Trotz des Aus im Slalom zieht Ten Raa ein positives Fazit von ihren Olympischen Spielen. Auf Platz 30 im Riesenslalom lässt sich aufbauen. „Das Ergebnis im Riesenslalom nehme ich gerne mit. Aus dem Slalom lerne ich. Wir werden analysieren, was wir verbessern können, und im Training gezielt daran arbeiten.“

Großherzog Henri auf der Tribüne bei großer luxemburgischer Unterstützung am Mittwoch

Die luxemburgische Unterstützung am Mittwoch war groß: u.a. war Großherzog Henri auf der Tribüne Foto: ATP/Jean-Claude Ernst

Am Abend stand für Ten Raa noch der gemeinsame Abschluss mit dem Team Lëtzebuerg an, bei dem auch Matthieu Osch in Cortina d’Ampezzo vor Ort war. Anschließend geht es zurück nach Hause, um kurz durchzuatmen, ehe das nächste Highlight ansteht. „Ich werde mich ein paar Tage ausruhen, um die Anspannung abzubauen. Dann nehme ich das Training wieder auf, bevor ich bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Norwegen (5. bis 15. März) starte.“

Für die kommende Saison plant sie zudem neue Schritte: Gemeinsam mit ihrem Team möchte sie auch mal im Weltcup antreten und sich zusätzlich im Super-G versuchen – ein weiterer Baustein auf ihrem Weg nach oben.

Im Überblick

Olympia, Ski alpin, Frauen-Slalom (95 Starterinnen):
Gold: Mikaela Shiffrin (USA) 1:39,10 Minuten
Silber: Camille Rast (Schweiz) 1,50 Sekunden zurück
Bronze: Anna Swenn Larsson (Schweden) 1,71
4. Wendy Holdener (Schweiz) 1,93, 5. Katharina Truppe (Österreich) 2,00 , 6. Katharina Huber (Österreich) 2,08, 7. Mélanie Meillard (Schweiz) 2,15, 8. Paula Moltzan (USA) 2,19, 9. Emma Aicher (Deutschland) 2,49, 10. Caitlin McFarlane (Frankreich) 2,68, Lara Colturi (Albanien) 2,68
Im ersten Lauf ausgeschieden: Gwyneth ten Raa (Luxemburg)

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