Cyclocross

Belgier Vandeputte wird Favoritenrolle in Schouweiler gerecht

Eine gelungene Premiere hatte die Union Cycliste Dippach am Samstag bei ihrem ersten internationalen Cyclocross. Insgesamt 191 Spezialisten hatten sich in Schouweiler eingefunden, um die Sieger in den verschiedenen Altersklassen zu ermitteln. In den Hauptkategorien konnten sich die Favoriten Niels Vandeputte und Julie Brouwers aus Belgien durchsetzen. Bei seinem ersten Rennen bei der Elite überzeugte Lennox Papi (CT Toproad Roeserbann) als bester Luxemburger mit Rang 28.

Niels Vandeputte feiert seinen Sieg in Schouweiler

Niels Vandeputte feiert seinen Sieg in Schouweiler Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Die zahlreichen Zuschauer, die sich bei strahlendem Sonnenschein beim Schulkomplex in Schouweiler eingefunden hatten, sollten hochklassigen Sport geboten bekommen. Insgesamt 53 Konkurrenten aus sieben Nationen hatten den abwechslungsreichen Parcours mit einer Länge von 2,8 km in Angriff genommen. Diese jagten die Start- und Zielgerade mit hohem Tempo hinauf, um gut positioniert auf die ersten technischen Passagen zu kommen.

Zunächst konnte sich eine achtköpfige Gruppe, mit sämtlichen Favoriten, leicht absetzen. Die Fahrer mit den Startnummern 1 (Niels Vandeputte), 2 (Mees Hendrikx) und 3 (Ryan Kamp) diktierten das Tempo. In der dritten von neun Runden auf der, nach dem ergiebigen Regen der Vortage, erstaunlich gut zu fahrenden Strecke konnte nur noch der Niederländer Hendrikx das Tempo von Topfavorit Vandeputte mitgehen. In der fünften Schleife sah es so aus, als könnte die Nummer vier der Welt sich entscheidend absetzen. In den letzten Runden sollte es Vandeputte jedoch nicht gelingen, Hendrikx entscheidend abzuschütteln. Am Ende konnte er den Zielstrich dennoch als Erster passieren, zwölf bzw. 22 Sekunden vor den beiden Niederländern Hendrikx (UCI 24) und Kamp (UCI 26).

Lennox Papi fuhr aus der letzten Startreihe bis auf Position 28 vor

Lennox Papi fuhr aus der letzten Startreihe bis auf Position 28 vor Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

„Es war eine gute Erstauflage des Veranstalters und ein sehr anspruchsvoller Saisoneinstieg für mich, auf diesem kraftraubenden und stellenweise auch rutschigen Parcours. Ich brauchte etwas Zeit, um ins Rennen zu kommen. Als ich mit Mees (Hendrikx) an der Spitze lag, ist ihm ein Fahrfehler unterlaufen und ich konnte mich leicht absetzen. Bis ins Ziel war es allerdings noch ein weiter Weg. Der Abstand ist konstant geblieben und hat zum Sieg ausgereicht“, freute sich Vandeputte nach seinem geglückten Testlauf, bei dem er physisch an seine Grenzen gehen musste: „Es war ein ganz schöner Schock für das System. Meine Lungen haben gebrannt und ich habe Blut in der Kehle gespürt. Es war schön, dies bereits hier gespürt zu haben“, schmunzelte der 25-jährige Weltklasse-Fahrer, der jetzt die Rennen in Belgien in Angriff nimmt.

Eine starke Vorstellung bot der Luxemburger Lennox Papi, der sich aus der letzten Startreihe bis auf Position 28 nach vorn gekämpft hatte: „Es war ein sehr hartes Rennen, vor allem in den letzten beiden Runden habe ich richtig gelitten. Ich bin rund eine halbe Stunde länger gefahren als vorher bei den Junioren“, so der 18-Jährige, der in dieser Saison neben den regionalen Rennen auch Erfahrung im Ausland sammeln will.

Spannendes Damenrennen

Spannend verlief auch das Damenrennen, wo die erst 19-jährige Lauren Molengraaf zunächst das Kommando übernommen hatte. Mitte der Renndistanz konnte ihre favorisierte Teamkollegin Julie Brouwers (B) die Niederländerin an der Spitze ablösen. In der dritten von insgesamt sechs Runden setzte die Drittplatzierte Kiona Crabbé (B) zu einer beeindruckenden Aufholjagd an. Nachdem sie Molengraf an Position zwei abgelöst hatte, hatte sie ihre Landsfrau, eingangs der Schlussrunde, sogar in Schlagdistanz. Brouwers hatte allerdings noch genügend Reserven, um Crabbé bis ins Ziel auf Distanz zu halten. „Ich wusste, dass ich auf dieser schweren Strecke genügend Zeit hätte, um nach vorn zu kommen. Ich bin in meinem Tempo gefahren und sah, dass Kiona (Crabbé) in den beiden letzten Runden schnell herankam. Ich bin froh, dass es zum Sieg gereicht hat. Der Parcours hat mir sehr gut gefallen, und ich werde auch im kommenden Jahr wieder hier starten“, so die 14. der aktuellen UCI-Rangliste. Maïté Barthels (CT Atertdaul), die einzige Luxemburgerin am Start, war vorzeitig ausgestiegen.

Am Vormittag war erstmals ein internationales Rennen für Juniorinnen in Luxemburg ausgetragen worden. Dabei gab es einen unangefochtenen Sieg für die Niederländerin Nynke Jochems. Die beiden Luxemburgerinnen June Nothum (UC Dippach) und Amy Breuer (CT Atertdaul) belegten die Plätze acht (auf 6:29) und zehn (auf 11:25).

Gleich im Anschluss nahm das beeindruckende Feld von 56 Junioren den anspruchsvollen Parcours in Angriff. Nach sechs Runden gewann der 17-jährige Belgier Thomas Verdonck, mit einem Vorsprung von neun Sekunden auf seinen Landsmann Eliel Osaer. Als bester Luxemburger fuhr Ben Fleming (SaF Zéisseng) auf den guten 18. Platz, 2:36 hinter Verdonck.

Einen weiteren belgischen Erfolg gab es beim regionalen Rennen der U15 durch Tim Corvilain. Schnellste Débutante war Chiara Christen vom Verein des Organisators. Bei den Cadets standen Mathis Elsen (CT Atertdaul) und Lyel Hever (LP 07 Schifflingen) auf dem höchsten Treppchen. Den ersten Tagessieg für das Cycling Team Atertdaul hatte Minime Maxime Martins geholt.

Ergebnisse

Elite/Espoirs (53 Teilnehmer):
1. Niels Vandeputte (B) in 1:01:34, 2. Mees Hendrikx (NL) auf 0:12, 3. Ryan Kamp (NL) 0:22, 4. Wout Janssen (B) 1:07, 5. Viktor Vandeberghe (1. Espoir/B) 1:24, 6. Corentin Lequet (2. Espoir/F) 1:36, 7. Kenay De Moyer (3. Espoir – B) 1:43, 8. Timothé Gabriel (F) 1:55, 9. Sil De Brauwere (4. Espoir/B) 2:08, 10. Lorenzo Marasco (F) 2:27 … 28. Lennox Papi (CT Toproad Roeserbann) 7:09 … DNF Raphaël Kockelmann (CCI Differdingen), DNF Christophe Post (UC Dippach), DNF Juan Van Lelyveld (SaF Zéisseng)

Damen (18):
1. Julie Brouwers (B) in 49:53, 2. Kiona Crabbé (B) auf 0:15, 3. Lauren Molengraf (1. Espoir – NL) 1:01, 4. Jinse Peeters (B) 1:43, 5. Puck Langenbarg (2. Espoir – NL) 2:17, 6. Amandine Vidon (F) 2:39, 7. Jana Dobbelaere (B) 2:41, 8. Juline Delcommune (3. Espoir – B) 2:47, 9. Adèle Hurteloup (4. Espoir – F) 2:51, 10. Lies'l Schevenels (B) 5:12 … DNF Maïté Barthels

Junioren (56):
1. Thomas Verdonck (B) in 39:02, 2. Emiel Osaer (B) auf 0:09, 3. Delano Heeren (NL) 0:30
4. Lorenz Ivens (B) 0:47, 5. Jop Van Den Biggelaar (B) 0:58 … 18. Ben Fleming (SaF Zéisseng) 2:36 … 32. Dawson Fehlen Pereira (CT Kayldall) 5:14 … 40. Ben Koenig (CT Atertdaul) 6:39, 41. Maximilien Outlet (CT Atertdaul) 7:01 … 43. Loris Morbé (CT Toproad Roeserbann) 7:20, 44. Dave Cichy (CT Toproad Roeserbann) 7:32

Juniorinnen (12):
1. Nynke Jochems (NL) in 37:21, 2. Zita Peeters (B) auf 0:47, 3. Maxime Takken (NL) 2:03, 4. Damy Van Bogaard (NL) 3:09, 5. Lonneke Heesemans (NL) 3:53 … 8. June Nothum (UC Dippach) 6:29 …, 10. Amy Breuer (CT Atertdaul) 11:25

Débutant(e)s (23):
1. Tim Corvilain (B) in 29:50, 2. Daniel Szilasi HUN) auf 0:05, 3. Gijs Van Den Biggelaar (NL) 1:25 … 6. Paul Moog (Hir. Schüttringen) 2:41, 7. Yannis Elsen (CT Atertdaul) 3:27 … 10. Leo Lanners (CT Atertdaul), 11. Bjarne Bauer (UC Dippach) beide 5:24 … 17. Chiara Christen (1. Débutante /UC Dippach) auf 1 Runde

Cadets (18):
1. Mathis Elsen (CT Atertdaul) in 27:22, 2. Jorbe Verbraeken (B) auf 0:28, 3. Jarno Goetzinger (UC Dippach) 1:24 …, 13. Lyel Hever (1. Cadette/LP 07 Schifflingen) 5:23

Minimes (11):
1. Maxime Martins (CT Atertdaul) in 24:38, 2. Mathis Pirsch (UC Dippach) auf 1:10, 3. Liam Monteiro Steinmetz (CT Atertdaul) 1:14

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