Fußball-Ikone

Adios, Argentina! Messi hört im Nationalteam auf

Lionel Messi tritt aus der argentinischen Nationalmannschaft zurück. Seine Abschiedsworte hatte er bereits zwei Tage nach dem verlorenen WM-Finale verfasst.

Lionel Messi nach dem WM-Finale im Juli in den USA

Lionel Messi nach dem WM-Finale im Juli in den USA Foto: AFP

Die bitteren Tränen nach dem verlorenen WM-Finale gegen Spanien bleiben das letzte Bild von Lionel Messi als argentinischem Nationalspieler. 43 Tage nach dem Verlängerungskrimi von East Rutherford und rund drei Wochen nach dem Tod seines Vaters Jorge hat das stille Fußballgenie seine Nationalmannschaftskarriere mit emotionalen Worten beendet.

„Es war eine Entscheidung, die wehtat – und die mir auch jetzt noch tief im Inneren wehtut –, aber ich verstehe, dass die Zeit dafür gekommen ist“, schrieb Messi in einem langen Statement bei Instagram. Das beigefügte Foto zeigte das gesamte Statement auf zweieinhalb säuberlich handgeschriebenen Seiten. Verfasst habe er diese am 21. Juli, zwei Tage nach dem verlorenen WM-Endspiel, so Messi.

Gereifter Gedanke

Und doch hielt der 39-Jährige die Worte zurück, ließ den diesmal endgültigen Gedanken reifen, auch über den Tod eines geliebten Menschen hinweg. „Heute, nach dem, was mit meinem Vater passiert ist, bin ich noch mehr davon überzeugt als zuvor“, schrieb Messi.

Mit einem zweiminütigen Video flankierte der achtmalige Weltfußballer seine Worte: Bilder aus 207 Länderspielen seit seinem Debüt 2005, bei dem er gleich vom Platz flog, in denen er sagenhafte 125 Tore erzielte. Messi als Teenager, Messi als immer noch unwiderstehlicher Altstar. Messi mit Wallemähne, mit Kurzhaarfrisur, mit Rauschebart – und allzu oft mit Tränen in den Augen.

Karriere nicht ohne Tiefschläge

Denn auch wenn Lionel Andrés Messi Cuccittini sein Land 2022 zum dritten Mal auf den WM-Thron geführt hatte, war die Nationalmannschaftskarriere des unwiderstehlichen Dribbelkünstlers gepflastert von Tiefschlägen. Bei seinen sechs WM-Teilnahmen (Rekord) verlor er zwei Finals dramatisch, 2014 gegen Deutschland und 2026 gegen Spanien - jeweils mit 0:1 nach Verlängerung.

Nach dem verlorenen Endspiel der Copa América 2016 trat er gar zurück aus dem Nationalteam, doch schnell folgte die Rolle rückwärts. Das Happy End folgte: 2021 gewann die Albiceleste mit Messi den Kontinentaltitel, im Jahr darauf die WM, die ihn endlich auf eine Ebene mit dem „göttlichen“ Diego Maradona hievte – mindestens.

Bis 2028 unter Vertrag

Die Fußballfans weltweit müssen noch nicht auf ihn verzichten, bis 2028 läuft sein Vertrag bei Inter Miami noch. Und Messi trifft in der Major League Soccer weiter nach Belieben. Für sein Land zu spielen, sei aber etwas ganz anderes gewesen, so das langjährige Idol des FC Barcelona: „Ich habe immer gekämpft und auf dem Spielfeld alles für dieses Trikot gegeben, um euch Freude zu bereiten und euch durch den Fußball stolz darauf zu machen, Argentinier zu sein.“

Er habe nun „nichts mehr zu geben“, außerdem rückten „großartige junge Spieler“ nach. Die Zukunft beginnt, nun auch offiziell.

Und natürlich wird Lionel Messi das himmelblau-weiße Trikot weiterhin tragen – als Fan. „Danke, Gott, dass du mich zum Argentinier gemacht hast. Vamos, Argentina!“

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