Radsport
Barthels und Breser sind die ersten Luxemburger Gravel-Landesmeister
Die zweite Ausgabe des Gravelrennens des Le Guidon Alzingen war mit gut 100 Startern bei der Cyclosportive und der gleichzeitigen ersten luxemburgischen Landesmeisterschaft ein voller Erfolg. Die Elite-Titel gingen an Maïté Barthels und Pol Breser.
Pol Breser holte sich am Sonntag den Gravel-Landesmeistertitel bei der Elite der Herren Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Bei angenehmen Temperaturen und einem trockenen, sandigen Boden setzte sich gleich am Anfang eine erste Gruppe mit den stärksten Fahrern der Meisterschaft ab, zu denen schnell auch der spätere Gewinner der Cyclosportive, Jean-Nicolas Sindt aus Hettange, stieß. Vor dem langen Anstieg zum Ziel auf dem Holleschbierg bekam Pol Weisgerber im Kampf um den Masters-Titel auch Gesellschaft von Gilles Ruffato, Philip Bützow und Dany Papi. Letzterer attackierte den überraschten Titelträger der Cyclocrosser sogar umgehend, aber nach einer Tempoverschärfung im Anstieg durch Noé Ury platzte das Trio wieder weg.
Eine halbe Stunde später musste auch der 49. der ersten Gravel-Weltmeisterschaft 2022 loslassen und Tim Diederich erklärt: „Meine Rückenprobleme meldeten sich zurück und ich überlegte sogar, aufzuhören. Aber als mich die zweite Gruppe einholte, rollte ich mit, dehnte viel und fuhr die letzte Runde dann in meinem Rhythmus ins Ziel.“ Am Ende belohnte er sich mit dem fünften Platz. Mit einem Schnitt von 32 Stundenkilometern wechselte die Favoritengruppe gut durch, schrumpfte aber zur Fünfergruppe, als sich Noé Ury eine Runde später den Hinterreifen zerstörte. Der Scharfrichter hoch zum Holleschbierg läutete Ende der dritten Runde die Schlussphase ein und Jean-Nicolas Sindt fiel zurück. Nach gut zwei Stunden setzte dann Lennox Papi eine knackige Attacke, die Pol Breser konterte, und beide schauten sich nicht mehr um.
Weisgerber siegt bei den Masters
Für Jonah Flammang-Lies und Pol Weisgerber war der Zug weg und der Master vom LG Alzingen musste in der letzten Runde mit Krämpfen auch den U23-Fahrer ziehen lassen. In ziemlich genau drei Stunden war ein platter, aber glücklicher Gravel-Pionier eine halbe Stunde früher als gedacht im Ziel und Masters-Sieger Pol Weisgerber kommentiert: „Für uns als Veranstalter ist das Rennen prima verlaufen und ich finde es einfach toll, dass Gravel jetzt auch in Luxemburg so gelebt wird. In weniger als 120 Kilometern Entfernung bin ich dieses Jahr vier Rennen gefahren, all diese gab es vor fünf Jahren noch nicht. Mit diesem geglückten Rennen und gleich zwei Titeln an einem Wochenende wurde für mich ein Traumszenario wahr, das will ich jetzt mal genießen.“ Im Traum wähnte sich aber auch Pol Breser, der den Titel bei der Männer-Elite holte. „Es dauerte, das zu realisieren. Ich dachte, ich hätte ein weiteres Rennen gewonnen, und erst als ich auf dem Podium das Trikot überstreifte, merkte ich, dass ich meinen ersten Titel gewonnen habe. Weil ich vom MTB komme, freut es mich besonders, dass es Offroad war.“
Lennox Papi war dabei technisch sogar noch einen Tick stärker, aber clever ging Pol Breser in den ersten Positionen in die technischen Passagen und mit seinen Sprintqualitäten verzichtete er in der letzten Runde auf einen Angriff, kontrollierte seinen Gegner. Der suchte sein Heil im Angriff im Holleschbierg, doch souverän blieb Breser im Rad und konterte ihn oben auf dem Plateau kurz vorm Ziel aus.
M. Barthels in aller Souveränität
Bei den wenigen Frauen im Kampf um den Titel war das Rennen hingegen früh entschieden: Maïté Barthels fuhr ihre erste Runde in 38:50 Minuten, keine vier Minuten langsamer als die schnellste Runde der Männerelite und über drei Minuten schneller als ihre Verfolgerin Camille Lanners. In knapp zwei Stunden für drei Runden holte sie sich am Ende mit 9:35 Minuten Vorsprung auf die Vorjahressiegerin den Titel. Von ganz hinten rollte Suzie Godart das Rennen auf, überholte eine nach der anderen Konkurrentin und wurde auf eine Viertelstunde Dritte. „Die Strecke kommt mir mit den technischen Schwierigkeiten und den vielen, aber kurzen Anstiegen und Abfahrten natürlich entgegen“, meinte Suzie Godart, und die 64-Jährige freut sich: „Ein Titel ist immer schön, aber weil zudem die Leistung mit einem Schnitt von 24,6 stimmte, bin ich schon sehr zufrieden. Es war ein toller Tag.“
Im Überblick
Die ersten luxemburgischen Gravel-Meister:
Männer: Pol Breser (Storck MRW Bau/Snooze)
Frauen: Maïté Barthels (CT Atertdaul)
Master: Pol Weisgerber (LG Alzingen)
Master (w): Suzie Godart (CCI Differdange)