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Achtes Gold: Kläbo stürmt zum Olympia-Rekord

Johannes Hösflot Kläbo stand wie ein griechischer Sagenheld in der gleißenden Sonne von Val di Fiemme und streckte nach seinem Einzug in den Wintersport-Olymp cool die Faust in den azurblauen Himmel: Norwegens Skilanglauf-Star ist bei den Spielen von Mailand und Cortina zur achten Goldmedaille seiner Karriere gestürmt und hat damit zu den Rekordsiegern bei Olympischen Winterspielen aufgeschlossen.

Johannes Hösflöt Kläbo beim grenzenlosen Langlaufrennen in actionreicher Dynamik

Johannes Hösflöt Kläbo kennt keine Grenzen Foto: AFP/Tobias Schwarz

„Das war eines der Rennen, über die ich am meisten nachgedacht hatte. Über 10 km Freistil hatte ich noch nie gewonnen. Olympia war für diesen Sieg ein guter Zeitpunkt“, sagte Kläbo in der ARD: „Das hier heute vor meiner Familie zu schaffen und speziell vor meinem Opa, mit dem ich so oft trainiere, bedeutet mir so viel.“

Bei traumhaftem Wetter in Lago di Tesero setzte sich der 29 Jahre alte Kläbo beim dramatischen Intervallstart über 10 km im freien Stil vor dem Franzosen Mathis Desloges durch. Bronze ging an Kläbos jungen Landsmann Einar Hedegart, der bis zur letzten Zwischenzeit 1.000 m vor dem Ziel noch geführt hatte, dann aber einbrach und letztlich 14,0 Sekunden Rückstand hatte.

„Da kann man einer Legende zuschauen“, sagte der Deutsche Florian Notz. Landsmann Janosch Brugger meinte: „Ich habe ihn gar nicht gemocht, aber mittlerweile muss man den Hut ziehen.“ Für Peter Schlickenrieder ist Kläbo „inspirierend und faszinierend. Er zeigt uns, dass man mit Perfektionismus seine Grenzen immer weiter verschieben kann.“

Damit erreichte Kläbo, der bereits im Skiathlon und im Sprint triumphiert hatte, seine nicht mehr aktiven Landsleute Marit Björgen, Björn Dählie (beide Skilanglauf) und Ole Einar Björndalen (Biathlon), die ebenfalls achtmal Gold gewannen.

Kläbo, ohnehin schon Rekord-Weltmeister (15 Titel) und Rekord-Weltcupsieger bei den Langläufern (107 Siege), kann schon vor seinem 30. Geburtstag in Val di Fiemme den Wintersport komplett durchspielen. Schon am Sonntag kann er zum alleinigen Rekordhalter bei Winter-Olympia aufsteigen, in der 4x7,5-km-Staffel sind die Norweger kaum zu schlagen.

Zudem kann der Ausnahmeläufer noch im Teamsprint und über 50 km Gold holen. Damit würde er die legendäre Bestmarke von US-Eisschnellläufer Eric Heiden übertreffen, der 1980 in Lake Placid als bislang einziger Wintersportler fünfmal Olympia-Gold in einem Jahr gewonnen hatte.

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