Fußball-WM

„Bafana Bafana“ wie im Rausch: Südafrika erstmals in der K.-o.-Runde

Südafrika schreibt sein WM-Märchen. Erstmals erreicht „Bafana Bafana“ die K.-o.-Runde.

Trainer Hugo Broos verabschiedet sich nach der WM vom Fußball als erfahrener Coach

Trainer Hugo Broos hört nach der WM auf Foto: dpa/Matias Delacroix

Bei der Heim-WM 2010 wich der dröhnende Klang der Vuvuzelas noch einer traurigen Stille, 16 Jahre später ist der Traum endlich wahr. Als Südafrika seine erste Qualifikation für die K.-o.-Runde der Fußball-WM perfekt gemacht hatte, sank Trainer-Oldie Hugo Broos überwältigt auf die Knie und rang um Fassung. Auf dem Rasen lagen die Helden von „Bafana Bafana“ um den Siegtorschützen Thapelo Maseko einander in den Armen. Der Jubel nach dem denkwürdigen 1:0 gegen Südkorea hatte keine Grenzen.

„Es war ein sehr emotionaler Moment, auch für mich – es ist eine fantastische Erfahrung“, sagte Broos mit leuchtenden Augen: „Wir sind in der nächsten Runde, das ist historisch. Ich bin sehr glücklich für die Jungs. Wir arbeiten seit fünf Jahren zusammen. Was wir in diesen fünf Jahren geschafft haben, ist unglaublich.“

Bei seiner vierten WM-Teilnahme hat Südafrika erstmals die Gruppenphase überstanden. Das als Außenseiter in die Gruppe A gestartete Team wurde hinter Spitzenreiter Mexiko Zweiter und trifft im Sechzehntelfinale am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles auf Gastgeber Kanada.

Seit fast 40 Jahren ist Broos an der Seitenlinie tätig. Als eisenharter Innenverteidiger gehörte er 1986 in Mexiko zu jener belgischen Mannschaft, die erst im Halbfinale Maradonas Argentiniern unterlag. Der Fußball hat ihm viel gegeben – nach der WM, so hat Broos es angekündigt, ist Schluss.

Sein Alter, nachlassende Energie und der Wunsch, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, führten zu dieser Entscheidung. „Die nächste Weltmeisterschaft findet in vier Jahren statt – dann bin ich 78. Ich glaube nicht, dass man in diesem Alter noch auf der Bank sitzen sollte“, sagte Broos: „Diese nervenaufreibenden Momente sind nicht gut für die Gesundheit. Deshalb wollte ich auch bei dieser WM einen schönen Abschluss finden.“

Noch ist das Ende nicht gekommen. Mindestens einmal noch wird Broos an der Seitenlinie stehen und das Team betreuen, das er seit 2021 kontinuierlich aufgebaut hat. Längst ist es wieder international konkurrenzfähig. (SID)

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