WM 2026
Das war die WM-Nacht: Österreich zittert kurz, Messi trifft
Am letzten Tag der Gruppenphase buchen weitere Teams das Ticket für das WM-Sechzehntelfinale. Messi trifft auch in ungewohnter Rolle. Aus dem deutschen Lager gibt es eine gute Nachricht.
Der Algerier Nabil Bentaleb (l) und der Österreicher Phillip Mwene (16) kämpfen um den Ball Foto: Charlie Riedel/AP/dpa
Mit einem spektakulären Unentschieden haben sich Österreich und Algerien ihren Platz im Sechzehntelfinale der Fußball-WM gesichert. In einem am Ende dramatisch spannenden Spiel in Kansas City gab es ein 3:3 (1:1). Erst ein Treffer von Sasa Kalajdzic in der Nachspielzeit (90.+6) sicherte dabei das Remis – der zweite Treffer von Algeriens Riyad Mahrez (90.+3) hatte Österreich zwischenzeitlich aus dem Turnier befördert.
Nun aber bekommt es Österreich mit Titelkandidat Spanien zu tun, Algerien hat mit der Schweiz den vermeintlich leichteren Gegner erwischt. Und das, obwohl die Nordafrikaner die Vorrunde hinter Argentinien und Österreich nur auf Platz drei abschlossen.
Vor 69.045 Zuschauern brachten Marko Arnautovic (28. Minute) und Marcel Sabitzer (55.) Österreich zweimal in Führung. Rafik Belghali (45.) und Mahrez (60.) erzielten jeweils den verdienten Ausgleich für Algerien, ehe das Spiel in der Schlussphase richtig dramatisch wurde.
Das sind die weiteren wichtigen Themen der Nacht:
Messi trifft beim argentinischen Jubiläumssieg
Mit Lionel Messi als treffsicherer Edeljoker hat Argentinien einen Jubiläumssieg gefeiert. Der Titelverteidiger setzte sich zum WM-Gruppenabschluss trotz einer XXL-Rotation in der Startelf gegen Jordanien mit 3:1 (2:0) durch und holte seinen 50. Sieg bei Fußball-Weltmeisterschaften. Erfolgreicher sind in der WM-Geschichte nur Rekordweltmeister Brasilien (78) und Deutschland (70).
Messi kam erstmals seit 20 Jahren bei einem WM-Spiel von der Bank. Bei seiner Einwechslung in der 60. Minute brandete riesiger Jubel auf – und der wurde knapp 20 Minuten später noch lauter: Messi baute per Freistoß seinen Torrekord auf nun 19 WM-Treffer aus. Der 39-Jährige ist zudem der erste Spieler der Geschichte, der in sieben aufeinanderfolgenden WM-Spielen mindestens ein Tor erzielt hat. Die weiteren Tore erzielten Giovani Lo Celso (19.), Lautaro Martínez (31./Foulelfmeter) und für Jordanien Musa Al-Taamari (55.)
Kroatien verhindert Vorrunden-Aus
Kroatien hat das drohende Vorrunden-Aus abgewendet. Das Team um Altstar Luka Modrić gewann gegen Ghana mit 2:1 (1:0) und qualifizierte sich als Gruppenzweiter für das Sechzehntelfinale. Jubeln konnte auch die DR Kongo, die durch ein 3:1 (0:1) gegen Usbekistan in die nächste Runde kam.
Der viermalige Afrikameister Ghana hatte schon vor dem Anpfiff sein Ticket für die Alles-oder-Nichts-Spiele sicher. Vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia erzielten Petar Sucic (31. Minute) und Nikola Vlasic (83.) nach Vorlage von Modric die Treffer für den Favoriten. Derrick Luckassen (73.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Kroatien, 2018 Vize-Weltmeister und 2022 WM-Dritter, trifft nun auf Portugal mit Cristiano Ronaldo. Ghana bekommt es mit Kolumbien zu tun.
Gruppensieg und Kane-Rekord: England schlägt Panama
Angeführt vom früheren Dortmunder Jude Bellingham und Bayerns Stürmerstar Harry Kane hat sich England den Gruppensieg gesichert. Das Team von Trainer Thomas Tuchel setzte sich nach einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei mit 2:0 (0:0) gegen Panama durch.
Bellingham glänzte vor 80.663 Zuschauern zunächst als Torschütze (62. Minute) und dann als Vorbereiter für Kane (67.). Der Kapitän der Engländer stieg durch seinen Kopfballtreffer zum alleinigen WM-Rekordtorschützen der Three Lions auf. Panamas WM-Vorrundenaus hatte bereits vor dem Spiel festgestanden.
Portugal enttäuscht gegen Kolumbien
WM-Mitfavorit Portugal hat nach dem nächsten schwachen Auftritt den Gruppensieg verpasst. Im dritten und letzten Vorrunden-Spiel kam das Team um Cristiano Ronaldo nur zu einem sehr glücklichen 0:0 gegen starke Kolumbianer.
Platz eins in der Gruppe K ging damit völlig verdient an die Südamerikaner und hat für die auch einen vermeintlich großen Wert: Denn in der K.-o.-Runde kommt es jetzt zum Duell mit Ghana. Portugal dagegen muss gegen Kroatien, den WM-Dritten von 2022, ran. Bei einem Weiterkommen könnte im Achtelfinale Europameister Spanien warten.
Kongo nach Sieg gegen Usbekistan im Sechzehntelfinale
Die DR Kongo hat sich als achte afrikanische Mannschaft für die WM-Zwischenrunde qualifiziert. Das erst über die interkontinentalen Play-Offs ins Turnier gekommene Team gewann gegen Usbekistan nach Rückstand noch mit 3:1 (0:1) und sicherte sich als einer der besten acht Gruppendritten das Ticket für die K.-o.-Phase.
WM-Debütant Usbekistan schied punktlos als Letzter aus. Dabei hatte Sturm-Star Eldor Shomurodov (10. Minute) mit einem Traumtor früh zur Führung getroffen. Nach dem Wechsel drehten Yoane Wissa (68./Foulelfmeter/90.+1) mit einem Doppelpack und Fiston Mayele (78.) die Partie für die Afrikaner, die im Sechzehntelfinale auf England treffen.
Brown meldet sich vor Paraguay-Spiel zurück im Teamtraining
Nathaniel Brown ist vor dem ersten K.-o.-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM zurück im Teamtraining. Der 23 Jahre alte Außenverteidiger war nach DFB-Angaben bei der geschlossenen Übungseinheit zwei Tage vor dem Sechzehntelfinale am Montag gegen Paraguay mit dabei.
Damit sind die Einsatzchancen des Frankfurter WM-Debütanten für die Partie in Foxborough deutlich gestiegen. Brown, der vor einem Wechsel zum FC Bayern München steht, hatte beim 1:2 gegen Ecuador wegen muskulärer Probleme gefehlt. „Wir hoffen alle, dass es funktioniert“, hatte Sportdirektor Rudi Völler wenige Stunden vor der Trainingseinheit in Winston-Salem gesagt.
Nach WM-Aus: Schottlands Trainer tritt zurück
Der schottische Nationaltrainer Steve Clarke hat sein Amt nach dem Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM niedergelegt. Schottland hatte in der Gruppe C hinter Brasilien und Marokko mit drei Punkten nur Platz drei belegt. Nach mehreren Tagen Wartezeit stand das frühzeitige Scheitern der Schotten nach weiteren Gruppenspielen am Samstagabend endgültig fest.
Der 62 Jahre alte Clarke dankte seinen Spielern in einem offenen Brief. „Ohne sie hätten wir all die Erinnerungen, die wir seit 2019 bis heute gesammelt haben, niemals erleben können“, sagte er. „Sie verdienen jedes Lob und jede Anerkennung, die ihnen entgegengebracht wird, und es war mir eine große Ehre, ihr Trainer zu sein.“