Politische „Rentrée“
„déi Lénk“ sieht sich im Aufwind: Partei vermeldet viele neue Mitglieder, darunter vor allem junge Leute
Mieter stärken, Rente für die Jungen sichern, bezahlbarer Wohnraum statt Waffen: „déi Lénk“ stemmt sich zur politischen „Rentrée“ mit sozialen Ideen gegen das kühler werdende politische Klima. Das scheint vor allem bei jungen Menschen anzukommen.
Parteisprecher und Chamber-Abgeordnete (v.l.): Carole Thoma, David Wagner, André Marques und Marc Baum Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Bei „déi Lénk“ wundert man sich nicht über das schlechte Abschneiden von Premier Frieden in der aktuellen Sonntagsfrage. Schließlich sei es ein Jahr voll schlechter Entscheidungen und katastrophaler Kommunikation seitens der Regierung gewesen. So das Fazit von Parteisprecherin Carole Thoma am Freitagvormittag bei der politischen „Rentrée“ ihrer Partei. Der Angriff gegen die Kollektivverträge, die Liberalisierung der Öffnungszeiten und „Gefuddels“ beim Mindestlohn und der Rentenreform. Die Linken sehen sich hingegen als Nutznießer dieser Gemengelage. „Wir haben Wind unter den Segeln“, sagt Thoma. Themen, für die man sich bei „déi Lénk“ schon lange einsetze, stünden heute hoch auf der politischen Agenda: die Anerkennung eines palästinensischen Staates, das Recht auf Abtreibung, Generationengerechtigkeit bei der Rente. Das alles schlage sich, so die Parteisprecherin, auch in einer internen Dynamik nieder. In den vergangenen Monaten hat „déi Lénk“ viele neue Mitglieder dazugewonnen, darunter vor allem junge Menschen. Allein in diesem Jahr seien es 50 bis 60 Neumitglieder gewesen, sagt Marc Baum. Ein beachtlicher Zuwachs für eine Partei, die Stand heute 650 Mitglieder zählt – und ein Phänomen, das man auch bei der Schwesterpartei in Deutschland beobachten kann.