Night Marathon in Luxemburg
Absagen vor dem Marathon: Diese Punkte mussten vom Programm gestrichen werden
20 Jahre Marathon und ein Teilnehmerrekord: Die Zahlen deuten auf eine weitere, reibungslose Ausgabe 2026 hin. Doch hinter den Kulissen wird deutlich, dass die Organisatoren um Erich François diesmal mit etlichen Rückschlägen zurechtkommen müssen.
18.000 Läufer werden auf den unterschiedlichen Distanzen quer durch die Hauptstadt unterwegs sein Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
18.000 Sportler aller Altersgruppen, das ist der neue Teilnehmerrekord, der am Samstag beim Night Marathon in der Hauptstadt aufgestellt werden wird. Die Erfolgsgeschichte rund um das spektakuläre, nächtliche Rennen durch die schönsten Ecken Luxemburgs ist weit über die Landesgrenzen bekannt und lockt mittlerweile nicht nur Läufer aus Europa an. Bei der Premiere vor exakt 20 Jahren waren damals 6.000 Leute am Start. Zweimal fiel der Marathon wegen der Pandemie aus, doch dem Andrang am Lauf-Event hat das nicht geschadet – im Gegenteil. Dass es diesmal nicht noch mehr sind, war eine bewusste Wahl: An Ostern wurden die Anmeldungen gestoppt: „Wir wollten es im Griff behalten“, fasste Erich François (CEO von step by step) zusammen.
Keinen Einfluss hatte er allerdings auf mehrere kurzfristige (administrative) Entscheidungen bezüglich des Rahmenprogramms, das teilweise seit Monaten geplant und autorisiert war. Besonders enttäuscht zeigte sich François über einen geplatzten Weltrekordversuch, der hätte auf dem Kirchberg zustande kommen sollen: Der Luxemburger Slackline-Athlet Archie Williams sollte eigentlich 4,2 Kilometer in den Lüften zwischen den Hochhäusern der place de l’Europe balancieren. Am Freitagmorgen erhielt François die niederschmetternde Botschaft: Obwohl alle Parteien im Vorfeld in die Planung involviert waren und die Verträge mit dem Ministerium unterzeichnet waren, wurde dem Sponsor nun verboten, ein Werbeplakat aufzuhängen. Der Geldgeber zog sich zurück. „Obschon alles abgesprochen war und wir sogar mit dem Sponsor und allen Beteiligten auf dem Dach der Türmen waren, ist es uns jetzt verboten worden. Mit solchen Dingen haben wir immer wieder zu kämpfen. Dass es diemal eine Woche vor dem Marathon ist, ist traurig, aber wir können es nicht verhindern.“
„Es ist schade“
In den vergangenen Jahren sei François immer wieder ausgebremst worden, erklärte er. „Es wird generell immer schwieriger, etwas zu organisieren. Das geht nicht nur uns so. Leute, die keine Verantwortung übernehmen möchten, verstecken sich hinter Reglementen – ob sie sinnvoll sind oder eben nicht.“ Auch eine Drohnenübertragung ist diesmal aufgrund von nationalen Bestimmungen nicht erlaubt worden.
Direkten Einfluss auf das Erlebnis für die Sportler hat eine weitere Einschränkung: In der LuxExpo wird es beim Zieleinlauf weniger spektakulär zugehen, als das in der Vergangenheit der Fall war. Nebelmaschinen und Lichteffekte sind diesmal wegen der Rauchmelder-Regelungen untersagt worden. „Es wird anders sein. Es ist sehr schade. Wir hatten viel Geld und Energie in den Zieleinlauf gesteckt. Es wird immer noch ein Einlauf in die Halle geben, aber der wird gegenüber anderen Städten deutlich abfallen.“
Trotz aller Rückschläge und Enttäuschungen wird der Nacht-Marathon wieder ein Stück nationale Leichtathletik-Geschichte schreiben. Man blieb der Linie treu und hat bewusst darauf verzichtet, internationale Topstars zu engagieren: Die nationalen Aushängeschilder könnten wieder auf das Podium steigen. Neben der Rekordteilnehmerzahl wird das musikalische Programm so groß wie noch nie sein: 760 Musiker haben sich angemeldet, um entlang der Strecke für Stimmung zu sorgen.
Weitere Informationen
Die Anwohner der Stadt Luxemburg haben bereits Prospekte mit allen Straßensperrungen und Busplänen erhalten. Die Athleten können diesmal auf einen zusätzlichen Shuttlebus vom P&R Bouillon bis zur LuxExpo zurückgreifen. Die Tram fährt wie gewohnt mit einem Zwischenstopp, alle weiteren Infos gibt es auf https://www.ing-night-marathon.lu.