BGL Ligue

D03 lässt sich von Kartenflut nicht ausbremsen

Rot gegen Gelb auf dem Trikot, Gelb und Rot auf dem Notizblock des Schiedsrichters: Eine hitzige Partie zwischen Differdingen und Düdelingen produzierte jede Menge Karten und Diskussionen. Nach der turbulenten Anfangsphase setzte sich jedoch die sportliche Qualität durch und der Vizemeister konnte am Ende einen verdienten 2:1-Erfolg feiern. Damit bleibt die Heimbilanz der Differdinger makellos.

Beim Südklassiker in Differdingen standen nicht immer die Spieler im Fokus

Beim Südklassiker in Differdingen standen nicht immer die Spieler im Fokus Foto: Editpress/Jean-Jacques Patricola

Die Partie begann sehr engagiert. Spielstarke Hausherren versuchten in den ersten Minuten, das Kommando an sich zu reißen, doch der Gast aus Düdelingen war mit Kontern über die linke Seite zunächst gefährlicher.

Auf dem Platz ging es hart zur Sache, sodass Schiedsrichter Gruszecki früh gefordert war. Innerhalb von nur drei Minuten zückte er gegen Differdingens Jean zweimal Gelb. Besonders die zweite Verwarnung sorgte für Diskussionen, da das Replay eine klare Fehlentscheidung zeigte. Die Partie drohte in der Folge aus dem Ruder zu laufen. Zahlreiche Verwarnungen ließen den Frust bei Spielern und Zuschauern wachsen.

In Überzahl drängte Düdelingen auf die Führung. Ventura musste zunächst gegen Belgacem (22.) und wenig später bei einem Kopfball von Moussaki (26.) eingreifen. Der Treffer fiel allerdings auf der anderen Seite. Nach einem Fehler im Düdelinger Abwehrverbund profitierte Thill und schob aus kurzer Distanz zum 1:0 ein.

Zweiter Platzverweis vor der Pause

Ruhe kehrte allerdings weiterhin nicht ein. Im Gegenteil: Moussaki sah nach zwei Fouls innerhalb weniger Augenblicke ebenfalls die Gelb-Rote Karte, sodass beide Mannschaften nur noch mit zehn Spielern auf dem Feld standen. Im anschließenden Zehn-gegen-Zehn übernahm Differdingen wieder die Kontrolle und hatte die Begegnung bis zum Pausenpfiff im Griff.

Nach dem turbulenten ersten Durchgang rückte zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder der Fußball in den Mittelpunkt. Beide Mannschaften schienen fest entschlossen, die Partie zumindest mit zehn Spielern zu Ende zu bringen. Differdingen übernahm dabei zunächst die Initiative, während es den Gästen aus Düdelingen vor allem an Bewegung fehlte. Mit zunehmender Spieldauer fanden die Gäste zwar besser ins Spiel, zwingende Torchancen konnten sie sich jedoch nicht erarbeiten.

Auf der Gegenseite sorgten Sunday (53.) und Quintiliano (60.) immerhin für etwas Gefahr und deuteten an, dass der Vizemeister dem zweiten Treffer näher war. Thill legte im Fallen den Ball für Rauch auf, der fackelte nicht lange und jagte das Leder aus rund 20 Metern unhaltbar ins Netz. In der Schlussviertelstunde stemmten sich die Gäste und kamen nochmal heran. Ein verwandelter Foulelfmeter von Englaro und die dritte Hinausstellung (Franzoni, 89.) brachten nochmal Fahrt in die Partie, doch ein Düdelinger Tor unmittelbar vor Abpfiff wurde zurecht wegen Abseits aberkannt.

Stimmen

Kevin D’Anzico (D03): „Ich bin keiner, der dem Schiedsrichter die Schuld gibt, aber heute muss er sich in Frage stellen. Es war sicherlich nicht alles falsch, aber besonders die erste Hinausstellung war eine klare Fehlentscheidung. Sonst war es ein geiles Spiel von uns. Wir haben die Umstände toll gemeistert und haben ein starkes Spiel gemacht.“

Claudio Lombardelli (F91-Trainer): „Wenn wir nach der ersten Gelb-Roten Karte unsere Nerven behalten hätten, dann wäre etwas drin gewesen. Nichtsdestotrotz möchte ich ein großes Kompliment an meine Mannschaft geben. Im Zehn-gegen-zehn hatten wir unsere Chancen und wenn der Ausgleich nicht Abseits gewesen wäre, dann wäre ein Unentschieden nicht unverdient gewesen.“

Statistik

D03: Ventura – D’Anzico, Quintiliano, Bedouret – Franzoni, Sunday (78. Pinto), Rauch (89. Grilo), Thill (78. Reis), Melhor – Benedict (70. Buch), Jean
F91: Latik – Tallarico (63. Morren), Göttlicher, Kamavuaka, Tela (76. Teles), Stumpf – D. Monteiro (63. Muratovic), Belgacem (63. Correia), Englaro – Azong (76. Boulbrachene), Moussaki
Schiedsrichter: Gruszecki - Saracino, Neves
Gelbe Karten: Bedouret, Sunday, Rauch – Azong, Morren, Englaro, Boulbrachene
Gelb-Rote Karten: Jean (22., wdh. Foulspiel), Moussaki (37., wdh. Foulspiel), Franzoni (89., Foulspiel)
Torfolge: 1:0 Thill (31.), 2:0 Rauch (68.), 2:1 Englaro (81., Foulelfmeter)
Beste Spieler: Sunday, Thill – Englaro, Tela
Zuschauer: 755 zahlende
Spieler des Spiels: Jude Sunday war der belebende Faktor im Differdinger Spiel. Nicht alles gelang ihm, doch mit seiner Dynamik zählte er zu den auffälligsten Spielern der Partie.
Das Sprachproblem: Schiedsrichter Gruszecki konnte offensichtlich weder Luxemburgisch noch Französisch zur Unmut vieler. Der gebürtige Pole verständigte sich auf Englisch.
Der Dirigent: Auch in einem hitzigen Spiel zeigte Nationalspieler Thill sein spielerisches Können.
Der Gesperrte: F91-Coach Lombardelli durfte wegen seiner 5. Gelben Karte nicht auf der Bank Platz nehmen.

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