Champions League

Arsenal fordert PSG: Filmreifer Showdown um Europas Krone

Der FC Arsenal will Paris Saint-Germain in Budapest vom europäischen Fußball-Thron stoßen. Das Finale bietet große Gegensätze und besondere Geschichten.

PSG-Offensive mit Chwitscha Kwarazchelia und Ousmane Dembélé erzielt 44 Tore in der laufenden Saison

Die PSG-Offensive um Chwitscha Kwarazchelia und Ousmane Dembélé schoss bereits 44 Tore Foto: AFP/François Lo Presti

Die Superhelden in Zeitlupe, ein mystischer Chor und donnernde Trommelschläge: Mit cineastischer Dramatik inszenierte der FC Arsenal seine Ankunft in Budapest zum finalen, filmreifen Showdown. „Noch nicht fertig“, lautete das Motto, mit dem sich die Gunners auf das Champions-League-Endspiel in der ungarischen Hauptstadt einschworen. Die Krone Europas ist zum Greifen nah – gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain steht ein Fußball-Blockbuster bevor.

Zwei neu geformte Schwergewichte des europäischen Fußballs, der gefährlichste Angriff gegen die sicherste Abwehr, zwei spanische Weggefährten, die sich nach mehr als 25 Jahren als Trainer wiedersehen. Das Drehbuch für einen großen Fußball-Abend am Samstag scheint geschrieben.

Dabei hat PSG seinen Herausforderern aus London eines voraus: den letzten Schritt. Im Vorjahr ergriff das Team von Trainer Luis Enrique zum ersten Mal die europäische Spitze. Der 56-Jährige formte bei den von Katar alimentierten Parisern aus einem Haufen von Individualisten eine echte Einheit. Mit reichlich Selbstbewusstsein schalteten die Franzosen, die angeführt von Weltfußballer Ousmane Dembélé und dem georgischen Zauberfuß Chwitscha Kwarazchelia bereits 44 Tore schossen, unter anderem Bayern München im Halbfinale aus.

Eine echte Einheit

Mit einem erneuten Finaltriumph wäre der Begriff einer Erfolgsära auch für Kritiker unumgänglich. Schließlich schaffte es bislang einzig Real Madrid, den Champions-League-Titel erfolgreich zu verteidigen. Um Arsenal zu schlagen, sagte Taktik-Freak Enrique, müsse PSG sich aber „darauf einstellen, anders zu spielen und zu verteidigen als sonst“.

Die Defensive wiederum ist die große Stärke der Gunners. Erst sechs Treffer kassierten sie im laufenden Wettbewerb, nur 27 Gegentore in 38 Ligaspielen in der Premier League. Daher, aber auch aufgrund der von Trainer Mikel Arteta vorangetriebenen Ecken-Revolution gewann Arsenal nach 22 Jahren Wartezeit wieder die Meisterschaft.

Arteta (44) trifft im Endspiel nun auf seinen alten Weggefährten Enrique. Beide standen um die Jahrtausendwende im Kader des FC Barcelona – mit dem besseren Ende für Platzhirsch Enrique. Für Arteta, der als aufstrebendes Talent noch seinen Platz im Profifußball suchte, war kein Durchkommen. Ausgerechnet mit einer Leihe nach Paris nahm seine Karriere Fahrt auf.

Nun blickt er voller Zuversicht dem Finale entgegen: „Wir haben die großartige Chance, mit unserem Verein eine neue Geschichte zu schreiben, und wir sind überzeugt, dass wir das schaffen werden.“ Die Finalpleite von 2006, als Arsenal auch wegen eines frühen Platzverweises gegen Torhüter Jens Lehmann 1:2 dem FC Barcelona unterlag, soll der Vergangenheit angehören.

Auf eine entscheidende Hauptrolle dürfte nur einer verzichten wollen: Schiedsrichter Siebert. Er ist erst der fünfte deutsche Unparteiische, der ein Finale der Königsklasse leiten darf. Anpfeifen wird der 42-Jährige die Partie schon um 18.00 Uhr – statt erst zu späterer Abendstunde. Das beschloss die Europäische Fußball-Union (UEFA), um ein besseres Erlebnis für Fans, Mannschaften und die Austragungsstädte zu schaffen. Für die Sicherheit sollen zahlreiche Einsatzkräfte sorgen. Rund 4.000 Polizisten sind in Budapest im Einsatz, gar 8.000 in Paris.

Die Bühne ist bereit, die Superhelden sind angekommen – Klappe ab!

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