French Open

„Aufgeregt, aber nicht zufrieden“: Andrejewa „süchtig“ nach Fortsetzung

Mirra Andrejewa ist an ihrem großen Ziel angekommen. Bei den French Open hat die junge Teenagerin ihre Nerven im Griff – und Russland nun wieder einen Grand-Slam-Champion.

Coupe Suzanne Lenglen Pokal, Mirra Andrejewa mit Grand-Slam-Trophäe, Tennis-Siegerin, bedeutender Triumph

Die Coupe Suzanne Lenglen soll für Mirra Andrejewa längst nicht die letzte Grand-Slam-Trophäe gewesen sein Foto: AFP/Thomas Samson

Mirra Andrejewa hatte gerade erst ihre Hände an den Coupe Suzanne Lenglen bekommen, da dachte die frisch gebackene Grand-Slam-Siegerin schon an das nächste Schmuckstück für ihren Trophäenschrank. „Ich habe das Gefühl“, sagte die russische Teenagerin und warf einen verliebten Blick auf den silbernen Pokal, „dass diese Sache ein wenig süchtig macht.“

Andrejewa ist an ihrem großen Ziel angekommen: Mit dem 6:3, 6:2 im Finale der French Open gegen die polnische Qualifikantin Maja Chwalinska hat sie für immer ihren Platz in der Siegerliste von Roland Garros sicher. Oft habe sie diesen Moment visualisiert, erklärte die 19-Jährige. „Ich habe geträumt, ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie es passieren wird, ob es passieren wird, wann es passieren wird, wo.“ Im „echten Leben“ sei das Gefühl aber „viel besser als in den Träumen“.

Andrejewas Triumph an der Seine ist der vorläufige Höhepunkt einer Reise, die immer dazu bestimmt war, auf den größten Tennisbühnen zu enden. Schon nach ihren ersten Ausrufezeichen auf der Tour im Alter von 15 Jahren waren sich viele Experten einig, dass hier eine künftige Majorsiegerin spielt. Doch der Weg nach oben lief keineswegs geradlinig, es war ein Aufstieg mit Wachstumsschmerzen.

Aufstieg mit Wachstumsschmerzen

Immer wieder hatte die Teenagerin auf dem Platz die Contenance verloren. Auch in Paris, wo sie sich im vergangenen Jahr bei ihrem Viertelfinal-Aus gegen die Französin Lois Boisson mehrere Wutausbrüche geleistet hatte. 2026 spielte Andrejewa nun cool, routiniert, hatte sich selbst im Griff – und ließ ihrer Konkurrenz kaum eine Chance.

„Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten zwei Wochen etwas besser mit meinen Nerven umgegangen bin“, sagte Andrejewa, die sich nach ihrem Sieg in einer ungewöhnlichen Siegesrede bei sich selbst bedankt hatte. Dafür, „dass ich jeden Tag versucht habe, besser zu werden, als Mensch und als Spielerin. Daran geglaubt habe, dass ich das schaffen kann, und gegen so viele innere Dämonen gekämpft habe.“

Neben ihrer spanischen Trainerin und früheren Wimbledon-Siegerin Conchita Martínez hat auch Andrejewas Psychologin großen Anteil am Erfolg. Sie habe ihr „viele Ratschläge gegeben und jede Menge Techniken gezeigt, die ich auf dem Platz ausprobieren und anwenden kann, damit mir all diese Dinge etwas besser und leichter von der Hand gehen“, sagte die Siegerin. „Deshalb finde ich, dass sie dafür wirklich viel Anerkennung verdient.“

Auf ihrem ersten Titel will sich Andrejewa nicht ausruhen, die „Sucht“ ist da. „Ich möchte wirklich mein Bestes geben, um all das ein zweites Mal zu erleben“, sagte sie – am liebsten schon beim bevorstehenden Rasenklassiker Wimbledon.

Bei ihren Landsleuten kommt dieses Mindset sehr gut an. „Stolz auf dich“, schrieb Maria Scharapowa, die 2014 als letzte russische Spielerin am Bois de Boulogne gewonnen hatte, zu einem gemeinsamen Bild mit ihrer Nachfolgerin bei Instagram: „Die Feier spricht für sich. Aufgeregt, aber nicht zufrieden. Das Zeichen eines Champions.“

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Diamond League

11,05 Sekunden: Weiteres starkes Rennen von Van der Weken