Tennis

Blockx steht als erster Belgier im Viertelfinale der US Open

Der Belgier Alexander Blockx sorgt bei seinem US-Open-Debüt weiter für Furore. Im Achtelfinale setzte sich der 21-Jährige aus Antwerpen gegen den Argentinier Francisco Cerúndolo 6:3, 4:6, 7:5, 7:5 durch und erreichte zum ersten Mal in seiner Karriere die Runde der besten acht bei einem der vier größten Tennisturniere der Welt.

Der erste Belgier im Viertelfinale der US Open: Alexander Blockx

Der erste Belgier im Viertelfinale der US Open: Alexander Blockx Foto: AFP/Keta Betancur

Blockx war angeschlagen in die Partie gegangen und schrieb dennoch belgische Tennisgeschichte in New York. Bislang hatte keiner seiner Landsleute bei den US Open ein Viertelfinale erreicht, überhaupt waren erst drei Belgier in der Open Era (seit 1968) bei einem Major derart weit vorgestoßen: David Goffin, Filip Dewulf und Xavier Malisse – so jung wie Blockx war dabei keiner seiner Vorgänger.

„Ich war wirklich kurz davor, aufzugeben, ehrlich gesagt“, gestand Blockx, der mit Rippenproblemen spielte: „Ich habe mich einfach durchgebissen. Ich glaube, wenn ich den dritten Satz verloren hätte, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr groß gewesen, dass ich aufgegeben hätte.“

Blockx, 1,93 m groß und mit einer mächtigen Vorhand ausgestattet, könnte es im Halbfinale mit dem topgesetzten Alexander Zverev zu tun bekommen. Zuletzt waren Zverev und Blockx in Wimbledon aufeinandergetroffen, dabei setzte sich der Hamburger mühevoll in vier Sätzen durch.

USA warten seit 23 Jahren auf Grand-Slam-Champion

Zunächst bekommt es Blockx aber mit Karen Chatschanow zu tun. Der Russe, Olympia-Silbermedaillengewinner von 2021, rang den hochtalentierten US-Amerikaner Learner Tien mit 7:5, 4:6, 6:7 (6:8), 6:1, 6:4 nieder – und verhinderte damit nebenbei, dass erstmals seit 1995 vier US-Profis im Viertelfinale der Männer stehen. Die USA warten seit Andy Roddick 2003 (US Open) auf einen Grand-Slam-Champion bei den Herren. Noch dabei sind in der unteren Hälfte des Turnierbaums neben Titelverteidiger Carlos Alcaraz (Spanien) die US-Boys Ben Shelton, Frances Tiafoe und Alex Michelsen.

Boris Becker lobte Blockx in höchsten Tönen. „Er ist einer der jungen Wilden, er spielt fantastisches Tennis“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger bei Sporteurope.tv und stellte die mentale Stärke heraus: „Er nörgelt nicht, jammert nicht rum.“ Cerúndolo, der zuvor gegen Jan-Lennard Struff (D) und Mitfavorit Taylor Fritz (USA) in fünf Sätzen gewonnen hatte, bezwang er so trotz seiner Oberschenkelprobleme.

Im letzten Achtelfinale des Montags beendete Botic van de Zandschulp die furiose Grand-Slam-Reise von Arthur Géa. Der Niederländer bezwang den 21 Jahre alten Franzosen im längsten Match des laufenden Turniers nach 5:18 Stunden mit 3:6, 6:7 (0:7), 7:6 (9:7), 7:6 (7:3), 6:4. Géa stand dabei ganz dicht davor, der erste Lucky Loser im Herreneinzel zu werden, der jemals ein Grand-Slam-Viertelfinale erreichen konnte.

Damen: Gauff gewinnt US-Duell

Coco Gauff verabschiedete ihre geschlagene Rivalin mit Applaus. Die frühere Siegerin hat bei den US Open den Angriff von Jungstar Iva Jovic abgewehrt und das mit Spannung erwartete amerikanische Achtelfinal-Duell für sich entschieden. In einem hochklassigen Match gewann die 22-Jährige mit 6:1, 6:4 gegen die vier Jahre jüngere Jovic.

„Iva ist ein unglaubliches Talent. Sie spielt reifer, als ihr Alter vermuten lässt“, schwärmte Gauff und erinnerte an ihre eigene Zeit als Tennis-Teenager. „Ich war in einer ähnlichen Situation.“ Die heutige Weltranglistenvierte hatte im Alter von 19 Jahren bereits die US Open gewonnen. Jovic wird in ihrer Heimat eine ähnliche ruhmreiche Zukunft vorhergesagt.

Mit beeindruckendem Defensivtennis und deutlich weniger Fehlern behielt Gauff die Oberhand. „Ich freue mich auf viele weitere Kämpfe“, sagte sie im Interview auf dem Platz im Arthur Ashe Stadium und forderte vom Publikum: „Bitte jubelt für Iva“.

Gauff hatte bereits das Vorbereitungsturnier in Cincinnati gewonnen und ist eine der Topfavoritinnen auf den Titel beim Grand-Slam-Turnier in New York. Mit einem Triumph bei den US Open könnte sie die Spitze der Weltrangliste übernehmen, sollte die Kasachin Jelena Rybakina im Viertelfinale scheitern.

Gauff trifft nun auf die French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa aus Russland. Die 29-Jährige bezwang mit 5:7, 6:4, 6:3 die gebürtige Russin Anastassija Potapowa, die seit dieser Saison für Österreich startet.

Insgesamt stehen die ersten sechs Spielerinnen der Setzliste im Viertelfinale. Dies gab es bei den US Open zuletzt vor 28 Jahren.

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